Unser Ausblick auf die Neuvorstellungen des Jahres 2025: von Canon bis Nikon
2024 hat sich in der Kamerawelt einiges getan, gleich mehrere Unternehmen haben neue Flaggschiffmodelle herausgebracht. Die Trends der letzten Jahre wurden dabei bestätigt: Neben KI-Funktionen stand auch die Videoaufnahme wieder im Fokus. 2025 dürfte sich das kaum ändern. In dieser zweiteiligen Artikelserie schauen wir uns an, welche neuen Produkte 2025 erscheinen könnten und gehen auf mögliche Spezifikationen ein.
Canon
Canon hat mit der EOS R1 und EOS R5 Mark II dieses Jahr zwei Kameramodelle der Spitzenklasse angekündigt, Einsteiger- und Mittelklassemodelle gab es dagegen keine neuen. 2025 soll Canon laut Gerüchten die Oberklasse erneuern. Bereits im ersten Quartal 2026 wird die Canon EOS R6 Mark III erwartet. Die Vollformat-DSLM soll über einen 24 Megapixel auflösenden Vollformat-Sensor verfügen und Serienaufnahmen mit 30 Bildern pro Sekunde erlauben. Darüber hinaus werden ein CFexpress Typ B- sowie ein SD-Slot als Ausstattung genannt.
Daneben wird Canon 2025 höchstwahrscheinlich ein neues Spitzenmodell mit APS-C-Chip vorstellen. Die neue DSLM soll den Namen EOS R7 Mark II tragen und als erstes APS-C-Modell von Canon über einen Stacked-CMOS-Sensor verfügen. Dadurch ließen sich sowohl die Bildrate als auch der Autofokus wesentlich verbessern. Konkrete Daten sind bislang nicht bekannt, die zukünftige Kamera soll im Vergleich zur EOS R7 aber deutlich aufgewertet werden. Als „Nachfolgemodell“ der Canon EOS 7D Mark II könnte die DSLM unter anderem über einen deutlich höher aufgelösten Sucher als die EOS R7 (2,36 Millionen Subpixel) verfügen sowie zusätzliche Profifeatures spendiert bekommen. Eine Videofunktion mit 8K-Auflösung wäre bei einem Bildwandler mit etwas mehr Pixeln ebenso möglich, das ist aber alles andere als gesichert.
Für eine bald erscheinende APS-C-Kamera der Oberklasse sprechen auch die kommenden Objektive. Es werden mindestens zwei „Pro“ RF-S-Objektive erwartet. Diese sollen kleinbildäquivalente Brennweiten von 24 bis 200mm abdecken und dabei über eine konstante Lichtstärke verfügen. Praktisch würde es sich somit um Modelle mit circa 15 bis 45mm sowie rund 45mm bis 125mm handeln. Darüber hinaus wird über eine neue RF-S-Festbrennweite spekuliert.
Vollformat-Objektive hat Canon 2024 fünf an der Zahl angekündigt, 2025 sollte das Unternehmen die Lücken im Portfolio weiter schließen. Unter anderem fehlen beim RF-Bajonett aktuell noch Tilt-Shift-Objektive und ein klassisches Fisheye. Ein Supertelezoom mit 200-500mm Brennweite, Blende F4 und eventuell einem integrierten Telekonverter könnte ebenso präsentiert werden.
FujiFilm
FujiFilm hat mit der X100VI 2024 eine Kompaktkamera mit fest verbautem Objektiv und mit der X-T50 sowie der X-M5 zwei spiegellose Systemkameras vorgestellt. Nachdem das Line-up somit vom Spitzenmodell bis zum Einsteiger-Segment – mit Ausnahme der X-E4 – auf dem aktuellen Stand ist, könnte FujiFilm 2025 etwas völlig Neues planen. Spekuliert wird unter anderem über die Vorstellung einer Mittelformatkamera mit Festbrennweite. Dass sich trotz eines großen Sensors auch eine kleine Kamera bauen lässt, zeigt die schon einige Jahre erhältliche FujiFilm GFX 50R. Zudem bietet FujiFilm mit dem Fujinon GF 50mm F3,5 R LM WR eine sehr kompakte Mittelformatoptik an. FujiFilm wäre daher sicher in der Lage, eine ansprechende Kamera mit kompaktem Gehäuse zu bauen.
Darüber hinaus soll FujiFilm an einer Kamera mit 1,0-Zoll-Sensor arbeiten. Ob hier nun eine Festbrennweite oder ein Zoom verbaut ist, bleibt offen. Klassische Kompaktkameras hatte FujiFilm früher einige im Programm, hier kamen aber maximal 2/3-Zoll-Sensoren zum Einsatz. Da 1,0-Zoll-Sensoren heute dem gängigen Stand entsprechen und es mit der X100VI bereits ein aktuelles APS-C-Modell gibt, erscheint uns die Wahl dieser Sensorgröße als wahrscheinlich.
