Testbericht des Nikkor Z DX MC 35mm F1,7

Lichtstarke Festbrennweite für APS-C-Kameras mit Makrofunktionalität

Speziell für APS-C-Kameras entwickelte Objektive hatte Nikon bislang nur wenige im Angebot. Unter anderem fehlten ein Makroobjektiv und eine Festbrennweite mit rund 50mm KB-Brennweite. Diese beiden Lücken im Portfolio hat Nikon mit dem Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 Ende 2025 in Form nur eines Objektivs geschlossen. Was dieses zu leisten vermag und ob Nikon damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen konnte, schauen wir uns in folgendem Testbericht an.

Die technischen Daten:
Das Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 ist eine lichtstarke Festbrennweite für APS-C-Kameras, deren Bildwinkel in etwa einem Kleinbildobjektiv mit 53mm entspricht. Dadurch eignet sich die Festbrennweite für alltägliche Aufnahmen oder Porträts. Für letztere Bilder ist das Objektiv natürlich auch durch seine große Blendenöffnung von F1,7 interessant. Damit lässt sich eine geringe Schärfentiefe erzielen, die den Blick des Betrachters auf das Hauptmotiv fokussiert. Mit F1,7 kann man darüber hinaus auch bei wenig Licht optimal arbeiten. Trotz schlechter Lichtverhältnisse sind Aufnahmen mit einer geringen Sensorempfindlichkeit und einem geringen Bildrauschen möglich. Als kleinste Blende bietet die Festbrennweite F16 an, neun abgerundete Lamellen sollen abseits der Offenblende für ein ansprechendes Bokeh sorgen.

Das Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 besitzt eine hohe Lichtstärke und eine kurze Naheinstellgrenze:

Das Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 ist wie bereits angesprochen aber nicht nur ein Objektiv für Bilder mit normalem Aufnahmeabstand. Durch die Makro-Funktionalität lässt sich deutlich näher an Motive als mit klassischen Objektiven herangehen. Auf bis zu 16cm kann man sich ihnen nähern. Der hier erreichte Abbildungsmaßstab liegt bei 1:1,5, was das Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 für Nah- und Makroaufnahmen zweifellos tauglich macht. Interessant ist die kurze Naheinstellgrenze auch für alle, die bei ihren Aufnahmen näher an das Motiv herangehen wollen, aber keine echten Makroaufnahmen benötigen. Das ist mit klassischen 50mm-Objektiven (bzw. 35mm-Modellen für APS-C) meistens nicht möglich. Für echte Makroaufnahmen bringt die große Blende dagegen eher weniger. In der Regel möchte man die Schärfentiefe bei der Aufnahme von kleineren Motiven ja sogar vergrößern. Möchten Fotografen nicht abblenden, kann man mit der Z50II als Beispiel auch die Focus-Bracketing-Funktion nutzen und die Schärfentiefe per Software vergrößern.

Beim optischen Aufbau werden acht Elemente in sieben Gruppen verwendet:

Beim optischen Aufbau des Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 kommen acht Linsen in sieben Gruppen zum Einsatz, eine asphärische ED-Linse soll die Abbildungsleistung erhöhen. Den Einsatz spezieller Vergütungen erwähnt Nikon dagegen nicht. Für Eingaben steht bei der Festbrennweite lediglich ein Fokusring zur Verfügung, dieser lässt sich im Menü immerhin mit weiteren Funktionen belegen. Die Integration eines AF/MF-Schalters oder einer Fn-Taste hätten wir trotzdem begrüßt.

Größenvergleich mit dem Nikkor Z DX 16-50mm F2,8:

Das Gehäuse des Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 fertigt Nikon bis auf das Bajonett aus Kunststoff, die Verarbeitung ist aber trotzdem solide. Staub und Tropfwasser stellen im Alltag kein Problem dar, dafür sorgen die Abdichtungen der Festbrennweite. Mit Abmessungen von 7,0 x 7,2cm gehört das Objektiv nicht zu den kleinsten APS-C-Modellen, das Handling empfanden wir an der Z50II im Test jedoch als sehr angenehm.

Das Gehäuse der Festbrennweite besteht aus Kunststoff, das Bajonett aus Metall:

Die duale Funktionalität (lichtstarke Festbrennweite plus Makro-Objektiv) rechtfertigt die Abmessungen auf jeden Fall. Das Gewicht von 220g geht ebenso absolut in Ordnung. Bei Filtern kann man auf recht kleine Modelle (52mm Durchmesser) zurückgreifen und somit Geld sparen. Ausgeben muss man dieses Geld dann eventuell für die Gegenlichtblende. Diese liegt dem Objektiv nämlich nicht bei. Da das passende Modell HN-43 allerdings sehr kurz ausfällt, dürften sich Vorteile vermutlich (dies konnten wir mangels HN-43 nicht testen) in Grenzen halten.

Autofokus/manueller Fokus:
Als Fokusmotor nutzt Nikon beim Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 einen Schrittmotor. Dieser Motortyp kommt bei vielen Modellen des japanischen Unternehmens zum Einsatz. Bei der Festbrennweite arbeitet er nicht völlig lautlos, ist aber nur in sehr leisen Umgebungen wahrzunehmen. Die Fokussiergeschwindigkeit fällt bei normalen Motivanständen (50cm und mehr) mit 0,14 Sekunden sehr flott aus, an der Naheinstellgrenze muss man – wie bei vielen Makroobjektiven – wegen des langen Fokuswegs ein wenig länger warten. Wirklich langsam ist der Fokusmotor aber auch hier nicht.

