Teil 3 von 3: Der Bildqualitätstest, Beispielaufnahmen und unser Fazit
Nachdem wir uns im zweiten Teil dieses Testberichts der DJI Osmo Nano mit der Bedienung und dem Zubehör beschäftigt hatten, gehen wir in diesem dritten und letzten Teil unter anderem auf die Bildqualität bei Foto- und Videoaufnahmen sowie die Akkulaufzeit ein. Am Ende fassen wir die Ergebnisse aller drei Teile zusammen und ziehen ein Fazit.
Die Bildqualität:
DJI setzt bei der Osmo Nano auf einen CMOS-Bildwandler der 1/1,3-Zoll-Klasse mit einer Auflösung von 6.880 × 5.160 Pixel (35,5 Megapixel). Das sind knapp fünf Megapixel weniger als beim Spitzenmodell Osmo Action 5 Pro, die auf rund 40 Megapixel kommt. Warum die Auflösungen der Kameras abweichen, ist uns nicht bekannt. Die Bildwandler sollten höchstwahrscheinlich identisch sein. Eventuell nutzt DJI aus Platzgründen die Fläche des Chips nicht vollkommen aus. Im Vergleich zur DJI Osmo Action 5 Pro gibt die Osmo Nano Details etwas schlechter wieder, Freunde der maximalen Bildqualität sind bei der größeren Actionkamera also besser bedient. Die Aufnahmen der kleineren Osmo Nano sehen allerdings selbst auf großen Bildschirmen gut aus und bieten den allermeisten Nutzern eine ansprechende Qualität. Für die bestmögliche Qualität sollte man bei Fotos auf jeden Fall zur vollen Auflösung greifen, bei neun Megapixel sind die Bilder sichtbar detailärmer.
Bei Videos weichen das Action-Flaggschiff und die kleine Osmo Nano zumindest hinsichtlich der Auflösungen nicht voneinander ab. Maximal werden 3.840 x 2.880 Pixel im 4:3-Format angeboten, beim 16:9-Format ergeben sich die üblichen 3.840 x 2.160 Pixel. DJI geht hier sehr konservativ vor, rein rechnerisch würde der Chip deutlich höhere Videoauflösungen liefern können. Für viele Einsätze sind die 4K-Videos der Osmo Nano aber natürlich völlig ausreichend. Das gilt auch für die hier wählbaren Bildraten. Bis zu 50 Vollbilder pro Sekunde lassen sich bei 4:3 einstellen, bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde sind es bei 16:9 und bis zu 120 Vollbilder pro Sekunde bei der Zeitlupen-Option.
Grundsätzlich würden wir uns bei der Kamera für die höchste Auflösung entscheiden, hier bekommt man die meisten Details zu Gesicht. Der Abstand zu 2,7K ist allerdings gering. Da sich bei 2,7K-Auflösung (egal ob nun bei 2.688 × 2.016 Pixel oder 2.688 × 1.512 Pixel) generell keine höheren Bildraten auswählen lassen, sind 2,7K-Aufnahmen aus unserer Sicht jedoch nicht sinnvoll. In Full-HD sieht dies etwas anders aus. Hier kann man mit bis zu 240 Vollbildern pro Sekunde beim Einsatz der Zeitlupen-Option filmen. Das reicht für 8-fach-Zeitlupen aus. Die Bildqualität fällt hier allerdings sehr deutlich ab, weshalb Full-HD-Videos eigentlich nur bei Bedarf nach starken Zeitlupen Sinn ergeben.
Bei wenig Licht sinkt die Bildqualität wie bei allen Actionkameras deutlich ab. Wer trotzdem filmen möchte, sollte den SuperNight-Modus aktivieren. Dieser verbessert die Detailwiedergabe und sorgt zugleich für ein etwas helleres Bild. Das Bildrauschen ist dafür etwas höher.
In puncto Abbildungsleistung schneidet das von uns getestete Modell nicht optimal ab. Zum rechten Bildrand hin sinkt die Schärfe etwas ab, am linken Bildrand existiert dieses Problem nicht. Das erste Testmodell wies sogar eine noch stärkere Dezentrierung auf. Die Bildschärfe sollte daher direkt nach dem Kauf überprüft werden.
Nach der Bildqualität schauen wir uns die Laufzeiten der Actionkamera an. Zum einen gilt es natürlich zu klären, wie lange der integrierte Akku hält. Dieser besitzt nur eine Kapazität von 530mAh und ist somit deutlich kleiner als der Akku einer klassischen Actionkamera. DJI gibt bis zu 90 Minuten mit einer Akkuladung an, das gilt jedoch nur für Full-HD-Videos mit 24 Vollbildern pro Sekunde. Diese Einstellung dürften die wenigsten Nutzer wählen. Bei 4K60p sollen es im Ausdauermodus dagegen mehr als 50 Minuten sein. Für unseren Akkutest nutzen wir die 4K60p-Option ohne Energiespareinstellungen. Hier ergaben sich 41 Minuten, bevor sich die Kamera wegen des leeren Akkus abschaltete. Das ist angesichts des kleinen Gehäuses ein sehr guter Wert.
