24 Megapixel KB-Sensor, 120 Bilder/Sek., 4,0“-LCD, elektronischer Verschluss, 6K60p-RAW-Video
2024 hatte Nikon das auf Videokameras spezialisierte Unternehmen RED übernommen und damit klar gemacht, dass der Fokus in der Zukunft auch auf Video-Equipment liegen wird. Nun wurde mit der Nikon ZR das Ergebnis dieser neuen Marschrichtung vorgestellt. Zur Bildaufnahme kommt hier mutmaßlich der 24 Megapixel Vollformatsensor (35,9 x 23,9mm) der Nikon Z6III zum Einsatz. Dank ihm hat die ZR zahlreiche spannende Spezifikationen zu bieten.
Zum einen erlaubt der sehr schnell auslesbare Partially-Stacked-CMOS-Sensor Aufnahmen mit einem geringen Rolling Shutter. Diesen Vorteil macht sich Nikon bei der Kamera unter anderem mit dem Verzicht auf einen mechanischen Verschluss zunutze. Bewegliche Teile gibt es bis auf den beweglich gelagerten Sensor, der die Bildstabilisierung in fünf Achsen ermöglicht, somit nicht mehr.
Fotos kann die Nikon ZR bis zu 120 pro Sekunde aufnehmen, bei voller Auflösung und im RAW-Format dürften aber nur die von der Z6III bekannten 20 Bilder pro Sekunde erreicht werden. Die Fokussierung übernimmt ein Hybrid-AF mit Phasendetektion und Kontrastmessung, genaue Spezifikationen erwähnt Nikon jedoch nicht. Wir gehen hier vom Leistungslevel der Nikon Z6III mit den dort vorhandenen Motiverkennungs-Features aus.
Die Videospezifikationen der Kamera fallen umfangreich aus. In 6K-Auflösung lässt sich unter anderem mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde filmen, in 4K-Auflösung sind bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde möglich (mit APS-C-Crop) und in Full-HD-Auflösung bis zu 240 Vollbilder pro Sekunde. Als Bildformate werden nicht nur H.265 und H.264 angeboten, sondern auch Redcode RAW, N-RAW, Apple ProRes RAW HQ (jeweils max. 12-Bit) und Apple ProRes 422 HQ. Für einen möglichst großen Dynamikumfang stehen unter anderem Log3G10 sowie N-Log zur Verfügung und bietet der Sensor zwei Base-ISO-Stufen (800/6.400). Maximal kann man mit ISO 51.200 filmen und per Erweiterung den höchsten Wert noch einmal um zwei Stufen erhöhen (entspricht ISO 204.800). Für den passenden Bildlook sorgen zudem vier kreative Video-Modi und neun benutzerdefinierte RED-Picture-Control-Konfigurationen.
Die Tonaufnahme erfolgt bei der Nikon ZR mit dem integrierten Mikrofon oder externen Modellen, dank 32-Bit-Float-Unterstützung ist man dabei stets auf der sicheren Seite. Trotz des Fokus auf Videoaufnahmen verzichtet Nikon auf eine aktive Kühlung, lange Aufzeichnungen soll ein innovatives Gehäusedesign mit optimierter Wärmeabfuhr erlauben.
Die Bildkontrolle erfolgt mittels eines 4,0 Zoll großen Touch-Displays mit sehr hoher Auflösung (3,07 Millionen Subpixel), dieses lässt sich sowohl drehen als auch schwenken. Abdichtungen ermöglichen den Einsatz der Kamera bei vielen Wetterbedingungen, durch das Z-Bajonett sind fast alle Nikon-Objektive nutzbar. Verwenden kann man zudem das bekannte Zubehör. Zur Datenspeicherung greift Nikon auf eine CFexpress-Karte und ein microSD-Modell zurück.
Das 13,4 x 8,1 x 4,9cm große Gehäuse der Nikon ZR bringt mit Akku sowie Speicherkarte 630g auf die Waage und wird voraussichtlich ab Ende Oktober 2025 den Fachhandel erreichen. Ohne Objektiv soll es 2.349 Euro kosten, mit dem Nikkor Z 24-70mm F4 S sind es 2.949 Euro (jeweils UVP).
Links zum Artikel: