Jubiläum: 20 Jahre Canon EOS 5(D)-Serie (Teil 1)

Von der ersten EOS 5D bis zu den High-Res-Modellen EOS 5DS und EOS 5DS R

Digitalkameras gibt es schon mehr als drei Jahrzehnte, im Laufe der Jahre erschienen tausende von Modellen. Viele wurden schnell wieder vergessen, an einige erinnern sich die meisten Fotografen noch heute und manche haben durchaus Kultstatus erreicht. Eine Kameraserie, deren Modelle zweifellos zu letzteren zu zählen sind, ist die EOS 5(D)-Reihe. Deren erstes Modell erschien in Form der Canon EOS 5D im Sommer 2005, also vor 20 Jahren. In dieser zweiteiligen Artikelserie gehen wir auf die Modelle der EOS 5(D)-Reihe vom DSLR-Beginn bis zu den heutigen spiegellosen Systemkameras ein.

Der Grundstein ist gelegt: Die Canon EOS 5D wird vorgestellt
2005 waren Digitalkameras zweifellos keine Neuheit mehr, mit dem heutigen Markt lässt sich das damalige Geschehen aber eindeutig nicht vergleichen. DSLRs nutzten aufgrund der hohen Preise damals nur Profis oder ambitionierte Amateure. Die allermeisten Kameras besaßen zu Beginn der Nullerjahre daher einen kleinen Bildwandler und ein fest verbautes Objektiv. Wer eine digitale Spiegelreflexkamera besaß und damit in jedem Fall eine bereits höhere Summe (mindestens vierstellig) investiert hatte, verfügte in fast jedem Fall über ein Modell mit APS-C-Chip. Kleinbildsensoren waren nur in den besten Kameras zu finden, die viele tausende Euros (die Canon EOS-1Ds Mark II besaß beispielsweise eine UVP von 7.999 Euro) kosteten. Das änderte sich mit der Canon EOS 5D. Diese kam rund einen Monat nach ihrer Vorstellung Ende September 2005 für 3.399 Euro auf den Markt. Mit ihr schloss Canon laut eigener Aussage „die Lücke zwischen semiprofessionellen Spiegelreflexkameras und High-End-Profimodellen“.

Die Canon EOS 5D kam als erste Kamera der Serie 2005 auf den Markt:

In puncto Bildrate konnte die EOS 5D zwar nicht mit den Modellen der 1er-Serie mithalten, die Bildqualität fiel dank des 12,7 Megapixel (4.368 x 2.912 Pixel) auflösenden Vollformatsensors für die damaligen Verhältnisse jedoch extrem hoch aus. Das galt nicht nur für die Detailwiedergabe, sondern auch für das Bildrauschen. Der ISO-Bereich der EOS 5D endete zwar schon bei ISO 1.600, mittels der Erweiterung konnte man jedoch noch äquivalente ISO 3.200 einstellen. Zu den weiteren Features der Canon EOS 5D gehörten ein 9-Punkt-Autofokus, ein bis zu 1/8.000 Sekunde arbeitender Schlitzverschluss und eine Serienbildrate von drei Aufnahmen pro Sekunde. Zur Bildkontrolle standen ein 2,5 Zoll großes LCD mit 230.000 Subpixel und ein 0,71-fach vergrößernder Sucher zur Verfügung. Mit letzterem konnte sich die EOS 5D wie mit dem Bildwandler sehr deutlich von den damals erhältlichen APS-C-Kameras absetzen. Eines steht zweifellos fest: Wer zur damaligen Zeit eine Canon EOS 5D besaß, konnte fototechnisch aus dem Vollen schöpfen.

Canon EOS 5D Mark II: Ein Upgrade – vor allem auch für Videografen
Da die Canon EOS 5D von Markt sehr gut angenommen wurde, war es recht schnell klar, dass Canon ein Nachfolgemodell der DSLR entwickeln würde. Dieses erschien im Jahr 2008 in Form der Canon EOS 5D Mark II. Anhand des Nachfolgemodells der Ur-5D lassen sich die damaligen Entwicklungssprünge bei Digitalkameras sehr gut nachvollziehen. Die Auflösung des weiterhin 36 x 24mm großen Sensors stieg bei der EOS 5D Mark II um satte 65 Prozent auf 21 Megapixel, die Bildrate wurde auf 3,9 Aufnahmen pro Sekunde erhöht und die Auflösung des Kontrollmonitors auf 307.000 Subpixel gesteigert.

Bei der EOS 5D Mark II wurde unter anderem eine Videofunktion ergänzt:

Einen noch größeren Schritt machte Canon jedoch mit der Integration der Liveview-Technologie und der Videoaufnahme. Erstere ermöglichte die Ansicht des Motivs auf dem Display vor der Aufnahme. Videos konnte vor der EOS 5D Mark II keine DSLR von Canon aufzeichnen, dieses Feature feierte bei der 2008 vorgestellten Kamera also Premiere. Mit der Full-HD-Auflösung und der Aufnahme von 30 Vollbildern pro Sekunde bot die Kamera dabei bereits eine sehr ordentliche Qualität.

