Teil 2 von 3: Die Bedienung, die App und das Zubehör
Im ersten Teil des Testberichts der GoPro HERO13 Black haben wir die technischen Daten unter die Lupe genommen. In diesem zweiten von drei Teilen schauen wir uns die Bedienung sowie einige Zubehörprodukte (Lens Mods und ND-Filter) an, die sich für die Actionkamera optional erwerben lassen.
Die Bedienung:
Ein Vorteil der Actionkameras von GoPro ist die bekannte Bedienung über viele Kameragenerationen hinweg. Auf dieses Bedienkonzept trifft man natürlich auch bei der HERO13 Black. Eingaben erfolgen entweder über die beiden Hardware-Tasten der Kamera oder das Touchscreen. Die Mode-Taste, die wie üblich an der linken Seite zu finden ist, wird zum Ein- und Ausschalten der Actionkamera sowie für den Wechsel des Aufnahmemodus verwendet. Die Taste auf der Oberseite dient bei Fotos als Auslöser und startet oder stoppt Videos. Das längere Drücken startet zudem die sofortige Videoaufnahme.
Alle weiteren Einstellungen muss man bei der GoPro HERO13 Black über das rückseitige Touchscreen-Display vornehmen, das Display auf der Vorderseite besitzt keine Touchfunktion. Für die allerwichtigsten Optionen gibt es bei der HERO13 Black Touch-Direktwahlasten. Diese lassen sich frei belegen und ermöglichen bei Videos unter anderem das Verändern des Bildwinkels, der Auflösung und der Bildrate sowie die Konfiguration des Bildstabilisators. Daneben kann man durch Wischen von links nach rechts oder von rechts nach links den Aufnahmemodus wechseln.
Durch Wischen von oben nach unten wird das Menü aufgerufen und durch Wischen von unten nach oben kann man den Wiedergabemodus erreichen. Dieses gewohnte Bedienkonzept lässt bei Nutzern keine Fragen offen. Wer weniger Optionen anpassen möchte, kann sich statt der Pro-Steuerung für die Einfach-Steuerung entscheiden.
Die GoPro HERO13 Black lässt sich aber natürlich nicht nur bedienen, wenn man sie in der Hand hält, das geht auch aus der Ferne. Zum einen via Sprache. Wurde die Sprachsteuerung im Menü aktiviert, kann man die Kamera nicht nur via Sprache auslösen („GoPro Foto machen“, „GoPro starten“, „GoPro Zeitraffer starten“, …), sondern damit auch den Aufnahmemodus („GoPro Video-Modus“, „GoPro Foto-Modus“, …) wechseln und die Kamera ausschalten („GoPro ausschalten“).
Darüber hinaus erlaubt die Kamera die Steuerung mittels einer kompatiblen Fernbedienung sowie natürlich per App. Die App ist sehr übersichtlich aufgebaut und macht Einstellungen zweifellos schneller als über das Kameramenü möglich. Bei unserem Test dauert der Fernbindungsprozess aber teilweise länger, da die Kamera nicht immer sofort gefunden wurde. Als besonders problematisch erwies sich dabei der Wechsel zwischen zwei unterschiedlichen GoPro-Modellen. Das Verbinden war hier manchmal erst nach mehreren Ein- und Ausschaltvorgängen möglich.
Optionales Zubehör:
Neben verschiedenem Zubehör zur Befestigung und dem Transport bietet GoPro für die HERO13 Black auch unterschiedliche Objektive und Vorsatzfilter an. Neben einem anamorphen Objektiv („Lens Mod Anamorph“) gibt es auch ein Ultraweit-Objektiv („Lens Mod Ultrawide“) und ein Makro-Objektiv („Lens Mod Macro“). Alle Mods werden automatisch von der Kamera erkannt, die manuelle Aktivierung im Menü ist daher anders als bei den Vorgängerkameras nicht notwendig.
Der Lens Mod Ultrawide:
Das Ultraweit-Objektiv lässt sich genauso wie die anderen Lens Mods nach dem Entfernen des Schutzglases montieren und sorgt für ein besonders großes Bildfeld (177 Grad). Laut GoPro fällt das Sichtfeld mit dem Lens Mod Ultrawide um 36 Prozent weiter und 48 Prozent höher als das klassische Fisheye-Sichtfeld aus. Die maximale Auflösung ist allerdings auf 4K60p begrenzt und Fotos werden nur mit 15 Megapixel aufgenommen. Das Frontglas des Lens Mod Ultrawide fällt laut GoPro kratzfest aus und lässt Wasser abperlen, für Einsätze unter Wasser eignet sich der Lens Mod Ultrawide jedoch nicht.
