05.08.2026 - 16:58

Testbericht des kompakten Funkmikrofons DJI Mic Mini 2S

Ansteckmikrofon mit integriertem Speicher und 32-Bit-Float-Aufnahme

Vor noch nicht allzu langer Zeit hatte DJI mit dem Mic Mini 2 eine neue Version seines kompakten kabellosen Ansteckmikrofons Mic Mini vorgestellt. Mit dem Mic Mini 2S folgt nun eine weitere auf diesem Modell basierende Version. Diese verfügt über einen integrierten Speicher sowie weitere zusätzliche Features. Wir schauen uns das Mic Mini 2S im folgenden Testbericht genauer an.

Der Lieferumfang:
DJI bietet das Mic Mini 2S in unterschiedlichen Sets an. Unter anderem kann dieses mit einem klassischen Empfänger sowie zwei Sendern erworben werden. Ein anderes Set besteht aus einem Empfänger für Mobilgeräte sowie einem Sender. Jeweils enthalten sind hier eine Transporttasche und ein USB-Kabel. Der weitere Lieferumfang richtet sich unter anderem nach der Anzahl der Sender. Diese hat natürlich einen Einfluss auf die mitgelieferten Windschschutze, magnetischen Clips oder Magnete. Daneben erhält man unterschiedlich viele wechselbare Frontcover.

Das Set mit zwei Sendern und einem klassischen Empfänger:

Das Set mit einem Sender und dem Handy-Empfänger:

Die technischen Daten:
Das Mic Mini 2S von DJI verfügt als wichtigsten Unterschied gegenüber dem Mic Mini 2 über einen integrierten Speicher. Dieser ist 16GB groß und erlaubt Aufnahmen mit einer Dauer von bis zu 28 Stunden beim standardmäßig ausgewählten 24-Bit-Modus oder von bis zu 22 Stunden beim 32-Bit-Modus. Dadurch stellen Verbindungsabbrüche zur aufzeichnenden Kamera oder dem aufzeichnenden Smartphone kein Problem dar – sofern es sich nicht gerade um einen Livestream handelt. Das Audiomaterial ist aber auch in diesem Fall vorhanden und könnte später ergänzt werden. Ein Upgrade gab es beim Mic Mini 2S zudem bei der Anzahl der speicherbaren Tonspuren. Diese liegt nun bei bis zu vier (nur beim Einsatz des klassischen Empfängers), was deutlich größere Tonaufnahmesetups ermöglicht. Damit die Qualität möglichst hoch ausfällt und das Übersteuern des Tons wirksam verhindert wird, kann man sich als weitere Neuerung für das interne 32-Bit-Float-Recording entscheiden.

Optisch entspricht das Mic Mini 2S weitestgehend dem Mic Mini 2:

Abseits davon entspricht das Mic Mini 2S weitestgehend dem Mic Mini 2. Die Abmessungen der Sender fallen mit 2,9 x 2,8 x 1,4cm identisch aus und auf der Vorderseite lassen sich unterschiedliche Frontcover anbringen. Diese werden magnetisch festgehalten und können dadurch einfach getauscht werden. Mit den Frontcovern lässt sich der optische Eindruck der Sender schnell verändern, neben klassischen Farben bietet DJI auch ein künstlerisch gestaltetes Set („Times Series“) an. Die Illustrationen stammen von der Künstlerin Victo Ngai und sollen vier Lebensphasen darstellen.

Auf der Vorderseite lassen sich farbige Frontcover anbringen:

Beim Set mit zwei Sendern liegt eine größere Frontcover-Auswahl bei:

Die speziell designten Frontcover der "Time Series":

Für das Befestigen des Senders am Sprecher stehen sowohl der magnetische Clip als auch ein Magnet zur Verfügung, an der Oberseite des Senders ist die Montage eines Windschutzes möglich. Dieser bietet sich vor allem für Außeneinsätze an.

