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21.10.2026 - 07:56

Die Insta360 X6 360-Grad-Kamera im Test (Teil 3)

Teil 3 von 3: Der Bildqualitätstest, Beispielaufnahmen und unser Fazit

Nachdem wir im zweiten Teil unseres Testberichts der Insta360 X6 die Bedienung angesehen haben, nehmen wir in diesem dritten und letzten Teil die Bildqualität bei Fotos sowie Videos unter die Lupe. Zudem testen wir die Akkulaufzeit und ziehen ein Fazit.

Insta360 verbaut bei der X6 zwei quadratische Sensoren der 1/1,1-Zoll-Klasse. Diese fallen nicht nur größer als beim Vorgängermodell X5 aus, sondern können durch das quadratische Design auch noch besser als klassische Sensoren im 4:3-Format ausgenutzt werden. Insta360 spricht von einer 33 Prozent größeren Sensorfläche. Erhöht wurde im Vergleich zum Vorgängermodell auch die Fotoauflösung, diese liegt nun bei bis zu 120 Megapixel. Die Bilder der X6 besitzen dadurch rund 66 Prozent mehr Pixel als bei der X5. Dieser Vorteil macht sich natürlich bei der Detailwiedergabe bemerkbar. Hier schneidet die X6 bei feinen Strukturen besser ab und erreicht generell ein sehr hohes Qualitätsniveau. Da die X6 bei voller Auflösung die identischen Features (HDR; RAW; Belichtungsreihe) bietet wie bei 30 Megapixel, würden wir uns in nahezu jedem Fall für die höhere Auflösung entscheiden. Bei 360-Grad-Aufnahmen kann man eigentlich nie genug Pixel haben, durch das spätere Reframing bleibt in den meisten Fällen nur ein Bruchteil davon übrig.

30 Megapixel sind eigentlich nur bei Speicherplatzmangel interessant oder bei der Notwendigkeit von kurzen Speicherzeiten. Denn hier lässt sich die X6 doch einige Zeit. Bei voller Auflösung vergehen bei der kombinierten JPEG+RAW-Speicherung und aktivierter HDR-Option fast zwölf Sekunden, bevor die Kamera wieder aufnahmebereit ist. Bei 30 Megapixel sind es dagegen nur etwa drei Sekunden. Das ist ein riesiger Unterschied. Ohne HDR muss man mit knapp sieben (120 Megapixel) sowie rund zwei Sekunden (30 Megapixel) kalkulieren.

Schlechte Lichtverhältnisse stellen für die X6 kein Problem dar, Details gibt die Kamera hier gut wieder. Bildrauschen bekommt man dabei praktisch keines zu Gesicht, die Kamera hilft hier aber nach. Das gilt auch für die RAW-Dateien, was wir nicht begrüßen. Dadurch muss man auf den Einsatz von Software-Rauschreduzierungen verzichten. Damit wären vermutlich noch bessere Ergebnisse möglich und ließe sich vor allem in der Zukunft noch mehr herausholen. Darüber hinaus setzt Insta360 auf eine kamerainterne Nachbearbeitung, die bei feinen Details teilweise Artefakte erzeugt. Beide Nachteile stufen wir in der Praxis allerdings als gering ein. Im Alltag spielen sie wegen der allgemein sehr hohen Bildqualität normalerweise keine größere Rolle. Sehr relevant ist dagegen der große Dynamikumfang, den die Sensoren liefern. Helle Bildbereiche kann man nachträglich sehr gut wiederherstellen und dunkle Bereiche lassen sich ebenso sehr gut aufhellen. Ohne HDR-Option sind die Reserven geringer, aber immer noch sehr ordentlich: Unser Tipp: Da die Kamera generell zu hellen Aufnahmen neigt, würden wir die Belichtung um mindestens 0,3 Blendenwerte nach unten korrigieren.

Bei Videos hat die Insta360 X6 für 360-Grad-Kameras klassische „8K“ als maximale Auflösung zu bieten. Hier kann man sich anders als beim Vorgängermodell jedoch für 50 Vollbilder pro Sekunde entscheiden. Diese Bildrate reicht für flüssige Bewegungen und auch schon leichte Zeitlupeneffekte aus. Mit 60 Vollbildern pro Sekunde wäre man bei 8K zwar noch etwas flexibler, für europäische Nutzer sind 50 Vollbilder pro Sekunde aber normalerweise ausreichend. Die angesprochenen 60p werden dann bei 6K erreicht. Hier sinkt die Bildqualität leicht ab, weshalb man sich nur bei unbedingt notwendigen 60 Vollbildern pro Sekunde für diese Auflösung entscheiden sollte. 8K bieten einfach mehr Reserven. Wegen des Reframings bleibt selbst bei originalen 8K-Aufnahmen am Ende meistens deutlich weniger als reales 4K-Material übrig. Dies zeigt, warum man die 4K-Auflösung der X6 bei 360-Grad-Aufnahmen eher meiden sollte. Mit 120 Vollbildern pro Sekunde sind hier zwar ansprechende Zeitlupen möglich, Details bekommt man aber kaum mehr zu Gesicht. Noch höhere Bildraten sind mit der X6 seit dem Update 1.2.35 möglich. Damit schafft die Kamera im Zeitlupenmodus sogar 200 Vollbilder pro Sekunde. Die Bildqualität ist dabei aber nochmals geringer, flache Videos mit klassischem Bildwinkel wirken pixelig. Derartige Aufnahmen sind daher nur in sehr wenigen Situationen wirklich sinnvoll.

