Teil 1 von 3: Die technischen Daten im Überblick
2023 hatte Insta360 mit der Action Pro seine erste Flaggschiff-Actionkamera mit klassischem Design angekündigt, 2024 folgte das Nachfolgemodell Insta360 Ace Pro 2. Bei der zweiten Generation kommt unter anderem ein Dual-KI-Chip zum Einsatz, sind 8K-Aufnahmen mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde möglich und wurden auch am Gehäuse mehrere Verbesserungen vorgenommen. In diesem Testbericht nehmen wir die Actionkamera sowie einen Teil des angebotenen Zubehörs unter die Lupe.
Der Lieferumfang:
Insta360 liefert die Ace Pro 2 in verschiedenen Bundles aus. Diese unterscheiden sich in puncto Zubehör und natürlich auch beim Preis. Unser Testgerät wurde im Standard-Bundle mit „Doppel-Akku“ geliefert. Im Gegensatz zum normalen Standard-Bundle umfasst das Zubehör daher zwei Akkus. Neben diesen liegen der Kamera eine Standardhalterung, ein Ersatzgummi für den Linsenschutz, ein USB-C-Kabel und eine „Mikrofonhaube“ bei.
Die technischen Daten:
Die Insta360 Ace Pro 2 ist das zweite Modell der Ace-Pro-Serie von Insta360 und bringt unterschiedliche neue Technik mit. Die meiste davon kann man allerdings nicht sehen, die Ace Pro 2 setzt sich optisch kaum vom Vorgängermodell ab. Sie ist mit Abmessungen von 7,2 x 5,3 x 3,9cm genauso groß und mit einem Gewicht von 180g (146g ohne Akku) genauso schwer. Vergleichbare Actionkameras der Konkurrenz sind sowohl kompakter als auch leichter.
Zu den Verbesserungen gehört unter anderem die auf zwölf Meter Tiefe (10m bei der Ace Pro) verbesserte Wasserdichtigkeit. Noch tiefere Tauchgänge (bis zu 60m) lassen sich mit dem optional erhältlichen Tauchgehäuse realisieren.
Wechseln kann man bei der Ace Pro 2 im Gegensatz zum Vorgängermodell auch den Linsenschutz, Defekte lassen sich dadurch wesentlich einfacher beheben. Abnehmbar ist zudem der sogenannte Wind Guard. Dabei handelt es sich um einen Windschutz, der im Inneren mit Akustikschaum gefüllt ist.
Vor dem Verwenden der Kamera bei Regen oder im Wasser sollte der Wind Guard laut Insta360 entfernt und durch die mitgelieferte „Mikrofonhaube“ ersetzt werden. Die Betriebstemperatur der Kamera hat sich dagegen nicht verändert, mit minus 20 bis 45 Grad Celsius ist sie ohne echte Einschränkungen nutzbar.
Von der Konkurrenz setzt sich die neue Actionkamera wie ihr Vorgängermodell (und auch de Insta360 Ace) durch das nach oben schwenkbare Rückseitendisplay ab. Dieses wurde bei der Ace Pro 2 um 0,1 Zoll auf 2,5 Zoll vergrößert, die Pixeldichte (329ppi statt 192ppi) und die Helligkeit (900 Nits statt 850 Nits) konnten ebenso gesteigert werden.
Wie bekannt lässt sich das Display um 180 Grad schwenken, dadurch ist die Bildkontrolle auch vor der Kamera möglich. Gleichermaßen gilt dies zudem für die Steuerung, die per Touchscreen oder über die beiden Hardwaretasten der Actionkamera erfolgt. Darüber hinaus ist auf der Vorderseite ein zweites Display zu finden. Dieses kann allerdings nur Statusinformationen anzeigen.
Der Akku der Ace Pro 2 besitzt eine Kapazität von 1.800mAh (1.650mAh bei der Ace Pro), das Aufladen erfolgt über den USB-C-Port der Kamera (bis zu 30 Watt möglich) oder das optional erhältliche Batterieladegerät. Platz findet der Akku in einem eigenen Fach an der rechten Seite, der USB-C-Port und der Slot für die microSD-Karte werden über die linke Seite erreicht. Als Speicherkarten sollte man möglichst Modelle mit VideoSpeedClass V30 nutzen, diese können bis zu 1TB Kapazität besitzen. Drahtlos funkt die Ace Pro 2 mit WLAN und Bluetooth, darüber lassen sich auch Kopfhörer verbinden.
Als Bildwandler kommt bei der Insta360 Ace Pro 2 laut Herstellerangabe ein verbesserter Sensor zum Einsatz. Dessen Abmessungen und Pixelzahl wurden allerdings nicht verändert, der 1/1,3-Zoll-Chip löst weiterhin 8.192 x 6.144 Pixel auf. Damit stellt die Actionkamera alle Modelle der Konkurrenz in den Schatten. Fotoaufnahmen sind mit voller Sensorauflösung sowie mit abweichenden Seitenverhältnissen und Auflösungen möglich. Wer die geringeren Auflösungen nutzt, die einem Viertel der vollen Auflösung entsprechen, kann zweifach zoomen.
