Ultra Wide Lens, Close-Up-Lens, Cinematic Lens und Star- sowie Black Mister-Filter
Im zweiten Teil dieses Praxistests hatten wir uns die Flip-Touchscreen-Blende sowie den Pocket Printer angesehen. In diesem dritten und letzten Teil gehen wir auf drei Vorsatz-Objektive sowie zwei Filter ein, die sich an der Actionkamera Insta360 Ace Pro 2 nutzen lassen.
In früheren Zeiten waren Actionkameras einfache Modelle, die nur über rudimentäre Funktionen und Features verfügten. Dies hat sich in den letzten Jahren mit zahlreichen Aufnahmemodi, Auflösungen oder Bildwinkeln deutlich geändert. Darüber hinaus lässt sich für die aktuellen Modelle mittlerweile auch zahlreiches Zubehör erwerben. Damit meinen wir nicht unterschiedliche Halterungen oder Montage-Optionen, sondern direkt an die Kamera montierbare Teile. Dazu gehören auch unterschiedliche Linsen sowie Filter.
Für die Ace Pro 2 lassen sich aktuell drei Vorsatzobjektive erwerben. Die Ultra Wide Lens, die Close-Up-Lens und die Cinematic-Lens. Alle drei Linsen werden vor dem eigentlichen Objektiv der Actionkamera montiert. Dafür ist die klassische Frontlinse zunächst durch Drehen um 45 Grad (gegen den Uhrzeigersinn) abzunehmen.
Darüber hinaus muss man die jeweilige Linse im Menü der Kamera (unter „Zubehör“ -> Objektiv-Meister“ -> …“) auswählen. Ansonsten kann unter anderem eine starke Vignettierung sichtbar werden.
Die Ultra Wide Lens, auf Deutsch auch Ultraweitwinkel-Objektiv genannt, vergrößert den Bildwinkel laut Insta360 von 157 Grad auf 189 Grad und bietet dadurch einen deutlich größeren Bildwinkel. Zu beachten ist beim Einsatz der Ultra Wide Lens allerdings, dass Aufnahmen nur mit dem Ultra- sowie dem Mega-Sichtfeld erfolgen können. Die Fisheye-Verzerrungen fallen aufgrund des riesigen Bildwinkels natürlich sehr stark auf und machen die Aufnahmen nicht mehr für alle Aufnahmesituationen tauglich.
Einen völlig anderen Zweck übernimmt die Close-Up-Lens. Dabei handelt es sich um eine Nahlinse, mit der man kleinere Motive deutlich besser aufnehmen kann. Dies geht wegen der kurzen Brennweite und der dafür vergleichsweise langen Naheinstellgrenze ansonsten – wie bei allen Actionkameras – praktisch nicht.
Echte Makroaufnahmen sind mit der Close-Up-Lens aber auch nicht möglich, dafür ist sowohl die Brennweite zu kurz als auch die Naheinstellgrenze (10 bis 75cm) zu lang. Bei nicht alltäglichen Actionaufnahmen kann die Nahlinse trotzdem für deutliche Vorteile sorgen.
Abweichend von den anderen Objektiven erlaubt die Nahlinse das Fokussieren. Dafür gibt es einen drehbaren Fokusring mit Gummierung. Das einblendbare Focus-Peaking der Kamera hilft dabei, den richtigen Fokus zu finden. Einfach ist dies bedingt durch die recht geringen Peaking-Unterschiede aber nicht immer. Wie für das Ultraweitwinkel-Objektiv gilt auch für die Nahlinse, dass nur eine beschränkte Auswahl an Sichtfeldern zur Verfügung steht. In diesem Fall handelt es sich um Dewarp und Linear.
