28.07.2026 - 07:00

Testbericht der Gimbal-Kamera Insta360 Luna Ultra (Teil 3)

Teil 3 von 3: Der Bildqualitätstest, Beispielaufnahmen und unser Fazit

Im zweiten Teil des Testberichts der Insta360 Luna Ultra hatten wir uns die Bedienung und (optionales) Zubehör angesehen. In diesem dritten und letzten Teil gehen wir auf die Bildqualität, die Akkulaufzeit und die Ladegeschwindigkeit ein. Am Ende fassen wir unsere Ergebnisse zudem zusammen und ziehen ein Fazit.

Bei den Travel-Vlogging-Kameras wurden in den letzten Jahren deutliche Bildqualitätssprünge erzielt. Das liegt zum einen an einer immer besseren Bildaufbereitung, zum anderen aber auch an größeren Bildwandlern und modernen Bildtechnologien. Insta360 setzt bei der Luna Ultra sowohl auf einen Bildwandler der 1,0-Zoll-Klasse als auch einen Chip der 1/1,3-Zoll-Liga. Ersterer wird bei der Hauptkamera verwendet, letzterer bei der Telekamera. Die konkreten Auflösungen beider Sensoren nennt Insta360 nicht, vermutlich werden sie bei rund 50 Megapixel liegen. 50 Megapixel besitzen die Fotos der Gimbal-Kamera allerdings nicht. Maximal lassen sich Fotos mit rund 38 Megapixel aufnehmen, bei Panoramen sind bis zu 200 Megapixel möglich. Wir gehen im Folgenden auf Bilder im 4:3-Format ein, die wohl die meisten Nutzer wählen dürften. Hier kann man sich zwischen 7.040 x 5.280 Pixel und 3.520 x 2.644 Pixel entscheiden.

Grundsätzlich gilt: Bei voller Auflösung gibt die Luna Ultra mit beiden Objektiven sichtbar mehr Details wieder und erzielt eine in Relation zur Kameragröße hervorragende Bildqualität. In diesem Fall muss man allerdings auf die zusätzlichen digitalen Zoomstufen verzichten. Das schmerzt jedoch nur bedingt, schließlich wird hier auch nur digital gecroppt. Wem knapp neun Megapixel ausreichen, der ist bei der Luna Ultra auch mit der geringeren Auflösung gut bedient. Als zusätzliche Optionen gibt es dann einen 2-fach-Zoom, einen 6-fach-Zoom oder einen 12-fach-Zoom. Die Zoomstufen 2-fach und 6-fach lassen sich dabei recht gut nutzen, bei 12-fach fällt die Bildqualität sichtbar ab.

Das Abspeichern von RAW-Bildern mit voller Auflösung dauert leider recht lange:

Wer Fotos mit voller Auflösung sowie im RAW-Format aufnimmt, sollte grundsätzlich bedenken, dass die Luna Ultra hier doch recht lange zum Abspeichern der Bilddaten benötigt. Nach drei bis vier Fotos muss man rund 25 Sekunden warten, bevor weitere Bilder aufgenommen oder neue Einstellungen vorgenommen werden können. Angesichts der großen Datenmenge von 18MB pro JPEG-Foto und 71MB pro RAW-Bild ist das zwar nicht unbedingt verwunderlich, andere Kameras sind aber trotzdem wesentlich schneller. Als nicht ganz optimal empfanden wir bei der Luna Ultra auch die Belichtung. Teilweise wirkten die Aufnahmen doch etwas zu dunkel. Hier kann man sich natürlich mit der Belichtungskorrektur behelfen.

Bei Videos belichtete die Luna Ultra im Test dagegen stets korrekt. Besonders überzeugend fallen in puncto Detailwiedergabe natürlich die 8K-Videos aus, beide Kameras speichern hier richtig scharfe Aufnahmen. In 4K muss man natürlich Abstriche bei der Detailwiedergabe machen, die Aufnahmen sind aber immer noch exzellent. Da die meisten Nutzer nur 4K-Abspielgeräte besitzen, dürfte diese Tatsache auch so gut wie niemanden stören. Zudem kann man in 4K mit deutlich höheren Bildraten filmen. Mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde lassen sich unter anderem auch sehr gute Zeitlupen erstellen. Noch stärkere Zeitlupen sind in Full-HD (8-fache Zeitlupen dank bis zu 240p) möglich, hier sinkt die Qualität jedoch stark ab. Der Dynamikumfang der Aufnahmen fällt unabhängig von der Auflösung groß aus, selbst ohne I-Log-Profil oder HDR-Standard ergeben sich meistens keine Probleme.

Bei wenig Licht sind die vergleichsweise großen Sensoren der Insta360 Luna Ultra natürlich von Vorteil. Damit kann die Kamera selbst ohne Softwarehilfen rauscharme und detailreiche Aufnahmen speichern. Während man bei Videoaufnahmen mit der Telekamera durch den Einsatz des speziell für wenig Licht geschaffenen PureVideo-Modus schon bei mittelmäßigen Lichtverhältnissen deutlich hellere Aufnahmen erzeugen kann, sehen wir bei der Hauptkamera hier praktisch noch keinen Unterschied. Erst bei sehr wenig Licht kommt die Hauptkamera also an ihre Grenzen und der PureVideo-Modus sorgt für Vorteile. Für eine Kamera unterhalb der Systemkameraklasse sind die Fotos und Videos der Insta360 Luna Ultra zweifellos beeindruckend.

Kommen wir nun zur Stromversorgung, die bei Kameras mit fest verbautem Akku natürlich besonders wichtig ist. Insta360 gibt für die Luna Ultra eine Aufnahmezeit von bis zu 240 Minuten an. Diese Zeit gilt allerdings für 1080p-Aufnahmen mit 24 Vollbildern pro Sekunde. Wer in 8K-Auflösung filmt, kann das nach unserem Test für sehr ansprechende 108 Minuten am Stück. Bei 4K120p kamen wir zudem auf 119 Minuten. In beiden Fällen erfolgte die Aufnahme mit der Hauptkamera und bei einer Umgebungstemperatur von 24 Grad Celsius. Dabei kam es zu keinem hitzebedingten Abschalten, die Gimbal-Kamera erwärmte sich aber doch deutlich. Neben einer langen Akkulaufzeit punktet die Luna Ultra zudem mit einer kurzen Ladezeit. Dank einer Ladegeschwindigkeit von bis zu 45 Watt (ein entsprechendes Ladegerät vorausgesetzt) lässt sich der Akku in zehn Minuten von 0 auf 50 Prozent füllen. Für das Laden auf 80 Prozent wurden im Test 22 Minuten benötigt und für einen kompletten Ladevorgang 40 Minuten. Dies sind hervorragende Werte.

Unbearbeitete Beispielaufnahmen der Insta360 Luna Ultra:

Zwei Aufnahmen der Hauptkamera (9 MP): Links mit 1-fach-Zoom und rechts mit 2-fach-Zoom:

Zwei Aufnahmen der Telekamera (9 MP): Links mit 3-fach-Zoom und rechts mit 6-fach-Zoom:

Links eine Aufnahme der Hauptkamera, rechts mit der Telekamera (jeweils 37 MP):

Links eine Aufnahme der Hauptkamera, rechts mit der Telekamera (jeweils 37 MP):

Zwei Aufnahmen mit der Telekamera (jeweils 37 MP):

Links eine Aufnahme der Hauptkamera, rechts mit der Telekamera (jeweils 37 MP):

JPEG- und RAW-Foto der Hauptkamera (9 MP):

JPEG- und RAW-Foto der Telekamera (9 MP):

Videoaufnahme der Hauptkamera in 8K30p

Videoaufnahme der Telekamera in 8K30p

Videoaufnahme der Hauptkamera in 4K120p

Videoaufnahme der Telekamera in 4K60p

Videoaufnahme der Hauptkamera in 8K30p mit I-Log-Bildprofil

Videoaufnahme der Hauptkamera in 4K mit vierfacher Zeitlupe

Videoaufnahme der Hauptkamera in 4K60p

Videoaufnahme der Hauptkamera in 4K25p

Videoaufnahme der Telekamera in 4K25p

Videoaufnahme der Hauptkamera in 4K25p (PureView)

Videoaufnahme der Telekamera in 4K25p (PureView)