Zur Befestigung der Sender lässt sich unter anderem ein magnetischer Clip nutzen:

Mit 12g bringen die Sender zwar einen Tick mehr als beim Mic Mini 2 (11g) auf die Waage, dieser Unterschied fällt in der Praxis allerdings nicht auf. Als Bedienelemente stehen zwei Tasten (Ein- und Ausschalten, Kopplung sowie Aktivieren der Rauschunterdrückung) zur Verfügung, alle weiteren Einstellungen erfolgen über den Empfänger, die App oder die verbundene Kamera.

Die Statusübersicht des Mic Mini 2S im Audiomenü einer Osmo Pocket 4P:

Im Kameramenü kann man unterschiedliche Parameter (Auswahl) verändern:

Die DJI Mimo-App erlaubt diverse Einstellungen:

Als Akku kommt beim Mic Mini 2S ein Lithium-Ionen-Modell mit einer Kapazität von 124mAh zum Einsatz, damit lassen sich bis zu elf Stunden lange Aufzeichnungen realisieren. Zusammen mit dem Charging-Case liegt die Laufzeit laut DJI bei bis zu 40 Stunden. Das Aufladen eines leeren Sender-Akkus dauert rund 70 Minuten, für das Charging-Case werden zwei Stunden angegeben.

Die Empfänger (klassischer Empfänger 16g und Smartphone-Empfänger 6g) halten beim DJI Mic Mini 2S rund zehn Stunden durch und werden ebenso über das Charging-Case aufgeladen. Zur Datenübertragung setzt DJI auf den Bluetooth-5.3-Standard sowie 2,4-GHz-Funk, auf freiem Feld lassen sich Entfernungen von bis zu 400m realisieren. Wird das Mikrofon mit der Kamera direkt verbunden, muss man allerdings mit einer deutlich kürzeren Entfernung leben. In der Praxis sollte die maximale Entfernung allerdings praktisch keine Rolle spielen, da sich das Mikrofon normalerweise nie mehr als einen (großzügig gerechnet) zweistelligen Meterbereich vom Aufnahmegerät entfernt. Für alle Extremsituationen steht mit dem internen Recording, das vor dem Aufnahmebeginn zu aktivieren ist, ein sehr gutes Backup bereit.

Eingaben erfolgen am Sender über zwei Tasten:

Daneben sind zwei LEDs (hier die Rec-LED) vorhanden:

Das DJI Mic Mini 2S in der Praxis:
Die Mikrofone von DJI sind seit langem unter anderem für ihre besonders einfache Bedienung bekannt. Dies trifft natürlich auch für das Mic Mini 2S zu. Hier setzt DJI wie erwähnt nur auf zwei Hardware-Tasten. Damit werden das Ein- und Ausschalten, die Kopplung und das Aktivieren der Rauschminderung realisiert. Standardmäßig sind die Sender und der Empfänger in der Ladeschale bereits automatisch gekoppelt, manuell geht dies zudem durch das zweisekündige Drücken der Kopplungstaste (erst am Sender, dann am Empfänger). Die hergestellte Verbindung wird durch eine dauerhaft grün leuchtende Status-LED signalisiert.

Der klassische Empfänger:

Dessen Montage erfolgt normalerweise via Zubehörschuh auf der Kamera:

Wer eine Kamera von DJI oder ein kompatibles Modell eines anderen Herstellers nutzt, kann die Sender damit zudem direkt verbinden. Besitzer der Osmo Pocket 4(P), der Osmo 360, der Osmo Nano und der Osmo Action 6 können bis zu zwei Sender mit ihrer Kamera koppeln, bei anderen Modellen ist man auf einen Sender beschränkt. Weitere Einstellungen lassen sich in diesem Fall im Kameramenü vornehmen. Bei der von uns zum Test verwendeten DJI Osmo Pocket 4P stehen unter anderem ein Hochpassfilter, drei Stimmklangvoreinstellungen (Regulär, Kräftig und Hell) und die Senderverstärkung zur Wahl. Passend dazu lässt sich der Pegel über das Display ablesen.

