26.07.2026 - 08:00

Testbericht der Gimbal-Kamera Insta360 Luna Ultra (Teil 2)

Teil 2 von 3: Die Bedienung, die App und (optionales) Zubehör

Nachdem wir uns im ersten Teil des Testberichts der Insta360 Luna Ultra die genauen technischen Daten angesehen haben, gehen wir in diesem zweiten Teil auf die Bedienung der Gimbal-Kamera ein. Zudem werfen wir einen Blick auf das Zubehör, das Insta360 der Luna Ultra beim Creator-Kit beilegt.

Insta360 hat sich bei der Entwicklung der Luna Ultra grundsätzlich für einen von anderen Kameras dieser Klasse bekannten Ansatz entschieden. Festgehalten wird die Travel-Vlogging-Kamera per Handgriff, darauf sind der Gimbal und das Aufnahmemodul mit den beiden Kameras befestigt. Bei der Bedienung geht das Unternehmen aber trotzdem andere Wege als der Platzhirsch DJI und hat die Bedienelemente sowie das Display auf das sogenannte Touchscreen-Modul ausgelagert.

Der Aufbau mit einem Handgriff und einem Gimbal ist von anderen Modellen gut bekannt:

Die Luna Ultra verfügt jedoch über ein abnehmbares Touchscreen-Modul:

Dieses kommuniziert mittels einer Schnittstelle oder kabellos mit der Kameraeinheit:

Das Touchscreen-Modul erlaubt die Steuerung sowie auch die Bildkontrolle:

Praktisch handelt es sich dabei um eine Fernsteuerung (inkl. Mikrofon zur Sprachaufzeichnung), die durch einen eigenen Akku die Steuerung und Bildkontrolle auch ohne direkten Zugriff auf den Gimbal erlaubt. Somit lässt sich die Kamera-Einheit beispielsweise irgendwo abstellen und kann trotzdem weiterhin bedient werden. Als Creator ohne Kameramann ist diese Funktion zweifellos Gold wert, denn mit dem Display hat man stets die volle Kontrolle. Dank Tracking folgt die Luna Ultra der ausgewählten Person zudem automatisch.

Als Betriebsdauer gibt Insta360 für das Touchscreen-Modul keine genaue Zeit an, die Luna Ultra filmt mit einer Akkuladung bis zu 240 Minuten (1080p24). Aufgeladen wird das Touchscreen-Modul, wenn es an der Gimbal-Kamera angeschlossen ist. Abseits davon geht dies nicht.

Am Griff lässt sich unter anderem eine kleine Verlängerung montieren:

Zum Festhalten verfügt die Gimbal-Kamera über einen rund 13cm langen und 2,5cm breiten sowie tiefen Griff. Auf eine besonders komfortable Gummierung wird hier verzichtet, grundsätzlich kann man den Griff aber gut festhalten. Auf der Rückseite des Griffs lässt sich ein Windschutz montieren, alle Bedienelemente und das Display liegen auf der Vorderseite.

Die integrierten Mikrofone kann man mit einem Windschutz versehen:

Letzteres kann man zum Einschalten der Kamera drehen, alternativ geht dies auch durch das längere Drücken der Rec-Taste. Diese ist aber natürlich hauptsächlich zum Starten und Stoppen von Videos oder dem Speichern von Fotos gedacht. Daneben gibt es einen Joystick zum Bewegen des Gimbals und einen Zoomslider für die Wahl der Brennweite.

Eingaben erfolgen mittels Tasten, einem Joystick und einem Zoomslider:

Ein Teil der Bedienelemente ist frei konfigurierbar:

Die Tasten unterhalb des Displays (bzw. rechts davon, wenn das Panel vertikal genutzt wird) können vom Nutzer frei belegt werden. Damit lässt sich der Gimbal unter anderem schnell um 180 Grad drehen oder neu zentrieren. Weitere Eingaben sind über die Touchtasten möglich. Diese Bedienung gefällt uns grundsätzlich gut, schade ist jedoch die fehlende direkte Anwahl bestimmter Brennweiten. Wer bei geringer aufgelösten Fotos als Beispiel zwischen „1x“ und „6x“ wechseln möchte, muss stets alle Stufen (in diesem Fall „2x“ und „3x“) durchwählen. Möchte man wieder zu „1x“ zurück, folgt nach „6x“ immer erst „12x“. Beim Fotografieren mit voller Auflösung gibt es immerhin nur die „nativen“ Optionen „1x“ und „6x“.

