07.09.2025 - 08:00

Jubiläum: 20 Jahre Canon EOS 5(D)-Serie (Teil 2)

Von der vierten 5D-Generation bis zur spiegellosen Zeit

Nachdem wir uns im ersten Teil dieses Rückblicks die Kameras von der Ur-5D bis zur EOS 5DS und EOS 5DS R angesehen haben, blicken wir nun auf die Modelle ab der EOS 5D Mark IV und die nachfolgenden spiegellosen Modelle.

Canon EOS 5D Mark IV: Das letzte Modell mit Spiegel
Als Canon die EOS 5D Mark IV 2016 vorstellte, gab es bereits starke Konkurrenz in Form spiegelloser Modelle. Canon wollte auf den spiegellosen Zug damals aber noch nicht vollkommen aufspringen und brachte mit der EOS 5D Mark IV eine neue 5D-Kamera auf den Markt. Beim Gehäuse gab es zwar keine großen Veränderungen, die Technik im Inneren wurde jedoch stark überarbeitet. Unter anderem kam ein neu entwickelter CMOS-Sensor mit 30 Megapixel zum Einsatz. Dieser besaß jeweils zwei Photodioden pro Pixel, was das schnelle Fokussieren auch ohne das AF-Modul der Kamera ermöglichte. Dieser Vorteil konnte natürlich nicht nur bei Fotos genutzt werden, sondern auch bei Videos. Diese ließen sich zum ersten Mal bei einer EOS-5D-Kamera in 4K-Auflösung (2160p30) aufzeichnen. Als Nachteil musste jedoch ein deutlicher Crop hingenommen werden. Der Bildeindruck entsprach daher eher einer APS-C-Kamera.

Die Canon EOS 5D Mark IV ist das letzte 5D-Modell mit Spiegel:

Die doppelt vorhandenen Fotodioden nutzte Canon bei der EOS 5D Mark IV allerdings nicht nur für das Fokussieren, dadurch konnte auch die Dual Pixel RAW-Aufnahme realisiert werden. Diese erlaubte unter anderem das nachträgliche Verändern des Bokehs sowie des Fokuspunktes. Da sich die Veränderungen jedoch in engen Grenzen hielten, konnte sich die neue Funktion nie wirklich durchsetzen. Zu den weiteren Verbesserungen der EOS 5D Mark IV gehörten das mit bis zu 21 Messfeldern bis F8 arbeitende Fokusmodul, der Belichtungsmesssensor mit 150.000 RGB-Pixeln und das höher auflösende Display (1,62 Millionen Subpixel) mit Touchscreen.

Canon EOS R5: EOS 5 goes spiegellos
Knapp zwei Jahre nachdem Canon mit der EOS R die erste DSLM mit Vollformat-Sensor vorgestellt hatte, erschien mit der EOS R5 effektiv das Nachfolgemodell der EOS 5D Mark IV. Die EOS R5 war nicht nur mit einem 45 Megapixel auflösenden CMOS-Sensor ausgestattet, dieser wurde zum ersten Mal bei einer DSLM von Canon auch zur Bildstabilisierung genutzt. Zu diesem Zweck war der Sensor in fünf Achsen beweglich gelagert und konnte Verwacklungen um bis zu acht Blendenstufen ausgleichen. Mit dem Objektiv-IS, der bei einigen Canon-Objektiven vorhanden ist, konnte der Sensor-Shift-Stabilisator ebenso zusammenarbeiten.

Die Canon EOS R5 löste 2020 die EOS 5D Mark IV:

Der Umstieg auf die spiegellose Technik machte bei der Canon EOS R5 zudem eine Reihe von weiteren Verbesserungen möglich. So speicherte die DSLM bei Serienaufnahmen bis zu 20 Bilder pro Sekunde. Für die Fokussierung wurde der Dual Pixel CMOS AF II genutzt, dank Deep Learning konnte die R5 neben Gesichtern und Augen von Menschen auch Hunde, Katzen, Vögel sowie Rennwagen und Rennmotorräder erkennen.

Der Wechsel von der Spiegelreflex-Technik zur spiegellosen Technik hatte des Weiteren einen fundamentalen Einfluss auf die Bildkontrolle. Diese erfolgte bei der Canon EOS R5 nur noch elektronisch über das Display und den Sucher. Das im Sucher verbaute OLED-Panel löste mit 5,76 Millionen Subpixel sehr hoch auf, das LCD bildete dank 2,1 Millionen Subpixel ebenso sehr scharf ab. Letzteres ließ sich zum ersten Mal bei einer Kamera der EOS-5-Serie zudem drehen und schwenken. Anpassungen gab es auch beim Bedienkonzept: Das klassische Programmwählrad wich einer neuen Lösung und auch das Display wurde neu gestaltet.

