Teil 2 von 3: Kameras von Sony mit 60 Megapixel auflösendem Vollformatsensor
Nachdem wir im ersten Teil unseres Vergleichstests der Sony Alpha 7C R und der Sony RX1R III die Abmessungen, die Bedienung und die Bildqualität unter die Lupe genommen haben, vergleichen wir nun unter anderem die Bildkontrolle, die Arbeitsgeschwindigkeit und spezielle Features.
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Die Objektive:
Neben dem Bildwandler und der weiteren Aufnahmetechnik spielt bei Kameras natürlich auch das Objektiv eine zentrale Rolle. Während die Sony Alpha 7C R mit dem E-Bajonett ausgestattet ist und den Wechsel der Optik erlaubt, ist das Objektiv bei der Sony RX1R III fest verbaut. Die Alpha 7C R lässt sich dadurch natürlich deutlich flexibler nutzen. Während man bei der Kompaktkamera auf die Brennweite von 35mm festgelegt ist und lediglich per Crop-Funktion andere Bildausschnitte erhält, lassen sich an der Alpha 7C R alle Objektive mit E-Bajonett montieren. Egal ob Fisheye-Objektiv, Ultraweitwinkelzoom oder Telezoom – alle wichtigen Objektivtypen sind verfügbar.
Natürlich kann man aber auch diverse Objektive erwerben, die (in etwa) dem Zeiss Sonnar T* 35mm F2 der RX1R III entsprechen. Sony bietet mit dem FE 35mm F1,8 beispielsweise eine vergleichbare Festbrennweite an. Das Objektiv wiegt nur 280g und verfügt über einen Linearmotor zum Scharfstellen. Dank diesem sind schnelle und sehr leise Fokusänderungen möglich. Das Zeiss Sonnar T* der RX1R III hält diesbezüglich nicht mit. Der Fokusmotor ist weder so schnell noch agiert er derart leise. Hören kann man ihn im Betrieb auf jeden Fall. Nun zur Schärfe: Beide Objektive schneiden im Zentrum bereits bei der Offenblende gut ab, leicht abgeblendet ist die Detailwiedergabe exzellent. Die Ränder fallen bei Offenblende durchaus etwas „weich“ aus, für die beste Qualität muss die Blende auf circa F4 bis F5,6 geschlossen werden.
Unser Sieger beim Objektiv: Die Sony Alpha 7C R.
Bildkontrolle:
Zur Bildkontrolle bringen beide Kameras einen elektronischen Sucher sowie ein Display mit. Die Sucher befinden sich wie bei den meisten kompakten Sony-Kameras in der linken oberen Ecke des Gehäuses. Diese Position ermöglicht ein kleines Gehäuse und ist im Alltag gut erreichbar. Die Sucher befinden sich somit allerdings nicht in der optischen Achse und müssen auch etwas kleiner (0,7-fache Vergrößerung) als gewohnt ausfallen. Trotzdem kommt man damit zurecht. Der Komfort ist aber natürlich etwas geringer als bei größeren Modellen. Abstriche sind auch in puncto Auflösung hinzunehmen. 2,36 Millionen Subpixel reichen zwar für eine ordentliche Wiedergabe, es existieren aber wesentlich bessere Modelle am Markt. Wer die Bildkontrolle vorrangig per Sucher vornehmen möchte, wird von anderen Kameras besser bedient. Nutzbar sind die Sucher aber auf jeden Fall auch bei der Alpha 7C R und der RX1R III.
Die Displays beider Kameras messen 3,0 Zoll, die Auflösungen weichen jedoch stark voneinander ab. Während bei der Alpha 7C R ein Panel mit klassischen 1,04 Millionen Subpixel verbaut ist, verfügt die RX1R III über ein Modell mit wesentlich höherer Auflösung (2,36 Millionen Subpixel). Dieses sorgt für eine sichtbar bessere Darstellung. Im Alltag kann uns das Display der Alpha 7C R trotzdem mehr überzeugen, da es dreh- und schwenkbar ist. Es lässt sich daher auch ablesen, wenn man vor der Kamera oder seitlich davon steht. Weitere Vorteile ergeben sich bei Aufnahmen in Bodennähe. Das fest verbaute Panel der RX1R III sorgt für wesentlich weniger Komfort. Gleich zu bewerten sind dagegen wieder die Touchscreen-Oberflächen. Diese erlauben unter anderem das Setzen des Fokuspunktes oder die Navigation in den Menüs.
