06.03.2025 - 07:56

Xiaomi 15 Ultra Smartphone- und Kameratest (Teil 3)

Teil 3 von 3: Kamera-App, Benchmarks und das Xiaomi 15 Ultra in der Praxis

Im zweiten Teil unseres Tests des Xiaomi 15 Ultra hatten wir uns die Kameras des Smartphones und deren Bildqualität im Detail angesehen. In diesem dritten und letzten Teil prüfen wir die Kamera-App mit ihren Funktionen sowie Einstellungsmöglichkeiten und die Leistung des Smartphones in der Praxis. Am Ende fassen wir unsere Ergebnisse zusammen und ziehen ein Fazit.

Die Kamera App:
Die Kamera-App eines Smartphones ist die Schnittstelle zwischen dem Fotografen und der Aufnahme-Hardware. Der App kommt daher eine große Bedeutung zu. Xiaomi hat sich beim 15 Ultra für eine weitestgehend bekannte Oberfläche mit typischem Layout entschieden. Eingaben erfolgen rechts und links vom Livebild (wenn das Smartphone waagerecht gehalten wird) oder darüber und darunter (wenn es hochkant gehalten wird). Im Folgenden gehen wir auf das waagerechte Halten des Smartphones ein.

Xiaomis Kamera-App ist übersichtlich und bietet Zugriff auf alle wichtigen Funktionen:

Wie üblich gibt es auch einen dedizierten Videomodus:

Weitere Aufnahmeprogramme erreicht man unter anderem via "Mehr":

Den Auslöser hat Xiaomi am rechten Rand platziert. Hier liegt zudem die Taste zum Wechseln zwischen der Front- und den Rückseitenkameras und die Taste zum Aufrufen des Wiedergabemodus. Etwas weiter links erfolgt die Wahl des Aufnahmemodus. Die schnell erreichbaren Modi kann man dabei selbst wählen sowie über „Mehr“ (bzw. das Wischen nach links) die weiteren Programme erreichen. Beeinflussen lässt sich des Weiteren die Optik des Auslösers sowie auch das Auslösegeräusch der Kamera. Die Tasten für die einzelnen Objektive bzw. Brennweitenstufen sind am rechten Rand des Livebildes zu finden, wie gewohnt lässt sich zudem auch mittels Gesten sowie durch Wischen über das Panel (bei den Brennweitenstufen) zoomen. Daneben liegt in der unteren rechten Ecke eine Taste zur Korrektur der Belichtung, eine weitere Taste (obere rechte Ecke) erlaubt die Wahl des Bildstils.

Zoomen lässt sich auf unterschiedliche Arten (Tasten, Gesten, ...) von 0,6-fach bis 120-fach:

Verändern kann man im Fotomodus unter anderem den Bildstil:

Für weitere Optionen ist die Pfeil-Taste zu drücken:

Am linken Bildrand bestimmen Foto- und Videografen den Aufnahmestil (Leica Authentic oder Leica Vibrant). Hier lässt sich außerdem die Google Lens-Funktion aktivieren oder kann man das LED-Licht konfigurieren. Wer weitere Einstellungen (Timer, Seitenverhältnis, HDR, allgemeine Optionen) aufrufen möchte, findet diese hinter dem Pfeil.

Manuelle Belichtungs- und Auflösungseinstellungen lassen sich im Pro-Modus vornehmen:

Zu den Optionen gehört unter anderem die Sensorempfindlichkeit:

Im Pro-Video-Modus lässt sich auch im Log-Format filmen:

Für manuelle Belichtungs- und Fokuseinstellungen muss man dahingegen zum Pro-Modus wechseln. Wurde dieser ausgewählt, stehen Foto- und Videografen sehr viele Optionen zur Verfügung. Beeinflussen lassen sich die Belichtungskorrektur (-4EV bis +4 EV), die Belichtungszeit (30 Sekunden bis 1/8.000 Sekunde), der ISO-Wert (50 bis 6.400 bzw. 12.800), der Weißabgleich (2000K bis 8000K) und der Fokus. Wer ganz bestimmte Voreinstellungen benötigt, kann diese abspeichern. Bei Videoaufnahmen stehen ebenso sehr viele Optionen zur Wahl, selbst Log-Aufnahmen oder Multicam-Videos sind möglich. Zudem bietet die App eine Teleprompter-Funktion.

Weitere Einstellungsmöglichkeiten in der Kamera-App des Xiaomi 15 Ultra:

Benchmarks und Praxis:
Bei seinen Flaggschiffmodellen setzt Xiaomi seit Langem auf die besten Prozessoren aus dem Hause Qualcomm. Das 15 Ultra ist mit dem Snapdragon 8 Elite ausgestattet, der über acht Kerne verfügt. Zwei Prime-Cores arbeiten mit bis zu 4,32 GHz und sechs Performance-Cores mit bis zu 3,53 GHz. Mit an Bord ist zudem die Adreno 830-GPU und auch beim Arbeitsspeicher bringt das Smartphone eine üppige Menge mit (16GB LPDDR5X-RAM). Angesichts dieser Hardware sollte es niemanden verwundern, dass sich das Xiaomi 15 Ultra an der Spitze der Leistungscharts wiederfindet. Bei unseren Benchmarktests kam das Xiaomi 15 Ultra auf 19.093 Punkte beim PC Mark Work 3.0 Performance, 3.019 Punkte im Single-Core-Test sowie 9.331 Punkte beim Multi-Core-Test des Geekbench 6.

