Teil 2 von 3: Die Bedienung, die App und das Zubehör
Nachdem wir uns im ersten Teil dieses Testberichts der Insta360 X5 mit dem Gehäuse und den technischen Daten beschäftigt hatten, nehmen wir in diesem zweiten Teil die Bedienung und unterschiedliches optionales Zubehör unter die Lupe, das Insta360 für die 360-Grad-Kamera anbietet.
Die Bedienung:
Wie klassische Actionkameras ist die Insta360 X5 nur mit recht wenigen „echten“ Tasten ausgestattet. Die meisten Eingaben erfolgen daher per Touchscreen. Hardware-Tasten gibt es in Form des Ein- und Ausschalters, der Q-Taste, des Auslösers und der Menü-Taste. Mit der Q-Taste kann man dabei eine bestimmte Voreinstellung schnell aufrufen, bzw. das Voreinstellungsmenü mit weiteren Optionen erreichen. Das Design und der Aufbau der Menüs ist größtenteils von der Insta360 Ace Pro 2 bekannt.
Das Wischen von unten nach oben öffnet die Aufnahme-Einstellungen, in der Gegenrichtung gelangt man zum Hauptmenü. Durch Wischen vom linken Rand nach rechts wird der Wiedergabemodus aufgerufen, für spezielle Aufnahme-Einstellungen wischt man von rechts nach links. Zu Letzteren gehören unter anderem der Bildstil, die Belichtung oder der Weißabgleich. Das Touchscreen reagiert bei der Insta360 X5 präzise und schnell, die allermeisten Touch-Bedienelemente fallen groß genug aus.
Bei der Videoaufnahme kann man sich für 8K, 5,7K+, 5,7K oder 4K als Auflösung entscheiden, als Bildraten werden maximal 120 und minimal 24 Vollbilder pro Sekunde angeboten. Wie üblich stehen jedoch nicht alle Bildraten bei allen Auflösungen zur Wahl und muss teilweise auch auf weitere Optionen verzichtet werden (Details finden Sie im ersten Teil dieses Testberichts). Entscheidet man sich für Fotos, lassen sich die Auflösung, das Dateiformat, die HDR-Aufnahme und ein Timer wählen. Sowohl für die Foto- als auch die Videoaufnahme gilt dabei, dass der Wechsel zwischen 360-Grad-Aufnahmen und Aufnahmen mit einem Einzelobjektiv möglich ist.
Wer sehr viele Einstellungen vornehmen möchte oder die Insta360 X5 inklusive Livebild aus der Ferne steuern will, nutzt dafür am besten die Insta360-App. Dabei handelt es sich um die identische App, die auch für die Steuerung der anderen Actionkameras von Insta360 verwendet wird. Die angebotenen Optionen weichen an der ein oder anderen Stelle (aufgrund der Besonderheiten einer 360-Grad-Kamera) davon aber natürlich ab.
Bei unserem Praxistest wusste die App aufgrund ihrer vielen Optionen und der guten Übersicht zu gefallen, die Verbindung zur Kamera brach (teilweise sogar während der Aufnahme) aber immer wieder ab. Wir können nicht sagen, ob dies nun am verwendeten Smartphone (Google Pixel 8 Pro) lag oder ob es sich um ein generelles Problem handelt.
Zum Bedienen der Kamera bietet Insta360 zudem die Gesten- und die Sprachsteuerung an. Diese Steuerungsoptionen schätzen wir bei einer 360-Grad-Kamera als sehr wichtig ein. Schließlich will man die Kamera auch dann noch steuern können, wenn sich diese etwas weiter von einem entfernt befindet. Allzu viele Optionen bieten die Gesten- und die Sprachsteuerung zwar nicht, grundsätzlich kommt man damit aber aus. So lassen sich mit der Gestensteuerung durch das Zeigen der Handfläche Videos starten, das Victory-Zeichen sorgt für die Aufnahme von Fotos.
