Testbericht der DJI Neo 2 (Teil 3)

Teil 3 von 3: Steuerung, Flugeigenschaften und Fazit

Im zweiten Teil des Testberichts der Neo 2 von DJI hatten wir uns mit der Kamera der Einsteigerdrohne beschäftigt. In diesem dritten und letzten Teil gehen wir auf die Steuerung und die Flugeigenschaften ein. Am Ende fassen wir unsere Ergebnisse zudem zusammen und ziehen ein Fazit.

Drohnen lassen sich heutzutage auf verschiedene Arten steuern. DJI bietet als führendes Unternehmen in diesem Segment dabei besonders viele an. Die DJI Neo 2 ist als Drohne der Einsteigerklasse mit allerlei Einsteiger-Features ausgestattet, lässt sich aber auch auf herkömmlichem Weg fliegen. Wer sich mit der Technik so wenig wie möglich auseinandersetzen möchte, kann auf umfangreiche Automatisierungsfunktionen zurückgreifen. Diese erlauben auch ungeübten Piloten das vergleichsweise gefahrlose Fliegen.

Die DJI Neo 2 lässt sich von der Handfläche starten und auf der Handfläche landen:

Zu den besonderen Features der Drohne gehört dabei das Starten von bzw. Landen auf der Handfläche. Das ist durch die zahlreichen Sensoren (LiDAR, Infrarot und visuell), den Propellerschutz sowie die verwendete Software-Steuerung möglich. Diese Funktion arbeitete bei unserem Test fehlerfrei und macht es Anfängern besonders einfach, zu starten sowie zu landen. Durch die intelligenten Aufnahmemodi der Neo 2 kann man zudem auch ohne weitere Kenntnisse standardisierte Aufnahmemanöver fliegen lassen.

In der App kann man zwischen den unterschiedlichen Flugmanövern wählen:

Ein kurzer Text informiert dabei über den Ablauf:

Zur Wahl stehen unter anderem Drohnie und Rocket. Zudem sind Selfies möglich. Hierfür muss man die Neo 2 nur einschalten, kann dann mittels der Tasten auf der Unterseite den Modus bestimmen und muss diesen nur noch bestätigen. Welcher Modus dabei eingestellt ist, lässt sich auf dem kleinen Front-Display ablesen oder wird von der Kameradrohne auch akustisch wiedergegeben.

Auf dem kleinen Statusdisplay lassen sich verschiedene Fluginformationen ablesen:

Bedienen kann man die Neo 2 auch mit den Tasten unterhalb der Propeller:

Wer die Kameradrohne lieber per Sprache steuern möchte, kann das ebenso. Hier wird der Ton vom Smartphone aufgezeichnet und an die Neo 2 weitergegeben. Für den Einsatz der Sprachsteuerung ist zunächst die Aktivierung via „Weckwort“ („Hey Fly!“) nötig, danach kann man der Kameradrohne Befehle geben. Zur Auswahl stehen unter anderem „Circle“, „Follow“, „Spotlight“ oder „Rocket“.

Als Alternative zum klassischen Bedienen bietet die DJI Neo 2 die Sprachsteuerung an:

Zudem ermöglichen die zahlreichen Sensoren der Drohne die Active Track- bzw. Follow Me-Funktion. Hier folgt die Drohne einer einmal erkannten und markierten Person. Dies geht laut Datenblatt bis zu einer Geschwindigkeit von 43 km/h. Selbst schnelleres Radfahren wird damit abgedeckt. Auch hier leistet die Drohne Erstaunliches und verfolgt die einmal erkannte Person sehr präzise.

Motiven folgt die DJI Neo 2 automatisch und mit verschiedenen Einstellungen:

Zudem kann man einstellen, wie die Kameradrohne die Person verfolgen soll. Also beispielsweise von vorne, von hinten oder von der Seite. Dies lässt sich auch während der Aufnahme ändern. Wurde der Follow-Modus ausgewählt, ist die DJI Neo 2 als Bonus (genauso wie im Spotlight-Modus) auch per Gesten steuerbar. Unter anderem kann man die Drohne damit wegfliegen und wieder zurückkommen lassen (Hände auseinander oder zueinander bewegen) oder auch deren Flughöhe bestimmen (Hand nach oben heben oder nach unten halten).

Daneben lässt sich die DJI Neo 2 auf herkömmliche Art und Weise steuern. Beim Einsatz des Smartphones erhält man das kompakteste und günstigste Gesamtpaket, muss aber mit Einschränkungen bei der Reichweite und dem Bedienkomfort leben. Eingaben erfolgen in diesem Fall über die Fly App von DJI, das Touchscreen wird zur Steuerung verwendet.

