Mit USB-A- und USB-C-Port für Einsätze an Computern und Mobilgeräten
Kartenleser gibt es viele am Markt, für Fotografen stellen sie nach wie vor eines der wichtigsten Zubehörprodukte dar. Das liegt auch am Verzicht auf SD- oder microSD-Slots bei vielen aktuellen Notebooks, Desktop-Rechnern und natürlich Smartphones. Wer Daten von der Kamera schnell auf eines dieser Geräte kopieren möchte, kommt an einem extra Kartenleser meistens nicht vorbei. In diesem Testbericht nehmen wir den Sabrent SD- und microSD-Kartenleser unter die Lupe. Dieser verfügt als Besonderheit sowohl über einen USB-A- als auch einen USB-C-Port und kann als OTG-fähiges Gerät auch an Smartphones und Tablets genutzt werden.
Der Sabrent SD- und microSD-Kartenleser besitzt mit Abmessungen von 6,8 x 0,8 x 1,6cm in etwa die Größe eines kleinen USB-Sticks und bringt nur 13g auf die Waage. Damit passt er natürlich problemlos in eine Fototasche, aber auch in eine Jacken- oder Hosentasche. Die Verarbeitung des Sticks lässt keine Wünsche offen, für ein Produkt mit einem Preis von unter 10 Euro stufen wir diese sogar als sehr gut ein. Die Oberfläche besteht teilweise aus Kunststoff und größtenteils mutmaßlich aus Metall. Beide Speicherkarten werden an der gleichen Seite in das Gerät eingesteckt.
Der Kartenleser in der Praxis:
An jeder Ecke des Sticks lässt sich eine kleine Kappe abnehmen, dahinter verbirgt sich jeweils ein USB-Port. An der linken Seite hat Sabrent den USB-A-Port platziert, an der rechten Seite den USB-C-Port. Durch beide USB-Schnittstellen spielt es keine Rolle, wenn der Computer oder das Notebook nur über einen der beiden Schnittstellentypen verfügt. Des Weiteren erlaubt der USB-C-Port den Einsatz des Kartenlesers an Smartphones und Tablets, die mit einem USB-C-Port ausgestattet sind.
Dank OTG-Unterstützung lässt sich der Leser direkt am Gerät betreiben und ermöglicht das Kopieren von Daten. In puncto Schnittstellen-Geschwindigkeit spielt es beim Sabrent SD- und microSD-Kartenleser keine Rolle, welcher Slot genutzt wird. Beide USB-Ports werden mit einer Datenrate von bis zu 5Gbit/s angegeben.
Einsetzen lassen sich im Sabrent SD- und microSD-Kartenleser sowohl SD- als auch microSD-Karten. Damit sind die beiden wichtigsten Speicherkartentypen abgedeckt, die bei klassischen Digitalkameras oder auch Actionkameras verwendet werden. Beide Slots unterstützen den UHS-I-Standard, sie erreichen daher eine theoretische Datenrate von bis zu 104MB/s. Natürlich lassen sich auch UHS-II-Karten nutzen, auch diese erreichen aber maximal die genannten 104MB/s. In unserem Praxistest kamen wir beim Einsatz beider Slots in der Spitze auf rund 90 bis 95MB/s. Das entspricht den Werten, die sich bei UHS-I-Slots in der Praxis üblicherweise erzielen lassen. Pro Minute kann man somit rund fünf bis sechs Gigabyte von der Speicherkarte kopieren oder auf die Karte schreiben. Das reicht für die meisten Nutzer aus, wenngleich man bei größeren Datenmengen natürlich längere Wartezeiten in Kauf nehmen muss.
Angesichts der wirklich sehr kompakten Abmessungen des Lesers halten wir den UHS-I-Standard für schnell genug. Durch die zweite PIN-Reihe, die bei UHS-II-Karten genutzt wird, müsste der Leser bei der Unterstützung des UHS-II-Standards ein gutes Stück breiter ausfallen. Sofern der Kartenleser an einem Smartphone oder Tablet genutzt wird, spielt die Begrenzung auf den UHS-I-Standard sogar meistens keine Rolle. Selbst bei den schnellsten Geräten sind Datenraten über 100MB/s unwahrscheinlich.
Wir kamen beim Einsatz eines Pixel 8 Pro in der Spitze auf rund 40 bis 50MB/s. Das reicht für Fotos problemlos aus, das Betrachten von Aufnahmen in der Galerieansicht war schnell und komfortabel möglich. Wer größere Videodateien übertragen möchte, muss aber etwas länger warten. In den meisten Fällen dürften Nutzer aber wohl kaum viele Gigabyte auf ihr Mobilgerät kopieren wollen.
Gut zu wissen: Die genannte maximale Datenrate erreichte der Kartenleser leider nicht bei allen von uns getesteten Speicherkarten. Bei manchen Modellen, wie z. B. einer Sony SF-G32, kamen wir wiederholt nur auf rund 25MB/s. Da diese Speicherkarte in anderen Lesern bis zu etwa 280MB/s erreicht, muss hier ein Problem vorliegen. Mehrere Speicherkarten von Samsung und SanDisk funktionierten dagegen einwandfrei.
Verwenden kann man beim Sabrent-Kartenleser beide Slots parallel. Das gilt sowohl für das Lesen als auch das Schreiben. In der Praxis wird dieser Vorteil aber durch eine auf beide Slots begrenzte maximale Datenrate von rund 95MB/s stark geschmälert. Sofern im SD-Slot das Übertragungslimit von den genannten 95MB/s nahezu ausgenutzt wird, liefert der microSD-Slot nur noch einstellige Megabyte-Werte. Umgekehrt ist dies genauso. Kommen dagegen zwei langsamere Speicherkarten zum Einsatz, die beispielsweise nur 40-50MB/s übertragen, lohnt sich der parallele Einsatz schon.
Unser Fazit:
Der Sabrent-Kartenleser konnte uns im Test bis auf eine Ausnahme vollständig überzeugen. Er ist wirklich klein sowie leicht und dabei auch noch wertig verarbeitet. Mit den beiden unterschiedlichen USB-Ports (USB Typ A und USB Typ C) kann man ihn an jeden aktuellen Computer anstecken und auch an Smartphones oder Tablets lässt er sich für die Datenübertragung nutzen. Flexibler geht es nicht! Mit einem SD- und einem microSD-Slot lassen sich die beiden am weitesten verbreiteten Speicherkartentypen nutzen, beide Slots kann man als Vorteil sogar gleichzeitig verwenden. In Kombination stellen allerdings etwa 95MB/s das Übertragungsmaximum dar. Das ist für zwei Karten nicht besonders viel.
Wer nur eine Speicherkarte verwendet, was dem Normalfall entspricht, wird mit den fast 100MB/s in den allermeisten Fällen aber problemlos auskommen. Damit lassen sich auch etwas größere Dateien recht schnell übertragen. Angesichts der wirklich kompakten Abmessungen und des geringen Preises kann man auf die Übertragung via UHS-II-Standard verzichten.
Als einziger echter Nachteil ergab sich im Test die nicht bei allen Speicherkarten gleich hohe Übertragungsgeschwindigkeit. Im „Worst Case“ ließen sich sogar nur etwa 25MB/s von der Speicherkarte lesen und schreiben. Da sich diese Problematik replizieren ließ und die verwendete Speicherkarte (Sony SF-G32) definitiv nicht der Verursacher war, muss es sich hier um ein Problem des Kartenlesers handeln. Sofern die getesteten Speicherkarten einmal „normal“ funktioniert hatten, traten im Test aber keine weiteren Probleme auf.