01.05.2026 - 08:00

DJI Lito X1 und DJI Lito 1 im Test (Teil 3)

Teil 3 von 3: Steuerung, Flugeigenschaften und Fazit

Im zweiten Teil des Testberichts der DJI Lito X1 und der DJI Lito 1 hatten wir die Kameras der Drohnen unter die Lupe genommen. In diesem dritten und letzten Teil gehen wir auf die Steuerung und die Flugeigenschaften ein. Am Ende fassen wir unsere Ergebnisse zudem zusammen und ziehen ein Fazit.

DJI hat sich bei der Lito 1 und Lito X1 für praktisch identische Gehäuse sowie die identische Motor- und Propellerausstattung entschieden. Starten kann man auf bis zu 4.500m Höhe, im Sportmodus lässt sich auf bis zu 18m/s beschleunigen und die maximale Steig- sowie Sinkgeschwindigkeit liegen bei 7m/s. Beide Drohnen bewegen sich damit unterhalb des kompakten Spitzenmodells DJI Mini 5 Pro und deutlich oberhalb von den bisherigen Einsteigermodellen wie der Mini 4K. DJI hat sich hier also für einen Mittelweg entschieden. In der Praxis ist die Leistung beider Kameradrohnen für alle Ausnahmesituationen mehr als ausreichend, in Relation zum Preis sind ihre Werte zweifellos sehr ansprechend.

In der Luft überzeugt sowohl die DJI Lito X1 ...

... als auch die DJI Lito 1 mit sehr ansprechenden Flugeigenschaften:

In der Luft agieren beide Modelle sehr schnell und können auch stärkerem Wind widerstehen. Das Steuern fällt wie bei allen DJI-Modellen sehr einfach aus. Einsteigern sowie fortgeschrittenen Nutzern steht zudem eine lange Liste von Hilfen zur Verfügung. Dazu gehören die bekannte Home-Point-Funktion zum automatischen Zurückfliegen sowie die Start- und Ladefunktion. Mit der ominidirektionalen Hinderniserkennung lassen sich darüber hinaus Kollisionen vermeiden. Während DJI bei der Lito X1 neben Visionen-Sensoren und einem Infrarot-Sensor allerdings zusätzlich nach vorne gerichtete LiDAR-Sensoren verbaut, muss man bei der Lito 1 darauf verzichten. Bei Flügen auf freiem Gelände spielt dieser Unterschied praktisch keine Rolle, beim Fliegen am oder sogar im Wald sieht das dann schon etwas anders aus. Hier kann die Lito X1 Motive besser detektieren und umfliegen bzw. davor abbremsen.

Natürlich unterstützten beide Drohnen auch die klassischen Quickshots wie "Rocket" ...

... und "Helix":

Von Bedeutung ist dieser Unterschied vor allem beim Nutzen der Active-Track-Funktion. Damit kann man Motive automatisch verfolgen lassen. Hier würden wir der Lito X1 grundsätzlich mehr vertrauen als der Lito 1, da die zusätzlichen LiDAR-Daten stets von Vorteil sind. Wer weiß, dass er diese Funktion verstärkt nutzen möchte, sollte daher zur Lito X1 greifen. Grundsätzlich ist das Verfolgen wie erwähnt aber auch mit der Lito 1 möglich. Beide Drohnen unterstützen zudem die Funktionen „POI“ (Point of Interest) und „Spotlight“, die bei statischen Motiven beispielsweise das automatisierte Umrunden erlauben.

Apropos automatisch: Natürlich sind mit beiden Kameradrohnen auch Quickshots („Drohnie“, „Rocket“, „Boomerang“, …) und Mastershots möglich. Letztere kombinieren mehrere der Automatikmodi und sorgen für abwechslungsreiches Bildmaterial. Wer Wegpunkte automatisiert abfliegen möchte, kann das dagegen nur mit der DJI Lito X1. Besitzer der Lito 1 müssen nämlich auf die Waypoint-Funktion verzichten. Dies kann im Fall der Fälle einen relevanten Unterschied zwischen den Drohnen darstellen. Die allermeisten Einsteiger werden auf die Waypoint-Funktion jedoch verzichten können.

Die Active-Track-, Spotlight- und POI-Funktion sind ebenso an Bord:

Motive lassen sich damit problemlos verfolgen:

Nicht unwichtig kann die abweichende Speicherausstattung sein. Während die DJI Lito X1 einen integrierten Speicher mit 42GB Kapazität besitzt, der zusätzlich mit einer microSD-Karte erweitert werden kann, ist man bei der Lito 1 stets auf eine microSD-Karte angewiesen. In vielen Fällen ist dieser Unterschied nicht relevant, in manchen kann er jedoch von großer Bedeutung sein. Beispielsweise wenn Piloten die Speicherkarte zu Hause vergessen haben oder diese während des Fluges plötzlich einen Defekt aufweist. In beiden Fällen ist ein integrierter Speicher Gold wert.

