30.04.2026 - 09:53

DJI Lito X1 und DJI Lito 1 im Test (Teil 2)

Teil 2 von 3: Alle Kamera-Spezifikationen und Beispielaufnahmen in voller Auflösung

Nachdem wir im ersten Teil unseres Testberichts der Lito X1 und Lito 1 auf die verschiedenen Spezifikationen der Kameradrohnen von DJI eingegangen sind, schauen wir uns in diesem zweiten Teil die Kameras im Detail an. Zudem prüfen wir die Bildqualität bei Fotos und Videos.

Während die Gehäuse der beiden Kameradrohnen bis auf die unterschiedlichen Hindernis-Erkennungssysteme nahezu identisch ausfallen, hat sich DJI bei der Aufnahme-Hardware für unterschiedliche Komponenten entschieden. Bei der DJI Lito ist ein Sensor der 1/2-Zoll-Klasse für die Bildaufnahme zuständig, bei der DJI Lito X1 ein Modell der 1/1,3-Zoll-Liga. Der Chip der Lito X1 besitzt daher eine mehr als doppelt so große Grundfläche. Hinsichtlich der Auflösung gibt es dagegen keine Abweichungen, beide Kameras nehmen Fotos mit 12 oder 48 Megapixel auf. Das geht im JPEG- oder RAW-Format sowie auch kombiniert.

Beide Kameradrohnen speichern Fotos mit bis zu 48 Megapixel:

Zu den Aufnahmemodi gehören auch Belichtungsreihen und Serienaufnahmen:

Videos lassen sich in 4K-Auflösung mit bis zu 100 Vollbildern pro Sekunde aufzeichnen:

Videos zeichnen beide Kameradrohnen in 4K- oder Full-HD-Auflösung auf. Dies schaffen sie in 4K mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde im normalen Videomodus und mit bis zu 100 Vollbildern pro Sekunde im Zeitlupenmodus. Daher lassen sich hier jeweils bis zu 4-fache Zeitlupen erstellen. In Full-HD sind bei klassischen Aufnahmen bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde möglich, bei Zeitlupen hat die DJI Lito X1 mit bis zu 200 Vollbildern pro Sekunde jedoch eine doppelt so hohe Bildrate wie die Lito 1 zu bieten.

Bei Fotos stehen JPEG, RAW und JPEG+RAW zur Wahl:

Unter anderem lassen sich die ISO-Empfindlichkeit und die Verschlusszeit verändern:

Im Menü gibt es weitere Kamera-Optionen:

Zu den weiteren Aufnahmefeatures gehören neben Belichtungsreihen (mit drei oder fünf Bildern) und Intervallaufnahmen (von zwei bis 60 Sekunden) auch Panoramen. Videografen können sich für die Quickshots und die Mastershots entscheiden.

Unterschiede gibt es wieder von den Objektiven zu vermelden. Während bei der DJI Lito 1 eine F1,8-Optik mit 26mm Brennweite mit festem Fokus verbaut ist, kommt bei der DJI Lito X1 ein 24mm-Objektiv mit Autofokus und einer Blende von F1,7 zum Einsatz. Nahe Motive (weniger als vier Meter Abstand) kann die DJI Lito X1 daher deutlich besser aufnehmen. In der Praxis dürften sich die meisten Motive jedoch weiter entfernt befinden, weshalb dieser Unterschied in aller Regel keine Rolle spielen sollte. Darüber hinaus sind auch die unterschiedlichen Brennweiten und Lichtstärken normalerweise nicht relevant.

Die Kameras im direkten Vergleich (links die Lito X1, rechts die Lito 1):

Die Kameraeinheit wird bei beiden Lito-Modellen von einem mechanischen 3-Achsen-Gimbal bewegt. Dieser unterstützt das Rollen (-49° bis 49°), Schwenken (-126° bis 67°) und Neigen (-30° bis 30°). Der Gimbal dient nicht nur zur Stabilisierung, damit lässt sich die Kamera während des Fluges auch bewegen. Diese Tatsache erlaubt unter anderem Top-Down-Shots oder ist bei der Erstellung von Panoramen sehr hilfreich. Hochformataufnahmen wie bei der Mini 5 Pro erlaubt diese Konstruktion allerdings nicht. Wer derartige Aufnahmen benötigt, erhält nur einen Ausschnitt der Sensorfläche. Hier filmen beide Drohnen beispielsweise mit 1.512 x 2.688 Pixel.

