07.04.2025 - 08:18

Fünf Mikrofone von Sony im Praxistest (Teil 1)

Teil 1 von 3: Die Kandidaten Sony ECM-G1, ECM-B10, ECM-B1M und ECM-M1 im Detail

Kameras sind heutzutage wahre Alleskönner. Neben der Fotoaufnahme steht auch die Videoaufnahme im Fokus. Bei Videos ist dabei nicht nur die Bildqualität oder die Bildrate relevant, sondern auch der Ton. Diesen kann man natürlich mit den integrierten Mikrofonen aufzeichnen, eine bessere Qualität lässt sich jedoch mit externen Modellen erzielen. In diesem Praxistest schauen wir uns vier Aufsteckmikrofone sowie ein Ansteckmikrofon von Sony an.

Grundsätzlich lassen sich an modernen Kameras die Mikrofone unterschiedlicher Hersteller nutzen. Das gewährleistet der 3,5mm Klinkenport, über den heutzutage fast alle verkauften spiegellosen Systemkameras verfügen. Sony nutzt als Besonderheit zudem eine weitere Schnittstelle. Diese befindet sich im Blitzschuh aller Sony-Kameras des letzten Jahrzehnts.

Durch zusätzliche Kontakte wird der Blitzschuh zum Multifunktionszubehörschuh:

Alle vier Aufsteckmikrofone in diesem Praxistest übertragen den Ton via Multifunktionsschuh:

Über den Multifunktionszubehörschuh, der gleichzeitig auch zur Stromversorgung verwendet wird, können kompatible Mikrofone den Ton ohne weitere Kabel einspeisen. Dies geht nicht nur analog, sondern auch digital. Dadurch ist eine höhere Tonqualität möglich. Da die digitale Tonübertragung allerdings erst in den letzten Jahren eingeführt wurde, unterstützen ältere Kameras diese Funktion noch nicht.

Kameras mit analoger Tonübertragung

Kameras mit digitaler sowie analoger Tonübertragung

Sony Alpha 6100

Sony Alpha 6700

Sony Alpha 6300

Sony ZV-E10

Sony Alpha 6400

Sony ZV-E10 II

Sony Alpha 6500

Sony Alpha 7 IV

Sony Alpha 6600

Sony Alpha 7R IV

Sony Alpha 7

Sony Alpha 7R V

Sony Alpha 7 II

Sony Alpha 7S III

Sony Alpha 7 III

Sony Alpha 9 II

Sony Alpha 7R

Sony Alpha 9 III

Sony Alpha 7R II

Sony Alpha 1

Sony Alpha 7R III

Sony Alpha 1 II

Sony Alpha 7S

Sony Alpha 1 II

Sony Alpha 7SII

Sony Alpha 7C

Sony Alpha 9

Sony Alpha 7C II

 

Sony Alpha 7CR

 

Sony ZV-E1

In diesem Praxistest nehmen wir insgesamt fünf unterschiedliche Modelle unter die Lupe: Beim Sony ECM-B1M, Sony ECM-M1, Sony ECM-B10 und Sony ECM-G1 handelt es sich um Shotgun-Mikrofone, die auf die Kamera aufgesteckt werden und den Ton von dort aufzeichnen. Darüber hinaus schauen wir uns auch das kabellose Ansteckmikrofon Sony ECM-W3 an.

Die Testmodelle im Detail:

Sony ECM-G1
Das ECM-G1 ist Sonys Einsteiger-Shotgun-Mikrofon und mit Abmessungen von 2,8 x 5,1 x 4,9cm eines der kleinsten Aufsteckmikrofone am Markt. Das Gewicht beträgt zudem nur 34g. Die Richtcharakteristik des Mikrofons gibt Sony als Hyper- bzw. Superniere an, wechseln lässt sich diese allerdings nicht. Des Weiteren muss auf Schalter zur Wahl der Dämpfung oder einstellbare Filter verzichtet werden.

Das Sony ECM-G1 ist ein sehr kompaktes Aufsteckmikrofon:

Die Tonübertragung erfolgt beim ECM-G1 analog. Dies geht über den Multifunktionszubehörschuh oder auch per 3,5mm Klinkenanschluss. Letzterer befindet sich an der Seite des Mikrofons. Das passende Kabel gehört genauso zum Lieferumfang wie ein passender Windschutz. Zur Stromversorgung wird der Multifunktionszubehörschuh oder das Klinkenkabel genutzt, zum Abhalten von Vibrationen ist der obere Mikrofonteil entkoppelt.