Wer keine Fernbedienung besitzt oder nutzen möchte, verwendet das Smartphone:

Bei der Fly More Combo liegt der Neo 2 standardmäßig die DJI RC-N3 bei. Dabei handelt es sich um DJIs Standardfernsteuerung. Im Vergleich zu höherklassigen Modellen muss man auf ein Display verzichten. Diese Aufgabe übernimmt das Smartphone, das per Halterung montiert wird. Durch die ausziehbare Konstruktion lassen sich dabei die meisten Geräte nutzen.

Bei der RC-N3 kann man Smartphones in die Halterung einsetzen und per USB verbinden:

Die DJI Fly-App erlaubt die Bildkontrolle und das Verändern von Einstellungen:

Die Steuersticks lassen sich zum Transport platzsparend an der Unterseite verstauen:

Auf die Waage bringt die 10,4 x 15,0 x 4,5cm große RC-N3 312g, zur Stromversorgung verfügt sie über einen 2.600mAh starken Akku. Ihn kann man auch zum Aufladen des Smartphone-Akkus benutzen, dafür steht ein USB-C-Port zur Verfügung. Mit dem zweiten USB-Anschluss wird die RC-N3 aufgeladen. Zum Transport kann man die Steuersticks entfernen und clever verstauen.

Neben den beiden Steuersticks hat die DJI RC-N3 diverse weitere Tasten und Schalter zu bieten:

Zum Betrieb gibt es neben der Power-Taste, der „Return to Home“-Taste und einem Flugmodus-Schalter (C/N/S) zwei Steuerknüppel sowie eine Foto-/Videotaste, eine konfigurierbare Taste, eine Auslöse-Taste und ein Einstellrad für die Gimbalsteuerung. Der Ladestand des Akkus wird von mehreren LEDs angezeigt. Mit der RC-N3 lässt sich die DJI Neo 2 sehr komfortabel und präzise auch für längere Zeit steuern. Laut Datenblatt reicht eine Akkuladung für rund 3,5 Stunden Flugzeit aus. In diesem Fall darf der Akku des angeschlossenen Smartphones natürlich nicht über die Fernbedienung aufgeladen werden.

Beim Fliegen mit dem Smartphone sowie der Fernbedienung kommt die DJI Fly App zum Einsatz:

Diese bietet eine sehr gute Liveansicht mit vielen relevanten Informationen:

In der App kann man zahlreiche Einstellungen vornehmen:

Dazu zählen unter anderem die automatische Rückkehrhöhe ....

... generelle Anzeige-Optionen ...

und verschiedene Gimbal-Einstellungen:

Zudem kann man die Fernbedienung konfigurieren ...

... sowie die Übertragungsfrequenz einstellen:

Als zentrales Steuerelement wird bei der Neo 2 wie gewohnt die DJI Fly App verwendet. Diese bietet neben der Steuerung der Drohne auch zahlreiche Einstellungen zum Fliegen und ein Tutorial. Daneben erfolgen alle Einstellungen, die vor und während des Fluges möglich sind, über die App.

In der Luft bewegt sich die DJI Neo 2 nicht ganz so schnell wie die deutlich größeren Modelle von DJI, ihre kompakten Abmessungen merkt man ihr bei wenig Wind aber trotzdem kaum an. Das liegt an den für ein derart kompaktes Modell wirklich soliden Leistungsdaten. Aufsteigen ist mit bis zu 5m/s möglich, der horizontale Flug mit bis zu 12m/s und als maximale Windwiderstandsfähigkeit gibt DJI 10,7m/s an. Das reicht für klassische Flugeinsätze mehr als aus.

In der Luft kann sie ihre Position auch am oberen Limit der Aufstiegshöhe gut halten, am Boden ist das präzise Starten und Landen möglich. Auf manuelle Steuereingaben reagiert sie dabei schnell. Stärkere Böen wirken sich auf die Stabilität dann schon etwas mehr aus, die Neo 2 korrigiert ihre Position aber sofort wieder. Durch das Starten und Landen auf der Hand, das im Test problemlos funktionierte, kann man dabei sogar auf ein klassisches Launchpad verzichten.