Die Sprachsteuerung ist auf Englisch (oder Chinesisch) und umfasst folgende Befehle: „Take a Photo“, „Start Recording“, „Stop Recording“, „Mark That“ und „Shutdown Camera“. Als weitere Alternative zum Steuern gibt es von Insta360 darüber hinaus eine Fernbedienung. Da diese optional erworben werden muss, gehen wir darauf jedoch nicht näher ein.
Ein Punkt, der bei 360-Grad-Kameras auf keinen Fall zu kurz kommen darf, ist die Software. Damit meinen wir neben der Insta360-App vor allem die Desktop-Software Insta360 Studio. Während man bei klassischen Kameras die Aufnahmen in aller Regel sofort verwenden und sehr einfach an andere Personen schicken kann, sieht das bei 360-Grad-Aufnahmen etwas anders aus. Prinzipiell lassen sich diese Dateien natürlich auch einfach verschicken, wenn das Zusammenrechnen der Einzelbilder bereits in der Kamera erfolgt ist. In der Praxis ist der Umgang mit den Aufnahmen aber doch etwas komplexer. Die optimale Darstellung von 360-Grad-Inhalten macht passende Software nötig, ansonsten werden die Aufnahmen in aller Regel stark verzerrt wiedergegeben und sind effektiv mehr oder weniger unbrauchbar.
Diese Problematik kann man zum einen umgehen, indem man nur Ausschnitte aus den 360-Grad-Videos (bzw. Fotos) verwendet und diese als klassische Aufnahmen ausgibt. Dafür lässt sich wie im ersten Teil unseres Testberichts erwähnt der InstaFrame-Modus der X5 verwenden oder kann man die Insta360 Studio Software sowie die Insta360-App nutzen. In der Praxis favorisieren wir neben dem InstaFrame-Modus die Insta360 Studio-Software. Damit lassen sich mehr Einstellungen anpassen.
Bei der Insta360 Studio Software stehen unter anderem alle wichtigen Bearbeitungsoptionen (Belichtung, Kontrast, Sättigung, Schärfe, …) zur Verfügung, das Bearbeiten der Aufnahmen ist auch komfortabel gelöst. Dies gilt allerdings nur für Videos oder JPG-Aufnahmen. Bei RAWs fallen die Bearbeitungsoptionen weg, hier muss man den Umweg über Bildbearbeitungsprogramme wie Lightroom oder Camera RAW gehen. Wer seine Aufnahmen nachträglich umfangreich bearbeiten möchte und daher RAW-Bilder aufnimmt, wird sich daran jedoch wohl kaum stören. In der Insta360 Studio-Software kann man des Weiteren sehr einfach den Wiedergabestil der 360-Grad-Fotos festlegen oder daraus sogar animierte Videos erstellen. Das Einbetten von Wasserzeichen ist ebenso möglich.
Das optionale Zubehör:
Insta360 bietet die X5 nicht nur in verschiedenen Bundles an, diverses Zubehör lässt sich auch optional erwerben. Wir haben uns verschiedenes Zubehör angesehen, das bei der Aufnahme von Vorteil sein kann. Dazu gehören zunächst einmal spezielle „Sticks“. Damit lassen sich Effekte erzielen, die die Aufnahmen der 360-Grad-Kamera deutlich aufwerten können.
Extended Edition Selfie Stick:
Ein sehr sinnvolles Zubehör ist zweifellos der Extended Edition Selfie Stick. Das Wort „Extended“ ist dabei nicht übertrieben, der Stick lässt sich auf eine Gesamtlänge von drei Metern ausfahren. Bei ausgestreckten Armen ist somit eine Höhe von rund fünf Metern erzielbar. Damit kann man Aufnahmen realisieren, die ansonsten oftmals nur per Drohne möglich wären. Trotz einer Länge von drei Metern misst der Extended Edition Selfie Stick eingefahren lediglich 36cm, sein Gewicht von nur 365g sorgt ebenfalls für Staunen. Dies ermöglicht eine Kohlefaser-Konstruktion.
