26.08.2026 - 15:00

Die GoPro MISSION 1 PRO ILS Actionkamera im Test (Teil 1)

Teil 1 von 3: Die technischen Daten der Actionkamera mit MFT-Bajonett und 1,0"-Sensor im Überblick

Als letztes Modell der MISSION-1-Serie erscheint mit der GoPro MISSION 1 PRO ILS auch das außergewöhnlichste Modell der Actionkamera-Reihe. Hier kommt zwar die von der MISSION 1 und der MISSION 1 PRO bekannte Aufnahme-Hardware zum Einsatz, statt eines klassischen Fisheye-Objektivs verfügt die 1 PRO LIS jedoch über ein Micro Four Thirds-Bajonett. Dadurch lassen sich theoretisch fast alle MFT-Objektive nutzen und kann ein besonderer Bildeindruck erzielt werden. Was es bei dieser Actionkamera zu beachten gilt und wie sich die MISSION 1 PRO ILS in der Praxis schlägt, nehmen wir in diesem Testbericht unter die Lupe.

Die technischen Daten:
Wer klassische Actionkameras kennt und die GoPro MISSION 1 PRO ILS (ILS =  Interchangeable Lens System) betrachtet, wird das abweichende Gehäusedesign auf den ersten Blick erkennen. Grundsätzlich entspricht das Gehäuse in Ansätzen zwar den anderen MISSION-1-Modellen, anstelle des Objektivs befindet sich an der Vorderseite aber ein Bajonett. Konkret handelt es sich dabei um das Micro Four Thirds-Bajonett. Dafür kann eine große Anzahl von Objektiven erworben werden.

Prinzipiell lassen sich an der GoPro MISSION 1 PRO ILS alle MFT-Objektive montieren:

Mechanisch sollte das MFT-Bajonett der Kamera zu allen nach dem MFT-Standard gefertigten Objektiven kompatibel sein, in der Praxis gilt es jedoch verschiedene Einschränkungen zu beachten. Diese sind unter anderem auf die rein mechanische Umsetzung zurückzuführen. Mit der Kamera kommuniziert das Objektiv nämlich nicht. Dadurch werden weder die Exif-Informationen ausgetauscht noch kann man die elektronisch angesteuerten Bedienelemente der Objektive verwenden. Ein Motor, der für den Zoom zuständig ist („Power Zoom“) oder zum Ausfahren des Tubus benötigt wird, funktioniert ebenso nicht. Verzichten muss man zudem auf die Blendenwahl via Kamera sowie die automatische Fokussierung.

Sinnvoll lassen sich nur manuelle Objektive wie dieses Laowa 9mm F2,8 nutzen:

Es verfügt über Einstellringe für die Blende und die Fokussierung:

Das Objektiv im Einsatz an der MISSION 1 PRO ILS:

Es verwundert daher wenig, dass sich auf der offiziellen Kompatibilitätsliste von GoPro nur manuell zu bedienende Objektive befinden. Grundsätzlich kann man natürlich auch andere Modelle nutzen, die Befestigung sollte bei einem Gewicht oberhalb von 250g aber auf jeden Fall via Stativschelle erfolgen.

Wegen des Bildwandlers der GoPro MISSION 1 PRO ILS (1,0-Zoll-Format) ergibt sich ein Cropfaktor von 2,7. Ein 6mm-Objektiv zeigt dadurch in etwa den Bildwinkel einer Kleinbildoptik mit 16mm und ein 10mm-Modell entspricht einem Kleinbildobjektiv mit 27mm Brennweite. Wer den von Actionkameras bekannten großen Bildwinkel benötigt, muss sich daher für ein MFT-Objektiv mit sehr kurzer Brennweite entscheiden. Noch kleiner fällt der Bildwinkel beim Einsatz der HyperSmooth-Stabilisierung aus. Hierfür gibt GoPro einen Cropfaktor von 3,0 an. Ein 10mm-Objektiv entspricht somit einer 30mm-Kleinbildoptik und ein 25mm-MFT-Objektiv sorgt für den Bildwinkel eines Kleinbildmodells mit 75mm Brennweite. Bevor ein Objektiv an der MISSION 1 PRO ILS genutzt werden kann, muss dessen Brennweite über das Kameramenü eingegeben oder eines der vorab gespeicherten Profile gewählt werden.

Für folgende fünf Objektive hat GoPro Profile angelegt:
7Artisans 6mm F2 Fisheye
7Artisans 7,5mm F2,8 Fisheye
Brightin Star 7,5mm F2,8 Fisheye
Laowa 4mm F2,8 Fisheye
Meike 7,5mm F2,8 Fisheye

Die Sensoren aktueller Actionkameras im Vergleich:

Als Aufnahme-Hardware nutzt GoPro die bereits von den anderen MISSION-1-Kameras bekannten Komponenten. Der 1,0-Zoll-Sensor fällt rund 3,5-mal größer als bei den HERO-Kameras aus, besitzt 1,6 x 1,6μm große Bildpunkte und löst mit 8.192 x 6.144 Pixel sehr hoch auf. Videos kann die  MISSION 1 PRO ILS mit bis zu 7.680 x 5.760 Pixel (8K Open Gate) speichern, hier lassen sich 24, 25 oder 30 Vollbilder pro Sekunde einstellen. Bei Aufnahmen mit klassischem Seitenverhältnis (16:9) wird die 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel) mit 24 bis 60 Vollbildern pro Sekunde unterstützt.

