Seit der Vorstellung gab es zahlreiche Neuerungen und wurden mehr als 12 Mrd. SD-Karten verkauft
Speichermedien gehören zu digitalen Kameras wie der Film zu analogen Kameras. Nur bei ganz wenigen Modellen wird darauf verzichtet und stattdessen ein integrierter Speicher verwendet. Im Laufe der letzten Jahrzehnte kamen dabei diverse unterschiedliche Speichermedien zum Einsatz: Neben klassischen 3,5-Zoll-Disketten unter anderem CompactFlash-Karten, Memory Sticks oder XQD-Karten. Während die meisten Speicherkartenstandards nur für einen begrenzten Zeitraum genutzt wurden, ist eine Art von Speichermedium seit mittlerweile einem Vierteljahrhundert im Einsatz: die Secure Digital Memory Card, kurz SD.
Die Entwicklung des SD-Standards wurde Ende des letzten Jahrtausends von SanDisk, Matsushita (heute Panasonic) sowie Toshiba begonnen und zu Beginn des Jahres 2000 durch die Gründung der SD Association unterstützt. Diese umfasst mittlerweile rund 800 Mitglieder und ist unter anderem für die Weiterentwicklung des SD-Standards zuständig. SD-Karten basieren auf den früher verwendeten MMC-Karten (Multimedia Card) und erlauben zusätzlich die digitale Rechteverwaltung (DRM). Die erste SD-Karte kam im Jahr 2000 auf den Markt und bot eine Kapazität von 8MB. Die durch den SD-Standard festgelegte Kapazitätsgrenze von 2GB lag damals nicht nur in weiter Ferne, höhere Kapazitäten kosteten auch schnell dreistellige DM- bzw. Euro-Beträge.
Nachdem sich der SD-Standard vor allem bei einfacheren Kameras recht schnell durchsetzen konnte und der Speicherbedarf Anfang des Jahrtausends bei mobilen Geräten schnell zugenommen hatte, wurde der SD-Standard bald um die kompakteren Kartentypen miniSD und microSD erweitert. Die 2003 vorgestellten miniSD-Karten werden mittlerweile nicht mehr verwendet, die 2005 angekündigten microSD-Karten kommen dagegen immer noch bei vielen Geräten zum Einsatz. Mittels eines SD-Adapters kann man diese in herkömmlichen SD-Slots einsetzen. Sofern der Adapter das Interface der Karte unterstützt, ergeben sich dabei in der Regel keine Nachteile.
Durch stetig ansteigende Auflösungen oder auch höhere Bildraten gab es Mitte der 2000er-Jahre bald Bedarf nach höheren Kapazitäten sowie Geschwindigkeiten. Diesen Anforderungen trug die SD Association mit den SD-2.0-Spezifikationen Rechnung. Darin ist nicht nur der neue SDHC-Standard (Secure Digital High Capacity mit bis zu 32GB Kapazität) definiert, sondern auch die Verdopplung der Geschwindigkeit auf 25MB/s. Nur wenige Jahre später, konkret im Januar 2009, erfolgte dann die Vorstellung des SDXC-Standards (Secure Digital eXtended Capacity). Dieser ermöglichte SD-Karten mit einer Kapazität von bis zu 2TB sowie mit einer Datenübertragungsgeschwindigkeit von bis zu 104MB/s.
Während letztere Datenrate durch das UHS-I-Interface erzielt wird, kann man mit den neueren UHS-II- und UHS-III-Schnittstellen (bis zu 312MB/s bzw. 624MB/s) dank einer zweiten Kontaktreihe auch noch deutlich höhere Datenraten erzielen. Seit dem 2018 vorgestellten SDUC-Standard (Secure Digital Ultra Capacity) lassen sich SD-Karten theoretisch mit einer Kapazität von bis zu 128TB bauen, der neue SD-Express-Standard erlaubt durch das PCI-Express-Interface zudem Datenraten von bis zu 3.940MB/s.
