Teil 3 von 3: Kamera-App, Benchmarks und das Xiaomi 15 in der Praxis
Im zweiten Teil unseres Tests des Xiaomi 15 hatten wir uns die Kameras des Smartphones angesehen und deren Bildqualität unter die Lupe genommen. In diesem dritten und letzten Teil prüfen wir die Kamera-App mit ihren Funktionen sowie Einstellungsmöglichkeiten und die Leistung des Smartphones in der Praxis. Am Ende fassen wir unsere Ergebnisse zusammen und ziehen ein Fazit.
Die Kamera-App:
Bei der Kamera-App des Xiaomi 15 hat Xiaomi keine riesigen Änderungen vorgenommen, das Design entspricht größtenteils dem des Vorgängermodells. Im Zentrum befindet sich die Live-Vorschau, über Touchschaltflächen können unter anderem die Brennweite (wobei die „2-fach-Zoom“- und „5-fach-Zoom“-Option nur digital umgesetzt sind) sowie der gewünschte Bildstil ausgewählt werden. Zusätzliche Funktionen lassen sich über Schaltflächen am Rand des Displays aufrufen.
Hält man das Smartphone quer, sind auf der linken Seite unter anderem die Wahl des Farbprofils (Leica Vibrant oder Leica Authentic), die Aktivierung bzw. Deaktivierung des HDR-Modus oder auch die Steuerung des LED-Lichts möglich. Zur schnellen Motiverkennung gibt es zudem eine Taste für die „Google Lens“ und via Pfeil-Symbol gelangen Nutzer zu den weiteren Aufnahmeoptionen (Seitenverhältnis, Timer, AI Kamera, …).
Rechts neben der Liveansicht lässt sich der gewünschte Fotomodus einstellen. Die Reihenfolge und Anordnung der Modi kann der Nutzer dabei individuell festlegen. Über den Punkt „Mehr“ gelangt man zu weiteren Aufnahmemodi. Ebenfalls am rechten Bildschirmrand befinden sich der Auslöser, ein Button zum Umschalten zwischen der Front- und der Rückkamera sowie eine Touchtaste für den Zugriff auf die Galerie.
Für die manuelle Steuerung gibt es wie üblich den „Pro“-Modus. Hier lässt sich der Bildstil (z. B. Normal, Leica BW NAT, Leica Sepia, KC64) auswählen und kann man alle Aufnahmeparameter beeinflussen. Konkret handelt es sich dabei um die Belichtungskorrektur (-4 EV bis +4 EV), den ISO-Wert (50 bis 12.800), die Verschlusszeit (von 30 Sekunden bis zu 1/8.000 Sekunde), den Fokus (nur bei der Haupt- und der Telekamera) und den Weißabgleich (2.000 K bis 8.000 K). Diese Optionen sind nicht nur für Fotos, sondern auch für Videoaufnahmen verfügbar.
Benchmarks und Praxis:
Wie schon in den letzten Jahren stattet Xiaomi nicht nur das Flaggschiff-Modell mit dem besten SoC aus, beim „normalen“ 15er-Modell kommt dieser ebenfalls zum Einsatz. Der Snapdragon 8 Elite verfügt über acht Kerne (zwei Prime-Cores mit bis zu 4,32 GHz und sechs Performance-Cores mit bis zu 3,53 GHz) und die Adreno-830-GPU. Arbeitsspeicher ist mit 12GB (LPDDR5X) nicht ganz so viel wie beim Ultra-Modell (16GB) verbaut, damit kommt man aktuell jedoch bestens aus.
Folglich erreicht das Xiaomi 15 nicht nur bei unseren Benchmarktests sehr gute Werte, sondern schlägt sich auch in der Praxis hervorragend. Wartezeiten gibt es kaum, auch fordernde Aufgaben arbeitet das Smartphone schnell ab. Im Single-Core-Test des Geekbench 6 ergaben sich sehr gute 3.007 Punkte, beim Multi-Core-Test gleichfalls hohe 9.144 Punkte. Mit 17.893 Punkten beim PC Mark Work 3.0 Performance liegt das Smartphone ebenso in der Spitzengruppe. Zum Xiaomi 15 Ultra kann es allerdings nicht ganz aufschließen.
