Nur 11g schwer, rund elf Stunden Akkulaufzeit und mit anpassbarem Design
DJI bietet nicht nur eine Reihe unterschiedlicher Kameras an, auch Mikrofone hat das Unternehmen mittlerweile einige im Portfolio. Darunter ist das Mic Mini 2. Dieses soll mit kompakten Abmessungen und trotzdem einer hohen Tonqualität überzeugen. Dank austauschbarer Frontcover lässt es sich zudem optisch anpassen. Wir nehmen das neue Ansteckmikrofon in diesem Testbericht unter die Lupe.
Der Lieferumfang:
DJI ist nicht nur dafür bekannt, seine Produkte in unterschiedlichen Paketen anzubieten, sondern auch dafür, viel Zubehör beizulegen. Dies gilt auch für das DJI Mic Mini 2. Hier kann man sich für unterschiedliche Pakete entscheiden. Das Standardset wird mit einem Sender und einem Empfänger sowie mit zwei Sendern und einem Empfänger angeboten. Zudem kann man sich für einen Empfänger für Mobilgeräte entscheiden, wenn man den Ton stets via Smartphone aufzeichnen möchte. Wir testen das Standardset mit zwei Sendern. Zum Transport und zum Aufladen der akkubetriebenen Geräte liegen hier noch eine Ladeschale und eine Tasche bei. Daneben gehören zu unserem Paket ein USB-Kabel, zwei Windschutze und diverse Frontcover.
Optional kann man zudem unter anderem den DJI Series Camera Adapter (zum direkten Anschluss an eine Sony-Kamera ohne 3,5mm-Klinkenkabel), ein Windschutz-Bundle oder auch einen Mobile Phone-Adapter für ältere Apple-Geräte mit Lightning-Anschluss erwerben.
Die technischen Daten:
Das DJI Mic Mini 2-Set besteht aus drei Komponenten: dem DJI Mic Mini 2 Sender, dem DJI Mic Mini 2 Empfänger und der DJI Mic Mini 2 Ladeschale. Der 4,6 x 23,0 x 1,9cm große und 18g schwere DJI Mic Mini 2 Empfänger nimmt die Signale entgegen und kann über den Blitzschuh unter anderem auf eine Kamera aufgesteckt werden. Er unterstützt den Bluetooth-5.3-Standard, ermöglicht standardmäßig die Tonausgabe via 3,5mm-Klinkenbuchse und ist mit einem 170mAh starken Akku ausgestattet. Dieser reicht laut DJI für eine Laufzeit von bis zu 10,5 Stunden und kann in rund 100 Minuten komplett aufgeladen werden. Am Empfänger gibt es des Weiteren ein Wählrad für den Pegel, einen USB-C-Anschluss, einen Erweiterungsanschluss und eine Taste zum Starten der Kopplung. Mittels zweier LEDs kann man zudem den Status des Empfängers als auch der Sender ablesen.
Der DJI Mic Mini 2 Sender ist 2,9 x2,8 x 1,4cm groß, 11g schwer und mit einem 114mAh starken Lithium-Ionen-Akku ausgestattet. Dessen Ladezeit beträgt laut DJI etwa 70 Minuten, ein voller Akku reicht für rund 11,5 Stunden. Auch hier setzt DJI natürlich auf den Bluetooth-5.3-Standard. Für Eingaben gibt es eine Kopplungstaste und eine Power-Taste, zwei LEDs zeigen die Aktivität der Rauschunterdrückung als auch den System-Status an. Befestigt wird der DJI Mic Mini 2 Empfänger mittels eines magnetischen Klipps, auf der Oberseite lässt sich bei Bedarf ein Windschutz montieren. Da die vordere Abdeckung des DJI Mic Mini 2 Empfängers ebenso magnetisch ist, kann man sich für eine andere Frontcover-Farbe entscheiden. Unserem Paket liegen acht unterschiedliche Frontcover in den „Regenbogenfarben“ bei. Die Tonaufzeichnung erfolgt beim Mic Mini 2 mit 24 Bit und 48 kHz sowie omnidirektional. Der Ton wird also von allen Seiten gleichmäßig aufgenommen.