Der Lens Mod Ultrawide ist aus unserer Sicht optimal für alle geeignet, die ein möglichst großes Sichtfeld haben möchten und dabei mit einer etwas stärkeren Fisheye-Verzerrung leben können. Im Vergleich zum Hyperview-Sichtfeld sieht das Bild des Lens Mod Ultrawide aber immer noch natürlicher aus. Wer den SuperView- und HyperView-Look auch beim Einsatz des Lens Mod Ultrawide bevorzugt und noch mehr vom Motiv auf dem Bild haben möchte, kann sich bei Videos für die Sichtfelder "USV" und "UHV" entscheiden.
Der Lens Mod Macro:
Der Lens Mod Macro erlaubt – wie der Name bereits verrät – Makroaufnahmen. Ein drehbarer Einstellring macht dabei das manuelle Fokussieren zwischen Aufnahme-Entfernung von 11cm bis 75cm möglich. Dadurch kann man sich Motiven deutlich stärker als mit dem Standardobjektiv der Kamera nähern. Als Sichtfelder stehen „Weit“ (18-20mm) sowie „Linear“ (25-26mm) zur Wahl, die Bildraten und Auflösungen sind nicht eingeschränkt. Eine Peaking-Unterstützung hilft den richtigen Fokus festzulegen, die Bildstabilisierung ist weiterhin möglich. Wie beim Lens Mod Ultrawide ist auch das Frontglas des Lens Mod Macro kratzfest und lässt Wasser abperlen, für Einsätze im Wasser ist der Mod allerdings nicht vorgesehen.
Der Lens Mod Macro stellt eine sehr sinnvolle Erweiterung für alle Videografen dar, die sich Motiven etwas stärker nähern möchten. Das geht mit den anderen Objektiven nicht wirklich. Konkrete Aufnahme-Situationen, bei denen eine kurze Naheinstellgrenze wichtig ist, fallen uns zwar nur wenige ein, die Möglichkeit für Makroaufnahmen begrüßen wir aber trotzdem. Gut zu wissen: Auf jeden Fall sollte man sich bei Makroaufnahmen für das lineare Bildfeld entscheiden. Ansonsten werden starke Fisheye-Verzerrungen sichtbar.
Der Lens Mod Anamorph:
Den Lens Mod Anamorph nehmen wir in diesem Testbericht nicht unter die Lupe, im Gegensatz zu den anderen beiden Lens Mods dürfte sich für ihn aber auch nur eine kleine Gruppe von Videografen interessieren. Mit dem Mod kann man anamorphe Aufnahmen erzeugen, die die klassischen Kino-Effekte (Flares über das gesamte Bild, spezielles Bokeh, …) zeigen. Wie gut diese nun sichtbare sind, wissen wir mangels Testobjektiv leider nicht. Bekannt ist dagegen, dass der Lens Mod Anamorph die Bildstabilisierung unterstützt und über ein kratzfestes sowie wasserabweisendes Frontglas verfügt.
Die ND-Filter:
Neben den HB-Objektiven bietet GoPro für seine Actionkameras auch ND-Filter an. Auch diese werden von der HERO13 Black automatisch erkannt, ermöglichen längere Belichtungszeiten und somit „cinematischere“ Aufnahmen. Das ND-Filter-Pack umfasst ND-Filter der Stufen ND4, ND8, ND16 und ND32. ND4-Filter lassen nur ein Viertel des Lichts durch und reduzieren die Belichtungszeit somit um zwei Blendenstufen. Bei ND8-Filtern sind es 12,5 Prozent des Lichts und drei Blendenstufen, bei ND16-Filtern 6,25 Prozent und vier Blendenstufen.
Bei ND32-Filtern kommen nur mehr knapp drei Prozent des Lichts auf dem Sensor an, folglich handelt es sich um eine Reduktion um fünf Blendenstufen. Damit lassen sich auch bei hellem Sonnenschein deutlich längere Belichtungszeiten realisieren. Wie die HB-Objektive verfügen die ND-Filter über ein kratzfestes Glas und eine wasserabweisende Beschichtung.
Im dritten Teil unseres Testberichts der GoPro HERO13 Black prüfen wir die Bildqualität und fassen unsere Ergebnisse zusammen.