Die Kamera basiert auf der M11 und ist mit dem Sucher der Leica Q3 ausgestattet
Revolution im Hause Leica. Das Wetzlarer Unternehmen hat mit der M EV1 die erste M-Kamera mit einem elektronischen Sucher statt eines Messsuchers vorgestellt. Die Tradition des Messsuchers endet damit aber nicht, wie Leica explizit mitteilt. Die M EV1 stellt eine Erweiterung der Serie dar und löst die klassischen M-Modelle nicht ab. Technisch basiert die Leica M EV1 auf der 2022 vorgestellten Leica M11, das EVF-Modul stammt von der Kompaktkamera Leica Q3.
Die Bildaufnahme erfolgt daher mit einem 60 Megapixel auflösenden BSI-Vollformatchip (36 x 24mm). Dieser unterstützt die Triple-Resolution-Technologie und kann Fotos wahlweise mit 60, 36 oder 18 Megapixel aufnehmen. Ein Maestro-III-Prozessor verarbeitet die Daten, als Sensorempfindlichkeiten sind ISO 64 bis ISO 50.000 wählbar. Der 3GB große Pufferspeicher reicht für 15 RAW- oder mehr als 100 JPEG-Bilder in Folge, die maximale Bildrate der Kamera liegt bei 4,5 Bildern pro Sekunde.
Zur Datenspeicherung stehen bei der Leica M EV1 ein 64GB fassender interner Speicher oder SD-Karten zur Verfügung. Drahtlos lassen sich Bilder zur Leica Fotos App via WLAN oder Bluetooth übertragen, per Kabel geht dies mittels USB-C. Darüber hinaus erlaubt die Schnittstelle auch das Aufladen des Akkus. Der mechanische Verschluss der spiegellosen Systemkamera arbeitet bis zu 1/4.000 Sekunde, mit dem elektronischen Verschluss lässt sich bis zu 1/16.000 Sekunde erreichen.
Beim elektronischen Sucher handelt es sich um das Modell der Leica Q3. Die Auflösung liegt bei 5,76 Millionen Subpixel, das OLED-Panel gibt 60 Bilder pro Sekunde wieder und die Vergrößerung wird mit 0,76-fach angegeben. Ein Augensensor erlaubt das automatische Umschalten zwischen dem Sucher und dem Display, letzteres ist fest verbaut und löst 2,33 Millionen Subpixel auf. Eingaben kann man beim 3,0 Zoll großen Panel via Touchoberfläche vornehmen.
Am Gehäuse der Leica M EV1 hat Leica im Vergleich zur M11 nur wenige Änderungen vorgenommen. Kleine Veränderungen gibt es bei der Belederung, das ISO-Rad musste wegen des EVF-Moduls aus Platzgründen wegfallen. Weiterhin vorhanden ist der Wahlhebel auf der Vorderseite, dessen Funktion wurde allerdings vom Maskenwahlhebel zum Funktionswahlhebel geändert. Damit lassen sich unter anderem das Focus-Peaking und ein bis zu 1,8-facher Zoom aktivieren.
Softwareseitig entspricht die M EV1 bis auf die sucherspezifischen Einstellungen größtenteils der M11. Die Content Credentials-Technologie der Content Authenticity Initiative steht daher ebenso wie bei Leicas Messsucherkamera M11 zur Verfügung. Das Ganzmetall-Gehäuse der Leica M EV1 wird aus Magnesium sowie Aluminium gefertigt, bringt 484g (inklusive Akku) auf die Waage und ist 13,9 x 8,0 x 3,8cm groß. Die spiegellose Systemkamera lässt sich ab sofort für einen Preis von 7.950 Euro erstehen, der optionale Handgriff kostet 395,00 Euro.
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