Teil 3 von 3: Der Bildqualitätstest, Beispielaufnahmen und unser Fazit
Im zweiten Teil des Testberichts der DJI Osmo Pocket 4P hatten wir uns die Bedienung und (optionales) Zubehör angesehen. In diesem dritten und letzten Teil gehen wir auf die Bildqualität, die Akkulaufzeit sowie die Ladegeschwindigkeit ein. Am Ende fassen wir unsere Ergebnisse zusammen und ziehen ein Fazit.
Die Bildqualität einer Kamera steht und fällt heutzutage nicht nur mit den verbauten Sensoren, auch die Software spielt eine entscheidende Rolle. DJI greift bei der Hauptkamera der Pocket 4P auf ein 1 Zoll großes Modell zurück, bei der Telekamera fällt der Sensor etwas kleiner (1/1,3 Zoll) aus. Bei der Hauptkamera wird als Besonderheit zudem ein Bildwandler mit LOFIC-Technologie genutzt. Dieser ermöglicht durch einen speziellen Aufbau Aufnahmen mit einem größeren Dynamikumfang. DJI selbst spricht von 17 Blendenstufen. Derartige Werte findet man sonst nur bei deutlich größeren Bildwandlern. Mit beiden Kameras sind Fotos mit bis zu 7.680 x 4.320 Pixel (Querformat) oder bis zu 3.456 x 6.144 Pixel (Hochformat) möglich. Die höchste Auflösung von rund 38 Megapixel hat die Pocket 4P allerdings bei Fotos im 1:1-Format (6.144 x 6.144 Pixel) zu bieten. Kleinere Auflösungen gibt es ebenso, hier besitzen die Bilder maximal neun Megapixel.
Die volle Auflösung bietet sich für alle an, die die maximale Bildqualität erhalten und ihre Aufnahmen später zuschneiden möchten. Bilder mit geringerer Auflösung kann man im Alltag natürlich ebenso verwenden, allzu viel Bearbeitungsspielraum gibt es hier aber nicht mehr. Interessant: Während der Abstand zwischen beiden Auflösungen bei der Telekamera der Osmo Pocket 4P recht groß ist, fällt er bei der Hauptkamera kleiner aus.
Apropos Bearbeitungsspielraum: Wer Bilder nachträglich auch in der Helligkeit oder Farbe verändern möchte, sollte sich für RAW-Dateien (DNG) entscheiden. Diese nehmen aber natürlich deutlich mehr Speicherplatz (bis zu 22MB bei JPEGs und 65MB bei RAWs) ein und sorgen bei mehreren Bildern in Folge für längere Speicherzeiten. Der große Dynamikumfang der Kamera kommt aber nicht erst bei RAWs zum Vorschein, auch schon bei JPEG-Aufnahmen wird er sichtbar. Dieser fällt dabei so groß aus, dass die Bilder teilweise schon einen deutlichen HDR-Look zeigen. Diesen kann man gut finden – oder auch nicht.
Bei Videos kommt der große Dynamikumfang natürlich ebenso zum Vorschein. Hier profitieren Videografen zudem vom D-Log(2)-Profil, das die Verarbeitung auf dem höchsten Niveau ermöglicht. Bei der Videoaufnahme mit der Osmo Pocket 4P bleibt man zwar auf die 4K-Auflösung beschränkt, in den meisten Fällen dürfte das aber kaum stören. Abspielgeräte für höhere Auflösungen besitzt praktisch niemand. In 4K schafft die Osmo Pocket 4P als Vorteil stattliche Bildraten. Mit der Hauptkamera sind bis zu 240 Vollbilder pro Sekunde erreichbar und mit der Telekamera immer noch sehr gute 200 Vollbilder pro Sekunde. Dadurch sind bis zu 8-fache Zeitlupen möglich. Dies schaffen bis auf spezielle Zeitlupenkameras nur sehr wenige Modelle am Markt. Dass die Bildrate der Telekamera nicht auf dem Level der Hauptkamera liegt, ist durchaus verständlich, im Alltag kann dies an der ein oder anderen Stelle allerdings schon stören. Behelfen kann man sich mit der Full-HD-Auflösung, die Qualität fällt hier aber doch schon sichtbar schlechter aus. .
Bei wenig Licht sind die großen Bildwandler und die ausgeklügelte Bildaufbereitung der Gimbal-Kamera natürlich ebenso von Vorteil. Hier bleibt die Qualität lange hoch und fällt kaum Bildrauschen auf. Der extra Modus für wenig Licht hilft dabei, auch bei Nacht noch einigermaßen helle Videos zu erhalten.
