16.08.2026 - 07:00

Die GoPro MISSION 1 Actionkamera im Test (Teil 3)

Teil 3 von 3: Der Bildqualitätstest, Beispielaufnahmen und unser Fazit

Nachdem wir im zweiten Teil unseres Testberichts der GoPro MISSION 1 auf die Bedienung und die App eingegangen sind, prüfen wir in diesem dritten und letzten Teil die Bildqualität bei Fotos und Videos sowie die Akkulaufzeit. Am Ende fassen wir die Ergebnisse aller drei Teile zudem zusammen und ziehen ein Fazit.

GoPro verbaut bei allen Kameras der MISSION-1-Serie die identische Hardware. Wie bereits im ersten Teil dieses Testberichts angesprochen, wird zur Bildaufnahme ein 1,0-Zoll-Sensor mit einer Auflösung von rund 50 Megapixel genutzt. Alle Berechnungen erfolgen durch den GP3-Chip. Während die MISSION 1 PRO und die MISSION 1 PRO ILS das Open-Gate-Recording erlauben, steht diese Funktion bei der MISSION 1 allerdings nicht zur Verfügung. Somit ist man in 8K-Auflösung auf das klassische Seitenverhältnis von 16:9 beschränkt. Während dies die meisten Nutzer allerdings kaum stören dürfte, ist die auf maximal 30 Vollbilder pro Sekunde begrenzte Bildrate schon deutlich einschränkender. Bei klassischen Videos kann man mit dieser Bildrate natürlich auskommen, bei Actionaufnahmen stellen 50 oder 60 Vollbilder pro Sekunde jedoch eine deutlich bessere Option dar. Diese Bildrate schafft die MISSION 1 erst in 4K-Auflösung.

Für Zeitlupen kann man sich hier zudem für bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde entscheiden oder die Full-HD-Auflösung mit bis zu 240 Vollbildern pro Sekunde nutzen. Geringere Auflösungen wirken sich dabei wie üblich sichtbar auf die Bildqualität aus. Während man bei 8K-Auflösung sehr viele Details zu Gesicht bekommt, werden feine Strukturen bei 4K nicht mehr ganz optimal wiedergegeben. Grundsätzlich sind die Aufnahmen aber zweifellos gut verwendbar. In Full-HD fällt die Qualität stärker ab, bei großen Bildschirmen wirken die Aufnahmen doch schon sichtbar unscharf. Diese Auflösung ist daher nur interessant, wenn man unbedingt 240 Vollbilder pro Sekunde benötigt. Damit lassen sich kameraintern bis zu 8-fache Zeitlupen erstellen. Wer sowohl gute Aufnahmen als auch eine höhere Bildrate benötigt, muss sich für die 4K-Auflösung entscheiden. Damit dürften die meisten Nutzer im Alltag am besten fahren. 8K-Videos sind dagegen nur sinnvoll, wenn man die maximale Auflösung benötigt – beispielsweise, um die Aufnahmen nachträglich stark zuschneiden zu können. Bei 8K zeigt die MISSION 1 sogar noch etwas mehr Details als die bereits früher von uns getestete MISSION 1 PRO. Dies könnte am Objektiv oder einem anderen Parameter liegen.

Auch Fotos sollte man mit der GoPro MISSION 1 mit voller Auflösung speichern, um die maximale Bildqualität zu erhalten. Bei den 50 Megapixel auflösenden Dateien bekommt man wesentlich mehr Details als bei den 12 Megapixel besitzenden Aufnahmen zu Gesicht. Eine Option sind zudem die RAW-Fotos der Kamera. Hiermit kann man noch etwas mehr Qualität herausholen.

Der große und hochauflösende Sensor der GoPro MISSION 1 macht sich jedoch nicht nur bei der Detailwiedergabe bemerkbar, sondern auch beim Dynamikumfang und dem Bildrauschen. In beiden Fällen schneidet die MISSION 1 deutlich besser als die HERO-Modelle ab und landet in etwa auf dem Niveau der Konkurrenzmodelle von DJI sowie Insta360.

Deutlich besser als deren Spitzenmodelle ist die Actionkamera allerdings nicht. Dafür gefällt uns die vergleichsweise natürliche Abstimmung bei der GoPro-Kamera etwas mehr. Farben wirken natürlicher, die Bildabstimmung ist defensiver. Ein „optimierter“ Look lässt sich mit der MISSION 1 allerdings ebenso generieren, dafür gibt es unterschiedliche Bildprofile.

Zum Überhitzen kommt es bei 8K30p-Aufnahmen ohne Airflow nach 30 Minuten:

Actionkameras sind mit ihren kleinen Gehäusen und folglich auch kleinen Akkus nicht gerade für extrem lange Aufnahmezeiten bekannt. Des Weiteren neigen sie bei höheren Auflösungen und Bildraten schnell zum Überhitzen. Die Hersteller versuchen, dies durch eine effizientere Hardware als auch leistungsstärkere Akkus in den Griff zu bekommen. Während die HERO-Modelle von GoPro nicht gerade für lange Aufnahmen bekannt waren, sind von den MISSION-1-Modellen Verbesserungen zu berichten. Bei 8K30p konnten wir eine halbe Stunde lang filmen, bevor sich die Kamera wegen einer zu hohen Temperatur abgeschaltet hat. Hier lag die Umgebungstemperatur bei 25 Grad und es gab keinerlei Airflow. Mit leichtem Airflow waren dann schon 42 Minuten möglich. Bei 4K60p ergaben sich im Test keine Einschränkungen.