Der Sensor der DJI Lito X1 fällt wesentlich größer aus:

Wie bereits erwähnt, kann man sich bei beiden Modellen für die Aufnahme von Fotos mit 12 oder 48 Megapixel entscheiden. Die meisten Details bekommt man natürlich bei der vollen Auflösung zu Gesicht, feine Strukturen geben diese Dateien deutlich besser als die Aufnahmen mit „nur“ 12 Megapixel wieder. Wir würden uns daher stets für diese Auflösung entscheiden, wenn keine triftigen Gründe (wie geringer Speicherplatz) dagegensprechen. Natürlich nehmen sie deutlich mehr Platz auf der Speicherkarte oder dem integrierten Speicher der Lito X1 ein. Mit rund 24MB pro Bild ergibt sich bei 48 Megapixel ein doch deutlich höherer Speicherbedarf als bei einer Aufnahme mit 12 Megapixel, die nur etwa 7MB belegt. Bei DNG-Dateien ist der Unterschied mit 63MB (48 Megapixel) zu 16MB (12 Megapixel) ebenso signifikant. Die hohe Sensorauflösung bietet bei beiden Kameradrohnen aber nicht nur Vorteile bei der Detailwiedergabe, sie sorgt auch für Spielraum beim Zoomen. Dies geht mangels Zoomobjektiv natürlich nur digital. Bei verdoppelter Brennweite bleiben mit 12 Megapixel noch ausreichend viele Bildpunkte für eine ordentliche Qualität übrig.

Nun zum direkten Vergleich beider Kameras. Hier zeigt sich, dass DJI bei der Bildaufbereitung unterschiedliche Ansätze gewählt hat. Während die Bilder der Lito 1 mit den Standardeinstellungen stark nachgeschärft werden, geht DJI bei der Lito X1 deutlich konservativer vor. Dadurch zeigen die Fotos der Lito 1 mehr Details und wirken allgemein schärfer. Letzteres ist angesichts dieses Vorgehens natürlich zu erwarten, der Unterschied ist – bei maximaler Vergrößerung der Aufnahmen – aber doch stärker, als wir vermutet hätten. Selbst bei den RAW-Bildern – die weniger stark, aber immer noch sichtbar nachgeschärft sind – lässt sich der Unterschied erkennen. Auf unsere Nachfrage gab DJI dazu an, dass die Lito X1 einen realistischeren Bildeindruck vermitteln möchte und die Aufnahmen mehr Spielraum für die Nachbearbeitung lassen. Bei der Lito 1 steht dagegen die Weiterverwendung der Aufnahmen ohne Nachbearbeitung im Fokus. Diese unterschiedlichen Ansätze können wir grundsätzlich verstehen, wir hätten uns jedoch bei beiden Modellen für einen Mittelweg entschieden. Während uns die Aufnahmen der Lito 1 etwas zu stark nachgeschärft vorkommen, fehlt es den Bildern der Lito X1 etwas an Schärfe.

Grundsätzlich gilt, dass beide Drohnen bei guten Lichtverhältnissen jedoch eine sehr ansprechende Qualität erzielen, die in dieser Preisklasse aktuell ungeschlagen ist. Ob einem die Aufnahmen der DJI Lito 1 oder der Lito X1 mehr gefallen, ist letztendlich eine subjektive Entscheidung. Zumindest bei Fotos am Tag gilt, dass die unterschiedlichen Sensorgrößen keine relevante Rolle spielen. Bei Nacht sieht das anders aus. Hier macht sich der mehr als doppelt so große Sensor der Lito X1 deutlich bemerkbar. Als Folge rauschen die Aufnahmen der Lito 1 sichtbar mehr. Daher gilt: Wer viele Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen plant, sollte zur DJI Lito X1 greifen.