Objektive hat Fujifilm 2024 wie in den Vorjahren vier angekündigt, dazu zählte auch das Fujinon XF 16-55mm F2,8 R LM WR II. Da FujiFilm mittlerweile über ein sehr großes Objektivportfolio verfügt, könnte man sich auch 2025 für die Überarbeitung von weiteren Objektiven entscheiden. Sehr lange ist beispielsweise schon das Fujinon XF50-140mm F2.8 R LM OIS WR auf dem Markt.
Nikon
Nikon hat 2024 mit der Z6III eine neue Vollformatkamera sowie mit der Z50II ein neues Mittelklassemodell mit APS-C-Sensor vorgestellt. Erstere richtet sich mit ihren hohen Bildraten unter anderem an Sport- und Actionfotografen, die Videofunktion der DSLM kann sich ebenso sehen lassen. Die Nikon Z50II stellt das aktuelle Topmodell mit APS-C-Sensor dar, wobei dieses grundsätzlich zur Mittelklasse zu zählen ist. 2025 wird von Nikon unter anderem die Vorstellung der Z9II erwartet. Die Z 9 ist dann schließlich schon vier Jahre auf dem Markt. Gesicherte Daten gibt es vom kommenden Flaggschiff allerdings noch keine. Daher gehen wir davon aus, dass die Ankündigung erst in der zweiten Jahreshälfte erfolgt. Als allzu dringend stufen wir die Vorstellung der Nikon Z9II auch nicht ein, die Z 9 wurde im Laufe der letzten Jahre durch zahlreiche Firmware-Updates mehrfach verbessert.
Ein Update könnten bei Nikon dagegen zweifellos die Z 5 und Z 7II vertragen. Beide DSLMs gibt es bereits seit 2020, die verbaute Technik ist daher alles andere als taufrisch. Gegen ein Update der Z 5 spricht allerdings die mittlerweile sehr günstige Nikon Z 6II. Diese macht ein größeres Update der Z 5 eigentlich überflüssig. Sollte Nikon die Z 6II nicht mehr verkaufen, würde eine Z 5II diese jedoch sehr gut ablösen können. Ein Update der Z 7II wäre aus unserer Sicht wünschenswert, erscheint uns angesichts der Z 8 aber als relativ unwahrscheinlich. Dieser dürfte die Z7III schließlich nicht zu nahekommen. Denkbar wäre eine stark auf die Fotofunktion konzentrierte Ausrichtung. Im Unterschied zur Z 8 könnte Nikon auf einen Sensor ohne zusätzlichen DRAM-Cache, dafür aber mit einer höheren Auflösung (60 Megapixel oder mehr) setzen.
Objektive brachte Nikon 2024 drei an der Zahl auf den Markt. Neben dem Superzoom Nikkor Z 28-400mm F4-8 VR wurden auch die beiden lichtstarken Festbrennweiten Nikkor Z 35mm F1,4 sowie Nikkor Z 50mm F1,4 vorgestellt. Beide sorgten für einige Verwirrung, da sie nicht zur S-Serie gehören, jedoch lichtstärker als eben jene Premium-Modelle ausfallen und zugleich weniger kosten. Als Zielgruppe für die neuen Objektive sieht Nikon Fotografen, die sich eine hohe Lichtstärke wünschen und mit einer nicht in jeder Hinsicht perfekten Bildqualität leben können. 2025 könnte Nikon die Serie um ein Nikkor Z 85mm F1,4 erweitern und damit die Lücke zwischen dem Nikkor Z 85mm F1,8 S und dem Nikkor Z 85mm F1,2 S schließen. Apropos Lücke: Davon gibt es im Objektivportfolio zwar nicht mehr allzu viele, das schon vor einigen Jahren auf der offiziellen Nikkor-Roadmap gelistete Nikkor Z 35mm F1,2 würde die F1,2-Serie von Nikon aber passend abrunden.
Ziemlich sicher ist die Vorstellung des Nikkor Z 28-135mm F4 PZ. Dessen Entwicklung hat Nikon bereits verkündet. Die Optik wird speziell für die Anforderungen von Videografen konstruiert. An höherklassigen Zoom-Objektiven für APS-C-Kameras scheint Nikon aktuell nicht zu arbeiten, durch die „Öffnung“ des Z-Systems für Dritthersteller ist das aber auch nicht mehr unbedingt notwendig.
Im zweiten Teil unserer Artikel-Serie der für 2025 erwarteten Kameras und Objektive gehen wir auf die Hersteller OM Digital Solutions, Panasonic, Sigma, Sony und Ricoh bzw. Pentax ein.