Unser Sieger bei der Bildkontrolle: Die Sony Alpha 7C R.
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Geschwindigkeit und Autofokus:
Vergleicht man die Arbeitsgeschwindigkeit der beiden Kameras, fallen zunächst die abweichenden Serienbildraten auf. Mit acht Bildern pro Sekunde arbeitet die Sony Alpha 7C R doch ein gutes Stück schneller als die Sony RX1R III. Wer ab und zu Sport- und Actionmotive vor die Linse bekommt, wird sich über die drei Bilder pro Sekunde mehr, die die Alpha 7C R schafft, zweifellos freuen. Bei längeren Aufnahmeserien zeigt sich, dass beide Modelle dafür nur bedingt geeignet sind. Die RX1R III schafft trotz langsamer Bildrate nur bei JPEGs unbegrenzte Serien. Bei komprimierten RAW-Aufnahmen sinkt die Geschwindigkeit nach 80 Bildern am Stück ab und bei verlustfrei komprimierten RAWs sind es sogar nur 33 Fotos. Die Alpha 7C R schafft bei JPEG-Dateien 220 Aufnahmen in Serie, bei komprimierten RAWs sind lediglich 41 Bilder in Folge möglich. Danach wird die Kamera langsamer. Mit 7,4 (JPEG) und 5,2 (RAW) Bildern pro Sekunde arbeitet sie jedoch noch immer schneller als die RX1R III. Verlustfrei komprimierte RAW-Dateien lassen die maximale Bildrate auf 5,8 Fotos pro Sekunde sinken und machen nur 25 Aufnahmen in Folge mit dieser Geschwindigkeit möglich. Wer längere Aufnahmeserien benötigt, muss sich daher unbedingt für JPEG- oder komprimierte RAW-Dateien entscheiden.
Die Autofokussysteme beider Kameras nutzen die Phasendetektion (693 Messfelder) sowie die Kontrastmessung. Durch deren Zusammenarbeit steht ein Hybrid-AF zur Verfügung. Dass die Sony Alpha 7C R mit 0,20 Sekunden trotzdem schneller scharfstellt, liegt an den unterschiedlichen Objektiven. Das Zeiss Sonnar T* ist nicht mit dem schnellsten Fokusmotor ausgestattet und kommt lediglich auf 0,28 Sekunden.
Bei der Motiverkennung ergibt sich dann ein Patt. Beide Kameras sind mit dem Bionz-XR-Prozessor sowie einer KI-Einheit ausgerüstet. Dadurch können sie Menschen, Tiere, Fahrzeuge sowie Flugzeuge erkennen. Das manuelle Setzen des Fokuspunktes ist daher in der Regel nicht notwendig, wenn eines der genannten Motive aufgenommen werden soll. Beim Einschalten (jeweils 1,16 Sekunden) und der ersten Bildaufnahme (1,45 Sekunden vs. 1,60 Sekunden) bewegen sich beide Modelle ebenso auf einem Level.
Unser Sieger bei der Geschwindigkeit und dem Autofokus: Die Sony Alpha 7C R.
Funktionen und Features:
Die Liste der Funktionen und Features moderner Kameras ist lang. Da beide Kameras in diesem Test von Sony stammen, gleicht sich das Funktionsangebot an vielen Stellen. So stehen jeweils eine Vollautomatik und die PSAM-Programme zur Verfügung. Daneben gibt es drei Custom-Programme (von Sony „MR“ genannt) für benutzerspezifische Einstellungen. Diese erlauben das Abspeichern und Aufrufen bestimmter Aufnahme-Einstellungen. Ein extra Videomodus ist ebenso mit an Bord und auch der S&Q-Modus für Zeitraffer und Zeitlupen. Zu den weiteren Aufnahme-Optionen zählen Intervallaufnahmen und Belichtungsreihen. Die Fokusreihen-Funktion gibt es dagegen nur bei der Alpha 7C R. Darüber hinaus werden Intervallaufnahmen angeboten.
