Die Nikon Coolpix P1000 (Produktbilder)
Die Coolpix P1000 ist damit unter anderem eines: riesig und sehr schwer. Der größte Anteil beruht selbstredend auf dem 125-fach-Zoomobjektiv, den Rest des Gehäuses musste Nikon aber natürlich größer als „normal“ gestalten. Der Handgriff der Bridgekamera entspricht beispielsweise dem einer ausgewachsenen Spiegelreflexkamera. Große Abmessungen, eine ergonomische Form und großflächige Gummierungen sorgen für ein sehr gutes Griffgefühl. Die Kamera lässt sich daher sicher festhalten.
Ein wirklich komfortables Handling erreicht man bei der P1000 allerdings nur beim Einsatz von zwei Händen. Dies liegt am deutlich zum Objektiv hin verlagerten Schwerpunkt. Selbst im ausgeschalteten Zustand liegt das höchste Gewicht spürbar in der Nähe der Frontlinse, bei der maximalen Brennweite befindet sich der Schwerpunkt weit vom Griff entfernt. Wie soll dies bei einem Megazoom aber auch anders sein? Die Verarbeitungsqualität entspricht mit einem reinen Kunststoffgehäuse nicht dem üblichen Standard bei Kameramodellen der 1.000-Euro-Klasse, Abdichtungen gibt es ebenfalls nicht. Das enttäuscht im ersten Moment ein wenig, die Nikon Coolpix P1000 (Datenblatt)
Abseits der riesigen Abmessungen bedient sich die Nikon Coolpix P1000 (Technik)
Das Verändern der Brennweite ist per Brennweitenregler am Fotoauslöser oder mit einer Wippe am Objektiv möglich. Die neben der Wippe liegende Taste erlaubt das kurzzeitige Herauszoomen (drei Optionen wählbar), damit der Bildausschnitt überprüft oder ein „verlorenes“ Motiv wiedergefunden werden kann.
Diese Taste ist in der Praxis Gold wert, bei längeren Brennweiten wird sie oft benötigt. Die Fn-Taste auf der Oberseite der Kamera lässt sich unter anderem mit der Sensorempfindlichkeit oder dem Auslösemodus (Einzelbild, Serienbild, ...) belegen. Auch ambitionierte Fotografen, die alle wichtigen Parameter selbst einstellen möchten, kommen mit der Nikon Coolpix P1000 (Produktbilder)
Das Menü der Nikon Coolpix P1000 ist in die vier Unterpunkte „Aufnahme“, „Filmsequenz“, „Netzwerkmenü“ und „System“ unterteilt und übersichtlich gestaltet. Gegenüber einfacheren Bridgekameras sind deutlich mehr Einstellungen möglich, auf gehobenem DSLR- oder DSLM-Niveau bewegt sich das Options-Angebot aber nicht. Für den Fotoalltag stehen allerdings alle wichtigen Parameter zur Verfügung.
Das Angebot an Fotoprogrammen ist bei der Nikon Coolpix P1000 (Bildqualität)
Fokussieren lässt sich mit der Nikon Coolpix P1000 (Geschwindigkeit)
Die Belichtungszeit steuert bei der Kamera ein mechanischer Verschluss, genau genommen handelt es sich um einen Zentralverschluss. Dieser erlaubt den Blitzeinsatz auch bei sehr kurzen Verschlusszeiten. Gut zu wissen: Die kürzeste Belichtungszeit ist von der gewählten Brennweite und Blende abhängig. Im besten Fall lässt sich eine Verschlusszeit von 1/4.000 Sekunde erreichen, dies im Weitwinkel aber beispielsweise erst ab Blende F6,3. Am Teleende kommt die Kamera nicht über 1/2.500 Sekunde hinaus. Als längste Belichtungszeit sind abhängig vom Fotoprogramm bis zu 30 Sekunden einstellbar, dafür wird allerdings zwingend ein ISO-Wert von 100 benötigt. Bei ISO 200 sind noch acht Sekunden wählbar, bei ISO 400 vier Sekunden. In der Praxis kommt man mit den angebotenen Belichtungszeiten trotzdem gut aus. Das Angebot an Belichtungsmessmethoden (Matrix, mittenbetont, Spot) entspricht dem üblichen Standard.
Für die Bildkontrolle hat Nikon bei der Coolpix P1000 (Technik)
Beim LCD handelt es sich um ein 3,2 Zoll großes Modell mit 921.000 Subpixel (RGBW), Details gibt es gut wieder. Durch die dreh- und schwenkbare Aufhängung kann die Bildkontrolle in fast jeder Situation – also auch vor der Kamera – optimal erfolgen. Im Fotoalltag machen beide Optionen zur Bildkontrolle eine gute Figur, bei längeren Brennweiten bevorzugen wir allerdings eindeutig den elektronischen Sucher. Damit lässt sich die Bridgekamera bei Freihandaufnahmen wesentlich besser stabilisieren.