Voll ausgefahren wirkt der Stick natürlich nicht unbedingt extrem stabil, Insta360 dürfte diesen aber ausreichend getestet haben. Einzig bei stärkerem Wind würden wir auf das Ausfahren auf die maximale Länge verzichten, um die insgesamt zehn Segmente nicht allzu stark zu belasten. Montiert wird die Kamera am Stick über das 1/4-Zoll-Ggewinde.
Throwpod
Der sogenannte Throwpod hebt sich optisch auf den ersten Blick nur wenig vom Extended Edition Selfie Stick ab. Während letzterer jedoch stets in der Hand gehalten werden muss, befinden sich am unteren Ende des Throwpod drei ausklappbare Beine. Um diese ausklappen zu können, muss man zunächst die Taste am Ende des Throwpod drücken. Danach lassen sich die Beine ausklappen und man erhält ein kompaktes Dreibeinstativ. Am oberen Ende kann man drei Segmente ausfahren und dadurch eine Gesamthöhe von knapp 114cm erzielen.
Auf die Waage bringt der Thropod nur knapp 380g, die Montage der Insta360 X5 erfolgt via 1/4-Zoll-Gewinde. Bei unserem Test machte der Throwpod sowohl beim Einsatz als Stativ als auch beim Verwenden als Selfiestick eine sehr gute Figur.
Premium Lens Guards
Dem Schutz der Objektive kommt der bei der Insta360 X5 eine größere Bedeutung zu. Durch die exponierte Lage treten Beschädigungen deutlich schneller als bei klassischen Objektiven auf. Schützen sollte man die Objektive sowohl beim Einsatz als auch beim Transport. Beim Einsatz ist dies natürlich deutlich schwieriger, schließlich kann man nicht einfach eine Gegenlichtblende oder einen herkömmlichen Rundfilter montieren. Insta360 bietet dafür die speziellen Premium Lens Guards an.
Dabei handelt es sich um Aufstecklinsen, die aus gehärtetem Glas bestehen. Das Befestigen der Premium Lens Guards erfolgt via Schraubmechanismus, eine Mehrfachbeschichtung soll Reflexionen minimieren. Nichtsdestotrotz muss man an dieser Stelle erwähnen, dass zusätzliche Glasschichten vor dem eigentlichen Objektiv stets die Bildqualität beeinflussen.
Carry Case
Die Objektive der Insta360 X5 sollten jedoch nicht nur im Einsatz geschützt werden, sondern auch beim Transport. Die mitgelieferte Transporttasche kann Kratzer sehr gut verhindern, stärkere Stöße mildert sie aber nur wenig ab. Diese lassen sich mit dem Carry Case deutlich effektiver verringern. Das 270g schwere und 23,2 x 15,7 x 6,7cm große Carry Case bietet zudem Platz für weiteres Zubehör wie den Schnellspann-Halter oder die Multifunktions-Schnelladeschale.
Lens Cap
Wer eine kleinere Tasche bevorzugt oder die Kamera ohne Tasche transportieren möchte, kann sich für die Lens Cap entscheiden. Diese besteht aus Silikon und bietet Schutz vor Kratzern sowie leichteren Stößen. Abseits der Linsen und der Oberseite schützt die Lens Cap die Actionkamera jedoch nicht.
Replacement Lens Kit
Sollte es doch einmal zu Schäden an den Objektiven gekommen sein, lassen sich die Linsen vergleichsweise einfach austauschen. Zu diesem Zweck bietet Insta360 das Replacement Lens Kit (mit einer oder zwei Linsen erwerbbar) an. Dieses umfasst neben den Ersatzlinsen das passende Werkzeug sowie die notwendigen Reinigungsmaterialien.
Battery
Da die Insta360 X5 über einen wechselbaren Akku verfügt, kann man für die Kamera natürlich auch Ersatzakkus erwerben. Diese entsprechen dem beiliegenden Modell und besitzen eine Kapazität von 2.400mAh. Das Aufladen des Akkus ist in der Kamera oder mit dem optional erhältlichen Schnelladegerät möglich.
Im dritten Teil unseres Testberichts der Insta360 X5 nehmen wir unter anderem die Bildqualität der 360-Grad-Kamera unter die Lupe.