Teil 3 von 3: Steuerung, Flugeigenschaften und Fazit
Im zweiten Teil des Testberichts der DJI Mini 5 Pro hatten wir uns mit der Kamera der Drohne beschäftigt. In diesem dritten und letzten Teil gehen wir auf die Steuerung und die Flugeigenschaften ein. Am Ende fassen wir unsere Ergebnisse zudem zusammen und ziehen ein Fazit.
DJI bietet die Mini 5 Pro, wie bereits im ersten Teil dieses Testberichts erwähnt, in unterschiedlichen Paketen an. Bei manchen Paketen liegt die RC-N3 bei, bei anderen die RC 2. Letztere ist das deutlich „luxuriösere“ Modell, da man dank des zusätzlichen Displays sowie der integrierten Hardware auf den Einsatz eines Smartphones verzichten kann. Unser Testgerät wurde mit der RC 2 ausgeliefert, weshalb alle nachfolgenden Angaben für diese Fernbedienung gelten. Da auch bei der RC 2 die DJI Fly-App genutzt wird, ergeben sich praktisch aber nur recht geringe Unterschiede.
Zunächst schauen wir uns die DJI RC 2 einmal im Detail an. Sie ist beim Transport 16,8 x 13,3 x 4,6cm groß und bringt 420g auf die Waage. Die Steuersticks lassen sich zwecks kleinerer Abmessungen abnehmen und an der Rückseite verstauen. Vor dem Einsatz kann man sie schnell montieren. Dann misst die Fernbedienung in der Tiefe 6,3cm. Zur Bildkontrolle ist die RC2 mit einem 5,5 Zoll großen Full-HD-Display (1.920 × 1.080 Pixel) ausgestattet. Dieses erlaubt Eingaben per Touch und bietet eine sehr ansprechende Darstellung.
Zu den weiteren Daten gehören der 32GB große Speicher (von dem rund 21GB genutzt werden können) sowie der 6.200mAh starke Akku. Zur Speichererweiterung lässt sich auf der Unterseite der RC 2 eine microSD-Karte (mindestens V30-Standard) einsetzen, der Akku wird per USB-C aufgeladen. Letzteres dauert mit einem USB-PD-fähigen Netzteil rund 1,5 Stunden, der Akku reicht laut DJI für bis zu drei Stunden. Als Verbindungsstandards stehen WLAN 802.11 a/b/g/n/ac/ax und Bluetooth 5.2 zur Verfügung.
Auf der RC 2 ist wie auf jedem Smartphone die DJI Fly-App installiert. Einstellungen lassen sich daher wie gewohnt vornehmen. Dank des bereits erwähnten Touchscreens sind Eingaben dabei auf klassischem Weg möglich. Umstellen muss man sich somit nicht. Daneben gibt es die Steuersticks sowie eine Reihe von Tasten. Auf der Oberseite befinden sich die Ein- und Ausschaltaste, die Pause- bzw. Rückkehrtaste und der Schalter für den Flugmodus (Cine, Normal oder Sport). Auf der Vorderseite kann man Eingaben mit zwei Steuerrädern und zwei Zusatztasten vornehmen. Hier werden zudem die Antennen ausgeklappt. Auf der Rückseite gibt es zwei Fächer zum Transport der Steuersticks sowie zwei frei konfigurierbare C-Tasten.
Da DJI bei der Mini 5 Pro das moderne Videoübertragungssystem O4+ nutzt, lässt sich die Kameradrohne aus weiter Entfernung steuern und via Bildschirm kontrollieren. Bäume stellten im Test keinerlei Problem dar, auch bei weiteren Entfernungen blieb das Bild flüssig.
Wer die Steuerung der Drohne nicht selbst übernehmen möchte, kann sich für eine Reihe von Software-Features entscheiden. Dazu gehören natürlich die bekannten Flugmanöver, die automatisiert vorgenommen werden. Als Beispiele sind hier die Quickshots „Drohnie“, „Rocket“ oder „Boomerang“ zu nennen. Daneben werden die sogenannten Mastershots unterstützt, die das Abfliegen vorgegebener Positionen bzw. Routen erlauben.
Will man sich selbst, eine andere Person oder einen Gegenstand verfolgen, gibt es das Tool Focus Track. Dieses besteht aus den Modi „POI“, „Spotlight“ und „Active Track“. Per „POI“ (Point of Interest) kann man einen Gegenstand oder eine Person unter anderem automatisch umrunden lassen, die Spotlight-Funktion verfolgt ein Motiv. Dabei ändert sich die Position der Drohne allerdings nicht, sondern nur die Blickrichtung der Kamera. Soll Ersteres der Fall sein, muss man zur ActiveTrack-Funktion greifen. Hier folgt die Mini 5 Pro Motiven ohne das Zutun des Piloten. Die Auswahl des Motives erfolgt bei allen Funktionen sehr einfach per Touch, die Motiverkennung der Kameradrohne unterstützt den Piloten grundsätzlich sehr gut.
Ist die Drohne einmal zu weit weggeflogen, lässt sie sich problemlos wieder zum Home Point zurückbeordern. Wurde die Funktion „Dynamic Home Point“ aktiviert, fliegt sie als Bonus selbstständig die aktuelle Position der Fernbedienung an.
