Teil 1 von 3: Einsteiger-DSLMs mit Vollformatsensor und 4K60p-Videoaufnahme
Mit der Nikon Z5II und der Sony Alpha 7 IV lassen sich zwei Kameras mit Vollformatchip erwerben, die als vergleichsweise günstige Modelle dem Einsteiger-Segment zuzuordnen sind. Das Wort "Einsteiger" sollte man dabei aber nicht unbedingt wörtlich nehmen, um zwei einfache Low-Budget-DSLMs handelt es sich keineswegs. Stattdessen um spiegellose Systemkameras, die den vergleichsweise günstigen Einstieg in die Vollformat-Liga ermöglichen. In diesem Vergleich schauen wir uns die wichtigsten Daten der beiden DSLMs an und gehen auf ihre Stärken und Schwächen ein.
Zu unseren beiden Einzeltestberichten gelangen Sie über folgende Links:
Testbericht der Nikon Z5II
Testbericht der Sony Alpha 7 IV
Abmessungen/Verarbeitung/Bedienung:
Kameras mit einem Bildwandler in Vollformatgröße können natürlich nicht so kompakt wie Kameras mit kleineren Sensoren ausfallen. Die Nikon Z5II und die Sony Alpha 7 IV gehören zu den „mittelgroßen“ spiegellosen Systemkameras und weichen größentechnisch nur recht wenig voneinander ab. Der Blick auf die Datenblätter verrät, dass die Kamera von Nikon 13,4 x 10,1 x 7,2cm misst und die Kamera von Sony 13,1 x 9,6 x 8,0cm groß ist. Am größten fällt der Unterschied also in der Tiefe aus. Diese Differenz ist unter anderem auf den deutlich voluminöseren Griff der Alpha 7 IV zurückzuführen.
Auf die Waage bringt die Z5II mit 698g etwas mehr als die Alpha 7 IV mit 658g, praktisch spielt dieser Unterschied jedoch keine Rolle. In der Hand liegen beide Kameras sehr ähnlich, auch bei etwas größeren Objektiven ist das Handling noch gut. Bei sehr großen und schweren Objektiven sorgt allerdings ein Batteriegriff für Vorteile. Dieser lässt sich von Nikon (MB-N14) und Sony (VG-C4EM) erwerben. Darüber hinaus bieten die Griffe Vorteile bei Hochformataufnahmen und ermöglichen das Verwenden von zwei Akkus.
Als Material nutzen beide Hersteller eine Magnesiumlegierung sowie Kunststoff. Die Verarbeitung stufen wir jeweils als solide ein, das Gehäuse der Alpha 7 IV empfinden allerdings noch einen Tick höherwertiger. Abdichtungen schützen jeweils die Technik im Inneren, die Z5II liegt bei diesem Punkt jedoch vorne. Sie ist laut Nikon gegen Staub und Spritzwasser geschützt, die Sony Alpha 7 IV nur gegen Staub und Feuchtigkeit.
Einstellräder und Tasten bringen beide Kameras in einer ähnlichen Anzahl mit, dazu gehören jeweils ein Joystick und natürlich ein Programmwählrad. Die Wahl zwischen der Foto- und der Videoaufnahme erfolgt per Schalter, bei der Alpha 7 IV gibt es zudem eine dritte Position für den S&Q-Modus. Letzterer ist für Zeitlupen- und Zeitraffervideos gedacht.
Eingaben lassen sich bei beiden spiegellosen Systemkameras sehr komfortabel vornehmen, hinsichtlich der Bedienung schneiden auch Oberklasse-DSLMs nicht besser ab. Bei der Nikon Z5II lässt sich ein Teil der Tasten frei konfigurieren, bei der Sony Alpha 7 IV können Kamerabesitzer die Funktion von fast allen Bedienelementen frei vorgeben.
Die Menüs der Kameras erlauben sehr viele Einstellungen, die Optionen wurden dabei in bestimmte Themenbereiche gruppiert. Darüber hinaus ist es jeweils möglich, ein eigenes Menü mit Parametern zu bestücken. Dieses wird als „Mein Menü“ bezeichnet.
Unsere Wertung bei den Abmessungen, der Verarbeitung und der Bedienung: Unentschieden.
Bildqualität:
Als Bildwandler kommt bei beiden Kameras ein CMOS-Sensor der Vollformatklasse zum Einsatz. Die Chips messen jeweils 35,9 x 23,9mm und sind rückwärtig belichtet. Während der Sensor der Nikon Z5II „klassische“ 24,2 Megapixel (6.016 x 4.016 Pixel) auflöst, tummeln sich auf dem Bildwandler der Sony Alpha 7 IV fast 33 Megapixel (7.008 x 4.672 Pixel).
Die ISO-Bereiche fallen mit minimal ISO 50 und maximal ISO 204.800 identisch aus, ohne den Einsatz der Erweiterungen kommt man bei der Z5II (ISO 64.000 statt ISO 51.200) allerdings einen Tick höher. In der Praxis ist dies jedoch nicht relevant.
Die Bildqualität anhand dreier Ausschnitte im Detail:
Anders sieht das bei der Bildqualität aus. Die zusätzlichen Bildpunkte der Sony Alpha 7 IV sorgen für eine bessere Detailwiedergabe und bieten mehr Reserven beim Zuschneiden von Bildern. Bei unserem Tageslichtvergleich, der bei ISO 100 erfolgte, ist die Alpha 7 IV in der Lage, feine Strukturen besser als die Z5II wiederzugeben. Ob man die zusätzlichen Pixel nun unbedingt benötigt, steht auf einem anderen Blatt.
Die Bildqualität anhand dreier Ausschnitte im Detail:
Bei Nacht ist die höhere Auflösung ebenfalls gut zu erkennen. Auch hier sind die Aufnahmen der Sony Alpha 7 IV detailreicher. Das Bildrauschen fällt bei der Kamera von Sony etwas höher aus, dies ist aber auf eine etwas niedrigere Rauschreduzierung der Sony-DSLM zurückzuführen. Für beide Kameras gilt, dass auch bei sehr hohen Sensorempfindlichkeiten noch eine gute Qualität erzielt wird. Bei dem von uns zum Test verwendeten ISO-Wert 12.800 sind natürlich Qualitätsabstriche hinzunehmen, dies ist aber absolut normal.
Unser Sieger bei der Bildqualität: Die Sony Alpha 7 IV.
Im zweiten Teil unseres Tests der Nikon Z5II und der Sony Alpha 7 IV vergleichen wir unter anderem das Objektivangebot, die Arbeitsgeschwindigkeit und die Optionen bei der Bildkontrolle.
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