Die Bildqualität fällt beim Einsatz des Einzelbildmodus sehr ansprechend aus:

Einzelobjektiv-Videoaufnahme in 5K-Auflösung (60p):

Einzelobjektiv-Videoaufnahme in 4K-Auflösung (120p):

Apropos sinnvoll: Bislang waren 360-Grad-Actionskameras als klassische Actionkameras nur sehr begrenzt sinnvoll einsetzbar. Die Bildqualität blieb im Single-Lens-Modus in aller Regel deutlich hinter „normalen“ Actionkameras zurück. Bei der Insta360 X6 ist das anders. Hier zeigen die Single-Lens-Videos und Single-Lens-Fotos viele Details. Das Niveau einer GoPro MISSION 1 PRO oder einer Insta360 Ace Pro 2 wird zwar nicht erreicht, für die meisten Einsatzzwecke sind die 5K60p- oder 4K120p-Videos aber sehr gut geeignet. Gleiches gilt für die rund 42 Megapixel auflösenden Fotos. Wegen des großen Bildwinkels und der quadratischen Sensoren kann man dabei auch Hochformat-Aufnahmen ohne Nachteile erzeugen. Wer vor allem eine 360-Grad-Kamera sucht, aber ab und zu auch klassische Actionaufnahmen benötigt, ist mit der Insta360 X6 sehr gut ausgestattet.

Einen guten Job macht die Insta360 X6 auch bei wenig Licht. Hier bildet die Kamera Details sowohl beim klassischen Videomodus als auch dem PureVideo-Modus sehr ordentlich ab. Letzterer Modus ermöglicht allerdings etwas hellere Bilder und auch ein geringeres Bildrauschen. Wer seine Videos umfangreich nachbearbeiten möchte, erhält mit dem I-Log-Profil und den 10-Bit-Dateien zudem umfassende Nachbearbeitungsoptionen und mit dem Dolby-Vision-Standard lassen sich Aufnahmen mit größerem Dynamikumfang festhalten.

Verbesserungen sind bei der Insta360 X6 auch bei der Darstellung hoher Kontraste zu erkennen. Chromatische Aberrationen gibt es hier nur wenige und Kontrastkanten werden grundsätzlich besser wiedergegeben. Das Stitching erfolgt bei der X6 in den meisten Fällen ohne größere Störungen, bei kürzeren Aufnahme-Entfernungen oder komplexen Motiven sind jedoch auch mal Fehler zu erkennen. Störungen kann man in aller Regel deutlich minimieren, wenn man das Hauptmotiv zentral in eine der Linsen blicken und den Horizont nicht mit dem Stitching-Bereich zusammenfallen lässt.

Der Akku der X6 ist wechselbar und erlaubt sehr lange Aufnahmen:

Als Akku verbaut Insta360 bei der X6 ein neues Modell. Der Extreme-Akku mit 2.600mAh und 10,17 Wh lässt sich von -20 °C bis 40 °C einsetzen und reicht laut Herstellerangabe für 140 Minuten lange Aufzeichnungen bei 8K30p. Wir kamen bei unserem Test sogar auf 144 Minuten. Bei 8K50p, der unserer Meinung nach besten Option, waren immer noch sehr gute 87 Minuten möglich. Während es bei 8K30p zu keinerlei Überhitzung kam, brach die Aufnahme bei 8K50p aber nach 45 Minuten ab (22 Grad Umgebungstemperatur, ohne aktive Kühlung). Mit leichter aktiver Kühlung sollte dies jedoch anders sein. Die Kamera hält also sehr lange durch und ein zweiter Akku ist nicht unbedingt notwendig; grundsätzlich aber durchaus sinnvoll. Beeindruckend schnell ist die X6 zudem wieder aufgeladen. Mit einem leistungsstarken Ladegerät (min. 30 Watt und PPS-Schnellladestandard) werden von 0 bis 50 Prozent nur zehn Minuten benötigt und von 0 bis 80 Prozent 23 Minuten. Vollständig aufgeladen ist der Akku nach knapp einer dreiviertel Stunde. Gut zu wissen: Hier war der AI-Regisseur ausgeschaltet. Mit diesem kann das Aufladen wegen des höheren Stromverbrauchs länger dauern.