Die 10,6 x 4,3 x 5,9cm große DJI Mic Mini 2 Ladeschale erlaubt den Transport der DJI Mic Mini 2 Sender, des DJI Mic Mini 2 Empfängers und dient auch als Ladestation. Dafür gibt es einen USB-C-Port und einen integrierten Akku mit 1.950mAh. Sind alle Akkus aufgeladen, soll der Betrieb für bis zu 48 Stunden möglich sein. Als Material setzt DJI bei der 159g schweren Ladeschale auf Kunststoff, vier LEDs informieren über den Ladestand des integrierten Akkus.
Das DJI Mic Mini 2 in der Praxis:
Das DJI Mini Mic 2 bietet im Standardpaket die größtmögliche Funktionalität und kann mit diversen Aufnahmegeräten verbunden werden. Zum einen funktioniert dies mit dem Mini Mic 2 Empfänger und einem 3,5mm-Klinkenkabel, das den Ton an die Kamera überträgt. Zum anderen ist der DJI Mini Mic 2 Sender in der Lage, das Signal direkt an einige Kameramodelle von DJI zu übertragen. Laut DJI kann man einen Sender unter anderem mit der Osmo Action 4 verbinden. Zwei Sender lassen sich mit der Osmo Pocket 4, der Osmo 360, der Osmo Nano und der Osmo Action 6 nutzen. Wir haben den Test mit der erst kürzlich erschienenen Osmo Pocket 4 vorgenommen. Hierfür muss man beide Geräte nur anschalten und die Verbindungstaste des Mikrofons so lange gedrückt halten, bis die LED dauerhaft blau leuchtet. Dieser Vorgang nimmt nur wenige Sekunden in Anspruch.
Sind das Mikrofon und die Kamera verbunden, wird dies auf dem Display angezeigt. Des Weiteren kann man am oberen Displayrand den Aufnahmepegel ablesen. Dadurch lassen sich unter anderem Übersteuerungen frühzeitig erkennen. Ebenso gut: Der Akkustand wird bei der Verbindungsaufnahme angezeigt oder lässt sich über das Kameramenü herausfinden. Zudem kann man im Menü weitere Anpassungen vornehmen. Zu den Optionen gehören unter anderem das An- und Ausschalten des Hochpassfilters und das Aktivieren der Clipping-Kontrolle. Daneben gibt es bei den Tonoptionen der Kamera die Möglichkeit, den Pegel (-12 bis +12dB), die Geräuschunterdrückung (Aus, niedrig, hoch) und den Stimmklang einzustellen (normal, reichhaltig, hell).
Möchte man das Mikrofon klassisch nutzen, erfolgt die Verbindung zu einem Aufnahmegerät mittels des Empfängers. Dieser empfängt den Ton via Funk und gibt ihn über den 3,5mm-Klinkenport aus. Das Koppeln des Senders und Empfängers erfolgt automatisch, das erneute Koppeln ist (beispielsweise bei einem Fehler) durch das Drücken der Kopplungstaste (für zwei Sekunden nacheinander jeweils am Sender und Empfänger, bis die LEDs abwechselnd blau und grün blinken) möglich. Die erfolgreiche Kopplung wird durch grün leuchtende LEDs signalisiert. Am Empfänger selbst lässt sich der Pegel einstellen. Hier stehen Werte von -12 bis 12dB zur Wahl.
Der Empfänger ist zudem für alle relevant, die das Mic Mini 2 bei diesem Bundle mit einem Smartphone nutzen möchten. Hierfür liegt ein USB-C-Adapter bei, mit dem man den Empfänger mit dem USB-C-Port des Smartphones verbinden kann.
Wer das Mic Mini 2 im Smartphone-Bundle erwirbt, erhält dagegen einen speziellen Smartphone-Empfänger ohne zusätzlichen 3,5mm-Anschluss. Beim Einsatz eines Smartphones erfolgen die Geräteeinstellungen per DJI Mimo-App. Hierüber kann man nicht nur alle Parameter einstellen, sondern auch ein Firmware-Update vornehmen.
Denkbar einfach ist auch die Befestigung der Mic Mini 2 Mikrofone. Diese erfolgt unter anderem mittels eines Klipps auf der Rückseite, der magnetisch montiert wird. Dadurch kann man ihn auch drehen. Diese Konstruktion bietet einen hohen Komfort, es besteht aber durchaus die Gefahr, dass die Mikrofone bei stärkeren Berührungen abfallen können. Im Alltag sehen wir zwar keine Probleme, bei Sportaufnahmen könnten diese aber durchaus auftreten.