Fliegen kann man mit einer Akkuladung zwischen 12 und 15 Minuten:

Als Akkulaufzeit ergaben sich im Test (mit Propellerschutz; bei rund 10 bis 15 Grad Umgebungstemperatur) zwischen 13 und 16 Minuten. Praktisch stehen somit rund 10 bis 13 Minuten zur Verfügung, bis die Akkuanzeige auf 20 bis 25 Prozent sinkt und die Drohne eindringlich zum Rückflug auffordert oder diesen automatisiert beginnt. Mit einem Akku ist man somit durchaus auf kürzere Flüge beschränkt. Prinzipiell kann man den Akku mittels einer Powerbank in recht kurzer Zeit wieder auf 80 Prozent aufladen, das Vorhandensein weiterer Akkus ist jedoch eindeutig von Vorteil. Wer sich für die von uns getestete Fly More Combo entscheidet, erhält gleich drei Stück.

Die DJI Neo 2 bietet trotz ihrer kompakten Abmessungen sehr ansprechende Flugeigeschaften:

Unser Fazit:
DJI hat mit der Neo 2 eine sehr kompakte, für Einsteiger entwickelte Drohne im Programm. Diese macht es Nutzern besonders einfach, zu fliegen sowie dabei ansprechende Aufnahmen zu erstellen. Dafür sorgt unter anderem die umfangreiche Hinderniserkennung, die beim Ausweichen von Gefahren und beim Verfolgen eine sehr gute Arbeit leistet. Im Einsatz ist natürlich trotzdem Vorsicht geboten, gerade was den Umgang mit Dritten angeht. Derart einfach und gefahrlos dürfte man aber sonst mit keiner anderen Einsteiger-Drohne fliegen können.

Ungeübte Nutzer wie erfahrene Piloten profitieren von der ausgefeilten Hinderniserkennung:

Des Weiteren hat DJI der Neo 2 Updates spendiert, die beim klassischen Fliegen von Vorteil sind. Die maximale Steiggeschwindigkeit ist höher als bei der Neo, sie kann stärkerem Wind widerstehen und auch ein wenig länger fliegen. Dass sie ein wenig schwerer als ihr Vorgängermodell ausfällt, wird angesichts des wirklich leichten Gewichts und der sehr geringen Abmessungen niemanden stören. Mit 161g bewegt sie sich noch immer weit unterhalb der relevanten 250g-Grenze.

Videografen können bei der DJI Neo 2 auf eine längere Liste an Aufnahmemodi zurückgreifen. Mit der 4K60p-Aufnahme und Zeitlupen mit bis zu 100p (bei 4K) ist das Videopaket stattlich, gegen Verwacklungen hilft der neue 2-Achsen-Gimbal. Der Sensor fällt mit 1/2 Zoll weiterhin recht klein aus, angesichts des sehr leichten Gehäuses gibt es aber kaum Luft nach oben. Gespart hat DJI bei der Neo 2 leider an Fotofunktionen. Fotos sind wie bei der Neo auf das JPEG-Format beschränkt und Belichtungsreihen leider nicht möglich. Somit bestehen kaum Chancen, aus den Aufnahmen nachträglich noch etwas mehr herauszuholen. Vermutlich hat das die Zielgruppe der Neo 2 aber auch nur recht selten oder gar nicht vor. Hinsichtlich der Bildqualität sollte die Neo 2 diese Zielgruppe zweifellos zufriedenstellen. Die 12 Megapixel auflösenden Bilder reichen für die Wiedergabe auf einem TV oder das Posten auf Social Media bei weitem aus, Details bekommt man hier durchaus einige zu Gesicht. Weniger Licht oder kritische Lichtsituationen (z. B. starkes Gegenlicht) können allerdings recht schnell zu sichtbarem Bildrauschen führen. Das gilt für Fotos und Videos.

Die Bildqualität ist gut, kritische Lichtverhältnisse lassen die Qualität aber deutlich absinken:

Gut gefällt uns wieder, dass ein integrierter Speicher mit 49GB verbaut ist. Somit kann man keine Speicherkarte vergessen und mehr als 1,5 Stunden filmen. Mit einem Akku lässt sich abhängig von den weiteren Bedingungen effektiv zwischen 13 und 16 Minuten fliegen, der Erwerb eines zweiten Akkus (oder der Fly More Combo) ist daher sinnvoll.

Am Ende unseres Testberichts lässt sich zusammenfassen: Die DJI Neo 2 bietet in Relation zur Größe erstaunliche Flugeigenschaften, eine lange Liste an Automatik-Funktionen und stellt für Drohnen-Anfänger das optimale Modell dar. Nur wer eine besonders hohe Foto- und Videoqualität sowie weitere Optionen benötigt, ist bei anderen (teilweise deutlich teureren) Modellen besser bedient.

Die dkamera.de-Awards zur Einsteiger-Drohne DJI Neo 2:

Autor: dkamera.de Redaktion
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