Der Gimbal erlaubt das Drehen der Kamera und natürlich übernimmt er auch die Stabilisierung:

Die in drei Achsen erfolgende Gimbal-Stabilisierung verhindert bei Aufnahmen im Gehen Verwacklungen wirksam und macht besonders ruhige Aufnahmen möglich. Den schwenkbaren Bereich des Gimbals gibt Insta360 mit -57° bis 235° an, Neigen kann man ihn um -57° bis 120° und für die Rollfunktion werden -50° bis 50° genannt. Die Steuerung des Gimbals kann wie bereits erwähnt per Joystick erfolgen, die Luna Ultra folgt dem Motiv per Tracking auf Wunsch allerdings auch automatisch. Dies funktionierte im Test ausgesprochen gut.

Bei der Gimbal-Steuerung lässt sich aus verschiedenen Modi wählen:

Als Gimbal-Optionen werden „Rollensperre“, „Roll- und Neigungssperre“, „FPV“ sowie „FPV-V“ angeboten und auch die Gimbal-Folgegeschwindigkeit sowie die Joystick-Geschwindigkeit sind bestimmbar (langsam, mittel und schnell). Dadurch lässt sich abhängig von der Aufnahmesituation der optimale Modus und die optimale Geschwindigkeit aussuchen.

Das Menü zur Wahl des Aufnahmemodus:

Das Hauptmenü der Luna Ultra:

Bei den Menüs der Luna Ultra hat sich Insta360 an den schon länger erhältlichen Actionkameras orientiert, das Design wurde aber etwas abgeändert. Es wirkt nun etwas moderner und nicht mehr ganz so verspielt. Die Wahl des Aufnahmeprogramms erfolgt durch Wischen über das Panel, das Wischen von den Rändern zur Mitte öffnet die bekannten Optionen.

Natürlich gibt es auch ein Menü für die Auflösung und die Bildrate:

Die Foto- und Videoeinstellungen werden beispielsweise durch das Wischen von unten zur Mitte erreicht. Wählbar sind unter anderem die Auflösung, die Bildrate und das Seitenverhältnis. Wer auf die Belichtung und den Fokus Einfluss nehmen möchte, kann sich bei der Luna Ultra für die Basic- oder Pro-Optionen entscheiden. Letztere umfassen unter anderem die Helligkeit (via Belichtungskorrektur, Verschlusszeit oder ISO), den Weißabgleich, den Bildstil (Sättigung, Schärfe und Kontrast sind ebenso anpassbar) oder den Fokusbetrieb (AF-C, AF-S und Produktpräsentation). Sehr gut: Wer größere Veränderungen vorgenommen hat, kann diese über ein neues Profil abspeichern. Dass Leica bei der Insta360 mitgearbeitet hat, lässt sich neben dem Objektiv unter anderem an den speziellen Filtereffekten erkennen. Neben Leica Natural und Leica Vivid ist auch Leica Chrome auswählbar.

Die Pro-Optionen ermöglichen das Anpassen der Bildparameter:

Unter anderem lassen sich die Belichtung ...

... der Bildstil ...

... und der Autofokusmodus konfigurieren:

Alle Audioeinstellungen werden dagegen über das Hauptmenü vorgenommen. Hier kann man sich für Mono oder Stereo, eine Windgeräuschunterdrückung, die Tonaufnahmerichtung (Omni, Vorne, Vorne und Hinten) sowie die Verstärkung externer Mikrofone entscheiden. Zu Letzteren ist die Insta360 Luna Ultra natürlich kompatibel.

Aus kurzer Entfernung lässt sich die Gimbal-Kamera auch per Gesten steuern:

Wer die Luna Ultra aus der Ferne steuern möchte, kann dies wie bereits erwähnt mit dem Touchscreen-Modul oder auch mittels Gesten. Darüber hinaus wird die Insta360-App unterstützt. Damit lässt sich die Gimbal-Kamera bedienen und kann der Bildausschnitt via Livebild kontrolliert werden. Zudem kann man natürlich alle Optionen anpassen und die aufgenommenen Fotos und Videos ansehen oder auch auf sein Mobilgerät herunterladen.

Zubehör:
Wer die Insta360 Luna Ultra erwirbt, erhält je nach gewähltem Bundle unterschiedliches Zubehör. Als Käufer des Creator Kits erhält man unter anderem das Insta360 Mic Pro, einen passenden Windschutz, einen Magneten, einen Clip, den Battery Handle, die Wide Angle Lens und eine Tasche. Das rund 20g schwere und 3,8 x 12,2cm große Insta360 Mic Pro lässt sich zum Verbessern der Tonqualität nutzen und erlaubt die Aufnahme mit folgenden Richtcharakteristiken: „Omnidirektional“, „Superniere“, „Kardioid“ und „Acht“. Für übersteuerungsfreie Aufnahmen wird die Speicherung des Tons mit dem 32-Bit-Float-Standard (nur interne Aufnahme) unterstützt, ein 240mAh starker Akku ist für eine bis zu zehnstündige Laufzeit mit an Bord.

