Teil 3 von 3: Der Bildqualitätstest, Beispielaufnahmen und unser Fazit
Im zweiten Teil des Testberichts der Insta360 Luna Pro hatten wir uns die Bedienung und die App angesehen. In diesem dritten und letzten Teil gehen wir auf die Bildqualität, die Akkulaufzeit und die Ladegeschwindigkeit ein. Am Ende fassen wir unsere Ergebnisse zudem zusammen und ziehen ein Fazit.
Als Aufnahme-Hardware nutzt Insta360 bei der Luna Pro einen Sensor der 1,0-Zoll-Klasse. Dieser sollte dem Sensor entsprechen, den Insta360 bei der Hauptkamera der Luna Ultra einsetzt. Fotos lösen maximal 37,7 Megapixel auf, Videos lassen sich mit bis zu 8K-Auflösung aufzeichnen. Mit diesen Daten sollte die Luna Pro auf das Qualitätsniveau der Luna Ultra kommen. Ohne Zoom versteht sich. Beim Blick auf die Aufnahmen lässt sich sagen: Zum Teil ist das auch der Fall, zum Teil sind die Ergebnisse etwas schlechter. Besonders feine Strukturen gibt die Luna Ultra in manchen Situationen noch besser wieder, diese wirken bei der Luna Pro manchmal sichtbar „weicher“. Darüber hinaus fällt zumindest beim Objektiv unseres Testmodells der Luna Pro die Schärfe zum Rand hin stärker ab. Als kritisch lässt sich dieser Abfall aber noch nicht einstufen. Ob dies auf die Seriensteuerung oder einen anderen Grund zurückzuführen ist, können wir mangels mehrerer Testmodelle nicht sagen.
Grundsätzlich gilt für beide Gimbal-Kameras, dass Fotos mit 37 Megapixel deutlich mehr Details als Aufnahmen mit 9 Megapixel zeigen. Die mit der sogenannten „Ultra Photo“-Option aufgenommenen Bilder sind sehr detailreich, bei 9 Megapixel fehlen feine Strukturen. Einen größeren Nachbearbeitungsspielraum erhält man mit den RAW-Dateien. Hier dauert das Abspeichern von mehreren Aufnahmen als Nachteil aber leider recht lange. Nach jedem Foto muss man rund acht Sekunden warten, bis ein neues aufgenommen werden kann.
Abstand würden wir beim Einsatz der Luna Pro von zu starken Zoomvorgängen nehmen, hier lässt die Qualität doch merklich nach. Bilder mit 2-fachem Zoom sind grundsätzlich noch gut nutzbar, beim 4-fachen Zoom werden die Aufnahmen sichtbar weichgezeichnet.
Bei Videos sollten sich Freunde der maximalen Bildqualität für 8K-Aufnahmen entscheiden. Hier werden sehr viele Details wiedergegeben. Die 4K-Aufnahmen der Insta360 Luna Pro sind allerdings nur geringfügig schlechter und der Unterschied ist auf einem 4K-TV praktisch nicht zu sehen. Dafür lässt sich in 4K-Auflösung mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde mit einer sehr hohen und mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde mit einer guten Qualität filmen. Dadurch sind ansprechende Zeitlupenaufnahmen möglich. In Full-HD kann man sich für bis zu 8-fache Zeitlupen (entspricht 240 Vollbildern pro Sekunde) entscheiden. Hier ist der Zeitlupeneffekt noch einmal stärker, die Bildqualität sinkt aber deutlich ab.
Der Dynamikumfang der Kamera fällt schon mit dem Standardprofil groß aus und kann mittels Dolby Vision sowie dem I-Log-Profil nochmals vergrößert werden. Überzeugend arbeitet die Luna Pro auch bei wenig Licht. Schon mit dem Standardmodus kann man gut filmen, der PureVideo-Modus sorgt dann noch einmal für deutlich hellere Aufnahmen und weniger Rauschen. Nach Möglichkeit sollte man die Bildrate aber trotzdem auf 24, 25 oder 30 Vollbilder pro Sekunde reduzieren, um die bestmögliche Qualität zu erhalten.