In 4K-Auflösung kann man sich bei 3.840 x 2.160 Pixel für bis zu 240 Vollbilder pro Sekunde entscheiden, bei 3.840 x 2.880 Pixel sind bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde möglich und bei 2.160 x 3.840 Pixel bis zu 30 Vollbilder pro Sekunde. Noch höhere Bildraten werden zudem in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) angeboten. Bis zu 480 Vollbilder pro Sekunde erlaubt der normale Aufnahmemodus und mit dem „Serienfoto Slo-Mo“-Modus sind 960 Vollbilder pro Sekunde möglich. Hier ist die Aufnahmezeit allerdings auf zehn Sekunden begrenzt. Dank der bis zu 32-fachen Zeitlupen lassen sich selbst sehr schnelle Motive stark verlangsamt wiedergeben. Zu den weiteren Videofeatures der GoPro MISSION 1 PRO ILS gehören die 10-Bit-Aufnahme, das HLG- und das GP-Log2-Profil.

Was die Audioaufnahme angelangt, kommen bei der Actionkamera vier eingebaute Mikrofone zum Einsatz. Die Speicherung erfolgt mit bis zu 32-Bit-Float, externe Mikrofone kann man kabellos verbinden oder über USB-C an die MISSION 1 PRO ILS anschließen. Darüber hinaus bietet GoPro den MediaMod 2.0 an.

Die Menüs der Actionkamera weichen von den anderen MISSION-Modellen nur minimal ab:

Fotos lassen sich mit 50,3 Megapixel (8.192 x 6.144 Pixel) oder 12 Megapixel (4.000 x 3.000 Pixel) aufnehmen. Bei Serienaufnahmen sind bis zu 60 Bilder pro Sekunde möglich, es gibt eine Option für Zeitraffer sowie auch eine Option für Nachtotos.

Die GoPro MISSION 1 PRO ILS im Vergleich mit der MISSION 1:

Ohne Objektiv fällt die MISSION 1 PRO ILS nur minimal größer aus:

Das Gehäuse der GoPro MISSION 1 PRO ILS weicht aufgrund des fehlenden Objektivs und des MFT-Bajonetts natürlich von der GoPro MISSION 1 bzw. 1 PRO ab. Die 1 PRO ILS fällt mit 9,0 x 5,9 x 4,6cm etwas größer aus, das Gewicht liegt mit 197g jedoch leicht unterhalb der anderen beiden MISSION-1-Modelle. Hier fehlt aber natürlich noch das Objektiv. Abhängig von diesem kann das Gesamtpaket massiv größer und schwerer ausfallen.

Mit Objektiv ist die 1 PRO ILS wesentlich größer und schwerer:

An den Displays wurde dagegen nichts verändert. Das rückseitige OLED-Panel besitzt eine Diagonale von 2,59 Zoll und unterstützt Eingaben per Touch. Das Front-LCD mit einer Größe von 1,4 Zoll ist „nur“ für die Bildkontrolle geeignet. Wasserdicht fällt die GoPro MISSION 1 PRO ILS aufgrund des Bajonetts natürlich nicht aus, die Betriebstemperatur gibt GoPro mit -20 °C bis 45 °C an.

Für die Montage der Actionkamera stehen die bekannten Befestigungsösen und ein 1/4-Zoll-Gewinde zur Verfügung. Zur Halterung mit der Magnetverriegelung ist die Kamera ebenso kompatibel.

Die Montage erfolgt wie bei anderen GoPro-Kameras via Halterung oder 1/4"-Gewinde:

Keinen Unterschied gibt es vom verwendeten Akku zu berichten. Das Enduro-2-Modell besitzt eine Kapazität von 2.150mAh, die älteren Enduro-Akkus lassen sich mit Einbußen bei der Aufnahmedauer ebenso nutzen. Das Aufladen erfolgt in der Actionkamera per USB-C, für das externe Aufladen bietet GoPro ein optional erhältliches Ladegerät an.

Das einzige Fach der Actionkamera behergt den Akku, die microSD-Karte und den USB-C-Port:

Beim Akku handelt es sich um den Enduro 2, bei der Speicherkarte wird die V30-Class empfohlen:

Zur Datenspeicherung greift GoPro auf microSD-Speicherkarten (V30-Speedclass sinnvoll) zurück, einen internen Speicher gibt es nicht. WLAN und Bluetooth werden bei der MISSION 1 PRO ILS zur kabellosen Datenübertragung verwendet, per GPS-Modul lässt sich die Position aufzeichnen.

Im zweiten Teil unseres Testberichts der GoPro MISSION 1 PRO ILS gehen wir auf die Bedienung und optionales Zubehör ein.

Autor: dkamera.de Redaktion