Als Letztes nehmen wir bei der Osmo Pocket 4P die Aufnahmezeiten und die Ladegeschwindigkeit unter die Lupe. Laut DJI filmt die Gimbal-Kamera bis zu 210 Minuten am Stück. Dies jedoch nur mit deaktiviertem WLAN und bei 1080p24. Das ist natürlich wenig praxistauglich. Wir haben unseren Akkutest deshalb bei 4K60p vorgenommen. Hier kamen wir auf 107 Minuten, bevor sich die Kamera wegen eines leeren Akkus automatisch abschaltete. Das ist ein solider Wert, andere Modelle schneiden aber noch etwas besser ab. Das Abschalten durch eine zu hohe Gehäusetemperatur trat im Test (24 Grad Lufttemperatur) nur bei 8-fachen Zeitlupen in 4K auf. Hier wurde die Aufnahme nach 17 Minuten beendet.
Sehr beeindruckend ist bei der Osmo Pocket 4P die Ladegeschwindigkeit des Akkus. Sofern ein ausreichend leistungsstarkes USB-C-Ladegerät zum Einsatz kommt, lässt sich der Akku mit bis zu 35 Watt aufladen. Dadurch ist ein leerer Akku in nur elf Minuten von 0 auf 50 Prozent zu füllen und von 0 bis 80 Prozent werden lediglich 20 Minuten benötigt. Nach 31 Minuten werden im Display dann 100 Prozent angezeigt.
Unbearbeitete Beispielaufnahmen der DJI Osmo Pocket 4P:
Videoaufnahme der Hauptkamera in 4K60p
Videoaufnahme der Telekamera in 4K60p
Videoaufnahme der Hauptkamera in 4K60p mit D-Log2-Profil
Videoaufnahme der Hauptkamera in 4K mit achtfacher Zeitlupe
Videoaufnahme der Hauptkamera in 4K60p
Videoaufnahme der Hauptkamera in 4K25p
Videoaufnahme der Telekamera in 4K25p
Videoaufnahme der Hauptkamera in 4K25p (PureView)
Videoaufnahme der Telekamera in 4K25p (PureView)
Unser Fazit:
DJI bietet mit der Osmo Pocket 4P eine neue Gimbal-Kamera an, die im Unterschied zur schon einige Monate verfügbaren Osmo Pocket 4 eine zweite Kamera mitbringt. Das zusätzliche Teleobjektiv mit 60mm KB-Brennweite macht die neue Gimbal-Kamera deutlich interessanter für alltägliche Einsätze abseits des klassischen Vloggings. Damit kann man auch etwas weiter entfernte Motive mit einer guten Bildqualität abbilden. Nachteile gibt es dabei fast keine: Natürlich ist die Pocket 4P etwas größer und schwerer als die Pocket 4, störend sind die Größe und das Gewicht der dualen Gimbal-Kamera aber zweifellos nicht. In puncto Akkulaufzeit bewegt sich die Pocket 4P mit 107 Minuten bei 4K60p zudem auf einem sehr guten Niveau und ein leerer Akku kann in Windeseile (20 Minuten von 0 auf 80 Prozent) wieder aufgeladen werden.
Wer bereits eine Pocket-Kamera von DJI besaß oder noch sein Eigen nennt, muss sich bei der Bedienung praktisch nicht umstellen. Die Menüs besitzen das bekannte Design und umfassen sehr viele Optionen, die Bedienelemente in Form mehrerer Tasten sowie des Joysticks ermöglichen eine komfortable Steuerung. Dazu kommen zahlreiche Aufnahmemodi, spezielle Gimbal-Optionen und eine sehr gute Stabilisierung der Aufnahmen beim Filmen in Bewegung.
Die bis zu 38 Megapixel auflösenden Fotos geben viele Details wieder, für alltägliche Aufgaben reichen auch die etwa ein Viertel so hoch auflösenden Dateien aus. Fotografen kommen mit dem RAW-Format auf ihre Kosten, Videografen können die Nachbearbeitungsmöglichkeiten mit dem D-Log2-Standard vergrößern. Die 4K-Auflösung der Pocket 4P reicht für nahezu alle Aufnahmezwecke aus, mit bis zu 240 Vollbildern pro Sekunde lassen sich sehr ansprechende Aufnahmen (bis zu 8-fache Zeitlupen) erzielen. Dass die Telekamera in 4K nur 200 Vollbilder pro Sekunde schafft, ist kein Beinbruch, kann in der Praxis aber manchmal hinderlich sein.
Die Bildqualität der DJI Osmo Pocket 4P ist bei Videos wie bei Fotos generell sehr hoch, dies gilt auch für Aufnahmen bei wenig Licht. Dabei spielt es bis auf extreme Situationen nur eine untergeordnete Rolle, welche der beiden Kameras zum Einsatz kommt. Ob man den doch stark sichtbaren HDR-Effekt der Pocket 4P bevorzugt oder ablehnt, muss jeder selbst entscheiden. Ausgebrannte Stellen bekommt man jedenfalls praktisch keine zu Gesicht.
Wer schon eine Pocket-Kamera besitzt und sich stets eine längere Brennweite gewünscht hat oder grundsätzlich über den Neuerwerb eines derartigen Modells nachdenkt, sollte die DJI Osmo Pocket 4P auf jeden Fall in Betracht ziehen. Wer nur klassische Vlogs aufnehmen möchte, fährt mit etwas älteren Modellen dagegen weiterhin sehr gut.