Bilder speichert die Kamera im JPEG- und DNG-Format (= RAW-Format) ab, für letzteres ist PureShot + RAW zu wählen. Als Aufnahmemodi stehen neben der normalen Aufnahme die Modi HDR-Foto, Fotoserie, Intervallfoto, und Starlapse zur Wahl. Fotoserien können drei bis 30 Bilder umfassen, die sich in einer oder bis zu zehn Sekunden aufnehmen lassen. Bei den Intervallen kann man zwischen einer und bis zu 120 Sekunden wählen, wobei eine Sekunde nur bei geringeren Auflösungen zur Verfügung steht. Daneben verfügt die Kamera über eine Timerfunktion (3, 5 ,10 oder 15 Sekunden).
Videoaufnahmen unterstützt die Insta360 Ace Pro 2 mit einer Reihe von unterschiedlichen Auflösungen sowie Bildraten. Maximal sind Aufnahmen in 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel oder 7.680 x 3.272 Pixel) mit 30 Vollbildern pro Sekunde möglich, in 4K-Auflösung stellen 120 Vollbilder pro Sekunde die höchste Bildrate dar. Diese wird allerdings nur bei 3.840 x 2.160 Pixel (16:9) sowie 3.840 x 1.632 Pixel (2,35:1) erreicht und nicht bei den ebenfalls möglichen 3.840 x 2.880 Pixel (4:3). Hier stellen 60 Vollbilder pro Sekunde die höchste Bildrate dar. Mit 2,7K-Auflösung filmt die Ace Pro 2 auf Wunsch ebenfalls (bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde bei 2.688 x 1.520 Pixel sowie bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde bei 2.688 x 2.016 Pixel), darüber hinaus zudem mit 1.920 x 1.440 Pixel (max. 60p) und in Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel; max. 240p). Die genannten Bildraten gelten für die klassische Videofunktion.
Zeitlupen sind mit bis zu 4-facher Verlangsamung in 4K und 2,7K sowie mit bis zu 8-facher Verlangsamung in Full-HD möglich. Daneben unterstützt die Insta360 Ace Pro 2 PureVideos (bei 4K, 2,7K, 1440p und 1080p jeweils mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde) und FreeFrame-Videos. Letztere erlauben die Wahl des Seitenverhältnisses nach der Aufnahme und sind in 4K, 2,7K und Full-HD mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde möglich. HDR-Aufnahmen können ebenso maximal in 4K-Auflösung mit 60 Vollbildern pro Sekunde erfolgen. Das Bildprofil (u. a. stehen Standard, Flat und Leica NAT zur Wahl) ist stets frei wählbar, Log-Aufnahmen werden dagegen nur bis 4K unterstützt. Wer Videomodi abseits der Klassiker sucht, findet bei der Insta360 Ace Pro 2 einen Dashcam-Modus, einen Loop-Modus und einen Timelapse-Modus. Daneben gibt es eine Pre-Recoding-Funktion (bis zu 120 Sekunden).
Das Objektiv der Insta360 Ace Pro 2 deckt im Vergleich zur Ace Pro einen größeren Bildwinkel ab (157 Grad vs. 151 Grad), bezeichnet wird die Optik als Leica Super-Summarit-A 12mm F2,6 Asph. Natürlich kann man sich wie bei sehr vielen Actionkameras am Markt für unterschiedliche Sichtfelder entscheiden.
Die weitwinkeligste Option nennt sich „ActionView“, darauf folgen „UltraWide“, „Natürlicher Weitwinkel“ (= MEGA), „Dewarp“, „Linear". Beim linearen Sichtfeld bekommt man keine Verzerrungen zu Gesicht, bei den anderen Sichtfeldern sind diese in unterschiedlichen Ausprägungen zu sehen. Grundsätzlich gilt dabei: je weitwinkeliger, desto stärker fällt der von Actionkameras bekannte Fisheye-Look aus. Beim „ActionView“-Sichtfeld wird zudem das 4:3-Bild in eine 16:9-Aufnahme gestaucht. Daneben finden sich bei der Actionkamera noch zwei Sichtfelder, die wir eigentlich eher zu den Stabilisierungs-Optionen zählen. Diese nennen sich 45°-Horizontsperre sowie 360°-Horizontsperre. Beide Optionen halten den Horizont bei Drehungen um bis zu 45 Grad bzw. 360 Grad gerade und verkleinern das Bildfeld noch einmal stark. Leider lassen sie sich zudem nur sehr eingeschränkt (max. 4K30p) nutzen und sorgt das Ruhighalten des Horizonts teilweise für Wackler an den Rändern.
Die Stabilisierung erfolgt bei der Insta360 Ace Pro 2 wie üblich digital und wird als FlowState-Stabilisierung bezeichnet. Zur Wahl stehen die Stufen „Aus“, „Gering“, „Standard“ und „Hoch“. Letztere Option lässt sich aufgrund der Arbeitsweise einer digitalen Stabilisierung allerdings nur bei Aufnahmen unterhalb von 8K nutzen. Hier gleicht die Ace Pro 2 auch starke Verwacklungen aus.
Sehr gut schneidet auch die Standard-Einstellung ab, hier sind ebenso nur wenige Wackler zu sehen. Ohne Stabilisierung würden wir nicht filmen und die Option „Gering“ sollte man nur wählen, wenn etwas mehr Bewegung gefragt ist.
Im zweiten Teil unseres Testberichts der Insta360 Ace Pro 2 gehen wir auf die Bedienung und optionales Zubehör ein.