Die omnidirektionale Hinderniserkennung, die unter anderem nach vorne gerichtete LiDAR-Sensoren und einen nach unten gerichteten Infrarotsensor nutzt, verhindert bei automatischen Flugmanövern die Kollision mit Gegenständen oder Personen und warnt den Piloten darüber hinaus beim manuellen Flug. Das ist gerade für Anfänger eine große Hilfe. Gleichwohl sollte man auch beim Flug der Mini 5 Pro stets die notwendige Sorgfalt walten lassen. Gerade bei kleineren Ästen sind Kollisionen durchaus möglich.
Die Flugeigenschaften der DJI Mini 5 Pro lassen sich für ein Modell mit diesen Abmessungen grundsätzlich als hervorragend beschreiben. Die leistungsstarken Motoren ermöglichen sehr hohe Fluggeschwindigkeiten (bis zu 19m/s im Sportmodus), machen das Aufsteigen bis zur 120m-Grenze in wenigen Sekunden möglich (maximale Steiggeschwindigkeit 10m/s) und erlauben stabile Flüge auch bei höheren Windgeschwindigkeiten (maximale Windwiderstandsfähigkeit 12m/s).
Damit diese Leistungswerte erreicht werden können, kommt die DJI Mini 5 Pro Intelligent Flight Battery mit 2.788mAh zum Einsatz. Diese reicht laut DJI für eine Flugzeit von bis zu 36 Minuten. In der Praxis erreicht man den genannten Wert wie üblich aber kaum. Abhängig von den Umgebungsbedingungen sowie dem Flugverhalten muss man mit weniger als 30 Minuten kalkulieren. Praktisch sind rund 25 Minuten ein guter Anhaltspunkt. Das reicht aber natürlich noch immer für längere Flugeinsätze aus. Der Erwerb eines zweiten Akkus – oder der Fly More Combo mit drei Akkus – stellt auf alle Fälle eine sinnvolle Investition dar. Bei Letzterer befindet sich eine Ladestation im Lieferumfang, die alle drei Akkus aufladen kann. Ohne Ladestation erfolgt das Aufladen per USB-C in der Mini 5 Pro. Dies dauert bei einem leistungsstarken Ladegerät mit 65 Watt etwas mehr als eine Stunde.
Unser Fazit:
DJI bietet mit der Mini 5 Pro eine Kameradrohne an, die zweifellos die Speerspitze der weniger als 250g schweren Modelle darstellt. Dass derartige Leistungswerte von einer derart leichten und kompakten Drohne erzielt werden können, ist einer ausgezeichneten Ingenieurleistung zu verdanken. Die Mini 5 Pro hat eine enorm lange Feature-Liste zu bieten, die aus Hardware- und Softwaresicht praktisch keine Wünsche offenlässt. Dazu gehören leistungsstarke Motoren für sehr ansprechende Flugeigenschaften, aktuelle Übertragungstechnologien für die ununterbrochene Steuerung und Bildübertragung selbst auf große Entfernungen und natürlich auch eine ausgefeilte Hinderniserkennung. Letztere steht dank zahlreicher Sensoren sowie auch einer umfangreichen Software-Unterstützung zur Verfügung.
Gespart hat DJI natürlich auch nicht an der Kamera. Der 50 Megapixel auflösende 1,0-Zoll-Sensor sorgt für sehr detailreiche Aufnahmen mit einem geringen Bildrauschen. Grundsätzlich sind schon die JPEG-Dateien der Mini 5 Pro ansprechend, mit den RAW-Dateien stehen einem aber noch deutlich mehr Möglichkeiten offen. Verzichten muss man dabei weder auf fast alle wichtigen Belichtungseinstellungen noch auf diverse Aufnahmemodi (Serienbild, Intervall, Belichtungsreihe).
Ein nicht weniger beeindruckendes Paket hat die Mini 5 Pro bei Videos zu bieten. Bis zu 120p in 4K und bis zu 240p in Full-HD entsprechen im Kamerasegment der gehobenen Klasse und werden nur von Modellen erreicht, die allesamt teurer als die Mini 5 Pro sind. Für Bearbeitungsspielraum sorgt dabei nicht nur die hohe Detailschärfe der Videos, sondern auch der D-Log M-Bildstil. Wer Motive noch etwas stärker heranholen möchte, kann bei Fotos und Videos den 2-fachen Zoom verwenden. Da die Qualität dadurch nur ein wenig schlechter wird, hat die Drohne zwei Brennweiten zu bieten. Ebenso beeindruckend: Die automatisierten Flugmodi der Mini 5 Pro machen es Anfängern wie fortgeschrittenen Piloten leicht, ansprechende Videos zu erstellen.
In puncto Akkulaufzeit bewegt sich die Mini 5 Pro mit rund 25 Minuten auf einem ordentlichen Level, während eines Fluges lassen sich diverse Videos und Bilder aufnehmen. Die von DJI genannten 36 Minuten (unter optimalen Bedingungen versteht sich), sind in der Praxis aber wohl kaum zu erreichen. Das sollte Besitzer der Kameradrohne jedoch kaum stören. Mit einem zweiten oder gar dritten Akku (wie bei der Fly More Combo) kann man auch längere Einsätze – mit Unterbrechungen – realisieren. Dank der hohen Leistungswerte ist man schließlich sehr schnell wieder zum Ziel zurückgekehrt.
Abschließend lässt sich sagen, dass die DJI Mini 5 Pro für Anfänger wie fortgeschrittene Piloten in der Drohnenklasse C0 (Startgewicht unter 250g) aktuell das Non-Plus-Ultra darstellt.