08.12.2025 - 10:45

Die GoPro Max 2 im Test (Teil 3)

Teil 3 von 3: Der Bildqualitätstest, Beispielaufnahmen und unser Fazit

Nachdem wir uns im zweiten Teil unseres Testberichts der GoPro Max 2 mit der Bedienung beschäftigt hatten, prüfen wir im dritten und letzten Teil die Bildqualität der Fotos und Videos. Daneben nehmen wir die Aufnahmezeit sowie die Akkulaufzeit der Kamera unter die Lupe und ziehen ein Fazit.

Die Bildqualität:
Die GoPro Max 2 ist in der Lage, 360-Grad-Videos mit der aktuell gängigsten maximalen Auflösung von „8K“ zu speichern. Dies entspricht bei 360-Grad-Aufnahmen 7.680 x 3.840 Pixel. Daneben kann man sich für 5,6K (5.376 x 2.688 Pixel) und 4K (3.328 x 1.664 Pixel) entscheiden. Letztere Auflösung bewegt sich allerdings deutlich unterhalb der „klassischen“ 4K-Auflösung von 3.840 x 1.920 Pixel, weshalb man diese Option wohl eher als 3,3K bezeichnen sollte. In der Praxis ist allerdings nicht die Auflösung die relevanteste Größe, sondern natürlich die reale Bildqualität. Die mit Abstand meisten Details bekommt man bei 8K zu Gesicht. Hier erhält man sehr scharfe Aufnahmen mit guter Detailzeichnung. Bei 5,6K fehlen im Vergleich zu 8K feinere Details, deutlich nach unten geht es allerdings erst bei „4K“. Da 360-Grad-Aufnahmen typischerweise nachträglich auf den optimalen Bildausschnitt zugeschnitten werden, würden wir uns bei der Aufnahme nach Möglichkeit stets für die maximale Auflösung entscheiden. Diese Wahl hat aber natürlich auch einen Einfluss auf die Bildrate.

Während bei 8K maximal 30 Vollbilder pro Sekunde einstellbar sind, lassen sich bei 5,6K schon deutlich höhere 60 Vollbilder pro Sekunde nutzen. Diese Bildrate reicht auch für schnelle Bewegungen aus. Die maximal erreichbaren 100 Vollbilder pro Sekunde sind dagegen effektiv nur für Zeitlupen interessant. Unglücklicherweise muss man für 100 Bilder pro Sekunde auch noch zum PAL-System wechseln, was die Bildrate bei anderen Auflösungen auf 25 bzw. 50 Vollbilder pro Sekunde begrenzt. Wer sich für NTSC entschieden hat, kann mit 90 Vollbildern pro Sekunde keine klassische Bildratenoption wählen. Natürlich lässt sich der Wechsel im Menü problemlos vornehmen, dieser Extra-Schritt ist aber wenig komfortabel. Gut zu wissen: Im Vergleich zum Vorgängermodell Max (2025) ist die Bildqualität der Max 2 bei gleicher Bildrate um eine ganze Klasse besser. Das ist angesichts der höheren Maximalauflösung allerdings auch nicht verwunderlich.

Während die Videoqualität also zu überzeugen weiß, sind die Fotos der GoPro Max 2 vergleichsweise schwach aufgelöst. Das liegt an den nur 29,5 Megapixel, die 360-Grad-Fotos besitzen. Details werden dadurch schlechter als bei der Konkurrenz wiedergegeben, einzelne Pixel und Bildrauschen sind schon bei kleineren Zoomstufen zu erkennen. Dass die Fotoqualität der Max 2 deutlich über der Max (2025) liegt, ist daher nur ein schwacher Trost.

Full-HD-Ausschnitt aus einem 360-Grad-Video (8K30p):

Bei wenig Licht haben 360-Grad-Kameras grundsätzlich zu kämpfen, für die Max 2 gilt dies wegen ihrer kleinen Sensoren besonders. Schlechtere Lichtverhältnisse lassen das Bildrauschen schnell ansteigen, die Aufnahmen fallen bei wenig Licht zudem vergleichsweise dunkel aus. Das können die Konkurrenzmodelle besser, nur die ältere Max (2025) wird übertroffen.