Für die Belichtungssteuerung lässt sich bei beiden Kameras ein elektronischer oder mechanischer Verschluss verwenden. Kommt der elektronische Verschluss zum Einsatz, bieten die Kameras unabhängig von weiteren Parametern bis zu 1/8.000 Sekunde an. Wegen der langsam auslesbaren Sensoren können bei Bewegungen jedoch deutliche Verzerrungen auftreten. Beim mechanischen Verschluss gibt es diese nicht. Dafür sind andere Spezifikationen zu beachten. Während die Sony Alpha 7C R über einen Schlitzverschluss verfügt, ist bei der RX1R III ein Zentralverschluss verbaut. Letzterer erlaubt Belichtungszeiten von bis zu 1/4.000 Sekunde. Dies jedoch erst ab einer Blende von F5,6. Wer bei Offenblende fotografieren möchte, kommt nur auf 1/2.000 Sekunde. Ab F4 lässt sich bis zu 1/3.200 Sekunde wählen. Derartige Einschränkungen gibt es bei der Alpha 7C R nicht. Die Blitzsynchronzeit liegt dafür nur bei 1/160 Sekunde, während die RX1R III hier keine Grenzen (innerhalb der wählbaren Belichtungszeiten) setzt.
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Für scharfe Aufnahmen wird nicht nur ein scharfes Objektiv benötigt, unter anderem muss auch die Belichtungszeit zum Motiv passen. Bei bewegten Motiven sollte diese entsprechend kurz ausfallen. Ist das Motiv dagegen statisch, kommt man mit deutlich längeren Verschlusszeiten aus. Damit sich diese realisieren lassen, sind allerdings eine sehr ruhige Hand, ein Stativ oder ein Bildstabilisator notwendig. Letzteren bringt nur die Alpha 7C R in Form eines beweglich gelagerten Sensors mit. Damit können Fotografen bei 35mm durchaus mit einer 1/4 Sekunde belichten, ohne dass es zu Verwacklungen kommt.
Besitzer der RX1R III sollten sich mangels Steady Shot für mindestens 1/30 Sekunde entscheiden. Für knackscharfe Bilder sind sogar noch kürzere Zeiten angeraten. Eine große Bedeutung hat der Bildstabilisator zudem bei Videos: Diese weisen bei der RX1R III bei Aufnahmen aus der Hand deutliche Wackler auf. Umgehen lässt sich diese Problematik zwar mit dem digitalen Stabilisator, dieser verkleinert den Bildwinkel jedoch sichtbar. Besitzer der Alpha 7C R sind dank des optischen Steady Shot auf der sicheren Seite.
Keine Unterschiede gibt es dagegen bei den Speicherkarten zu verzeichnen. Beide Kameras nutzen SD-Modelle und hier auch den schnelleren UHS-II-Standard. Damit kommt man im Alltag meistens gut aus, nur bei Serienaufnahmen kann das Abspeichern etwas länger dauern. Die Akkus werden standardmäßig via USB-C in der Kamera aufgeladen. Während bei der Alpha 7C R der NP-FZ100-Akku mit 2.280mAh zum Einsatz kommt, wird bei der RX1R III nur der NP-FW50 mit 1.020mAh genutzt. Die DSLM hält daher spürbar länger durch.
Unser Sieger bei den Funktionen und Features: Die Sony Alpha 7C R.
Im dritten Teil unseres Vergleichs Sony Alpha 7C R und der Sony RX1R III überprüfen wir unter anderem die Videoaufnahmequalitäten und die Schnittstellen. Anschließend fassen wir unsere Ergebnisse zusammen und ziehen ein Fazit.