Unbearbeitete Beispielaufnahmen (360 Grad) der Insta360 X6 im JPEG-Format:

JPEG- und RAW-Aufnahme (360 Grad):

360-Grad-Videoaufnahme in 8K-Auflösung (50p):

360-Grad-Videoaufnahme in 6K-Auflösung (60p):

360-Grad-Videoaufnahme in 4K-Auflösung (120p):

360-Grad-Videoaufnahme in 8K-Auflösung (50p) mit I-Log:

Zeitlupen-Video aus einer 360-Grad-Aufnahme (4K200p):

Video aus einer 360-Grad-Aufnahme (8K50p):

Unser Fazit:
Die Insta360 X6 ist das neue Actionkamera-Flaggschiff von Insta360 und wurde im Vergleich zum Vorgängermodell an gleich mehreren Stellen verbessert. Das Gehäuse ist kleiner (wenn auch etwas dicker), kann ohne Zusatzgehäuse noch tiefer tauchen und auch die Linsen sollen kratzfester und einfacher zu wechseln sein. Zudem ist ein neues OLED-Panel mit besserer Wiedergabe und zusätzlich der Möglichkeit zum Verwenden als Auslöser verbaut. Dass es weniger echte Tasten gibt, kann man aufgrund des guten Touchscreens verschmerzen.

Die Insta360 hat eine sehr gute Ausstattung zu bieten:

Die Insta360 X6 sieht aber nicht nur optisch anders aus, auch im Inneren hat sich einiges getan. Neben deutlich leistungsfähigerer Bildverarbeitungshardware sind zwei neue Sensoren verbaut. Diese gehören zur 1/1,1-Zoll-Klasse und erlauben das Speichern von bis zu 120 Megapixel auflösenden Fotos sowie von 8K-Aufnahmen mit bis zu 50 Vollbildern pro Sekunde. Die Bildqualität der Actionkamera gehört zur höchsten in der 360-Grad-Klasse und weiß sowohl bei Fotos als auch bei Videos sehr zu gefallen. Das gilt für gute wie schlechte Lichtverhältnisse. Hohe Bildraten ergänzen den Funktionsumfang, hier muss man allerdings mit einer sichtbar schlechteren Qualität auskommen. Wer die bestmöglichen Aufnahmen erhalten will, sollte sich für 8K und I-Log entscheiden. Dank 10-Bit-Dateien ergibt sich ein großer Bearbeitungsspielraum.

Für Fotografen sind die RAW-Aufnahmen mit 120 Megapixel am interessantesten. Die JPEGs kann man ebenso sehr gut nutzen, die RAW-Dateien bieten aber deutlich mehr Reserven. Selbst stark überbelichtete Bereiche können korrigiert werden. Das ist beeindruckend! Als kleines Manko ist die stets vorhandene kamerainterne Bildbearbeitung zu nennen. Diese sorgt unter anderem sogar bei den RAW-Bildern für eine stets vorhandene Rauschreduzierung.

Foto- und Videografen kommen voll auf ihre Kosten:

Als grundsätzlich gelungen empfinden wir die Bildstimmung, die Abbildungsleistung der Objektive ist hoch und an Optionen mangelt es bei der Insta360 X6 zweifellos nicht. Dazu gehören manuelle Belichtungseinstellungen, Zeitraffer- und Zeitlupen-Optionen sowie die Bullet-Time-Funktion. Neben 360-Grad-Aufnahmen speichert die Kamera auch klassische Fotos und Videos. Deren Bildqualität fällt für eine Kamera dieser Klasse sehr hoch aus und reicht im Alltag normalerweise völlig aus. Unterstützt wird zudem die Spatial-Capture-Funktion zum Erstellen von begehbaren 3D-Räumen. Diese bieten andere Kameras von Insta360 zwar auch, bei der X6 gehen wir wegen der besseren Bildqualität (langfristig) aber von besser zu erzeugenden Dateien aus.

Abgerundet wird das ausgezeichnete Gesamtpaket durch einen sehr ausdauernden Akku (144 Minuten bei 8K30p), sehr kurze Ladezeiten (23 Minuten von 0 auf 80 Prozent) und die automatisierte Videoerstellung mittels AI-Regisseur. Fertige Videos mit der Option eines 360-Grad-Backups liefert zudem der InstaFrame-Modus.

Die dkamera.de Awards zur 360-Grad-Actionkamera Insta360 X6:

Autor: dkamera.de Redaktion