Bei der EOS R5 kam das erste Mal ein dreh- und schwenkbares Display zum Einsatz:

Einen großen Sprung nach vorne machte die Canon EOS R5 im Vergleich zur EOS 5D Mark IV auch bei Videos. Während die DSLR Videos in 4K-Auflösung mit maximal 30 Vollbildern pro Sekunde aufzeichnen konnte, waren mit der DSLM Aufnahmen bis hinauf zur 8K-Auflösung möglich. In 8K stellten zwar "nur" 30 Vollbilder pro Sekunde die höchste Bildrate dar, in 4K war jedoch erst bei 120 Vollbildern pro Sekunde Schluss. Möglich waren derart hohe Auflösungen und Bildraten nur durch die Integration eines CFexpress Typ-B-Slots. Auch damit kam die EOS R5 in der Zukunft an.

Das Bedienkonzept hat Canon bei der EOS R5 ebenso deutlicher überarbeitet:

Wer noch detailreichere Bilder benötigt, als mit der EOS R5 ohnehin schon möglich sind, kann seit der Firmware 1.8.1 die High-Res-Funktion nutzen. Diese speichert mehrere Fotos mit leicht verschobenem Sensor und rechnet die Aufnahmen kameraintern zusammen. Dadurch lassen sich Bilder mit bis zu 400 Megapixel ausgeben.

Canon EOS R5 Mark II: Ein Stacked-Sensor hält Einzug
Das aktuelle 5er-Modell ist die Canon EOS R5 Mark II. Die seit dem Jahr 2024 erhältliche Kamera bringt als wichtigste Neuerung einen BSI Stacked CMOS-Sensor mit. Dieser löst zwar nicht höher als bei der EOS R5 auf, kann aber deutlich schneller ausgelesen werden. Dadurch lassen sich bewegte Motive beim Einsatz des elektronischen Verschlusses mit weniger Verzerrungen abbilden und ist das Blitzen mit bis zu 1/160 Sekunde möglich. Von Vorteil ist der neue Sensor auch bei Serienaufnahmen. Diese sind bis zu 50 Prozent schneller (30 statt 20 Bilder pro Sekunde) möglich.

Die EOS R5 Mark II ist mit einem besonders schnell auslesbaren Stacked-Sensor ausgestattet:

Die dafür notwendige höhere Rechenleistung liefert unter anderem der zusätzlich vorhandene „DIGIC Accelerator“-Prozessor. Dieser kann höhere Datenmengen verarbeiten und nutzt Deep Learning auch zur Rauschreduzierung. Ein Update gab es bei der Canon EOS R5 Mark II auch für den Autofokus. Der Dual Pixel Intelligent AF kann unter anderem Personen besser verfolgen und Gesichter sowie Oberkörper von Sportlern identifizieren. Dies verbessert das Tracking. Darüber hinaus ist die DSLM in der Lage, automatisch die gängigsten Spielabläufe beim Fußball, Basketball und Volleyball zu erkennen. Für das „manuelle“ Verfolgen des Motivs verfügt die Kamera zudem über den Eye-Control-AF. Wer Videos aufnehmen möchte, kann bei der EOS R5 des Weiteren von bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde in 8K-Auflösung profitieren.

Canon EOS R5 Mark III: Die Zukunft ist noch ungewiss
Da die Kameras der EOS 5D- bzw. EOS R5-Serie allesamt sehr beliebt waren bzw. sind, dürfte Canon schon am nächsten Modell, der EOS R5 Mark III, arbeiten. Technische Daten sind von dieser Kamera aber noch keine bekannt, die Vorstellung dürfte kaum vor dem Jahr 2027 oder sogar erst 2028 erfolgen. In der Regel sind zwischen den EOS 5D- bzw. EOS R5-Vorstellungen nämlich etwa drei bis vier Jahre vergangen. Sofern Canon in der Zwischenzeit kein extra High-Res-Modell vorstellt, würden wir bei der EOS R5 Mark III von einer gesteigerten Sensorauflösung ausgehen. Mehr Pixel könnte zudem auch das im Sucher verbaute OLED-Panel erhalten. In puncto Video würden wir dagegen kein größeres Update erwarten. Mit der 8K60p-Aufnahme im RAW-Format erreicht die EOS R5 Mark II bereits ein extrem hohes technisches Niveau, das sinnvollerweise kaum übertroffen werden muss. Höhere Auflösungen als 8K werden aller Voraussicht nach auch 2027 oder 2028 keine größere Rolle spielen.

Autor: dkamera.de Redaktion