Unser Fazit:
Insta360 hat sich bei seiner ersten Gimbal-Kamera nicht für ein Einsteiger- oder Mittelklassemodell entschieden, sondern gleich ein High-End-Modell entwickelt. Die notwendige Expertise dafür war angesichts diverser anderer Kameramodelle natürlich vorhanden, der Schritt kann aber trotzdem als durchaus gewagt bezeichnet werden. Letztendlich ist Insta360 die Entwicklung gelungen, denn die Luna Ultra überzeugt mit einer sehr hohen Leistung und nur wenigen Schwächen. Als Basis für die hohe Bildqualität sind neben ausgefeilten Bildverarbeitungstechnologien natürlich die beiden vergleichsweise großen Bildwandler zu nennen. Während bei der Hauptkamera ein 1,0-Zoll-Chip zum Einsatz kommt, ist bei der Telekamera immer noch ein 1/1,3-Zoll-Modell verbaut. Diese speichern Fotos mit rund 37 Megapixel und liefern detailreiche Aufnahmen bei guten wie schlechten Lichtverhältnissen. Das Bildrauschen ist ebenso gering und auch im RAW-Format lässt sich fotografieren. Wer hochauflösende Fotos im RAW-Format speichern möchte, braucht bei mehreren Bildern allerdings etwas Geduld. Nach drei oder maximal vier Fotos lässt sich die Kamera zum Speichern doch recht lange 25 Sekunden Zeit. Das könnte schneller gehen. Ohne RAWs oder bei Fotos mit weniger Pixeln sieht es dagegen besser aus. Nach Möglichkeit würden wir uns allerdings für die volle Auflösung entscheiden, da die Bilder hier doch wesentlich mehr Details als bei rund neun Megapixel zeigen und unter anderem besser zugeschnitten werden können.

Die Insta360 Luna Ultra bietet hervorragende Foto- und Videofeatures:

Bei Videos muss man sich dagegen nicht in jedem Fall für die maximale Auflösung (8K) entscheiden. Zum einen sehen die 4K-Videos der Luna Ultra immer noch sehr gut aus, zum anderen besitzen die allerwenigsten Nutzer 8K-Abspielgeräte. Der Vorteil der hohen Auflösung verpufft dadurch meistens. Mit den deutlich höheren Bildraten in 4K (bis zu 120p) lassen sich zudem flüssigere Videos oder ansprechende Zeitlupen erzeugen. Noch höhere Bildraten werden in Full-HD (bis zu 240p) erreicht, hier sinkt die Qualität aber dann doch sichtbar ab. Gut gefallen haben uns bei den Videos auch die vielen Optionen. Unter anderem sind I-Log-Aufnahmen und Dolby-Vision-Aufnahmen möglich.

Das Menü der Kamera wurde im Vergleich zu den bisherigen Modellen von Insta360 optisch überarbeitet, die Parameter sind aber nach wie vor noch schnell zu erreichen. In puncto Bedienung hat die Luna Ultra mit einigen Tasten, einem Joystick und einem Zoomslider einiges zu bieten, mehrere Bedienelemente sind außerdem frei konfigurierbar. Mit dem abnehmbaren Touchscreen-Modul hat man stets eine Fernbedienung mit Display dabei. Das Panel überzeugt mit einer guten Auflösung und dank OLED auch mit einem hohen Kontrast sowie einer sehr guten Ablesbarkeit.

Die Bedienung fällt komfortabel aus, das Touchscreen-Modul stellt ein Alleinstellungsmerkmal dar:

Sehr zu gefallen wussten im Test der Gimbal-Kamera auch die Stabilisierung und das Tracking. Beide Features ermöglichen die automatische Motivverfolgung. Der Gimbal gleicht beim Gehen und Laufen Verwacklungen zudem effektiv aus. Für eine auskömmliche Stromversorgung ist ein 1.550mAh starker Akku mit an Bord. Dieser reicht unter anderem für 108 Minuten lange Aufnahmen in 8K und lässt sich sehr schnell wieder aufladen (22 Minuten bis 80 Prozent). Mit dem optionalen Battery Handle kann man die Laufzeit der Kamera obendrein spürbar verlängern. Weiteres Zubehör bietet Insta360 unter anderem in Form des Mic Pro an. Damit lässt sich die Tonqualität deutlich erhöhen. Die Verbindung ist dabei (wie von anderen Kameras des Unternehmens gewohnt) sehr komfortabel herstellbar.

Das Zubehör ist umfangreich, die Akkulaufzeit lang und ein leerer Akku super schnell aufgeladen:

Insta360 ist ein neuer Player am Markt der Gimbal-Kameras und schließt in den wesentlichen Punkten sofort zum Platzhirsch DJI auf. Teilweise ist die Featureliste der Luna Ultra sogar noch eine ganze Ecke länger. Für die Zukunft bedeutet dies, dass die Entwicklung noch schneller voranschreiten dürfte. Das wird jeden Nutzer dieser Kameraklasse sicherlich erfreuen.

Die dkamera.de-Awards der Insta360 Luna Ultra:

Autor: dkamera.de Redaktion