Videografen können mit beiden Kameradrohnen mit bis zu 100 Vollbildern pro Sekunde in 4K filmen. Hierfür ist der Zeitlupenmodus zu nutzen, im normalen Videomodus sind jeweils bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde möglich. Beide Quadrocopter erzielen bei Videos eine ansprechende Bildqualität und liefern detailreiche Aufnahmen. Wie bei Fotos zeigt sich allerdings auch bei Videos, dass die Aufnahmen der Lito 1 stärker als bei der Lito X1 nachgeschärft werden und dadurch durchgehend schärfer wirken. Hier kann man natürlich noch manuell nachjustieren, anders als bei den Fotos ist der Nachbearbeitungsspielraum jedoch geringer. Bei guten Lichtverhältnissen gilt daher wie bei den Fotos: Die Lito 1 ist die bessere Wahl, wenn man ohne weiteres Zutun möglichst „knackige“ Aufnahmen erhalten will. Möchte man die Aufnahmen nachträglich stärker nachbearbeiten, greift man zur Lito X1.

Mit dem D-Log-M-Profil kann nur die DJI Lito X1 filmen:

Das liegt auch am D-Log-M-Profil der Lito X1, das stärkere Helligkeits- und Farbkorrekturen ermöglicht. Darüber hinaus speichert die X1 dank bis zu 14 Blendenstufen Dynamikumfang (Angabe von DJI) Motive mit starken Helligkeitsunterschieden sichtbar besser ab. Helle Bereiche sind nicht so schnell überstrahlt und dunkle Bereiche werden wesentlich heller wiedergegeben. Die DJI Lito 1 fällt hier doch etwas ab, ihr Metier sind gute Lichtverhältnisse.

Zwei Einzelbilder aus einer 4K-Videoaufnahme: Links von der Lito X1, rechts von der Lito 1:

Wer Motive vergrößert abbilden möchte, ohne sich diesen zu nähern, muss wie bereits erwähnt auf den digitalen Zoom zurückgreifen. Bei Fotos steht ein bis zu 3-facher Zoom zur Verfügung, bei Videos ein bis zu 4-facher Zoom. Wegen der digitalen Vergrößerung sind die Zoomvorgänge allerdings stets verlustbehaftet und sollten nur verwendet werden, wenn sie unbedingt notwendig sind. Beim 2-fachen Zoom bleibt die Qualität noch vergleichsweise hoch, bei stärkeren Vergrößerungen nimmt sie jedoch sichtbar ab.

Unbearbeitete Beispielaufnahmen der DJI Lito X1:

Links eine Aufnahme mit 48 Megapixel, rechts mit 12 Megapixel und 2-fach-Zoom:

Zwei Aufnahmen mit 48 Megapixel:

JPEG + RAW-Aufnahme mit 48 Megapixel:

JPEG + RAW-Aufnahme mit 48 Megapixel:

Links eine 4K60p-Aufnahme mit Standard-Profil, rechts mit D-Log-M-Profil:

Links eine 4-fache Zeitlupenaufnahme in 4K, rechts eine 8-fache Zeitlupenaufnahme in Full-HD:

Zwei 4K60p-Aufnahmen:

Unbearbeitete Beispielaufnahmen der DJI Lito 1:

Links eine Aufnahme mit 48 Megapixel, rechts mit 12 Megapixel und 2-fach-Zoom:

Zwei Aufnahmen mit 48 Megapixel:

JPEG + RAW-Aufnahme mit 48 Megapixel:

JPEG + RAW-Aufnahme mit 48 Megapixel:

Zwei 4K60p-Aufnahmen: Rechts ohne Zoom, rechts mit 2-fach-Zoom:

Links eine 4-fache Zeitlupenaufnahme in 4K, rechts eine 4-fache Zeitlupenaufnahme in Full-HD:

Zwei 4K60p-Aufnahmen:

Im dritten Teil unseres Testberichts der DJI Lito X1 und der Lito X gehen wir unter anderem auf die Flugeigenschaften der beiden Kameradrohnen ein.

Autor: dkamera.de Redaktion