Teil 2 von 3: Die Kamera im Bildqualitäts-Check und Beispielaufnahmen in voller Auflösung
Nachdem wir uns im ersten Teil des Tests des Samsung Galaxy S25+ mit den technischen Daten, dem Handling sowie der Verarbeitung beschäftigt haben, gehen wir in diesem zweiten Teil auf die Kameras des Smartphones im Detail an. Mit unseren Beispielfotos und -videos in voller Auflösung können Sie sich zudem einen eigenen Eindruck von den Kameraqualitäten verschaffen.
Die Kameras:
Das 2025er Plus-Modell der S25-Serie kommt dem eigentlichen Flaggschiff S25 Ultra in vielen Punkten nahe. Bei den Kameras hat Samsung den Abstand vom Plus zum Ultra in den letzten Jahren aber immer größer werden lassen. Kamera-Updates, die das Ultra erhalten hat, gab es für das S25+ nicht. Bei der Hauptkamera mit Weitwinkelobjektiv nutzt Samsung weiterhin den ISOCELL GN3 (1/1,57 Zoll) aus dem eigenen Haus. Damit kann man Fotos mit bis zu 50 Megapixel aufnehmen. Des Weiteren wird natürlich auch Pixel-Binning unterstützt, was für eine Auflösung von 12 Megapixel sorgt. Die Bildpunkte fallen in diesem Fall mit 2,0µm doppelt so groß wie bei der maximalen Auflösung (1,0µm) aus. Die kleinbildäquivalente Brennweite des Objektivs liegt bei 23mm, die Lichtstärke bei F1,8 und ein OIS gleicht Verwacklungen aus.
Bei der Ultraweitwinkelkamera nutzt Samsung einen 1/2,55-Zoll-Sensor (IMX564) mit 12 Megapixel. Pixel-Binning-Optionen gibt es aufgrund der vergleichsweise geringen Auflösung nicht. Das Objektiv wird mit einer KB-Brennweite von 13mm und einer Blende von F2,2 angegeben, auf einen Autofokus verzichtet Samsung leider. Nahaufnahmen sind daher effektiv nicht möglich.
Die Telekamera des Galaxy S25+ sorgt für einen „3-fach-Zoom“, der Bildwinkel entspricht einem Objektiv mit rund 69mm Brennweite. Auch hier kommt ein OIS zum Einsatz, die Lichtstärke liegt bei F2,4. Beim Sensor handelt es sich um ein zehn Megapixel auflösendes Modell der 1/3,94-Zoll-Klasse. Abseits der RAW-Bilder besitzen die Fotos allerdings stets 12 Megapixel. Diese „Auflösungsangleichung“ an die Haupt- und Ultraweitwinkelkamera ist bei Smartphones nicht unüblich.
Die Aufnahmen mit der besten Bildqualität gelingen beim Samsung Galaxy S25+ mit der Hauptkamera. Der hier verwendete Sensor ist mit weitem Abstand am größten und die Auflösung am höchsten. Bei voller Auflösung – also 50 Megapixel – wird größtenteils eine sehr gute Detailwiedergabe erzielt. Damit sind auch größere Ausdrucke problemlos möglich. Das Bildrauschen hält sich zudem in engen Grenzen und ist bei Tag kaum zu sehen. Teilweise sind uns bei manchen Aufnahmen aber auch unscharfe Bildbereiche aufgefallen. Diese stören allerdings nur bei voller Auflösung.

Bei 12 Megapixel bleibt die Qualität gut und reicht für klassische Aufnahmezwecke völlig aus. Die vierfach höhere Pixelzahl ermöglicht aber sichtbar detailreiche Aufnahmen. Wer mit voller Auflösung fotografiert, muss jedoch auch Nachteile in Kauf nehmen. Statt rund 4MB (12 Megapixel) nimmt ein Foto bei voller Auflösung knappe 18MB ein.