Ist die Kamera mit dem Vision Dock verbunden (ob nun stetig oder nur kurzzeitig zum Aufladen des Akkus), lässt sich dank des Zusatzakkus (1.300mAh) des Vision Docks in 4K60p 111 Minuten filmen. Auch diese Zeit kann sich sehen lassen. Sehr gut gefällt uns auch, dass das Laden des Akkus der Osmo Nano via Vision Dock und das Laden des Vision Dock jeweils nur wenig Zeit in Anspruch nehmen. Der leere Akku der Nano lässt sich in 15 Minuten von 0 auf 80 Prozent und in 27 Minuten von 0 auf 100 Prozent aufladen. Das Vision Dock kann man in 15 Minuten auf 80 Prozent aufladen und in 39 Minuten komplett vollladen. Hierfür wird ein PowerDelivery-fähiges Netzteil mit 30 Watt benötigt. Ist der Akku der Nano leer und das Vision Dock komplett geladen, lässt sich die Osmo Action Nano mit dem Dock rund 1,75 Mal aufladen.
Zu guter Letzt gilt es zu klären, wie lange die DJI Osmo Nano filmt, bevor sie überhitzt. Ohne angebrachtes Vision Dock ließ sich im Test bei 20 Grad Umgebungstemperatur und ohne aktive Kühlung eine komplette Akkuladung (= 41 Minuten) filmen. Hier gab es keinen Abbruch durch eine zu hohe Gehäusetemperatur. Verbindet man die DJI Nano mit dem Vision Dock, wird die Aufnahme selbst nach mehr als 120 Minuten nicht durch die Kamera beendet. Das Aufladen mittels Dock wurde aufgrund der hohen Gehäusetemperatur jedoch beendet. DJI ist es also grundsätzlich gelungen, den Stromverbrauch recht gering zu halten und das Überhitzen zu verhindern. Allerdings muss an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass die DJI Osmo Nano standardmäßig maximal 4K60p anbietet und sich bei 4K120p im Zeitlupenmodus deutlich kürzere Aufnahmezeiten von etwa sechs Minuten (entspricht rund 24 Minuten ausgegebenem Videomaterial) ergeben.
Unbearbeitete Beispielaufnahmen der DJI Osmo Action Nano:
Unser Fazit:
Die DJI Osmo Action Nano ist eine sehr kompakte Actionkamera, die viele Features bietet, die man von großen Actionkameras kennt. Dazu gehören unter anderem die Aufnahme in 4K-Auflösung, ein flaches Bildprofil, die Videospeicherung mit 10-Bit und die Foto-Aufnahme im RAW-Format. Gegenüber der Action 5 Pro, die mutmaßlich mit dem identischen Sensor ausgestattet ist, hält die Bildqualität der Fotos und Videos nicht ganz mit, ist für die meisten Aufnahmezwecke aber zweifellos gut genug. Verzichten muss man zudem auf 120 Vollbilder pro Sekunde im normalen Aufnahmemodus. Wer diese Bildrate unbedingt benötigt, kann sie im Zeitlupenmodus nutzen. Bis zu 240 Vollbilder pro Sekunde sind damit zudem in Full-HD möglich. Hier überhitzt die Kamera aber schnell. Bei 4K60p-Videos gibt es diese Problematik dagegen nicht.
In puncto Bedienung kommt es ganz darauf an, wie man die Osmo Nano einsetzt. Ohne Vision Dock oder App fallen alle Einstellungen weg, per Sprache kann man immerhin zwischen Fotos und Videos wechseln. Mit dem Vision Dock oder der App bedient sich die Actionkamera dann wie jedes andere DJI-Modell. Es gibt viele Aufnahmeprogramme und weitere Optionen, diese werden via Touchscreen verändert.
Das Vision Dock lässt sich als Vorteil nicht nur direkt an der Kamera nutzen, sondern auch in einigen Metern Entfernung als Fernbedienung verwenden. Leider ist das Dock anders als die Kamera nicht wasserdicht, gegen Staub und Spritzwasser aber immerhin abgedichtet. Diese Einschränkung wirkt sich auf die Einsatzoptionen natürlich deutlich aus. Des Weiteren gilt: Mit dem Vision Dock ist die Osmo Nano wesentlich größer als eine klassische Actionkamera.
Den Größenvorteil und die weiteren Vorteile einer Actionkamera (wie die Wasserdichtigkeit), kann man daher nur ausspielen, wenn man die Osmo Nano getrennt vom Dock einsetzt. Hier weiß die Kamera in Relation zur Größe nicht nur mit einer soliden Bildqualität zu gefallen, sondern auch mit einer recht langen Akkulaufzeit. Das Aufladen der Osmo Nano dauert über das Dock zudem nur recht kurze 27 Minuten. Die Kamera ist nach den Einsätzen also schnell wieder einsatzbereit. Ausreichend Platz bietet der integrierte Speicher, mit der von uns getesteten 128GB-Version kann man etwa 2 bis 2,5 Stunden in höchster Qualität filmen. Das Kopieren der Daten auf eine SD-Karte geht mit 3GB pro Minute dabei recht flott.
Am Ende unseres Testberichts lässt sich sagen, dass die DJI Osmo Nano eine empfehlenswerte Actionkamera für Situationen ist, in denen man unbedingt ein kompaktes und leichtes Modell benötigt. Hier weiß sie zu gefallen, die Einschränkungen halten sich mit Ausnahme der Bedienung in Grenzen. Bei klassischen Actionkamera-Einsätzen, bei denen es nicht auf jeden Millimeter und jedes Gramm ankommt, ergibt der Griff zu einer herkömmlichen Kamera wie der Osmo Action 5 Pro oder der Osmo Action 4 jedoch mehr Sinn.