Als Akku verbaut Insta360 bei der Luna Pro das Modell der Luna Ultra. Angesichts der bis auf die Kameras identischen Hardware sollte die Luna Pro somit ein ähnliches Ergebnis wie das Spitzenmodell von Insta360 erzielen. Dies war im Praxistest auch der Fall. 8K-Videos konnten wir mit einer Akkuladung für 105 Minuten aufzeichnen. Dies anders als bei der Luna Ultra jedoch nicht am Stück, denn die Gimbal-Kamera schaltete sich im Test (22 Grad Umgebungstemperatur ohne Airflow) nach 67 Minuten wegen einer zu hohen Gehäusetemperatur ab. Mit leichtem Airflow ist sicherlich noch ein besseres Ergebnis möglich, 67 Minuten sollten für die meisten Aufnahmen aber ausreichend sein. Bei 4K120p kamen wir auf 77 Minuten bis zum Abschalten (durch Überhitzen) und eine Akkulaufzeit von 102 Minuten. Besonders schnell ist bei der Luna Pro der Akku wieder aufgeladen. Das dauert bei einem leistungsstarken Netzteil (mit min. 45 Watt) nur elf Minuten von knapp 0 auf 50 Prozent. Von 0 auf 80 Prozent wurden 23 Minuten benötigt und komplett voll ist der Akku nach 44 Minuten.
Unbearbeitete Beispielaufnahmen der Insta360 Luna Pro:
Videoaufnahme in 8K30p mit I-Log-Bildprofil
Videoaufnahme in Full-HD mit 8-facher Zeitlupe
Videoaufnahme in 4K25p (PureVideo)
Videoaufnahme in 4K25p (PureVideo)
Unser Fazit:
Mit der Luna Pro schickt Insta360 das kleine Schwestermodell der Luna Ultra ins Rennen um die beste Travel-Vlogging-Kamera mit einem Objektiv. Die Veränderungen halten sich dabei in engen Grenzen. Abseits der fehlenden Telekamera bewegt sich die Luna Pro bei vielen Bewertungspunkten auf dem Level der Luna Ultra. Das kann sich sehen lassen, denn das Spitzenmodell mit Dual-Kamera wusste bei unserem Test mit einer sehr hohen Leistung zu gefallen. Völlig gleich schneiden die beiden Modelle bei der Bedienung ab. Dies ist kein Wunder, schließlich verfügt die Luna Pro über das Gehäuse der Luna Ultra und die identischen Tasten. Damit lassen sich viele Eingaben komfortabel vornehmen.
Mit an Bord ist zudem das ansprechende 2,0 Zoll große OLED-Panel mit Drehfunktion. Dieses erlaubt Eingaben per Touch und wird auch zum Kamera-Start sowie zum Ausschalten genutzt. Selbst das Touchscreen-Modul der Luna Ultra ist vorhanden. Dieses ermöglicht die Bildkontrolle und Fernsteuerung abseits der Kamera. In puncto Akkulaufzeit bewegt sich die Luna Pro mit 105 Minuten bei 8K30p auf einem sehr guten Niveau, filmen konnten wir ohne Airflow im Test für 67 Minuten. Bei 4K120p kamen wir auf 102 Minuten (Aufnahmezeit pro Akkuladung) und 77 Minuten (Zeit bis zum Überhitzen). Sehr gut gefällt uns die kurze Ladezeit der Gimbal-Kamera (beispielsweise nur elf Minuten von 0 auf 50 Prozent). Diese ist angesichts des fest verbauten Akkus allerdings auch notwendig.
In puncto Bildqualität sehen wir die Luna Pro nicht ganz auf dem Level der Luna Ultra. Zwar filmen beide Kameras in 8K mit bis zu 30p und in 4K mit bis zu 120p, die Aufnahmen der Luna Pro sind in manchen Bildbereichen aber nicht ganz so detailreich. Darüber hinaus fiel die Optik der kleineren Gimbal-Kamera am Rand nicht ganz so scharf wie das Objektiv der Hauptkamera der Luna Ultra aus. Das kann jedoch auf die Seriensteuerung zurückzuführen sein. Enorm sind die Unterschiede jedoch auch nicht und bei der klassischen Wiedergabe auf einem TV eher nicht zu erkennen. Die Stärken der Luna Ultra gelten insgesamt betrachtet auch für die Luna Pro. Auf eine Telekamera muss man hier aber natürlich verzichten, weshalb Zoomaufnahmen nur in einem gewissen Rahmen möglich sind. Den 2-fachen Zoom kann man gut nutzen, der 4-fache Zoom sorgt dagegen für eine enorme Qualitätsverschlechterung und ist zu meiden.
Am Ende unseres Tests lässt sich daher eindeutig sagen: Wer keine dedizierte Telekamera benötigt, aber trotzdem nicht auf die Features der Luna Ultra verzichten möchte, kann zur Insta360 Luna Pro greifen. Damit lässt sich auch noch eine ganze Stange Geld sparen. Möchte man dagegen des Öfteren auch etwas weiter entfernte Motive ablichten, liefert die Luna-Ultra mit ihrer Telekamera eine wesentlich bessere Bildqualität.