Am Empfänger kann man einen USB-Adapter zum Anschluss an ein Mobilgerät anbringen:

Der Empfänger mit zwei verbundenen Mikrofonen im Einsatz an einem Smartphone:

Wird als Audio-Empfänger nicht eine Kamera verwendet, kann man beim Mic Mini 2S zwischen dem klassischen Empfänger sowie dem Mobilgeräte-Empfänger wählen. Letzterer unterstützt bis zu zwei Sender (verfügbare Aufzeichnungsmodi: M (Mono) und S (Stereo)), gibt das Tonsignal über seinen USB-C-Port aus und wird direkt mit dem Smartphone verbunden. Der klassische Empfänger unterstützt bis zu vier Sender (verfügbare Aufzeichnungsmodi: M (Mono), S (Stereo) und Q (Quadraphonic)), wird via Zubehörschuh montiert und speist das Tonsignal in eine Kamera über einen 3,5mm-Klinkenanschluss ein. Alternativ kann der Empfänger mittels des kleinen „Mobile Phone“-Adapters ebenso mit einem Smartphone verbunden werden.

Der Empfänger für Mobilgeräte. Der Schalter erlaubt hier die Wahl der Geräuschreduzierung:

Beide Empfänger im Größenvergleich:

Der Empfänger für Mobilgeräte wird per USB angeschlossen:

Wir haben das Mic Mini 2S unter anderem mit der Travel-Vlogging-Kamera DJI Osmo Pocket 4P getestet. Die Verbindung ist damit besonders einfach möglich und wie erwähnt lassen sich direkt über das Kameramenü einige Einstellungen vornehmen. Die Tonqualität des Mic Mini 2S liegt auf dem von DJI-Mikrofonen gewohnt hohen Niveau. Durch die unterschiedlichen Stimmklangvoreinstellungen, die Pegel- sowie Filtereinstellungen und die aktivierbare Geräuschminderung lässt sich die Audioaufnahme sowohl an die eigenen Wünsche anpassen als auch abhängig von den Umgebungsgeräuschen optimieren.

Testaufnahme des DJI Mic Mini 2S mit der Osmo Pocket 4P (Stimmklangeinstellung "normal", Rauschminderung "niedrig", Pegel "0dB")

Unser Fazit:
DJI hat mit dem Mic Mini 2S eine verbesserte Version des Mic Mini 2 vorgestellt. Die integrierte Tonspeicherung macht das Mic Mini 2S unter anderem für Aufnahmen in „kritischen“ Situationen interessant. Verbindungsabbrüche kann man dadurch nachträglich korrigieren. Das hinzugekommene 32-Bit-Float-Recording verhindert zudem das Übersteuern des Tons bei starken Pegeländerungen. Auch dieses Feature kann in manchen Situationen von großem Vorteil sein. Komplexe Audio-Setups lassen sich dank der bis zu vier nutzbaren Sender zudem wesentlich besser umsetzen.

Das Mic Mini 2S von DJI bietet eine gute Tonqualität und ansprechende Features:

Das Mic Mini 2S dürfte daher vor allem Nutzer ansprechen, die Aufnahmen abseits des Vloggings oder von klassischen Videos planen. Hier bietet das Mic Mini 2S gegenüber dem Mic Mini 2 einen deutlichen Mehrwert. Wer eine Kamera besitzt – egal ob nun eine DSLM, eine Osmo Pocket oder eine Actionkamera – und „nur“ ein Mikrofon zum Verbessern der Qualität sucht, dürfte mit dem Mic Mini 2 in den allermeisten Fällen allerdings genauso gut fahren. An Einstellungen fehlt es bei beiden Modellen nicht, die Akkus halten lange und die Tonqualität fällt solide aus. Welches Set beim Mic Mini 2S die beste Option darstellt, ist von den konkreten Plänen abhängig. DJI bietet Sets für kleinste Audio-Setups bis hin zu umfangreichen Audioaufzeichnungen an.

Die dkamera.de-Awards zum Funkmikrofon DJI Mic Mini 2S:

Autor: dkamera.de Redaktion