Ein weiterer für 360-Grad-Kameras sehr relevanter Wert, ist der Dynamikumfang. Bei einer Aufnahme, die die komplette Szenerie erfasst, sind die Helligkeitsunterschiede in der Regel schließlich riesig. Diesbezüglich liefert die GoPro Max 2 kein unbedingt schlechtes Bild ab, die Konkurrenz schneidet jedoch besser ab. Das liegt unter anderem an deren HDR-Modi. Lichter brennen bei der Max 2 daher früher aus. Das Stitching funktionierte bei unserem Test dagegen in der Regel sehr gut, nur bei sehr nahen Motiven kann man Fehler erkennen.

Vier Aufnahmen der GoPro Max 2 mit dem Einzelobjektivmodus:

Die Bildqualität bei Aufnahmen mit einem Objektiv ist wie bei allen 360-Grad-Kameras nur durchschnittlich. Mit 12 Megapixel lösen die Fotos der Max 2 nicht besonders hoch auf, bei Videos kann man sich maximal für 4K60p entscheiden. Für ein paar Aufnahmen zwischendurch reichen diese Spezifikationen natürlich aus, klassische Actionkameras schneiden jedoch wesentlich besser ab.

Hohe Bildraten oder hohe Auflösungen lassen die Kamera recht schnell überhitzen:

Neben der Bildqualität spielt bei Kameras natürlich auch die Laufzeit eine Rolle. Zum einem meinen wir damit die Aufnahmezeit, die sich pro Akkuladung erzielen lässt. Hier schneidet die GoPro mit 61 Minuten bei 8K30p-Videos nur durchschnittlich ab, die bei 5,6K60p gemessenen 57 Minuten sind noch etwas schlechter. Die genannten Zeiten erreicht man wie bei Actionkameras üblich allerdings nur, wenn es eine aktive Kühlung gibt. Ein wenig Fahrtwind kann hier bereits ausreichen. Gibt es gar keine Kühlung, überhitzt die GoPro Max 2 bei 8K30p und 20 Grad Umgebungstemperatur bereits nach 30 Minuten. 5,6K60p bringen mit 17 Minuten keine Verbesserung. Die höhere Bildrate verkürzt die Aufnahmezeit sogar noch deutlich.

Das Aufladen des Akkus per USB-C dauert sehr lange:

Ist der Akku der GoPro Max 2 leer, kann man diesen unter anderem in der Kamera per USB-C aufladen. Während die Konkurrenzmodelle das schnelle Aufladen in weniger als einer halben Stunde erlauben, bringt die Max 2 keine derartige Funktion mit und lädt den Akku nur mit maximal acht Watt. Um einen leeren Akku auf 50 Prozent aufzuladen, dauert es daher lange 38 Minuten. Von 0 auf 80 Prozent muss man 59 Minuten einplanen und das komplette Aufladen dauert sage und schreibe 86 Minuten. Diese Werte dürften wohl kaum einen Nutzer überzeugen. Für längere Aufnahmen kommen Besitzer der Kamera daher kaum am Erwerb eines zweiten Akkus vorbei.

Unbearbeitete Beispielaufnahmen der GoPro Max (360 Grad) im JPEG-Format:

Zwei 360-Grad-Aufnahmen der GoPro Max 2 mit der Option 8K30p:

Links eine 360-Grad-Aufnahme in 8K30p, rechts in 5,6K60p:

Links eine 360-Grad-Aufnahme in 4K90p, rechts in 8K30p mit Log-Profil:

Zwei 360-Grad-Aufnahmen der GoPro Max 2 mit der Option 8K30p:

Unser Fazit:
Während die GoPro Max (2025) im Vergleich zum Vorgängermodell nur ein sehr kleines Upgrade darstellte, hat GoPro die Max 2 deutlicher überarbeitet. Die maximale Auflösung bewegt sich mit 8K auf dem Level der Konkurrenz, bei 5,6K sind bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde und bei 4K bis zu 100 Vollbilder pro Sekunde möglich. Die Videoqualität der 8K-Videos fällt bei guten Lichtverhältnissen hervorragend aus, bei 5,6K ist sie immer noch sehr gut. 4K-Aufnahmen sind wie üblich bei 360-Grad-Kameras dagegen recht detailarm und allenfalls sinnvoll einsetzbar, wenn man stärkere Zeitlupen benötigt. Eine Schwachstelle der Max 2 sind Nachtaufnahmen. Allerdings sollte man hierbei berücksichtigen, dass 360-Grad-Kameras grundsätzlich für Foto- und Videoaufnahmen bei Tageslicht ausgelegt sind. Die Konkurrenz schneidet bei Nacht bzw. wenig Licht aber doch sichtbar besser als die Max 2 ab. Da es keine speziellen Nachtmodi gibt, hat GoPro Aufnahmen bei wenig Licht anscheinend nicht priorisiert. Dass die Kamera kleine Bildwandler besitzt, wirkt sich also wie erwartet negativ auf die Qualität aus. Die kleinen Sensoren dürften auch für den etwas geringeren Dynamikumfang verantwortlich sein. Im Vergleich zum großen Rückstand bei Nachtaufnahmen schneidet die Max 2 in dieser Hinsicht aber nur ein wenig schlechter ab. Nicht gespart hat GoPro bei den weiteren Video-Optionen: Neben klassischen Videos werden auch POV- oder Selfie-Aufnahmen unterstützt. Daneben kann man sich für Zeitraffer- und TimeWarp-Videos entscheiden.

