08.06.2026 - 08:01

Die GoPro MISSION 1 PRO Actionkamera im Test (Teil 3)

Teil 3 von 3: Der Bildqualitätstest, Beispielaufnahmen und unser Fazit

Nachdem wir im zweiten Teil unseres Testberichts der GoPro MISSION 1 PRO die Bedienung und die App angesehen haben, prüfen wir in diesem dritten und letzten Teil die Bildqualität bei Fotos und Videos sowie die Akkulaufzeit. Am Ende fassen wir die Ergebnisse aller drei Teile zudem zusammen und ziehen ein Fazit.

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Bei den letzten Modellen der HERO-Black-Reihe setzte GoPro auf Bildwandler mit den gleichen oder zumindest sehr ähnlichen Spezifikationen. Bei der Bildqualität gab es daher – anders als bei der Konkurrenz – keine größeren Unterschiede und Verbesserungen festzustellen. Dies möchte GoPro bei den MISSION-1-Modellen, zu denen natürlich auch die MISSION 1 PRO gehört, ändern. Hier kommt der bereits erwähnte 1,0-Zoll-Sensor zum Einsatz. Dieser fällt rund 3,5-mal größer als bei den früheren GoPro-Modellen aus und löst auch doppelt so hoch auf. In 8K sind Aufnahmen im Open-Gate-Modus (4:3-Format, 7.680 x 5.760 Pixel) mit bis zu 30 Vollbildern möglich, klassische 16:9-Videos (7.680 x 4.320 Pixel) erlauben bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde. In 4K-Auflösung kann man sich für bis zu 240 Vollbilder pro Sekunde entscheiden und in Full-HD-Auflösung für bis zu 960 Vollbilder pro Sekunde. Letztgenannte Bildrate erlaubt allerdings maximal zehn Sekunden lange Aufnahmen. Ohne diese Grenze kommt man auf maximal 480 Vollbilder pro Sekunde.

Der neue Sensor und der neue Bildprozessor (GP3) machen sich bei der MISSION 1 PRO zweifellos bei der Bildqualität bemerkbar. Und das natürlich positiv. Derart viele Details konnte noch keine Actionkamera von GoPro darstellen und auch im Vergleich mit der Konkurrenz sind die Aufnahmen sehr ansprechend. Für die beste Qualität muss man sich natürlich für die 8K-Auflösung entscheiden. Hier ergeben sich anders als bei den Modellen von DJI und Insta360 (die maximal 30 Bilder pro Sekunde bei 8K schaffen) dabei praktisch keine Nachteile bei der Bildrate, da die MISSION 1 PRO bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde aufzeichnet. Das reicht für sehr viele Situationen aus. Die 8K-Auflösung der MISSION 1 PRO ist daher sinnvoll nutzbar. In 4K schneidet die neue Actionkamera von GoPro ebenso besser als die Konkurrenz ab und erreicht mit 240 Vollbildern pro Sekunde einen neuen Bestwert in der Actionkamera-Liga. Hinsichtlich der Bildqualität muss man dabei zwar Abstriche machen, für Aufnahmen mit 240 Vollbildern pro Sekunde stufen wir die Qualität aber immer noch als sehr ansprechend ein. Bei Full-HD werden dagegen sichtbar weniger Details wiedergegeben. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sich nun für die klassische Slow-Motion-Funktion mit bis zu 480 Vollbildern pro Sekunde oder die spezielle Slow-Motion-Funktion mit 960 Vollbildern pro Sekunde entscheidet. An dieser Stelle sei jedoch gesagt, dass die MISSION 1 PRO mit diesen Bildraten aktuell konkurrenzlos ist und man von einer Kamera mit einer derart hohen Bildrate – mit Ausnahme von „echten“ Zeitlupenkameras – keine exzellente Bildqualität erwarten darf. Wer sich extreme Zeitlupeneffekte wünscht, ohne sehr tief in die Tasche zu greifen, ist bei der MISSION 1 PRO auf jeden Fall an der richtigen Stelle.

Ansprechend schneidet die Actionkamera zudem bei wenig Licht ab. Dies war bis zuletzt die Achillesferse der HERO-Black-Modelle. Mit dem Low-Light-Modus bekommt man bei schlechten Lichtverhältnissen sichtbar mehr Details und weniger Rauschen als beispielsweise bei der HERO13 Black zu sehen und schließt zur Konkurrenz von DJI und Insta360 auf. Wirklich vorbeiziehen kann die MISSION 1 PRO hier jedoch nicht.