Videos hält die Nikon Coolpix P1000 (Beispielaufnahmen)
Aber zurück zur Videofunktion: Die manuelle Belichtung oder die Vorwahl der Blende ist im manuellen Videomodus der Kamera möglich, mit automatischer Belichtung lassen sich Videos in allen Modi der P1000 über die Record-Taste (roter Punkt) starten. Zu den weiteren Videooptionen gehören der Bildstil, der Weißabgleich und die Sensorempfindlichkeit. Zudem kann man sich für den Einsatz eines digitalen Bildstabilisators (nicht bei 4K) entscheiden. Das integrierte Mikrofon zeichnet den Ton in Stereo auf, per 3,5mm Klinkeneingang lässt sich ein externes Mikrofon anschließen. Die Bildqualität der Kamera sehen wir in 4K-Auflösung auf einem guten bis sehr guten Niveau, in Full-HD immer noch auf einem guten. Dass Nikon die Kamera durchaus für professionelle Videografen vorsieht, zeigt die Möglichkeit der Ausgabe des Videosignals über HDMI ohne Einblendungen („Cleanout“).
Der Video-AF und der optische Bildstabilisator leisten angesichts des riesigen Brennweitenbereichs eine ordentliche Arbeit, bei Aufnahmen über 1.000mm darf man jedoch keine perfekte Funktion erwarten. Das heißt: Ein Wackeln bei Aufnahmen aus der Hand und das bei längeren Brennweiten teilweise auftretende Pumpen des Video-AFs muss man hinnehmen. Wer letzteres nicht möchte, kann manuell fokussieren. Die Peaking-Unterstützung steht anders als bei Fotos allerdings nicht zur Verfügung. Die Tonqualität der Videos überzeugt uns nicht, die Aufnahmen wirken teilweise stark verzerrt. In der Praxis ist das ärgerlich, zumindest beim Einsatz längerer Brennweiten aber auch nicht unbedingt relevant. Hier hört man vom aufgenommenen Motiv, wegen der großen Entfernung, sowieso nichts mehr.
Thomas
Kniess
Kommentare
Man kann die Nikon P1000 …
Man kann die Nikon P1000 eigentlich nur bis etwa 1000 mm Brenweite @ VF mit anderen Superzoomkameras vergleichen.
Was sie ab 1000 mm oder bereits etwas früher bietet, erreicht man eigentlich nur mit Photospektiven. Und hier ist die P1000 deutlich bequemer. Photospektiv immer auf Stativ, kein AF und es muss eine Kamera adaptiert werden. Vom Smart Phone über Kompaktkamera bis Vollformat ist alles drin. Trotzdem, bei der P1000 bekommt man den ganzen üblichen Bereich ab WW und auch noch die Möglichkeit, alles freihand.
Bei großen Enfernungen haben Photospektive mit den gleichen Problemen zu kämpfen, Verwacklung und atmosphärische Störung.
Und dann ist da noch der Preis. Spektiv, Kameraadapter, Stativ. Das können schnell ein paar tausend Euro werden, je nachdem, was man will. Da ist die Nikon P1000 schon ein besonderes Angebot und das sollte man nie außer acht lassen.
Moin, eine Frage: Sind die …
Moin,
eine Frage:
Sind die Testbilder der P1000 zb. bei 2600 mm mit Stabi gemacht worden?
Ich bekomme so nicht ein brauchbares Foto hin.
Vielen Dank.
Grüße
Arne Tewes
Wenn man mit der P1000 …
Wenn man mit der P1000 Brennweiten jenseits der 2000mm nutzen möchte, braucht das schon etwas an Übung. Trotz des sehr guten Bildstabilisators versuche ich mich irgendwo anzulehnen oder aufzustützen, wenn das möglich ist. Auch sollte man immer bedenken, dass diese Kamera nur einen kleinen Bildaufnahmechip nutzt und man im Telebereich sehr schnell in große Blendwerte kommt. Das macht nur bei guten Lichtverhältnissen Sinn. Auch ist man aufgrund der riesigen Brennweite schnell dazu verleitet sehr weit entfernte Objekte heran zu zoomen. Da hat man das Problem, dass sehr dicke Luftschichten die Qualität der Aufnahme sehr negativ beeinflussen. Trotz dieser Widrigkeiten, die durchaus zu einigem Ausschuss führen, sind mir nach einiger Übung mit dieser Kamera einige sehr spektakuläre Aufnahmen gelungen.