Erleben Kompaktkameras 2026 ein (großes) Comeback?

Kompakte Kameras sind so stark gefragt wie seit rund fünf Jahren nicht mehr

Viele Jahre lang galten Kompaktkameras als Auslaufmodelle. Die früher in vielen Hosen-, Jacken- oder Kamerataschen zu findenden Modelle mit fest verbauten Objektiven haben seit Mitte des letzten Jahrzehnts eine schwere Zeit „durchlebt“. Von der einst mit Abstand meistverkauften Kameraklasse konnte man bis vor kurzem nur mehr recht wenig Positives berichten. Doch der Wind hat sich gedreht. 2025 wurden so viele Kompaktkameras wie seit langem nicht mehr verkauft und 2026 könnte das Revival der Hosentaschenkameras anstehen.

Dieses Comeback hätte vor gar nicht allzu langer Zeit wohl kaum jemand erwartet. Obwohl Kompaktkameras schon im letzten Jahrzehnt mit einer sehr ansprechenden Bildqualität und zahlreichen Funktionen auftrumpfen konnten, haben Smartphones ihnen den Rang abgelaufen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Vorrangig ist dafür natürlich die immer bessere Qualität von Smartphone-Kameras – unter anderem durch größere Sensoren sowie optimierte Algorithmen – verantwortlich. Spätestens seit Anfang dieses Jahrzehnts konnte man daher festhalten: Kompaktkameras sind nur noch ein Randphänomen. Während 2021 beispielsweise rund 5,3 Millionen DSLRs und DSLMs verkauft wurden, waren es nur 3,0 Millionen Modelle mit fest verbauten Objektiven (= Kompakt- und Bridgekameras). Fünf Jahre zuvor sah es genau andersherum aus und ein Jahrzehnt zuvor gingen vielfach mehr kompakte Modelle als Systemkameras über die Ladentheken.

Kompaktkameras verkauften sich 2025 deutlich besser als in den Vorjahren:

Doch seit 2025 zeichnet sich eine Trendwende ab. Kompakte Modelle sind wieder deutlich gefragter. Dies zeigen unter anderem die CIPA-Zahlen. In allen Monaten des Jahres 2025 (die Dezemberzahlen sind jedoch noch nicht inkludiert) wurden mehr „Built-in Lens DSC“ als in den Vorjahren ausgeliefert. Das Plus ist dabei nicht klein, sondern beachtlich. In den allermeisten Monaten fiel der Absatz um mindestens 15 Prozent höher aus, im November legten die Auslieferungen sogar um 60 Prozent. Die hier erreichten 288.000 Stück wurden zuletzt im Frühjahr 2021, also vor fünf Jahren, abgesetzt.

Im Vergleich zu früheren Zeiten mit weit mehr als einer Million verkaufter Kameras ist der aktuelle Absatz zwar immer noch deutlich geringer, damals hatten Kameras aber praktisch keine Konkurrenz. Weniger fotoaffine Personen haben Smartphones schon länger als die beste Option zur Aufnahme von Fotos auserkoren und werden zu echten Kameras höchstwahrscheinlich nicht mehr zurückkehren. Ambitioniertere Fotografen schätzen hochwertige „Kompakte“ jedoch für ihr kleines und leichtes Gehäuse sowie die trotzdem ansprechende Bildqualität. Ob nun als Zweitkamera oder als genereller DSLM-Ersatz: Dank moderner Sensortechnik und sparsamer Bildwandler lassen sich heutzutage leistungsfähige Modelle mit einem vergleichsweise kleinen Gehäuse konstruieren.

High-End-Kameras wie die FujiFilm X100 VI werden seit längerem stark nachgefragt:

Wegen des aktuell vergleichsweise kleinen Angebotes gibt es dabei noch Luft nach oben. Bekannt sind vor allem die Modelle von FujiFilm (X100-Serie), Ricoh (GR-Serie) und Leica (Q-Serie). Zuletzt haben aber auch Canon und Sony wieder neue Modelle vorgestellt. Von Nikon hat man in diesem Segment dagegen lange nichts mehr gehört, Panasonic hat nur ältere Modelle mit sehr kleinen Änderungen neu aufgelegt. OM System bietet mit der Tough TG-7 immerhin eine für Outdoor-Aufnahmen optimierte Kompaktkamera an. Würden auch letztere Hersteller neue Modelle ankündigen, könnte sich der Trend zum Erwerb von Kompaktkameras weiter beschleunigen. Der allgemeine Tenor in den Foren, auf den Social-Media-Plattformen und in der Presse ist unserer Meinung nach jedenfalls eindeutig: die Mehrzahl der Fotografen wünscht sich neue Kompaktkameras, die mit aktueller Technik ausgestattet sind. Am Geld sollte es dabei nicht scheitern, denn Fotografen geben für hochwertige Modelle gerne auch etwas mehr Geld aus. Die mittlerweile (teilweise deutlich) vierstelligen Preise der FujiFilm X100-, Ricoh GR- oder Leica Q-Modelle beweisen dies.

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Autor: dkamera.de Redaktion
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