Teil 1 von 2: Die technischen Daten und die Bedienung
Seit 2024 bietet GoPro mit der HERO wieder eine Actionkamera der Einsteigerklasse an. Früher ließen sich vom Actionkamera-Platzhirsch stets mehrere Modelle für unterschiedliche Zielgruppen erwerben, zuletzt gab es klassische Actionkameras von GoPro aber nur in Form der Black-Modelle. In diesem Testbericht schauen wir uns das Einsteigermodell von GoPro genauer an.
Das mitgelieferte Zubehör:
Das von GoPro bei der HERO mitgelieferte Zubehör fällt klassisch aus und umfasst folgende Gegenstände: Ein USB-C-Kabel, eine gebogene Klebehalterung, einen Befestigungsadapter und eine passende Schraube.
Die technischen Daten:
Die GoPro HERO, offiziell auch als HERO (2024) bezeichnet, ist eine Actionkamera, deren Wurzeln man zweifellos erkennen kann, die aber trotzdem vom klassischen Design der Black-Modelle etwas abweicht. GoPro vermarktet sie unter anderem mit der Aussage „4K und winzig“. Letzteres stimmt im Vergleich zur GoPro HERO13 Black zweifellos. Während das Spitzenmodell 7,2 x 5,1 x 3,4cm groß ist, misst die Einsteiger-Actionkamera lediglich 5,7 x 4,8 x 2,9cm. Das macht sie für Einsätze geeignet, in denen es auf jeden Zentimeter ankommt.
Die kleinste Actionkamera, die GoPro jemals vorgestellt hat, ist die HERO jedoch nicht. Die Session-Modelle, die man bis vor rund sieben Jahren erwerben konnte, waren mit 3,8 x 3,8 x 3,6cm noch ein gutes Stück kleiner. Für das Gewicht gilt Ähnliches: Während die Session-Modelle 72g auf die Waage brachten, wiegt die HERO 86g. Die HERO13 Black (158g) unterbietet sie damit aber natürlich sehr deutlich.
Als Vorteil ist bei der HERO im Vergleich zu den Session-Modellen natürlich das Vorhandensein eines Displays zu nennen. Die deutlich größeren Black-Modelle bringen dagegen zwei LCDs (Front- + Rückseiten-LCD) mit. Das Touch-LCD der HERO befindet sich auf der Rückseite und misst 1,76 Zoll. Genauere Auflösungsdaten liegen uns nicht vor, das Panel löst aber eindeutig geringer als das LCD der HERO13 Black auf. Die Frontseite wird größtenteils von einer Kühlrippen-Struktur bedeckt, zudem befindet sich hier natürlich auch das Objektiv.
Das Gehäuse der GoPro HERO ist bis zu fünf Meter Wassertiefe dicht, die zehn Meter der Black-Kameras werden somit nicht erreicht. Gleich ist nach offiziellen Angaben dagegen die Betriebstemperatur, diese liegt zwischen minus zehn und plus 35 Grad Celsius. Die GoPro HERO lässt sich daher auch im Winter ohne größere Einschränkungen nutzen. Hierbei gilt es allerdings zu beachten, dass der Enduro-Akku (Kapazität laut GoPro: 1.255mAh) der Actionkamera fest verbaut ist und somit nicht gewechselt werden kann. Längere Aufnahmen am Stück sind daher nur beim Einsatz einer externen Stromversorgung (wie beispielsweise einer Powerbank) möglich. Offiziell schafft die Kamera bei 4K-Aufnahmen bis zu 92 Minuten pro Akkuladung, bei Full-HD-Auflösung sind es sogar bis zu 141 Minuten. Im zweiten Teil unseres Tests nehmen wir die Akkulaufzeit genauer unter die Lupe.
Deutlich hebt sich die GoPro HERO von den HERO-Black-Modellen auch in puncto Erweiterbarkeit ab. GoPro bietet für die Actionkamera keinerlei Objektive an. Das ist jedoch verständlich, schließlich richtet sich die GoPro HERO an Einsteiger, die kaum extra Zubehör verwenden sollten. Wer dieses benötigt, kann sich für die Black-Kameras entscheiden.
Das Frontglas hat GoPro glücklicherweise trotzdem wechselbar konstruiert, bei Beschädigungen kann man dieses daher leicht tauschen. Als Zubehör listet GoPro für die Kamera nur eine Fernbedienung, dank der klassischen GoPro-Halterung auf der Unterseite lässt sich die Actionkamera zudem mit dem bekannten Zubehör kombinieren. Verzichtet wurde dagegen auf ein 1/4-Zoll-Gewinde. Dieses würde die Montage auf einem herkömmlichen Fotostativ deutlich vereinfachen.
Zu den Schnittstellen der GoPro HERO gehören USB-C, WLAN und Bluetooth. Der USB-C-Port befindet sich im einzigen Fach der Actionkamera und erlaubt das Aufladen des integrierten Akkus sowie die Datenübertragung auf einen Computer. WLAN und Bluetooth sorgen unter anderem für die Fernbindung zur Quik-App und ermöglichen den automatischen Datentransfer in die Cloud. Als Webcam kann man die Actionkamera dagegen nicht verwenden und auch Livestreaming wird nicht angeboten. Keine Unterschiede gibt es im Vergleich zu den Black-Kameras bei der Speicherkarte. Auch die GoPro HERO nutzt microSD-Modelle und GoPro empfiehlt ebenso den Einsatz von V30-Karten (VideoSpeedClass 30).
Zur Aufnahme-Hardware der HERO macht GoPro nur wenige Angaben. Der nicht näher spezifizierte Sensor löst 12 Megapixel auf, das Objektiv wird mit einer Blende von F2,3 angegeben. Die Brennweite der Optik nennt GoPro nicht, in den Exif-Daten sind ebenfalls keine Informationen hinterlegt. Vergleicht man die Bilder der HERO mit der HERO13 Black lässt sich sagen, dass die Sichtfelder in der Breite etwa gleich groß sind. In der Höhe zeigt die HERO13 Black bei 8:7-Aufnahmen deutlich mehr vom Motiv, die HERO speichert lediglich klassische 4:3-Aufnahmen. Andere Seitenverhältnisse stehen nur zur Wahl, wenn man sich für den Export von Einzelbildern aus den Videos entscheidet. Spezielle Foto-Optionen sucht man bei der GoPro HERO vergeblich, die Wahl des Bildformates ist genauso wie das Einstellen des Sichtfeldes unmöglich. Zudem kann man weder Intervall- noch Serienaufnahmen speichern.
Sehr eingeschränkt präsentiert sich auch das Angebot an Video-Optionen. Aufnahmen können in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit 25 oder 30 Vollbildern pro Sekunde erfolgen, in 2,7K-Auflösung (2.688 x 1.512 Pixel) mit 50 oder 60 Vollbildern pro Sekunde und in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) mit 25, 30, 50 und 60 Vollbildern pro Sekunde. Gut zu wissen: Die Wahl der Auflösung erfolgt nicht im Menü der Kamera, sondern über die Wahl des Aufnahmemodus. Bei „Video“ filmt man in 4K und bei „Slo-Mo“ in 2,7K. Für Full-HD-Auflösung ist der Stromsparmodus zu aktivieren. Dieses Vorgehen halten wir nicht unbedingt für sinnvoll.
„Digitale Objektive“, also unterschiedliche Sichtfelder, stehen bei der Actionkamera gar nicht zur Wahl, Zeitraffervideos, Startrail-Videos oder Time-Warp-Videos sind ebenso nicht möglich. Darüber hinaus fehlen die Protune-Optionen sowie Einstellungen für HDR-Videos oder Log-Videos. Für die Tonaufnahme sind zwei Mikrofone verbaut, der Anschluss von externen Modellen wird nicht unterstützt. Diese Aufzählung zeigt, dass die Actionkamera eigentlich nur für Nutzer interessant ist, die klassische Videos oder Fotos speichern möchten und sich nicht für besondere Features interessieren.
Die Bedienung:
Die Actionkameras von GoPro werden seit vielen Jahren identisch bedient. Die Taste auf der Oberseite dient als Foto- und Videoauslöser, das Drücken startet Aufnahmen zudem sofort. Bei der seitlich gelegenen Taste handelt es sich um den Ein- und Ausschalter, damit wird zudem zwischen den Aufnahmemodi gewechselt.
Alle weiteren Einstellungen müssen über das Touchscreendisplay auf der Rückseite erfolgen. Das Wischen von links nach rechts oder von rechts nach links erlaubt die Wahl des Aufnahmemodus, durch das Wischen von unten nach oben gelangt man zum Wiedergabemodus und durch das Wischen von oben nach unten zum Hauptmenü.
Das Design der Menüs entspricht in etwa den großen Schwestermodellen, ist aber doch etwas einfacher gehalten. Optionen bietet die HERO wie bereits erwähnt nur wenige, daher verfügt die Kamera auch über weniger Menüs als beispielsweise die GoPro HERO13 Black.
Aus der Ferne kann man die GoPro HERO per Fernbedienung, App oder Sprachsteuerung steuern. Bei der App handelt es sich um die bekannte Quik-App. Diese bietet eine Livevorschau und Möglichkeiten zum Wechseln des Aufnahmemodus. Mangels vieler Kamera-Optionen bringt die App natürlich auch nur wenige Einstellungsmöglichkeiten mit.
Beim Einsatz der App mit dem Google Pixel 8 Pro kam es leider immer wieder zu Störungen, trotz kurzer Entfernung zur Kamera (weniger als ein Meter) war die Verbindung alles andere als stabil. GoPro ist dieses Problem beim Einsatz bestimmter Smartphones bekannt, eine Lösung scheint es allerdings bislang nicht zu geben. Besser funktioniert die Sprachsteuerung, hier stehen mehrere Befehle zur Wahl: „GoPro Foto starten“, „GoPro stoppen“, „GoPro Aufnahme starten“, "GoPro Aufnahme beenden", GoPro Foto machen", GoPro ausschalten.
Im zweiten Teil unseres Testberichts der GoPro HERO gehen wir unter anderem auf die Bildqualität und die Akkulaufzeit der Actionkamera ein.