24 Megapixel, 120 Bilder/Sek., AF mit KI-Funktionen, Sucher mit 9,44 Mio. Subpixel, 4K120p-Video
Spannende Kameras kamen 2024 durchaus einige auf den Markt. Dazu gehörten auch mehrere Flaggschiffe sowie Oberklassemodelle mit einer sehr ansprechenden Ausstattung. Eine Kamera hat jedoch alle überstrahlt: die Sony Alpha 9 III. Diese ist seit Januar 2024 im Handel erhältlich und hebt sich von der gesamten DSLM-Konkurrenz durch einen Global-Shutter-Sensor ab.
Sensoren dieser Bauart kamen bisher nur bei Industrie- und Filmkameras zum Einsatz. Als Besonderheit ermöglichen sie das Auslesen aller Pixel zum gleichen Zeitpunkt. Dadurch werden mehrere Probleme, die bei Foto- und Videoaufnahmen auftreten, beseitigt. Zum einen gibt es bei Sensoren mit Global Shutter keinen Rolling-Shutter-Effekt. Motive werden daher selbst bei schnellen Bewegungen stets ohne Verzerrungen aufgenommen.
Keine Probleme ergeben sich im Vergleich zu herkömmlichen Bildwandlern zudem bei Kunstlicht. Hier können bei Kameras ohne Global Shutter Artefakte sichtbar werden, wenn der elektronische Verschluss verwendet wird. Von Vorteil ist der Global Shutter darüber hinaus bei Aufnahmen mit einem Blitzlicht. Die zur gleichen Zeit ausgelesenen Pixel sorgen im Vergleich zu klassischen Schlitzverschlüssen für keine Einschränkungen bei der Belichtungszeit. Apropos Belichtungszeit: Mit bis zu 1/80.000 Sekunde belichtet die DSLM natürlich auch extrem kurz.
Als weitere Besonderheit erlaubt die Sony Alpha 9 III extrem hohe Bildraten. Bei voller Auflösung sowie im RAW-Format lassen sich 120 Bilder pro Sekunde abspeichern. Dies geht für rund 1,5 Sekunden, danach ist der Pufferspeicher gefüllt. Längere Aufnahmeserien kann man bei geringeren Bildraten erreichen. Mit den beispielsweise wählbaren 30 oder 60 Bildern pro Sekunde lassen sich ebenso praktisch alle Situationen abdecken. Dafür sorgt auch die Pre-Capture-Funktion, die Aufnahmen bis zu eine Sekunde vor dem Drücken des Auslösers erlaubt.
Die Sony Alpha 9 III sollte man aber nicht nur auf die Fotofunktion reduzieren. Bei Videos ist das Fehlen des Rolling-Shutter-Effekts ebenso von Vorteil und auch die weiteren Spezifikationen der Kamera können sich sehen lassen: 8K-Aufnahmen sind zwar nicht möglich, dafür aber 120 Vollbilder pro Sekunde in 4K sowie 240 Vollbilder pro Sekunde in Full-HD. Mit an Bord ist bei der DSLM zudem eines der leistungsfähigsten Autofokussysteme am Markt. Dieses arbeitet mit 759 Messfeldern und berechnet die Einstellungen 120-mal pro Sekunde neu. Daneben verfügt die Kamera über eine umfangreiche Motiverkenunngsfunktion. Neben Menschen und Tieren (Hunde sowie Katzen) werden auch Vögel, Insekten, Autos, Züge und Flugzeuge erkannt.
Die Bildkontrolle kann bei der Sony Alpha 9 III mit einem riesigen (0,9-fache Vergrößerung) OLED-Sucher mit 9,44 Millionen Subpixel oder einem 3,2 Zoll messenden Touch-LCD mit 2,1 Millionen Subpxiel erfolgen. Letzteres lässt sich drehen, schwenken und klappen. Dadurch bleiben Foto- und Videografen stets im Bilde. Das Gehäuse der Sony Alpha 9 III besteht aus einer Magnesiumlegierung und ist abgedichtet, neben zwei Kombi-Slots (CFexpress Typ A und SD) stehen diverse Schnittstellen (LAN, USB-C, Micro-USB, 3,5mm Klinke für Mikrofon und Kopfhörer, Blitzsychronbuchse und HDMI) zur Verfügung.
Als kleiner Nachteil muss bei der Sony Alpha 9 III der verringerte Dynamikumfang genannt werden. Dieser spielt allerdings nur in Extremsituationen eine Rolle. Wer bei Fotos die Tiefen stark aufhellen und die Höhen deutlich abdunkeln möchte, sollte sich dieser Tatsache jedoch bewusst sein. Abseits davon handelt es sich bei der Sony Alpha 9 III allerdings um eine herausragende Digitalkamera, die zweifellos unsere Auszeichnung „Kamera des Jahres 2024“ verdient hat.
Zum dkamera.de Testbericht der Sony Alpha 9 III
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