Als drittes Objektiv bietet Insta360 für die Ace Pro 2 die Cinematic Lens an. Bei dem auf Deutsch als Filmobjektiv bezeichneten Zubehörprodukt handelt es sich um ein anamorphotisches Vorsatzobjektiv. Dieses wird wie die anderen Objektive an der Kamera montiert und muss ebenso im Menü ausgewählt werden. Die Cinematic Lens soll für den vor allem von Kinofilmen bekannten „cinematischen“ Look mit quer durch das Bild gehenden Flares sorgen. Am Bildwinkel ändert das Filmobjektiv dagegen fast nichts. Gut zu wissen: Aufnahmen sind auf 2:3,5:1 und 8K oder 4K beschränkt.
Unsere Bewertung der Vorsatz-Objektive für die Insta360 Ace Pro 2:
Die optional angebotenen Objektive können die Einsatzmöglichkeiten der Actionkamera deutlich erweitern und stellen aus unserer Sicht – abhängig von der Aufnahmesituation – sinnvolle Zusatzprodukte dar. Damit lassen sich Aufnahmen oder Effekte erstellen, die mit einer standardmäßigen Actionkamera-Optik nicht möglich sind.
Während das Ultraweitwinkel-Objektiv für alle von Vorteil ist, die sich einen möglichst großen Bildwinkel wünschen, kommen Freunde von Nahaufnahmen mit der Nahlinse auf ihre Kosten. Das Filmobjektiv bietet dagegen nur begrenzte Vorteile. Dem gewünschten Kino-Look kommt man aufgrund der großen Schärfentiefe nur geringfügig näher und die cineastischen Flares sind in der Regel schwach ausgeprägt. Ob man die zusätzlichen Möglichkeiten unbedingt benötigt, muss jeder für sich selbst beantworten. Bei klassischen Aufnahmesituationen kommt man mit dem Objektiv der Ace Pro 2 in aller Regel sehr gut aus.
Wer noch mehr aus seiner Actionkamera herausholen möchte, kann zudem zu den Filtern für die Ace Pro 2 greifen. Neben klassischen ND-Filtern, die die Belichtungszeit verkürzen, bietet Insta360 für die Ace Pro 2 auch einen Star-Filter und einen Black-Mist-Filter an.
Der Star-Filter sorgt durch im Glas vorhandene feine Strukturen für die von abgeblendeten Objektiven bekannten Sonnensterne. Notwendig wird der Filter bei der Ace Pro 2 durch die fehlende Blendenkonstruktion der Actionkamera. Diese, bzw. das verbaute Objektiv, ist dadurch nicht in der Lage, derartige Strahlen oder Sterne zu erzeugen.
Beim Einsatz des Filters haben wir neben den gewollten Sternen leider eine stärker abfallende Bildschärfe bemerkt. Diese lässt die Aufnahmen teilweise unscharf wirken. Das kann natürlich gewollt sein, wir präferieren diesen Bildlook jedoch nicht. Daneben sinkt die Helligkeit zum Bildrand deutlich ab.
Als weiteren Filtertyp bietet Insta360 den Black-Mist-Filter an. Derartige Filter erfreuen sich in letzter Zeit einer immer weiter wachsenden Beliebtheit und sorgen für einen samtigen Bildlook. Der Kontrast wird reduziert und Highlights werden unter anderem deutlich „weicher“ und mit sichtbarem Glow-Effekt dargestellt. Dies kann Aufnahmen einen analogeren „Touch“ verleihen. Für beide Filtertypen gilt, dass diese wie die Vorsatz-Objektive im Menü ausgewählt werden müssen.
Unsere Bewertung der Filter für die Insta360 Ace Pro 2:
Sowohl der Star-Filter als auch der Black-Mist-Filter beeinflussen das Bild sichtbar. Im Vergleich zum Standard-Objektiv können beide Filter somit zum Verändern des Bildlooks genutzt werden. Wer sich unbedingt Sterneffekte bei Lichtquellen und weichgezeichnete Highlights wünscht, kann über den Kauf der Filter nachdenken. Für alltägliche Aufnahmen würden wir die Filter allerdings nicht nutzen, da sie die Bildschärfe doch deutlich beeinflussen und auch für eine starke Vignettierung sorgen.