Teil 1 von 3: Die technischen Daten der Actionkamera mit 1,0-Zoll-Sensor im Überblick
Alles neu macht der Mai. Das galt bei GoPro dieses Jahr zweifellos, denn mit den Actionkameras der Mission-1-Reihe hat das Unternehmen drei brandneue Modelle im Programm. Diese sind oberhalb der HERO-Kameras angesiedelt und mit einigen neuen Technologien ausgestattet. In diesem Testbericht nehmen wir die GoPro Mission 1 PRO unter die Lupe, die in Form der MISSION 1 und der MISSION 1 PRO ILS zwei Schwestermodelle besitzt.
Die technischen Daten:
Alle Kameras der MISSION-1-Serie verbindet der Bildwandler im 1,0-Zoll-Format. Im Vergleich zu Sensoren der 1/1,3-Zoll-Klasse ist der neue Chip rund 70 Prozent größer, im Vergleich zu den 1/1,9-Zoll-Modellen der HERO-Black-Kameras fällt er sogar rund 3,5 Mal größer aus. Dadurch ergibt sich trotz der deutlich erhöhten Auflösung eine Pixelgröße (Kantenlänge) von 1,6μm. Nutzt man den Quad-Bayer-Modus der Kameras, der 4K-Aufnahmen erlaubt, ergibt sich eine Pixelgröße von 3,2μm.
Die volle Auflösung des Chips der MISSION 1 PRO liegt bei 8.192 x 6.144 Pixel, mit 50,3 Megapixel werden alle GoPro-HERO-Modelle und auch die meisten anderen Actionkameras am Markt übertroffen. Mit sehr hohen Auflösungen lassen sich dabei nicht nur Fotos speichern, dank 8K-Open-Gate-Aufnahme (7.680 x 5.760 Pixel) sind auch ultrahochauflösende Videos möglich. Als Bildraten stehen dabei 24, 25 und 30 Vollbilder pro Sekunde zur Wahl. Im 16:9-Format kann man die Bildrate bei 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel) zudem auf 50 oder 60 Vollbilder pro Sekunde erhöhen. 4K-Aufnahmen bietet die GoPro MISSION 1 PRO im 16:9-, 9:16- oder 4:3-Format an. Bei 3.840 x 2.160 Pixel (16:9) lassen sich mit bis zu 240 Vollbildern pro Sekunde bis zu 8-fache Zeitlupen erstellen. Bei 3.840 x 2.880 Pixel sind zudem bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde realisierbar und bei 2.160 x 3.840 Pixel bis zu 30 Vollbilder pro Sekunde.
Wer noch höhere Bildraten benötigt, wählt die klassische Full-HD-Auflösung. Bei 1.920 x 1.080 Pixel kann man sich für alle Bildraten von 24 bis 960 Vollbildern pro Sekunde entscheiden und dadurch bis zu 32-fache Zeitlupen erstellen. Dafür gibt es unter anderem den „Serienfoto Slo-Mo“-Modus. Hier ist die Aufnahmedauer gegenüber den anderen Modi allerdings auf zehn Sekunden begrenzt. Wer auch bei Zeitlupen ohne Grenze filmen möchte, kann sich für bis zu 480 Vollbilder pro Sekunde entscheiden. Für die maximale Bildqualität filmt die GoPro MISSION 1 PRO mit bis zu 10-Bit und dem HLG-Profil, Videos mit dem GP-Log-2-Profil und LUTs werden ebenso unterstützt.
Auch Fotografen kommen bei der GoPro MISSION 1 PRO voll auf ihre Kosten. Aufnahmen sind bei voller Auflösung im JPEG- oder RAW-Format möglich, bei 4.000 x 3.000 Pixel soll die Dual-Gain-Technologie für einen besonders großen Dynamikumfang sorgen. Zusätzlich zu klassischen Einzelbildern werden Serienaufnahmen (bis zu 60 Bilder in einer Sekunde), Intervallaufnahmen und Nachtfotos unterstützt.