Das Aufladen des Akkus ist via USB-C-Anschluss schnell möglich:

Eine Akkuladung der MISSION 1 hielt im Test bei 8K30p für ansprechende 84 Minuten, bei 4K60p kamen wir auf 112 Minuten. Damit kommt man sehr gut aus. Zudem lässt sich der Enduro-2-Akku in der Actionkamera deutlich schneller aufladen, als man es von den HERO-Kameras gewohnt ist. Mit einem ausreichend starken Netzteil (min. 30 Watt) dauert das Aufladen von 0 auf 50 Prozent nur 13 Minuten und von 0 auf 80 Prozent nur 24 Minuten. Das vollständige Aufladen nimmt eine Dreiviertelstunde in Anspruch.

Unbearbeitete Beispielaufnahmen der GoPro Mission 1:

Zwei Aufnahmen mit weitem Bildfeld (50 Megapixel):

Zwei Aufnahmen mit weitem Bildfeld (50 Megapixel):

Zwei Aufnahmen mit 12 Megapixel: Links mit weitem Bildfeld und rechts mit linearem Bildfeld:

Links eine Standard-Aufnahme (50 Megapxiel), rechts eine SuperFoto-Aufnahme (12 Megapixel):

JPEG- und RAW-Aufnahme mit weitem Bildfeld (50 Megapixel):

Videoaufnahme in 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel) mit 30 Vollbildern pro Sekunde

Videoaufnahme in 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel) mit 30 Vollbildern pro Sekunde
(GP-Log2)

Videoaufnahme in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 120 Vollbildern pro Sekunde

Videoaufnahme in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) mit 240 Vollbildern pro Sekunde

Videoaufnahme in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 60 Vollbildern pro Sekunde

Videoaufnahme in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 60 Vollbildern pro Sekunde (SuperView)

Videoaufnahme in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 60 Vollbildern pro Sekunde (Weit)

Videoaufnahme in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 60 Vollbildern pro Sekunde (Linear)

Videoaufnahme in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 60 Vollbildern pro Sekunde (Video)

Videoaufnahme in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 60 Vollbildern pro Sekunde (Schwaches Licht)

Unser Fazit:
Mit den Actionkameras der MISSION-1-Serie hat GoPro im Vergleich zu den HERO-Modellen einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht. Die größeren Bildwandler ermöglichen eine deutlich bessere Bildqualität, der neue Bildprozessor und der neue Akku verlängern die Aufnahmezeit und auch bei den Gehäusen hat sich in puncto Bedienkomfort einiges getan. So konnten uns die neuen Tasten und das OLED-Display auf der Rückseite sehr überzeugen.

Die GoPro MISSION 1 verfügt über ein modernisiertes Gehäuse und unterstützt 8K-Videos:

Während sich das große Schwestermodell MISSION 1 mit dem 8K-Open-Gate-Recording und sehr hohen Bildraten von der Konkurrenz absetzt, ist das bei der MISSION 1 allerdings nicht der Fall. Bei 8K-Auflösung sind mit der Actionkamera maximal 30 Vollbilder pro Sekunde möglich, für Sport- oder Actionsequenzen ist das zu wenig. Hier muss man auf die 4K-Auflösung zurückschalten. Dann lassen sich bis zu vierfache Zeitlupen mit einer ansprechenden Qualität erzielen.

Für starke Zeitlupeneffekte ist sogar der Griff zur Full-HD-Auflösung notwendig. Die hier möglichen 8-fachen Zeitlupen sind zwar ansehnlich, die Bildqualität bleibt hinter den höheren Auflösungen aber schon deutlich zurück. Da selbst die HERO-Modelle 120 Vollbilder pro Sekunde in 4K oder 240 Vollbilder pro Sekunde in Full-HD schaffen, fällt der Abstand zu diesen deutlich geringer als bei der MSISSION 1 PRO aus. In puncto Dynamikumfang liegt die MISSION 1 dagegen vorne und auch bei wenig Licht schneidet sie sichtbar besser ab.

Im Vergleich zu den HERO-Modellen gibt es deutliche Vorteile, die Bildraten sind aber nicht höher:

Letztendlich muss man sich fragen, ob man angesichts des nur 100 Euro höheren Preises (bezogen auf die UVP) der MISSION 1 PRO nicht gleich zu dieser greift und in puncto Auflösung sowie Bildrate hier deutlich mehr geboten bekommt.

Die dkamera.de Awards zur GoPro MISSION 1:

Autor: dkamera.de Redaktion