Die wechselnden Frontcover sind ebenfalls einfach zu montieren. Wer sich nicht für eine der Standardfarben entscheiden möchte, kann zu den künstlerisch gestalteten Time-Series-Modellen greifen. Diese wurden von der international renommierten Illustratorin Victo Ngai entworfen und sollen die vier Phasen des Lebens darstellen. Etwas schade finden wir, dass DJI das Mic Mini 2 nur mit weiß-grauem Gehäuse anbietet. Ein dunkles Gehäuse würde noch weniger auffallen.
Die Tonqualität:
Am Ende kauft man ein Mikrofon aber natürlich nicht nur wegen der Optik und der Bedienung, sondern, um eine bessere Tonqualität zu erhalten. Wir haben das DJI Mic Mini 2 zusammen mit dem DJI Osmo Pocket 4 (ohne Einsatz des Empfängers) sowie einer Sony Alpha 6700 (mit Einsatz des Empfängers) getestet. In beiden Fällen ergibt sich im Vergleich zum internen Mikrofon natürlich eine signifikant bessere Tonqualität. In Relation zum niedrigen Preis, der Größe und der langen Akkulaufzeit kann man die Qualität zweifellos als sehr ansprechend bezeichnen. Zusätzliche Tonoptionen gibt es zwar nur wenige, diese werden in dieser Preisklasse aber auch nicht benötigt. Die allgemeine Abstimmung ist zudem so gut, dass man mit weiteren Optionen in den meisten Fällen nur noch recht wenig herausholen könnte.
Die Reichweite der Mic Mini 2-Geräte liegt laut DJI im Optimalfall bei bis zu 400m mit dem klassischen Empfänger und bei bis zu 300m mit dem Empfänger für Mobilgeräte. Dies gilt für störungsfreie Umgebungen wie auf freiem Feld. In der Praxis sind derartige Abstände normalerweise völlig irrelevant. Bei unserem Test haben wir uns im freien Feld 50m vom Sender entfernt und dabei keinerlei Einschränkungen feststellen können. Hier dürfte ein noch deutlich größerer Abstand möglich sein.
Outdoor-Beispielaufnahme der DJI Osmo Pocket 4 mit dem DJI Mic Mini 2 bei mittlerer Windgeschw.
Indoor-Beispielaufnahme der DJI Osmo Pocket 4 mit dem DJI Mic Mini 2 mit der Klangoption "Normal"
Indoor-Beispielaufnahme der DJI Osmo Pocket 4 mit dem DJI Mic Mini 2 mit der Klangoption "Hell"
Die Akkulaufzeit des Senders und Empfängers gibt DJI mit knapp über zehn Stunden an, somit sind auch mehrstündige Aufnahmen überhaupt kein Problem. Durch die Ladeschale kann man mehrtägige Ausflüge ohne zusätzliche Stromversorgung unternehmen.
Unser Fazit:
Wer früher Ton kabellos zur Kamera übertragen wollte, musste teure und teilweise größere Gerätschaften mit sich herumtragen. Diese Zeiten sind eindeutig vorbei. Vielmehr zeigt gerade DJI, wie man kompakte und einfach zu bedienende Modelle mit einer hohen Tonqualität konstruieren kann. Das Mic Mini 2 vereint vieles, was man sich von einer aktuellen Funkstrecke wünscht. Es ist sehr klein, lässt sich optisch anpassen, verfügt über eine lange Akkulaufzeit und liefert auch bei längeren Übertragungsstrecken einen fehlerfreien, hochqualitativen Ton.
Darüber hinaus punktet es mit einem hohen Bedienkomfort und lässt sich mit diversen Aufnahmegeräten kombinieren. An Zubehör mangelt es ebenso nicht. Dass man dieses Paket (abhängig vom Umfang) für 100 Euro oder sogar deutlich weniger erhält, ist zweifellos ansprechend. Gegenüber deutlich teureren Modellen fehlen nur spezielle Audioeinstellungen oder das interne Recording, das bei Verbindungsabbrüchen sehr hilfreich ist. Normale Nutzer – und das sind zweifellos die Zielgruppe des DJI Mic Mini 2 – können auf diese „Profi-Features“ jedoch problemlos verzichten.
Besonders gut eignet sich das Mic Mini 2 für alle, die bereits eine (dazu kompatible) Kamera von DJI besitzen. Das Koppeln von Mikrofon und Kamera funktioniert sehr einfach, es gibt zahlreiche Optionen und auch den Pegel und den Akkustand kann man ablesen. Eine noch bessere „Plug and Play“-Umsetzung ist kaum möglich.