Der Ton lässt auch per 3,5mm Klinkenbuchse ausgeben:

Das ECM-G1 auf einer Sony Alpha 7 IV (mit Klinkenkabel):

Sony ECM-B10
Eine Klasse höher als das Sony ECM-G1 ist das Sony ECM-B10 angesiedelt. Dieses fällt deutlich größer aus (2,7 x 8,2 x 7,9cm) und bringt mit 72g mehr als doppelt so viel Gewicht auf die Waage. Das ECM-B10 gehört aber trotzdem noch zu den kleineren Modellen. Im Vergleich zum ECM-G1 bringt es eine Reihe von Einstellungsmöglichkeiten mit.

Das Sony ECM-B10 ist vergleichsweise hoch, dafür aber recht kurz gebaut:

Die Entkopplung des Mikrofons minimiert Störgeräusche:

Diese werden allesamt über Bedienelemente auf der Rückseite angepasst. Hier stehen die Übertragung („Analog“ oder „Digital“), die Filterung („NC“ = Rauschunterdrückung, „LC“ = „Hochpass“ oder „Aus“), eine Dämpfung (10dB, 20dB oder alternativ „Aus“) und der Signalpegel („Auto“ oder manuell von 0 bis 10) zur Wahl. Zudem kann man sich zwischen den drei Richtcharakteristiken superdirectional, unidirectional und omnidirectional entscheiden.

Am Mikrofon lassen sich zahlreiche Einstellungen vornehmen:

Wie das Sony ECM-G1 wird auch das Sony ECM-B10 über die Kamera mit Strom versorgt, die Tonübertragung ist über den Schuh direkt in die Kamera möglich. Durch eine Entkopplung des oberen Mikrofonteils sollen Störungen minimiert werden.

Über den Micro-USB-Port sind Firmware-Updates möglich:

Sony ECM-B1M
Das Sony ECM-B1M sieht optisch fast genauso wie das kleinere Schwestermodell Sony ECM-B10 aus. Es hebt sich von diesem durch acht statt vier auf der Oberseite liegende Mikrofonkapseln ab. Dies sollte eine bessere Lichtwirkung ermöglichen. In puncto Einstellungsmöglichkeiten können wir beim 77g schweren und 2,7 x 8,2 x 9,9cm großen Mikrofon dagegen keine Unterschiede feststellen.

Das Sony ECM-B1M ist ein gutes Stück länger als das ECM-B10:

Auch beim ECM-B1M lassen sich sehr Einstellungen vornehmen:

Die Übertragung erfolgt analog oder digital, es gibt Filteroptionen („NC“, „LC“, „Aus“), man kann die Dämpfung einstellen (10dB und 20dB sowie zusätzlich „Aus“), den Signalpegel automatisch bestimmen lassen oder manuell einstellen und zwischen den drei Richtcharakteristiken (superdirectional, unidirectional und omnidirectional) wählen. Die Übertragung des Audiosignals erfolgt per Multi-Interfaceschuh, über diesen wird die Kamera mit Strom versorgt. Natürlich hat Sony zudem für die Entkopplung von der Kamera gesorgt.

Sony ECM-M1
Das Spitzenmodell unter den kompakten Aufsteckmikrofonen ist das Sony ECM-M1. Trotz nur vier Mikrofonkapseln kann man sich dank der „Beamforming“-Technologie für acht unterschiedliche Aufnahme-Optionen entscheiden. Zur Wahl stehen: ultradirectional, superdirectional, unidirectional, omnidirectional, superdirectional (hinten), superdirectional (vorne + hinten), superdirectional (vorne/hinten) separat und Stereo.

Das Sony ECM-M1 fällt kürzer als viele andere Mikrofone aus:

Auf der Rückseite ist unter anderem die Wahl der Richtcharakteristik möglich:

Die Wahl erfolgt durch ein sperrbares Einstellrad, vor dem Drehen ist dieses per mittiger Taste zu entsichern. Zudem kann man beim Sony ECM-M1 einen Filter zuschalten („NC“, „LC“, „Aus“), die Dämpfung einstellen (10dB und 20dB oder „Aus“), die Übertragungsart der Daten (Analog oder Digital) wählen und den Tonpegel automatisch bestimmen lassen oder manuell einstellen.

An der rechten Seite wird die Tonübertragung zwischen "Analog" und "Digital" umgeschaltet:

Trotz dieser langen Featureliste fällt das Sony ECM-M1 mit Abmessungen von 4,0 x 87,2 x 6,5cm kompakt und mit einem Gewicht von 65g auch leicht aus. Die Tonübertragung erfolgt per Zubehörschuh, eine Entkopplung ist vorhanden.

Im zweiten Teil unseres Praxistests gehen wir unter anderem auf das Sony ECM-W3 ein.

Autor: dkamera.de Redaktion