Die GoPro Max 2 speichert sehr detailreiche Videos, die Fotos sind dagegen nur durchschnittlich:

Während Videografen somit ein durchaus ansprechendes Paket zur Verfügung steht, müssen klassische Fotografen mit weniger auskommen. Bei 360-Grad-Bildern ist man auf das JPEG-Format beschränkt und mit nicht einmal 30 Megapixel fällt die Auflösung der Bilder alles andere als hoch aus. Während die Videos der Max 2 hinsichtlich der Detailwiedergabe vor der Konkurrenz liegen, ist es bei Fotos daher genau andersherum. Zudem fehlen eine HDR-Funktion oder Belichtungsreihen. Die Max 2 eignet sich daher vor allem für Videos.

Wer klassische Aufnahmen statt 360-Grad-Aufnahmen festhalten will, findet bei der GoPro Max 2 dafür den Einzelobjektivmodus. Hier kann man sich für Fotos mit bis zu 12 Megapixel und 4K60p-Video entscheiden. Die Bildqualität ist folglich nur durchschnittlich, wobei damit alle 360-Grad-Kameras zu kämpfen haben. Für die ein oder andere Aufnahme lässt sich das Material natürlich verwenden, klassische Actionkameras schneiden beim direkten Vergleich jedoch sichtbar besser ab.

In puncto Akkulaufzeit erreicht die Max 2 keine Bestwerte, mit den pro Akkuladung erreichbaren 60 Minuten (8K30p) kann man aber durchaus arbeiten. Dabei müssen Nutzer aber in jedem Fall für etwas Kühlung sorgen, ohne Luftzug kam es im Test schon nach 17 Minuten (5,6K60p) bzw. 30 Minuten (8K30p) zum Überhitzen. Keineswegs konnte uns bei der Max 2 die Ladegeschwindigkeit des Akkus in der Kamera überzeugen. 38 Minuten von 0 bis 50 Prozent oder 59 Minuten von 0 bis 80 Prozent sind im Vergleich zur Konkurrenz viel zu langsam.

Die Bedienung ist von älteren Modellen bekannt, die wechselbaren Linsen sind ein großer Vorteil:

Die Bedienung der GoPro Max 2 fällt bekannt aus, Nutzer finden sich sofort zurecht. Das kleine Display sorgt allerdings für kleine Bedienelemente und auch die Auflösung könnte höher sein. Die App bietet dafür einen hohen Komfort und erlaubt auch umfangreiche Nachbearbeitungen (inklusive Reframing, Personenerkennung und Farb- sowie Helligkeitskorrekturen). Dass GoPro auf eine Desktop-Software mit ähnlichem Funktionsumfang verzichtet, ist aber trotzdem schade bis ärgerlich. Der GoPro-Player bietet nur rudimentäre Funktionen, wird allerdings für den 8K-Export benötigt. Dieser lässt sich per App nicht vornehmen. Das Gehäuse der GoPro Max 2 fällt robust aus, liegt gut in der Hand und erlaubt dank abmontierbarem Linsenschutz den schnellen Wechsel bei Beschädigungen. Zudem kann man die Kamera auf mehrere Arten befestigen.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Die GoPro Max 2 eignet sich für alle, die sich eine möglichst gute Detailwiedergabe bei Videos wünschen und/oder bereits im GoPro-Universum zu Hause sind.

Die dkamera.de Awards zur 360-Grad-Kamera GoPro Max 2:

Autor: dkamera.de Redaktion