Teil 2 von 3: Insta360 Luna Ultra vs. DJI Osmo Pocket 4P vs. DJI Osmo Pocket 4
Nachdem wir uns im ersten Teil dieses Vergleichstests der Insta360 Luna Ultra, der DJI Osmo Pocket 4P und der DJI Osmo Pocket 4 unter anderem mit der Aufnahmehardware beschäftigt hatten, nehmen wir in diesem zweiten Teil die Bedienung sowie die Aufnahmemodi unter die Lupe.
Die Kameras der Travel-Vlogging-Klasse besitzen, wie bereits im ersten Teil dieses Vergleichs angesprochen, sehr ähnliche Gehäuse. Die Kameraeinheit wird jeweils von einem Gimbal stabilisiert, dieser sitzt auf der Griffeinheit mit dem Display und den Bedienelementen. Dadurch fallen natürlich auch die Bedienung und die Bildkontrolle sehr ähnlich aus. Für Letzteres ist bei allen drei Kameras in diesem Vergleich ein 2,0 Zoll messendes OLED-Display verbaut. Dieses leuchtet sehr hell und sorgt für eine kontrastreiche Wiedergabe. Da die Auflösungen mit 564 x 318 Pixel (Luna Ultra) und 556 x 314 Pixel (Osmo Pocket 4 und Osmo Pocket 4P) quasi identisch ausfallen, stufen wir die Wiedergabequalität als identisch ein.
Das Panel lässt sich bei allen drei Gimbal-Kameras als besonderes Feature um 90 Grad drehen. Dadurch sind vertikale Aufnahmen ohne Nachteile bei der Bildkontrolle möglich. Darüber hinaus wird diese Funktion von beiden Herstellern (Insta360 und DJI) zum Ein- und Ausschalten der Kameras genutzt. Bei der Luna Ultra von Insta360 kann man das Display inklusive der darunter liegenden Bedienelemente sogar abnehmen.
Durch das sogenannte Touchscreen-Modul stehen die Bildkontrolle und die Bedienung auch abseits der Kamera zur Verfügung, eine extra Fernbedienung wird nicht benötigt. Daneben erlaubt das Touschreen-Modul via Mikrofon das Aufzeichnen des Tons. Wer seine Gimbal-Kamera aus der Ferne (maximale Reichweite circa 20m bei freier Sicht) steuern möchte, wird diese Lösung zweifellos als optimal einstufen. Bei den Modellen von DJI muss man auf eine „externe Lösung“ wie den FrameTap zurückgreifen oder die App verwenden. Letztere lässt sich bei der Luna Ultra natürlich ebenso nutzen.
Lässt man das abnehmbare Touchscreen-Modul einmal außer Acht, bedienen sich alle drei Travel-Vlogging-Kameras sehr ähnlich. Es gibt jeweils einen Joystick, der unter anderem zum manuellen Bewegen des Gimbals genutzt werden kann und eine Rec-Taste. Die Insta360 Luna Ultra ist zudem mit einem Slider zur Wahl der Brennweite ausgestattet. Bei der DJI Osmo Pocket 4 und Osmo Pocket 4P gibt es für diesen Zweck eine Taste. Eine weitere Taste lässt sich bei den Pocket-Modellen frei mit Funktionen belegen, bei der Luna Ultra gibt es sogar zwei benutzerdefinierte Tasten.
Das Ansteuern der Telekamera gefällt uns bei der Osmo Pocket 4P grundsätzlich etwas besser als bei der Luna Ultra. Bei letzterer muss man alle Zoomstufen (auch digitale) manuell durchwählen und kann diese nicht einfach überspringen, sofern man sich für die normale Fotoauflösung entschieden hat. Dies empfanden wir im Test als etwas umständlich. Besitzern der Osmo Pocket 4 steht natürlich keine zweite Kamera zur Verfügung, es gibt aber einen (verlustbehafteten) Digitalzoom.
In der Hand liegen die drei Gimbal-Kameras recht ähnlich, im Gegensatz zu Actionkameras lassen sie sich wesentlich komfortabler festhalten. Eine spezielle Schutzhülle für den Transport legt nur Insta360 bei, DJI hat sich dagegen für zwei Transporttaschen (eine Tasche liegt der Luna Ultra ebenso bei) entschieden. Diese bieten zwar Platz für weiteres Zubehör, sind für den Alltag aber doch eher suboptimal.