Zu den weiteren Aufnahmeoptionen der GoPro MISSION 1 PRO gehören die TimeWarp/Zeitraffer-Aufnahme (8K30p, 4K30p oder 1080p30), die Modi Nachtzeitraffer, Startrails, Lichtmalerei und Auto-Lichtspuren sind ebenso wieder mit an Bord.
Die Bildstabilisierung erfolgt bei der GoPro MISSION 1 PRO elektronisch. Zu den Optionen gehören wieder die bekannte AutoBoost-Funktion sowie die Horizontsperre. Als Sichtfelder bietet GoPro bei der Actionkamera „SuperView“ (nur bei 16:9), „Weit“ sowie „Linear“ an. Die bei den HERO-Modellen verfügbare HyperView-Option gibt es nicht mehr. Der Bildwinkel des Fisheye-Objektivs liegt laut Datenblatt bei 16mm (KB-äquivalent), die Blende bei F2,8.
Da derart hohe Auflösungen einen besonders leistungsstarken Prozessor notwendig machen, setzt GoPro bei der MISSION 1 PRO auf den neuen GP3-Chip. Dieser ist im 5nm-Verfahren gefertigt und arbeitet besonders effizient. Dank ihm kann die von uns getestete MISSION 1 PRO laut Herstellerangabe bis zu 74 Minuten in 8K60p oder in 4K240p mit einer Akkuladung filmen. Bei aktiver Kühlung (durch Luftzirkulation) soll die Kamera dabei nicht überhitzen, ohne Kühlung sind knapp 35 Minuten am Stück möglich. Unsere genauen Messwerte finden sich im dritten Teil dieses Tests.
Im Vergleich zu den HERO-Kameras wurde darüber hinaus das Wärmemanagement verbessert und natürlich wirkt sich auch die um 13 Prozent auf 2.150mAh erhöhte Kapazität des Enduro-2-Akkus positiv auf die Laufzeiten der Kamera aus. Wer den älteren Enduro-Akku der HERO-Kameras in der GoPro MISSION 1 PRO nutzen möchte, kann dies ebenso, muss jedoch mit einer etwas geringeren Laufzeit auskommen.
Bei der Audioaufnahme macht GoPro ebenso keine halben Sachen. Die integrierte Tonaufnahme erfolgt mittels vier Mikrofonen, 32-Bit-Flot-Aufnahmen verhindern das Übersteuern. Zudem lassen sich externe Mikrofone via USB-C-Anschluss (entweder direkt oder per 3,5mm Klinkenadapter) sowie kabellose Mikrofone via Bluetooth 5.3 mit der Kamera verbinden. Kommt der optional erhältliche Media Mod zum Einsatz, ergeben sich noch weitere Optionen.
Das Gehäuse der GoPro MISSION 1 PRO unterscheidet sich von den HERO-Modellen vor allem durch das deutlich größere Objektiv. Dieses macht die Kamera mit 8,0 x 5,2 x 4,4cm ein gutes Stück größer als beispielsweise die HERO13 Black. Auf der Waage macht sich der Unterschied mit 207g zu 157g ebenso bemerkbar. Dafür erhält man bei der GoPro MISSION 1 PRO allerdings auch ein auf 2,59-Zoll vergrößertes rückseitiges Touchscreen-OLED-Display sowie ein bis zu 20m Wassertiefe dichtes Gehäuse.
Das LCD auf der Vorderseite fällt mit 1,4 Zoll so groß wie bei den HERO-Black-Kameras aus und unterstützt wie gewohnt keine Eingaben. Neu sind bei der GoPro MISSION 1 PRO die erhöhten Tasten sowie die Möglichkeit, eine Streulichtblende zu montieren.
Der Akku und die microSD-Speicherkarte (mindestens V30 Speed Class) befinden sich bei der GoPro MISSION 1 PRO im bekannten Fach an der Seite, befestigen lässt sich die Actionkamera mittels der klassischen GoPro-Halterung oder eines 1/4-Zoll-Gewindes.
Im zweiten Teil unseres Testberichts der GoPro MISSION 1 PRO gehen wir auf die Bedienung und optionales Zubehör ein.