27.08.2026 - 08:00

Die GoPro MISSION 1 PRO ILS Actionkamera im Test (Teil 2)

Teil 2 von 3: Die Bedienung, die App und das Zubehör

Im ersten Teil des Testberichts der GoPro MISSION 1 PRO ILS hatten wir die technischen Daten der besonderen Actionkamera unter die Lupe genommen. In diesem zweiten von drei Teilen schauen wir uns die Bedienung, den Einsatz von Objektiven sowie verschiedenes Zubehör an, das sich für die Actionkamera optional erwerben lässt.

Die Bedienung:
Was die Bedienung der GoPro MISSION 1 PRO ILS anbelangt, gibt es im Vergleich zu den anderen beiden MISSION-1-Modellen auf der einen Seite keine Unterschiede. Das Ein- und Ausschalten sowie die Moduswahl erfolgen mit der Taste an der Seite, die Taste auf der Oberseite dient zum Starten und Stoppen von Videos bzw. zum Aufnehmen von Fotos. Weitere Eingaben werden über das 2,59 Zoll messende OLED mit Touchscreenoberfläche auf der Rückseite vorgenommen. Das LCD auf der Vorderseite erlaubt wie üblich nur die Bildkontrolle.

Die GoPro MISSION 1 PRO ILS besitzt wie alle Modelle der Serie klassische Bedienelemente:

Die meisten Eingaben erfolgen jedoch über das Touchscreen auf der Rückseite:

Gut bekannt sind darüber hinaus die Menüs: Das Hauptmenü erreichen Nutzer durch Wischen von oben nach unten, umgekehrt wird der Wiedergabemodus aufgerufen. Einige Einstellungen lassen sich bei der GoPro MISSION 1 PRO ILS über die Direktwahltasten, von GoPro Shortcuts genannt, verändern. Deren Funktionen passen Kamerabesitzer nach ihren Wünschen an. Natürlich hat die Actionkamera den schnellen Zugriff auf die relevantesten Einstellungen (Auflösung, Bildrate und Seitenverhältnis) zu bieten, mit den Modusoptionen lassen sich spezielle Aufnahme-Parameter schnell verändern.

Die Menüs der Kamera sind bekannt:

Die GoPro MISSION 1 PRO ILS speichert Videos mit bis zu 8K60p:

Das Hauptmenü der Actionkamera:

Weitere Einstellungen wurden bei den ProTune-Optionen versammelt. Verändern kann man hier unter anderem die Farbe, die Schärfe, die Entrauschung, den ISO-Wert und die Verschlusszeit. Bei Videos sind zudem unter anderem die Bewegungsunschärfe, die Bitrate, die Bit-Tiefe und oder die Audioabstimmung anpassbar.

Zahlreiche Kamera-Optionen erlauben das Eingreifen durch den Nutzer:

Zu den Optionen gehören unter anderem die Sensorempfindlichkeit ...

... die Belichtungskorrektur ...

... und die Farbe:

Dass sich die GoPro MISSION 1 PRO ILS in der Praxis doch sehr deutlich von allen anderen klassischen Actionkameras abhebt, liegt am Objektiv. Dieses ist nicht fest verbaut und muss per Micro Four Thirds-Bajonett montiert werden.

Im Prinzip könnte man sich für fast alle MFT-Modelle entscheiden, mangels elektronischer Kontakte sind Objektive mit Powerzoom-Motor sowie Focus-by-Wire-Fokussierung jedoch überhaupt nicht bzw. nicht sinnvoll nutzbar. Bei anderen Modellen können einige Funktionen wegfallen. In der Praxis sollte man sich daher für Objektive entscheiden, die möglichst viele manuelle Einstellungen erlauben.

Das MFT-Bajonett der GoPro MISSION 1 PRO ILS sorgt für eine große Flexibilität:

Optimalerweise sollten kleine und leichte manuelle Objektive verwendet werden:

Per Adapter kann man auch Objektive mit anderen Bajonetten (hier Canon EF) nutzen:

Die GoPro MISSION 1 PRO ILS mit dem Canon EF 70-200mm F4L USM:

Das von uns zum Test verwendete Laowa 9mm F2,8 bringt keinerlei Automatiken mit, dies ist für den Einsatz an der GoPro MISSION 1 PRO ILS optimal. Die Fokussierung erfolgt bei der Festbrennweite per Einstellring, gleiches gilt für die Blendenwahl. Vor der Montage einer Optik muss man die Brennweite manuell eingeben oder eines der gespeicherten Profile laden.  Da unser Objektiv kein Profil besitzt, erfolgte die Eingabe der Brennweite – in diesem Fall von 9mm.

Vor dem Einsatz ist das Lens Profil auszuwählen oder muss man Brennweite eingeben:

Letzteres ist zwischen 6 und 500mm möglich:

Danach lässt sich die GoPro MISSION 1 PRO ILS zwar prinzipiell wie jede andere Actionkamera bedienen, in der Praxis ergeben sich aber doch einige Einschränkungen. Zum einen fällt die Wasserdichtigkeit weg und auch vor größeren Staubmengen sollte man die Kamera wegen der fehlenden Abdichtung am Bajonett schützen. Zum anderen ist die GoPro MISSION 1 PRO ILS mit einem Objektiv natürlich wesentlich größer als eine herkömmliche Actionkamera. Für manche Einsätze ist sie schlicht zu groß.