Die Menüs unserer drei Vergleichskandidaten sind zwar nicht komplett identisch gestaltet, die Gemeinsamkeiten überwiegen aber auf jeden Fall. Beim Aufbau haben sich beide Hersteller an ihren Actionkameras orientiert, nur das Design der Luna Ultra weicht von den Ace Pro-Modellen etwas ab. Zum Hauptmenü gelangt man jeweils durch Wischen auf dem Touchscreen nach unten, das Wischen nach oben öffnet die Aufnahmeeinstellungen. Durch Wischen vom linken Rand nach rechts erreicht man den Wiedergabemodus und vom rechten Rand nach links die weiteren Aufnahmeeinstellungen.
Als Aufnahmemodi bringen alle drei Travel-Vlogging-Kameras neben klassischen Aufnahmen auch spezielle Modi für Zeitraffer und Zeitlupen mit. Zudem gibt es Modi für Aufnahmen bei wenig Licht und weitere Spezialmodi für besondere Aufnahmen wie Panoramen oder Zoomfahrten. Des Weiteren lassen sich Motive automatisiert verfolgen. Diese Funktion stellt bei Aufnahmen ohne Kameramann einen klaren Vorteil dar. Für den schnellen Wechsel zwischen normalen Aufnahmen und Selfies/Vlogs kann man die Kameras zudem einfach um 180 Grad drehen.
Daneben bieten alle drei Gimbal-Kameras starke Eingriffsmöglichkeiten in die Belichtung und das Bildprofil. Beeinflussbar sind natürlich die Helligkeit und das Farbprofil, zudem gibt es Filter und Optionen für die Verschlusszeit, den ISO-Wert oder den Weißabgleich. Darüber hinaus bieten alle drei Modelle zahlreiche Optionen für den Ton.
Wer die Gimbal-Kameras aus der Ferne steuern möchte, kann dazu wie bereits angesprochen auch ein Mobilgerät verwenden. Für die Luna Ultra steht die bekannte Insta360-App zur Verfügung, die Pocket 4 und Pocket 4P steuert man mit der Mimo-App. Letztere fehlt leider weiterhin im PlayStore von Google und muss bei DJI heruntergeladen werden. Neben der Bildkontrolle und Steuerung erlauben die Apps jeweils das Ansehen bereits gespeicherter Aufnahmen sowie die Bildbearbeitung der Dateien. Die Sprachsteuerung unterstützt keine der drei Gimbal-Kameras, die jeweils vorhandene Gestensteuerung macht allerdings Foto- und Videoaufnahmen möglich.
(Optionales) Zubehör:
Insta360 und DJI bieten ihre Kameramodelle seit langem mit umfassendem Zubehör an. Dafür ist allerdings ein besser ausgestattetes Set zu erwerben. Bei der Luna Ultra nennt sich dieses Creator-Kit, bei den Osmo-Pocket 4-Modellen Creator-Kombo. Hier gehören unter anderem Handgriffe und Mikrofone zum Lieferumfang.
Die Handgriffe können für ein noch besseres Handling sorgen und erlauben dank 1/4-Zoll-Gewinde die Montage auf einem Stativ. Bei der Luna Ultra muss man aber nicht unbedingt ein zusätzliches „Mini“-Stativ nutzen, durch kleine Klammern an der Unterseite lässt sich die Gimbal-Kamera auch ohne weiteres Zubehör aufstellen. Dafür wird allerdings ein ebener Untergrund benötigt. Eine richtig stabile Lösung sieht aber auch in diesem Fall anders aus.
Bei manchen Handgriffen ist zudem ein integrierter Akku verbaut. Dadurch kann die Aufnahmezeit noch einmal deutlich verlängert werden. Für den Battery Handle mit 1.000mAh gibt Insta360 zwar keine konkreten Werte an, in Relation zum Akku der Kamera (1.550mAh) sind 1.000mAh jedoch eine sehr ordentliche Kapazität.
Ein weiteres relevantes Zubehörprodukt sind die Ansteckmikrofone. Diese gibt es für alle drei Kameras, wobei sich auch andere Mikrofone nutzen lassen. Wir würden jedoch eindeutig zum Einsatz der herstellereigenen Produkte raten, da diese wesentlich besser im Ökosystem integriert sind. Dadurch ist das Herstellen der drahtlosen Verbindung sehr einfach möglich und lassen sich über die Kameras umfangreichere Einstellungen vornehmen.
Nur von DJI wird dagegen eine Zusatz-LED-Leuchte angeboten. Diese wird per Erweiterungsport (bei der Osmo Pocket 4 sowie Osmo Pocket 4P vorhanden) direkt an den Gimbal angeschlossen und auch von diesem mit Strom versorgt. Neben der Helligkeit lässt sich bei der LED-Leuchte die Farbtemperatur verändern.
Im dritten Teil unseres Vergleichstests gehen wir auf die Bildqualität und die Akkulaufzeit der drei Travel-Vlogging-Kameras ein.