An der Nikon Z50II fokussiert das Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 sehr flott:

Beim manuellen Scharfstellen werden die per Fokusring vorgenommenen Eingaben zielsicher übernommen, das Setzen des Fokuspunktes funktioniert einwandfrei. Dank des konfigurierbaren Fokuspeakings der Nikon-DSLMs (hier unter „Konturfilter“ zu finden) ist die Fokuskontrolle dabei sehr gut möglich. Abstriche müssen Videografen beim deutlich sichtbaren Focus-Breathing machen. Das ist jedoch bei fast allen Makro-Objektiven stark ausgeprägt.

Bildqualität:
Die Bildqualität von Festbrennweiten ist heutzutage nahezu in allen Fällen sehr hoch. Die Bildqualität von Makro-Objektiven liegt oftmals sogar noch darüber. Das Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 ist zwar kein ganz klassisches Makroobjektiv, Abstriche muss man aber trotzdem kaum machen. Dies gilt auch hinsichtlich der Detailwiedergabe. Diese ist im Zentrum bereits bei Offenblende sehr ansprechend und bei F2,8 fast schon am Top angekommen. Das weitere Abblenden ändert nur noch recht wenig, oberhalb von F11 beginnt die Auflösung wegen der Bewegung wieder zu sinken.

An den Rändern bewegt sich die Qualität bei F1,7 nicht auf dem Level der Mitte. Hier sind die Schärfe und der Kontrast etwas geringer. Zudem fällt die Vignettierung auf. Bei F2 hellen sich die Ecken und Ränder schon sichtbar auf, die Schärfe legt etwas zu. Noch besser sieht es bei F2,8 aus. Hier stufen wir die Bildqualität als sehr gut ein. Bei F5,6 wird dann die höchste Qualität erzielt. Die Festbrennweite ist somit bereits bei F1,7 sehr gut nutzbar (wenn die Vignettierung digital reduziert wird) und erreicht ab F2,8 eine sehr hohe Qualität. Diese bleibt bis etwa F11 auf diesem Level, darüber nimmt die Schärfe wegen der Beugung wieder ab. Chromatische Aberrationen bekommt man im Alltag nur sehr selten zu Gesicht, spätestens ab F4 kann man sie auch bei starken Kontrasten nicht mehr erkennen. Das Bokeh weiß bei kurzer Motiventfernung zu gefallen, abhängig von den Strukturen im Hintergrund wirkt es bei größeren Motivabständen aber manchmal doch etwas harsch.

Unbearbeitete Beispielaufnahmen in voller Auflösung:

Unser Fazit:
Das Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 eine flexibel einsetzbare Festbrennweite, die man nicht nur für alltägliche Aufnahmen oder Porträts nutzen kann, sondern auch für Makroaufnahmen. Dafür sorgt die sehr kurze Naheinstellgrenze von lediglich 16cm, die einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:1,5 erlaubt. Egal ob normale Motive oder sehr kleine: mit dem Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 lassen sich alle ablichten. Die gewählte Blende spielt dabei keine größere Rolle, die Festbrennweite ist ab F1,7 nutzbar. Wer die maximale Schärfe herauskitzeln möchte, sollte auf F2,8 abblenden. Chromatische Aberrationen bekommt man beim Einsatz fast ebenso keine zu sehen, die Vignettierung ist nur bei der Offenblende deutlicher sichtbar.

Das Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 ist ein 2-in-1-Objektiv:

Der Autofokus des Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 arbeitet bei klassischen Aufnahmeabständen sehr schnell, abseits von sehr leisen Umgebungen ist der zudem nicht hörbar. Bei Videos kann das sichtbare Focus-Breathing stören, für Videos eignet sich das Objektiv aber sowieso kaum. Das liegt an der einzigen echten Schwachstelle der Festbrennweite: der fehlenden Bildstabilisierung. Da Nikon bei seinen APS-C-Modellen bisher auf einen Sensor-VR verzichtet, muss man beim Einsatz des Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 vollkommen ohne Stabilisierung auskommen.

Das mag bei Porträts oder Reportageaufnahmen nun nicht unbedingt ein Problem darstellen, gerade bei Makroaufnahmen aus der Hand verzichten wir jedoch ungern darauf. Hier können bereits kleinste Bewegungen die Schärfeebene deutlich verlagern. Für Makrobilder ohne Stativ ist das Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 daher eindeutig nicht prädestiniert.

Für Besitzer einer Z-Kamera mit APS-C-Sensor hat die Festbrennweite viel zu bieten:

Aufgrund der doppelten Einsatzmöglichkeiten fällt die Festbrennweite nicht so klein und leicht wie andere Modelle mit dieser Brennweite aus, groß und schwer ist das Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 aber keinesfalls. Beim Einsatz an der Nikon Z50II ergab sich im Test ein sehr gutes Handling. Darüber hinaus punktet das Objektiv mit Abdichtungen. Der Verzicht auf Tasten und Schalter abseits des konfigurierbaren Fokusrings ist nicht optimal, jedoch auch kein Beinbruch. Wer im Besitz einer Z-Kamera mit APS-C-Sensor ist und eine lichtstarke Festbrennweite, ein Makro-Objektiv oder beides sucht, kann beim Nikkor Z DX MC 35mm F1,7 bedenkenlos zugreifen.

Die dkamera.de-Awards des Nikkor Z DX MC 35mm F1,7:

Autor: dkamera.de Redaktion
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