09.04.2025 - 07:59

Fünf Mikrofone von Sony im Praxistest (Teil 2)

Teil 2 von 3: Das Sony ECM-W3 im Detail und die Tonqualität der Mikrofone

Nachdem wir uns im ersten Teil unseres Tests die vier Aufsteckmikrofone Sony ECM-G1, ECM-B10, ECM-B1M und ECM-M1 im Detail angesehen haben, nehmen wir nun unter anderem das Ansteckmikrofon Sony ECM-W3 unter die Lupe. Dieses erlaubt die drahtlose Datenübertragung via Bluetooth, die Akkus werden per USB-C aufgeladen.

Sony ECM-W3
Das Sony ECM-W3 ist für andere Aufnahmezwecke als die ersten vier Modelle in diesem Test gedacht. Es handelt sich nicht um ein Aufsteckmikrofon, sondern um ein Ansteckmikrofon. Zwei 2,5 x 5,3 x 2,1cm große und 17g schwere Sender, die sich per Klipp befestigen lassen, nehmen den Ton direkt an der Geräuschquelle auf und senden ihn drahtlos via Bluetooth 5.3 Low Energy an das Empfangsteil (3,2 x 2,9 x 5,0cm; 25g).

Das Sony ECM-W3 umfasst zwei Sender (rechts und links) und einen Empfänger (Mitte):

Der Empfänger wird standardmäßig auf der Kamera montiert:

Letzteres wird wie ein Aufsteckmikrofon auf der Kamera via Zubehörschuh befestigt und kann die Daten digital oder analog einspeisen. Auf welche Weise dies erfolgt, lässt sich am Empfänger per Schalter einstellen. Ein weiterer Schalter erlaubt das Trennen der Signale in zwei Audiokanäle oder die gemeinsame Aufzeichnung in einem Kanal.

Am Empfänger gibt es einen USB-C-Anschluss und einen Klinkenanschluss:

Zudem kann man per Schalter die Tonübertragung sowie die Aufnahmeart wählen:

Per Taste lässt sich der "Safety"-Modus aktivieren:

Die Safety-Taste sorgt zudem für das Absenken des Pegels bei einem Kanal um 20 Dezibel. Dadurch kann man die Übersteuerung verhindern, wenn die Tonquelle deutlich lauter wird. An den Sendern ist zudem das Zuschalten der Rauschreduzierung oder eines Hochpassfilters möglich und lässt sich der Pegel um 10dB oder 20dB absenken.

Für die Stromversorgung besitzen alle drei Geräteteile einen Akku, das Aufladen erfolgt standardmäßig per Transportbox. Wer ein externes Tonsignal übertragen möchte, kann dies mittels des 3,5mm Klinkeneingangs an den Sendern. Am Empfänger gibt es ebenso einen 3,5mm Klinkenanschluss. Das Sony ECM-W3 lässt sich daher auch problemlos an Kameras ohne Multifunktionszubehörschuh einsetzen.

An den Sendern lässt sich ein Filter zuschalten:

Zudem gibt es hier Schalter zum Ein-/Ausschalten sowie für die Pegelung:

Über den 3,5mm Klinkenport kann man externe Tonsignale einspeisen:

Als maximale Sendereichweite gibt Sony 150 Meter an, dies gilt aber natürlich nur für die störungsfreie Übertragung im Freien. Ob die Sender und der Empfänger verbunden sind, lässt sich über die Link-LEDs an den Geräten prüfen. Hindernisse können die Reichweite deutlich verringern und für Abbrüche der Übertragung sorgen. Die Aufnahme ist in diesem Zeitraum dann verloren, da der Ton auf den Sendegeräten nicht zusätzlich gespeichert wird. Dass man die LEDs bei aufgestecktem Windschutz nicht oder allenfalls sehr schlecht sehen kann, ist dabei zweifellos nicht optimal.

LEDs signalisieren, ob der Empfänger eingeschaltet und verbunden ist:

Bei klassischen Entfernungen (Sender zu Empfänger) gab es im Test keinerlei Störungen, auch beim Zimmerwechsel in Gebäuden stießen wir auf keine Probleme. Wer den Ton nicht direkt über die Kamera kontrolliert, ist wegen der fehlenden Backup-Funktion aber natürlich im Nachteil. Das Ausreizen der Reichweite sollte daher vermieden werden.