In puncto Dynamikumfang gefällt uns die GoPro MISSION 1 PRO ebenso etwas besser als das Vorgängermodell HERO13 Black. Helle Stellen brennen später aus und sorgen länger für einen ansprechenden Bildeindruck. Apropos Bildeindruck: Die Farbabstimmung der MISSION 1 PRO wirkt im Vergleich mit der Konkurrenz am natürlichsten. Farben werden gut wiedergegeben und auf eine zu starke Nachschärfung wird verzichtet. Das gilt nicht nur für Videos, sondern auch für Fotos. Diese zeigen bei voller Auflösung viele Details und lassen sich dank RAW-Ausgabe (im GPR-Format) nachträglich auch umfassend bearbeiten. Bei 12 Megapixel wirken die Bilder sichtbar detailärmer, hier kann man allerdings auch von der SuperFoto-Funktion profitieren. Diese reduziert das Bildrauschen und sorgt für einen größeren Dynamikumfang. Im Alltag muss man daher abwägen, welche Kriterien für einen wichtiger sind. Noch ein Wort zum Objektiv: Die Randschärfe unserer Testkamera könnte vor allem am rechten Bildrand grundsätzlich noch etwas höher sein. Eine gewisse Serienstreuung ist bei Actionkameras aber leider durchaus üblich.

Actionkameras leiden bauartbedingt seit jeher an einer eingeschränkten Laufzeit durch Überhitzen. Zumindest, wenn die Umgebungstemperatur hoch ist oder es keine aktive Kühlung – beispielsweise durch Wind – gibt. Zuletzt bekamen die Hersteller das Problem durch Optimierungen zwar immer besser in den Griff, hohe Auflösungen und Bildraten können aber immer noch ein Problem sein. GoPro gibt für die MISSION 1 PRO bis zu 96 Minuten bei 8K Open-Gate, bis zu 74 Minuten bei 8K60p und bis zu 73 Minuten bei 4K240p an. Ohne Luftzirkulation halbiert sich dieser Wert jedoch in etwa im schlechtesten Fall. Bei unseren eigenen Tests mit 24 Grad Umgebungstemperatur kamen wir ohne jeglichen „Airflow“ bei 8K60p auf 21 Minuten und bei halbierter Bildrate (30p) auf 35 Minuten. Mit leichtem Luftzug (weniger als Fahrtwind) konnten wir schon 36 Minuten bzw. 46 Minuten erreichen. Mit aktiver Kühlung, die in vielen Fällen zumindest zum Teil gegeben ist, sind zweifellos noch etwas bessere Werte möglich. Einen 8K-Zeitraffer konnten wir bei leichtem Wind problemlos für mehr als zwei Stunden erstellen und bei 4K60p konnten wir selbst ohne Airflow nach fast zwei Stunden nur eine mittlere Gehäuse-Erwärmung feststellen. Kurz danach war der Akku leer.

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Sehr hohe Bildraten begrenzen die Aufnahmezeit dann wieder deutlich, wenn es keine aktive Kühlung gibt. Bei 4K240p schaltete sich die GoPro MISSION 1 PRO nach 36 Minuten wegen Überhitzung ab. Grundsätzlich erfolgten alle Messungen bei 23 bis 24 Grad Umgebungstemperatur, mit 10-Bit und hoher Bitrate. Bei anderen Einstellungen sind abweichende Ergebnisse möglich. Die Aufnahmezeit lag im Test mit vollem Akku bei 4K60p bei fast genau zwei Stunden, bei 8K60p waren 68 Minuten lange Aufnahmen möglich und bei 8K30p genau 87 Minuten.

Auch die MISSION 1 PRO überhitzt, mit ein wenig Airflow lässt sich jedoch lange filmen:

Die Ladegeschwindigkeit des Akkus ließ bei den letzten Kamera-Generationen von GoPro – im Vergleich zur Konkurrenz – eindeutig zu wünschen übrig. Dieses Problem ist GoPro bei der MISSION 1 PRO, wie unsere Tests zeigen, angegangen. Ein leerer Akku ließ sich via USB-C in 14 Minuten auf bis zu 50 Prozent aufladen, für das vollständige Aufladen wurden 45 Minuten benötigt. Die Ladekurve sank dabei allerdings nicht wie üblich ab, laut Displayanzeige wurde der Ladevorgang wegen eines zu warmen Akkus zeitweise unterbrochen. Das ist doch einigermaßen erstaunlich, da die Umgebungstemperatur „nur“ bei 24 Grad lag. Beim zweiten Testlauf kamen wir wieder zum gleichen Ergebnis. Das vollständige Aufladen wäre also sicher schneller möglich, wenn man dafür eine kalte Umgebung aufsucht. Praxistauglich ist dieses Vorgehen aber natürlich kaum. Trotzdem schneidet die MISSION 1 PRO in puncto Ladegeschwindigkeit deutlich besser als die HERO13 Black ab.

Unbearbeitete Beispielaufnahmen der GoPro MISSION 1 PRO:

Zwei Aufnahmen mit weitem Bildfeld (50 Megapixel):

Zwei Aufnahmen mit weitem Bildfeld (50 Megapixel):

Zwei Aufnahmen mit weitem Bildfeld (50 Megapixel):

Links eine Aufnahme mit weitem Bildfeld (50MP) und rechts mit linearem Bildfeld (12MP):

Links eine Standard-Aufnahme und rechts eine SuperFoto-Aufnahme (jeweils 12MP):

JPEG- und RAW-Aufnahme mit weitem Bildfeld (50 Megapixel):

Sofern nicht anders angegeben, wurden die Videos mit Standardoptionen und weitem Bildfeld aufgenommen:

Videoaufnahme in 8K-Auflösung (7.680 x 5.760 Pixel) mit 30 Vollbildern pro Sekunde

Videoaufnahme in 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel) mit 60 Vollbildern pro Sekunde

Videoaufnahme in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 240 Vollbildern pro Sekunde

Videoaufnahme in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) mit 480 Vollbildern pro Sekunde

Videoaufnahme in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) mit 960 Vollbildern pro Sekunde

Videoaufnahme in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 60 Vollbildern pro Sekunde (SuperView)

Videoaufnahme in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 60 Vollbildern pro Sekunde (Linear)

Videoaufnahme in 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel) mit 60 Vollbildern pro Sekunde (GP-Log2)

Videoaufnahme in 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel) mit 60 Vollbildern pro Sekunde

Videoaufnahme in 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel) mit 60 Vollbildern pro Sekunde

Unser Fazit:
Die neuen MISSION-1-Modelle stellen für GoPro eine neue Zeitrechnung dar. Im Vergleich zu früheren Actionkameras haben alle Modelle der Serie sehr große Updates erhalten. Die von uns getestete MISSION 1 PRO schlägt das bisherige Spitzenmodell HERO13 Black in vielerlei Hinsicht um Längen. Ein sehr großes Update gab es bei Fotos und vor allem Videos. Letztere lassen sich in 8K-Auflösung mit bis zu 60 Vollbildern pro Sekunde aufzeichnen. Die Bildqualität der Aufnahmen ist für eine Actionkamera zweifellos hervorragend und dank der hohen Bildrate eignet sich auch die 8K-Auflösung für Actionszenen. Wer noch höhere Bildraten benötigt, kann in 4K-Auflösung mit bis zu 240 Vollbildern pro Sekunde bis zu 8-fache Zeitlupen realisieren. Wenn selbst diese Bildrate nicht ausreicht, ist der Griff zu Full-HD mit bis zu 960 Vollbildern pro Sekunde möglich. Natürlich muss man hier Abstriche bei der Detailwiedergabe hinnehmen, in Relation zur Bildrate ist die Qualität der Videos jedoch sehr ordentlich.

Die GoPro MISSION 1 PRO bietet sehr hohe Auflösungen und Bildraten:

Fotografen kommen bei der MISSION 1 PRO von GoPro ebenso auf ihre Kosten. Die 50 Megapixel auflösenden Bilder sind detailreich und besitzen einen großen Dynamikumfang. Bei wenig Licht hält sich das Bildrauschen zudem in Grenzen und die RAW-Dateien bieten einen großen Bearbeitungsspielraum. Dass die Actionkamera dann auch noch bis zu 60 Bilder pro Sekunde (für eine Sekunde) aufnehmen kann, ist beachtlich. Bei wenig Licht macht die MISSION 1 PRO im Vergleich zur HERO13 Black einen ordentlichen Sprung und schließt zur Konkurrenz auf.

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Das gilt darüber hinaus für die Ladegeschwindigkeit, die im Gegensatz zu früheren HERO-Modellen endlich konkurrenzfähig ist. Das Laden von 0 auf 50 Prozent dauert nur 14 Minuten, das vollständige Aufladen eines leeren Akkus 45 Minuten. Damit lassen sich 68 Minuten lange Videos in 8K60p Auflösung oder 121 Minuten dauernde Videos in 4K60p-Auflösung aufzeichnen. Während die GoPro MISSION 1 PRO bei 4K60p so lange filmt, bis der Akku leer ist, muss bei 8K-Aufnahmen dafür eine aktive Kühlung (leichter Fahrtwind reicht aus) existieren. Ansonsten ist nach 21 Minuten (8K60p) bzw. 35 Minuten (8K30p) Schluss.

Die MISSION 1 PRO ist größer und schwerer als die HERO13 Black, jedoch auch deutlich besser:

Die deutlich erhöhten Leistungswerte gehen bei der MISSION 1 PRO natürlich auch mit einem etwas größeren und schwereren Gehäuse einher. Wer eine besonders kompakte Actionkamera sucht, ist hier daher an der falschen Stelle. Wirklich groß und schwer ist die MISSION 1 PRO allerdings auch nicht. Bis auf die eingeschränkte Zubehörkompatibilität, die für den einen oder anderen Nutzer aber natürlich sehr relevant sein kann, ergeben sich keine größeren Nachteile. Deutliche Vorteile sehen wir bei der Bedienung und mit einer Wasserdichtigkeit bis 20m ist die Actionkamera robuster als die HERO-Modelle. Darüber hinaus sorgt das größere OLED-Display für eine wesentlich bessere Darstellungsqualität. Optionen bietet die MISSION 1 PRO sehr viele, die Schnellauswahl der Aufnahme-Einstellungen ist besser gelöst und auch der Audioaufzeichnung misst GoPro nun eine größere Bedeutung zu. Für uns steht daher fest, dass es sich bei der GoPro MISSION 1 PRO um das aktuell beste Actionkamera-Paket am Markt handelt.

Die dkamera.de Awards zur GoPro MISSION 1 PRO:

Autor: dkamera.de Redaktion