Zu guter Letzt gilt es die manuelle Fokussierung zu bedenken. Bei der MISSION 1 PRO oder MISSION 1 ist diese wegen der kurzen Brennweite nicht notwendig, beim Einsatz von MFT-Objektiven (und dem daraus resultierenden Crop) dagegen durchaus. Die Fokussierung erfolgt wie bereits angesprochen per Einstellring am Objektiv, zur Fokuskontrolle werden eine Lupenfunktion und ein Focus-Peaking angeboten. Dessen Farbe kann man selbst festlegen oder bei der automatischen Einstellung der Kamera überlassen. Beide Features sollte man unbedingt nutzen, ansonsten kann es schnell zu einem Fehlfokus kommen.

Beim manuellen Fokussieren hilft das Focus-Peaking:

Zudem lässt sich der Bildausschnitt vergrößern:

Mit der Blende lässt sich die Schärfentiefe deutlich erhöhen. Abhängig von den Lichtverhältnissen sollte man sich jedoch nicht immer für einen größeren Wert entscheiden. Als Richtwert gibt GoPro eine Blende von bis zu F4,5 an. Damit werden die Aufnahmen nicht durch eine zu stark auftretende Beugungsunschärfe negativ beeinflusst. Welcher Blendenwert in der Praxis am sinnvollsten ist, lässt sich mit einem der zahlreichen Schärfentiefe- sowie Beugungsunschärfe-Rechner herausfinden.

Zur Steuerung aus kurzer Entfernung ist die bekannte Sprachsteuerung mit an Bord:

Keine Änderungen sind dagegen von der Fernsteuerung zu berichten. Diese kann per App, Sprache oder mittels einer der unterschiedlichen Fernbedienungen von GoPro erfolgen. Die App bietet alle bekannten Einstellungen, sie ermöglicht die Bildkontrolle des Livebildes und natürlich kann man auch bereits gespeicherte Fotos und Videos betrachten. Darüber hinaus gibt es Optionen zum Bearbeiten von Dateien sowie für den Upload.

Optionales Zubehör:
GoPro bietet für seine Actionkameras eine Reihe von unterschiedlichem Zubehör an. Für die MISSION-1-Modelle lässt sich unter anderem der Point-and-Shoot-Griff erstehen. Diesem kommt bei der MISSION 1 PRO ILC eine besondere Bedeutung zu, da er beim Transport für einen deutlich höheren Tragekomfort sorgt.

Der Point-and-Shoot-Griff lässt sich als optionales Zubehör erwerben:

Der Rahmen schützt die Kamera, der Griff verbessert das Handling:

Der knapp 160g schwere Point-and-Shoot-Griff besteht aus einem Rahmen sowie einem Griffstück, hier kommen Metall und Kunststoff zum Einsatz. Beide Teile lassen sich bei Bedarf trennen, das Einsetzen der Kamera erfolgt von der Seite. Neben dem gummierten Griff, der wie erwähnt den Tragekomfort deutlich verbessert, verfügt der Point-and-Shoot-Griff über einen Auslöser. Dieser bedient die obere Taste der MISSION-1-Kameras. Die seitliche Taste der Actionmodelle ist wie gewohnt zu erreichen.

Das Auslösen ist durch einen kleinen "Auslöse-Arm" direkt am Griff möglich:

Auf der Unterseite ist ein 1/4-Zoll-Gewinde verbaut:

Zu den weiteren Features gehören ein 1/4-Zoll-Gewinde (zur Montage bei horizontalen Aufnahmen) als auch ein Blitzschuh (Cold-Shoe). „Elektronische“ Funktionen wie den direkten Zugriff auf Kamerafunktionen oder eine erweiterte Akkulaufzeit bietet der Griff dagegen nicht.

Der Dual Battery Charger wird ebenso als Zubehör angeboten:

Er verfügt über einen USB-C-Port und erlaubt das Aufladen von bis zu zwei Enduro-Akkus:

Wer den Akku nicht in der GoPro MISSION 1 PRO ILS aufladen möchte oder zwei Akkus gleichzeitig aufladen will (erfordert ein USB-C-Netzteil mit mindestens 15 Watt Ausgangsleistung), kann das Dualladegerät für Enduro-Akkus erwerben. Dieses ist mit einem USB-C-Port ausgestattet und erlaubt auch das Aufladen von Enduro-1-Akkus. Mit 137g fällt es nicht gerade leicht aus, ist aber robust gebaut. Vier LEDs informieren bei beiden Akkuschächten über den aktuellen Ladestand des eingesetzten Akkus.

Im dritten Teil unseres Testberichts der GoPro MISSION 1 PRO ILS prüfen wir die Bildqualität und fassen unsere Ergebnisse zusammen.

Autor: dkamera.de Redaktion