Die Aufnahmen der Ultraweitwinkel- und der Telekamera bleiben qualitativ deutlich hinter der Hauptkamera zurück. Für alltägliche Aufnahmen reichen sie natürlich problemlos aus, andere Smartphones verfügen aber über deutlich bessere Kameras. Das gilt unter anderem für das Samsung Galaxy S25 Ultra. Die typischen Aufnahmesituationen kann man mit dem Kamera-Trio des S25+ (13mm, 23mm und 69mm) jedoch gut abdecken.
Als maximale Zoom-Option unterstützt das S25+ die 30-fache Vergrößerung. Hier hilft Samsung aber mit einem starken digitalen Zoom nach. Mehr als 5-fach würden wir wegen der stark abfallenden Bildqualität nicht zoomen. Wer des Öfteren weiter entfernte Motive aufnehmen will, sollte sich nach einem Modell mit längerer Telebrennweite umsehen.

Wenig Licht ist für die Hauptkamera des Samsung Galaxy S25+ kein Problem, auch hier lassen sich ansprechende Fotos festhalten. Die Telekamera und die Ultraweitwinkelkamera können hier nicht mithalten, deren Bildrauschen ist deutlich höher. Für einen "Qualitäts-Boost" sorgt der Nachtmodus, der automatisch mehrere Aufnahmen kombiniert. Damit lassen sich auch beim Einsatz der Ultraweitwinkel- und der Telekamera ansprechende Fotos aufnehmen. Bei der Hauptkamera reduziert der Nachtmodus ebenso das Bildrauschen, mehr Details bekommt man aber nicht zu Gesicht. Das liegt an der auf 12 Megapixel begrenzten Auflösung.
In puncto Bildabstimmung zeigt sich beim Galaxy S25+ das von vielen Smartphones bekannte Bild. Ein hoher Kontrast und eine starke Sättigung sorgen für eine recht „knallige“ Darstellung. Diese wird sich aber auch von vielen Nutzern gewünscht, weshalb Samsungs Bildabstimmung verständlich ist. Natürlichere Ergebnisse und mehr Einstellungen liefert der Pro-Modus. Zudem kann man sich für alternative Bildstile entscheiden und diese weiter konfigurieren. Damit sind Fotografen sehr gut aufgestellt. Die RAWs des Samsung Galaxy S25+ lassen sich gut nachbearbeiten, sie werden standardmäßig aber sehr hell aufgekommen. Wer mit RAWs arbeiten möchte, sollte sich bei der Aufnahme für eine nach unten korrigierte Belichtung entscheiden. Noch mehr Optionen stehen Fotografen beim Einsatz der Expert-RAW-App zur Verfügung.
Videos nimmt das Samsung Galaxy S25+ maximal mit 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel) und 30 Vollbildern pro Sekunde auf. Diese Auflösung schafft allerdings nur die Hauptkamera, die anderen beiden Kameras sind auf die 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) begrenzt. Bei 4K kann man sich beim Einsatz der Ultraweitwinkel- und der Hauptkamera für bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde im Zeitlupenmodus entscheiden, im normalen Videomodus schaffen alle drei Kameras 60 Vollbilder pro Sekunde. Darüber hinaus unterstützt das Smartphone in Full-HD-Auflösung und im Zeitlupenmodus starke Zeitlupeneffekte (Aufnahme erfolgt mit bis zu 240 Vollbildern pro Sekunde). Die beste Qualität liefert natürlich die Hauptkamera, die 8K-Aufnahmen zeigen richtig viele Details. Im Alltag sind 4K-Aufnahmen mit 60 Vollbildern pro Sekunde jedoch die bessere Wahl. Hier kann man schnell zwischen den drei Rückseitenkameras wechseln, die Aufnahmen sind sehr flüssig und auch auf die meisten Geräten abspielbar. Als wirklich gut stufen wir die Zeitlupenvideos in 4K ein, in Full-HD werden wesentlich weniger Details wiedergegeben. Nur wer unbedingt die stärksten Zeitlupeneffekte benötigt, sollte sich für Full-HD entscheiden.
Im dritten Teil dieses Testberichts gehen wir auf die Kamera-App und die allgemeine Leistung des Samsung Galaxy S25+ ein.