Nachdem wir uns alle Details zu den fünf Mikrofonen in diesem Test angesehen haben, prüfen wir nun die Tonqualität. Für die Aufnahmen wurde jeweils eine Sony Alpha 7 IV verwendet, die Tonübertragung erfolgte (sofern möglich) digital. Alle Filter wurden am Mikrofon für den Test deaktiviert, das Audiolevel (sofern einstellbar) auf "Auto" belassen. In der Kamera stand der Pegel auf dem Wert "26". Zum Vergleich haben wir auch eine Aufnahme mit dem integrierten Mikrofon vorgenommen. Der Abstand des Sprechers lag im Test der Aufsteckmikrofone bei knapp vier Metern. Beim Ansteckmikrofon Sony ECM-W3 waren es fünf Meter, 25 Meter und 50 Meter. Für alle Tests gilt, dass der mitgelieferte Windschutz verwendet wurde.

Testaufnahnme des integrierten Mikrofons der Sony Alpha 7 VI

Testaufnahme des Sony ECM-G1

Testaufnahme des Sony ECM-B10 (superdirectional)

Testaufnahme des Sony ECM-B10 (unidirectional)

Testaufnahme des Sony ECM-B10 (omnidirectional)

Testaufnahme des Sony ECM-B1M (superdirectional)

Testaufnahme des Sony ECM-B1M (unidirectional)

Testaufnahme des Sony ECM-B1M (omnidirectional)

Testaufnahme des Sony ECM-M1 (superdirectional)

Testaufnahme des Sony ECM-M1 (unidirectional)

Testaufnahme des Sony ECM-M1 (omnidirectional)

Testaufnahme des Sony ECM-M1 (stereo)

Testaufnahme des Sony ECM-W3 (5 Meter)

Testaufnahme des Sony ECM-W3 (25 Meter)

Testaufnahme des Sony ECM-W3 (50 Meter)

Die Bewertung der Aufnahmen:
Im Vergleich mit dem integrierten Stereomikrofon der Sony Alpha 7 VI schlagen sich alle getesteten Mikrofone deutlich besser. Das liegt unter anderem am fehlenden Windschutz, der beim integrierten Mikrofon zu störenden Geräuschen führt. Daneben punkten die Aufsteckmikrofone natürlich mit einer besseren Richtwirkung. Hinsichtlich der Tonqualität sehen wir das Sony ECM-M1 vorne. Dieses überzeugt uns mit dem geringsten Rauschen und subjektiv der ausgewogensten Wiedergabe. In puncto Richtwirkung gefallen uns das Sony ECM-B1M und ECM-B10 noch etwas besser, hier lässt sich jedoch mehr Rauschen hören. Dieses kann man durch die Wahl eines niedrigeren Pegels noch senken, im Test haben wir jedoch extra die automatische Einstellung verwendet. An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass kürzere Aufnahmeentfernungen die Tonqualität verbessern. Da die Unterschiede hier geringer ausfallen, haben wir uns für einen anspruchsvollen Test entschieden.

Die Tonqualität des Sony ECM-G1 fällt im Vergleich zu den anderen Aufsteckmikrofonen ab. Sowohl die Tonqualität als auch die Richtwirkung sind hörbar schlechter. Das Ansteckmikrofon Sony ECM-W3 lieferte bei allen drei getesteten Aufnahmeentfernungen eine sehr gute Tonqualität. Durch die kurze Distanz des Mikrofons von der Audioquelle reicht ein geringer Pegel aus, ein Rauschen gibt es praktisch nicht. Für alle fünf Mikrofone in diesem Test gilt, dass die mitgelieferten Windschutze eine gute Arbeit leisten und bei leichtem Wind Störungen effektiv verhindern. Bei Außeneinsätzen sollte man diese daher auf jeden Fall nutzen. Abraten würden wir dagegen (sofern vorhanden) vom Einsatz der Noise-Cancaling-Funktion. Diese kann die Tonqualität deutlich negativ beeinflussen. Im Zweifelsfall nehmen wir lieber ein paar Störgeräusche in Kauf, anstatt eine stark verfälschte Wiedergabe zu erhalten.

Im dritten Teil dieses Praxistests fassen wir unsere Ergebnisse zusammen und ziehen ein Fazit.

Autor: dkamera.de Redaktion