Das Xiaomi 15 bietet aber nicht nur jede Menge Rechenpower, es arbeitet auch sehr sparsam. Bei unserem Akkutest (Youtube-Wiedergabe im WLAN mit Full-HD-Auflösung und 75 Prozent Display-Helligkeit) kam das Gerät auf eine Wiedergabedauer von erstklassigen 25 Stunden. Der 5.240mAh starke Akku hält bei normalen Einsätzen also länger als einen Tag durch. Wer das Xiaomi 15 laden möchte, kann das als weiteren Vorteil in nur 16 Minuten von 10 auf 50 Prozent. Das vollständige Aufladen dauert 44 Minuten. In beiden Fällen ist dafür ein Ladegerät mit Hypercharge-Unterstützung (90 Watt) und passendem USB-Kabel notwendig. Andere Ladegeräte und Kabel können für das deutlich langsamere Aufladen sorgen.
Unser Fazit:
Das Xiaomi 15 ist neben dem Flaggschiff 15 Ultra Xiaomis zweites Oberklassemodell und weiß mit einer hohen Leistung zu gefallen. Dafür sorgt unter anderem der Snapdragon 8 Elite, der in jeder Situation mehr als ausreichend viel Rechenpower zur Verfügung stellt. Der Arbeitsspeicher fällt mit 12GB zwar nicht so groß wie beim 15 Ultra aus, diesen Unterschied kann man aktuell allerdings kaum bemerken. An Speicher mangelt es mit 256GB oder 512GB ebenso nicht, die nachträgliche Erweiterung ist wie üblich aber leider nicht möglich.
Wirklich gut zu gefallen wussten im Test das Gehäuse, das Display und der Akku. Das Gehäuse macht nicht nur optisch einen sehr guten Eindruck, es ist mit einer matten Glasrückseite und einem Aluminiumrahmen auch sehr hochwertig verarbeitet. Dazu kommen Abdichtungen nach IP68-Standard und besonders bruchfestes Glas. Mit einem Gewicht von unter 200g und Abmessungen von 152 × 71 × 8,1 mm bietet sich das Xiaomi 15 für alle an, die kein riesiges Gerät mit sich herumtragen möchten, aber trotzdem viele Features nutzen wollen. Das 6,36 Zoll messende AMOLED-Display ist nicht nur hell, es gibt Inhalte auch stets scharf und flüssig wieder. Der 5.240mAh starke Akku liefert ausreichend Strom für lange Einsätze und lässt sich sehr schnell aufladen.
Die Kamera-Ausstattung des Xiaomi 15 bewegt sich natürlich nicht auf dem Level des 15 Ultra, Abstriche sind vor allem im Telebereich zu machen. Wer Bilder vor allem mit der Hauptkamera aufnimmt, kann dies mit dem Xiaomi 15 mit einer sehr guten Qualität. Der 50 Megapixel auflösende Sensor liefert bei Tag wie bei Nacht sehr ansprechende Ergebnisse. Die Ultraweitwinkel- und die Telekamera können hier trotz gleicher Auflösung nicht mithalten. Dafür sind die deutlich kleineren Sensoren verantwortlich. Trotzdem machen die Ultraweitwinkel- und die Telekamera gute Bilder. Zumindest, wenn man sich nicht allzu weit vom Motiv entfernt befindet. Dann ist man mit den lediglich 60mm (KB-Brennweite) der Telekamera schon recht eingeschränkt. Natürlich kann man mit dem Xiaomi 15 auch digital zoomen, mehr als den 5-fach-Zoom würden wir für detailreiche Bilder jedoch nicht nutzen.
Bei wenig Licht kann man die kleineren Sensorabmessungen durch den Einsatz des Nachtmodus teilweise ausgleichen, zur besseren Nachbearbeitung lassen sich mit allen drei Kameras auch RAW-Dateien speichern. Die Kamera-App bietet viele Optionen, Videos nimmt das Xiaomi 15 mit bis zu 8K30p auf. Das geht allerdings nur mit der Hauptkamera. 4K60p unterstützen dagegen alle drei Rückseitenkameras, weshalb diese Auflösung und Bildrate im Alltag sinnvoller sind.