Seit 2006 gibt es mit der (Video) Speed Class auch eine Unterstützung für Videografen: Die Angaben „Classxx“, „Vxx“ oder „Exx“ informieren über die Schreibgeschwindigkeit, die eine Speicherkarte jederzeit erreicht. Dadurch kann man das Abbrechen von Videoaufnahmen durch eine zu langsame Speicherkarte verhindern. Alle anderen auf Speicherkarten zu findenden Geschwindigkeitswerte stellen dagegen in aller Regel Maximalwerte dar, die nicht jederzeit erzielt werden.
Möglich waren die genannten Entwicklungssprünge natürlich nur durch enorme Fortschritte bei der Entwicklung von Flashspeichern. Dank immer kleinerer Fertigungsstrukturen können Flashspeicher trotz sehr geringer Abmessungen immer größere Datenmengen abspeichern. Positiv haben sich darüber hinaus der Einsatz von MLC-Speicherzellen sowie das vertikale Stapeln der Speicherzellen (3D NAND) ausgewirkt. Während zu Beginn des Jahrtausends vor allem SD-Karten mit zweistelligen Megabyte-Kapazitäten genutzt wurden, lassen sich Speicherkarten heutzutage mit mehreren Terabyte erwerben. Aktuell (Stand Juni 2025) sind SD- sowie microSD-Karten mit einer Kapazität von bis zu 2TB erhältlich. SanDisk hat zudem bereits die Entwicklung von SD-Modellen mit einer Kapazität von 8TB angekündigt. Noch dieses Jahr soll ein Modell mit 4TB auf den Markt kommen.
Diese Kapazität reicht für mehrere tausend Bilddateien oder etwa 80 Stunden Videomaterial aus. Eines haben SD-Karten mit besonders hohen Kapazitäten aber leider gemeinsam: Sie gehören wegen des verwendeten UHS-I-Interfaces nicht zu den schnellsten Modellen am Markt. Gut zu wissen: Die auf vielen UHS-I-Speicherkarten genannten (hohen) Datenübertragungsraten lassen sich nur in proprietären Lese- und Schreibgeräten erreichen. In Kameras stellen jedoch 104MB/s das obere Limit dar. Wer eine uneingeschränkt schnell arbeitende Speicherkarte sein Eigen nennen möchte, sollte unbedingt auf das Vorhandensein des UHS-II-Interfaces achten.
Obwohl SD-Karten nach wie vor in den meisten Kameras verwendet werden, hat der CFexpress-Standard die bisher unangefochtene Marktstellung der SD-Karten in jüngerer Zeit spürbar geschwächt. Die allermeisten Kamerahersteller setzen bei ihren höherklassigen Modellen mittlerweile auf CFexpress-Karten (Typ A oder Typ B), SD-Karten lassen sich teilweise aber noch als „Backup“ nutzen. Bei kompakteren Kameras werden SD-Karten dagegen bis auf wenige Ausnahmen weiterhin genutzt. Ein wesentlicher Grund für das Ende der Dominanz der SD-Karten ist die eingeschränkte Rückwärtskompatibilität von SD-Express-Karten. Diese arbeiten nur in SD-Slots mit SD-Express-Unterstützung besonders schnell. In klassischen Slots sind sie auf 104MB/s begrenzt.
Solange sich nicht gleich mehrere Kamerahersteller dafür entscheiden, SD-Express-Karten zu nutzen, wird sich der SD-Express-Standard aus unserer Sicht kaum durchsetzen. Folglich hält sich auch das Angebot an SD-Express-Karten und passenden Kartenlesern in Grenzen. Der SD-Express-Standard scheint aber nicht für alle Unternehmen uninteressant zu sein. Da microSD-Express-Speicherkarten bei der neuen Spielekonsole Switch 2 von Nintendo zum Einsatz kommen, dürfte die Verbreitung von microSD-Express-Karten bald deutlich zunehmen. Ob sich diese Tatsache auch auf andere Einsatzgebiete positiv auswirkt, bleibt jedoch ungewiss.