Das Insta360 Mic Pro verfügt über ein E-Ink-Display:

Zum Aufladen sowie für die Übertragung der Audiodateien gibt es einen USB-C-Port, die Montage erfolgt per Clip oder magnetisch. Als Bonus ist das Mic Pro mit einem kleinen stromsparenden E-Ink-Display ausgestattet. Auf diesem lassen sich ausgewählte Designs oder vorgegebene Bilder anzeigen. Dadurch kann man das Mikrofon personalisieren.

An der Unterseite befinden sich mehrere Tasten und ein USB-C-Anschluss:

In puncto Tonqualität stellt das Mikrofon natürlich eine Verbesserung gegenüber der internen Tonaufzeichnung der Luna Ultra dar, da man es deutlich näher am Sprecher platzieren kann. Als Reichweite nennt Insta360 für das Mic Pro bis zu 400m, hierfür ist natürlich eine hindernis- und störungsfreie Umgebung notwendig.

Befestigt wird das Mikrofon per Clip oder mittels eines Magneten:

Bei unserem Praxistest auf freiem Feld war die Übertragung bei mehr als 50m problemlos möglich. Noch größere Abstände zwischen Kamera und Sprecher dürften in der Praxis kaum vorkommen. Wer ein kabelgebundenes Mikrofon am Mic Pro anschließen möchte, kann dies per USB-C (3,5mm via Adapter).

Die "Wide Angle Lens":

Die Montage erfolgt magnetisch vor dem eigentlichen Objektiv:

Ein weiteres interessantes Zubehörprodukt ist die "Wide Angle Lens". Diese lässt sich vor dem Weitwinkel-Objektiv der Luna Ultra montieren und verkürzt die Brennweite von 20mm auf circa 18mm. Extrem ist der Effekt somit nicht, aber durchaus gut sichtbar. Die Lichtstärke der Optik bleibt erhalten und liegt weiterhin bei F1,8.

Links eine Aufnahme mit der Hauptkamera, rechts mit der "Wide Angle Lens":

Links eine Aufnahme mit der Hauptkamera, rechts mit der "Wide Angle Lens":

Wer die Wide Angle Lens nutzt, muss allerdings mit abhängig vom Motiv mal mehr und mal weniger sichtbaren Verzerrungen leben und auch die Abbildungsleistung fällt beim Einsatz der Wide Angle Lens ein gutes Stück schlechter aus.

Die Montage der Wide Angle Lens ist immerhin denkbar einfach. Sie muss nur vor die Kameraeinheit gehalten werden und hält magnetisch daran fest. Dementsprechend einfach ist auch das Entfernen. Da die Linse sehr klein ausfällt, sollte man allerdings aufpassen, sie nicht zu verlieren. Der sichere Transport kann unter anderem mit dem Gimbal-Schutz erfolgen.

Die Luna Ultra mit dem Battery Handle:

An der Rückseite befinden sich zwei LEDs und ein USB-C-Port:

Für längere Einsätze legt Insta360 zudem den Battery Handle bei. Dieser verfügt über einen 1.000mAh starken Lithium-Ionen-Akku und kann per USB-C aufgeladen werden. Am Gehäuse gibt es zudem zwei Status-LEDs und an der Unterseite kann man kleine „Füße“ für den Einsatz als Mini-Stativ ausklappen. Die Oberfläche des 64g schweren und 3,5 x 3,8 x 6,0cm messenden Battery Handle besteht größtenteils aus Kunststoff, an der Vorderseite wurde eine Gummierung aufgebracht.

An der Unterseite befinden sich ein Stativgewinde und kleine Standhilfen:

Dadurch sowie die verlängerte Griffform kann man die Luna Ultra noch komfortabler in der Hand halten. Zur genauen Verlängerung der Aufnahmedauer der Kamera äußert sich Insta360 nicht, die Auswirkungen sind aber durchaus signifikant. Den Ladestand des Battery Handle kann man über die Akkuanzeige der Travel-Vlogging-Kamera ablesen, als Betriebstemperatur werden -10° C bis 45° C angegeben.

Im dritten Teil unseres Testberichts der Insta360 Luna Ultra gehen wir auf die Bildqualität der Aufnahmen und die Akkulaufzeit der Travel-Vlogging-Kamera ein.

Autor: dkamera.de Redaktion