Mehrere Akkus können sich lohnen, wenn man eine längere Zeit fliegen möchte:

Die Akkus fallen mit Kapazitäten von 2.788mAh (Lito X1) und 2.590mAh (Lito 1) praktisch identisch aus, beim Flug ergeben sich laut DJI mit bis zu 36 Minuten keine Unterschiede. Diese Zeit ist natürlich nur im Optimalfall erreichbar, praktisch kann man von (für Einsteigermodelle) soliden 20 bis 25 Minuten ausgehen. Wer mehrere Akkus besitzt, kann also sehr auskömmliche Flugzeiten erreichen. Dank Schnelladefunktion ist das Aufladen eines Akkus in der Drohne in rund einer Stunde beendet, in der Ladestation dauert es nur etwa 45 Minuten. Möchte man drei Akkus in der Ladestation gleichzeitig aufladen, sind knapp 1,5 Stunden einzuplanen.

Unser Fazit:
DJI hat mit seinen beiden Kameradrohnen der Lito-Serie zwei leistungsfähige Einsteigermodelle im Portfolio. Preislich rangieren diese zwar etwas oberhalb der aktuellen Einstiegsgeräte, sie haben insgesamt betrachtet allerdings doch deutlich mehr zu bieten. Wer nicht auf den letzten Euro schauen muss, aber trotzdem ein beschränktes Budget besitzt, erhält bei beiden Modellen sehr viel Leistung für sein Geld. Wegen der praktisch gleichen Gehäuse, Motoren, Gimbals und Akkus ist die Lito 1 für alle die optimale Wahl, die auf „Spezialfunktionen“ verzichten können und nur bei Tag fliegen wollen. Hier schneidet die Lito 1 mindestens genauso gut wie das teurere Schwestermodell ab. Verzichten muss man hier unter anderem auf die LiDAR-Sensoren, die beim Flug im freien Gelände jedoch weniger relevant sind. Möchte man jedoch auch in beengteren Umgebungen fliegen sowie verstärkt die Active-Track-Verfolgung nutzen, ist die DJI Lito X1 das bessere Modell. Hier erhält man zudem einen integrierten Speicher (der manchmal doch sehr nützlich sein kann) und die Möglichkeit, Wegpunkte abzufliegen. Darüber hinaus lässt sich die Lito X1 in mehr unterschiedlichen Bundles erwerben. Während DJI die Lito 1 nur zusammen mit der RC-N3 (als Standard-Kit oder in der Fly More Combo) anbietet, lässt sich die Lito X2 auch zusammen mit der RC2 erstehen. Gerade wer häufiger fliegt, weiß die Vorteile der RC2 doch sehr schnell zu schätzen.

In der Luft überzeugen beide Modelle mit guten Leistungsdaten und einem soliden Flugverhalten:

Bei den Kameras weichen die DJI Lito 1 und Lito X1 teilweise voneinander ab, teilweise sind die Daten auch praktisch identisch. Fotografieren kann man mit bis zu 48 Megapixel, hier gibt es keinen Unterschied. Gleiches gilt für Aufnahmen in 4K-Auflösung. Diese sind mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde im normalen Modus und mit bis zu vierfachen Zeitlupen möglich. In Full-HD hat die Lito X1 mit bis zu 8-fachen Zeitlupen dagegen die doppelte Bildrate zu bieten. Mehr Optionen gibt es bei der Lito X1 zudem bei den Bildprofilen (D-Log M) und bei näheren Motiven ist ihr Autofokus sehr hilfreich.

In puncto Bildqualität fallen die Unterschiede allerdings doch etwas anders aus, als man erwarten würde. Bei Tag zeigen die Aufnahmen der Lito 1 mehr Details. Das ist vor allem auf die deutlich stärkere Bildaufbereitung als bei der Lito X1 zurückzuführen. Mit diesem Vorgehen richtet DJI beide Drohnen auf unterschiedliche Zielgruppen aus. Die Lito 1 soll alle Nutzer ansprechen, die ihre Aufnahmen nachträglich nicht mehr bearbeiten wollen. Die DJI Lito X1 ist dagegen konservativer abgestimmt und schärft unter anderem weniger stark nach. Grundsätzlich können wir dieses Vorgehen nachvollziehen, ein Mittelweg hätte uns allerdings noch mehr zugesagt. So wirken die Aufnahmen der Lito 1 doch etwas überschärft und die Aufnahmen der Lito X1 sind im direkten Vergleich etwas detailärmer.

Die Gehäuse sind kompakt und leicht, die Bildqualität ist ansprechend:

Bei wenig Licht und Situationen mit großen Dynamikumfängen, kann sich die DJI Lito X1 dann deutlich von der Lito 1 absetzen. Die X1 zeigt bei Fotos mehr Details, das Bildrauschen ist sichtbar geringer. Die Lito 1 hält hier nicht mit: Helle Bildbereiche brennen schneller aus, dunkle Bildbereiche werden nicht allzu stark aufgehellt. Die Aufnahmen der DJI Lito X1 gefallen uns in diesen "Extremsituationen" daher deutlich besser. Grundsätzlich gilt für beide Kameradrohnen: Die Aufnahmen sind für Einsteigermodelle, die kompakt und leicht ausfallen, sehr ansprechend und dürften die allermeisten Nutzer mehr als zufriedenstellen. Alle Ansprüche von Einsteigern werden vollumfänglich erfüllt.

Die dkamera.de Awards zur DJI Lito X1:

Die dkamera.de Awards zur DJI Lito 1:

Autor: dkamera.de Redaktion