Die Rückseite sieht bei allen EOS 5D-Modellen sehr ähnlich aus:

Die Popularität der Canon EOS 5D Mark II für Videoaufnahmen beruhte jedoch nicht allein auf ihren technischen Spezifikationen, sondern ebenso auf der Möglichkeit, Filme mit einer sehr geringen Schärfentiefe zu realisieren. Dadurch ließen sich Aufnahmen mit Kinolook speichern, die sonst nur mit deutlich teureren Kameras oder durch den Einsatz von viel Zubehör möglich waren.

Canon EOS 5D Mark III: Mit besserem Autofokus und höherer Bildrate
Bei der vier Jahre später vorgestellten Canon EOS 5D Mark III hat Canon dann ganz andere Punkte als bei der EOS 5D Mark II verbessert. Bei dieser wurde die Auflösung des Bildwandlers nur geringfügig (von 21 auf 22 Megapixel) erhöht, der ISO-Bereich wurde dagegen von maximal ISO 25.600 auf ISO 102.400 deutlich erweitert. Durch den verbesserten Sensor und die fast gleichgebliebene Auflösung war die Canon EOS 5D Mark III in der Lage, deutlich bessere Fotos bei wenig Licht aufzunehmen.

Ein großes Update erhielt bei der Canon EOS 5D Mark III der Autofokus:

Einen Sprung nach vorne machte auch das Autofokussystem. Statt neun Messfeldern wie das Vorgängermodell besaß die 5D der dritten Generation satte 61 Messfelder. Noch größer war der Sprung bei den sowohl vertikal als auch horizontal arbeitenden Kreuzsensoren. Während die 5D Mark II nur einen zentralen Kreuzsensor besaß, war die 5D Mark III mit 41 im gesamten Bildfeld liegenden Kreuzsensoren ausgestattet. Dies machte die Kamera auch zum Einfangen schneller Motive tauglich. Die von 3,9 auf sechs Bilder pro Sekunde erhöhte Bildrate trug dazu ebenso bei. Weitere Verbesserungen betrafen unter anderem die Belichtungsmessung und das Display.

Canon EOS 5DS und EOS 5DS R: Mehr Pixel für die EOS 5D
Mit rund 22 Megapixel brachte die Canon EOS 5D Mark III in etwa die gleiche Auflösung wie das Vorgängermodell EOS 5D Mark II mit. Um detailreichere Bilder aufnehmen zu können, entschied sich Canon 2015, mit der EOS 5DS und der EOS 5DS R zwei besondere Modelle mit mehr Pixeln vorzustellen. Beide basieren auf der EOS 5D Mark III und teilen sich bis auf den Sensor viele Komponenten mit der 2012 angekündigten Kamera. Gleich sind beispielsweise die Gehäuse, die Sucher, die Displays und die AF-Systeme.

Im Unterschied zur EOS 5D Mark III verfügten die EOS 5DS und die EOS 5DS R über einen 50 Megapixel auflösenden Bildwandler und einen neuen Dual DIGIC-6-Bildprozessor. Die Bildrate konnte bei beiden Modellen trotz des leistungsfähigeren Chips nicht aufrechterhalten werden, mit fünf statt sechs Bildern pro Sekunde ist der Unterschied aber nicht riesig. Angesichts der mehr als doppelt so hohen Auflösung lässt sich die Differenz sogar als recht klein bewerten.

Die EOS 5DS und EOS 5DS R unterscheiden sich nur in puncto Tiefpassfilterung:

Die EOS 5DS und die EOS 5DS R weichen nur in einem Punkt voneinander ab. Während in der Canon EOS 5DS ein herkömmlicher Tiefpassfilter zum Einsatz kommt, ist in der EOS 5DS R ein Tiefpassaufhebungsfilter verbaut. Dieser ermöglicht die maximale Bildschärfe – auf Kosten einer gestiegenen Anfälligkeit für Moire-Artefakte. Beide Modelle zählen auch zehn Jahre nach ihrer Vorstellung noch zu den Kleinbild-Kameras mit der höchsten Auflösung. Die damals bei höheren ISO-Stufen doch deutlich vorhandenen Nachteile sieht man bei heutigen Kameras allerdings nicht mehr. Um die sehr hohe Auflösung optimal nutzen zu können, integrierte Canon in beiden „High-Res“-Kameras ein System zur Reduzierung von Spiegelerschütterungen. Dieses sorgte durch neue Komponenten für einen reduzierten Spiegelschlag und deutlich weniger Verwacklungen.

Im zweiten Teil unseres Artikels gehen wir auf die letzte EOS 5D mit Spiegel sowie die spiegellosen Modelle der EOS R5-Serie ein.

Autor: dkamera.de Redaktion
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