Die Alltags-Performance des Xiaomi 15 Ultra ist ebenso ohne Fehl und Tadel, alleine beim Verarbeiten von 200 Megapixel-Fotos ergeben sich kurze Wartezeiten. Dies kann man jedoch kaum kritisieren. Während das Xiaomi 14 Ultra schon bei leichten Belastungen doch recht schnell warm wurde, sieht das beim 15er Modell anders aus. Nur bei hoher Prozessorlast fühlte sich das Gehäuse merkbar wärmer an. Dass Xiaomi das 15 Ultra deutlich stromsparender konstruiert hat, zeigt auch unser Akkutest. Hier haben wir bei der Videowiedergabe (WLAN, Full-HD, 75 Prozent Display-Helligkeit) 25 Stunden Laufzeit gemessen.

Der 5.410mAh starke Akku punktet aber nicht nur bei der Laufzeit, er lässt sich auch sehr flott aufladen. Mit einem 90-Watt-Netzteil ist dies in 16 Minuten von 10 auf 50 Prozent und in 49 Minuten von 10 auf 100 Prozent geschafft. Dabei erwärmt sich das 15 Ultra allerdings deutlich. Beim langsameren Laden ist das weit weniger der Fall.

Das Xiaomi 15 Ultra hat ein ausgesprochen gutes Foto- und Videopaket zu bieten:

Unser Fazit:
Die Ultra-Modelle von Xiaomi gehören seit Längerem zu den besten Smartphones am Markt. Nachdem das 14 Ultra schon letztes Jahr den ersten Platz unseres Kamera-Rankings erreichen konnte, legt Xiaomi die Latte für die Konkurrenz dieses Jahr noch ein Stück höher. Dies ist allerdings nicht einem komplett überarbeiteten Kamera-Setup zu verdanken, sondern ausschließlich der neuen 4,3-fach-Telekamera. Bei dieser hat sich Xiaomi zwar für eine etwas kürzere Brennweite entschieden (100mm vs 120mm), nutzt dafür aber einen wesentlich größeren Bildwandler. Dieser fällt fast so groß wie bei den Hauptkameras der Konkurrenz aus und sorgt für erstklassige Aufnahmen. Seine hohe Auflösung von 200 Megapixel ermöglicht darüber hinaus einen wesentlich besseren Digitalzoom, mit der 200mm-Option lässt sich fast immer sehr gut fotografieren. Bei höheren Zoomstufen ist das Xiaomi 15 Ultra der Konkurrenz ebenso voraus, natürlich sinkt die Qualität durch starkes Zoomen aber deutlich ab. Wer entfernte Motive stärker vergrößern will, liegt bei 15 Ultra aber goldrichtig.

Bei den anderen Kameras des Xiaomi 15 Ultra sehen wir dagegen nur teilweise Verbesserungen. Die Hauptkamera schneidet natürlich sehr gut ab und kann Details meistens etwas besser als die Hauptkamera des Vorgängermodells wiedergeben. Das gilt allerdings nicht für Schriften. Diese wirken unnatürlich. Die 3-fach-Telekamera des Xiaomi 15 Ultra liegt auf dem Niveau des Vorgängermodells, die Ultraweitwinkelkamera stufen wir sogar einen Tick schlechter ein. Warum sich Xiaomi hier für einen etwas kleineren Sensor entschieden hat, bleibt fraglich. Schlecht sind die Ultraweitwinkelkamera und die 3-fach-Telekamera allerdings keinesfalls, sondern gut bis sehr nutzbar. Das gilt auch wegen der kurzen Naheinstellgrenzen, die sehr ansprechende Nahaufnahmen ermöglichen. Besonders mit der Telekamera kann man wirklich gute Makrofotos aufnehmen. In puncto Bildqualität erreichen die Hauptkamera und die 4,3-fach-Telekamera aber ein anderes Level. Dies sieht man bei Tag als auch bei Nacht. Vom Griff zur vollen Auflösung profitieren Fotografen zwar bei allen Kameras, bei der Ultraweitwinkelkamera und der 3-fach-Telekamera sind die Unterschiede aber deutlich geringer als bei den anderen beiden Kameras.

Ein wirklich ansprechendes Gesamtpaket hat das Xiaomi 15 Ultra für Videografen zu bieten. Alle Kameras auf der Rückseite zeichnen 8K-Videos auf (30p), in 4K sind 60 oder 120 Vollbilder pro Sekunde möglich. Daneben kann man sich für Zeitlupen (bis zu 1920 Vollbilder pro Sekunde), Log-Videos oder auch Dolby-Vision-Videos entscheiden. Optionen bietet das Xiaomi 15 Ultra für Foto- und Videografen jede Menge, die App macht dabei einen übersichtlichen und aufgeräumten Eindruck. Wer sein 15 Ultra noch mehr zur Kamera machen möchte, kann das Photography Kit erwerben. Dieses haben wir in diesem Test zwar nicht unter die Lupe genommen, im Vergleich zum letztjährigen Modell sollte sich jedoch nicht so viel geändert haben.

Das Display ist top, das Gehäuse abgedichtet und der Fingerabdrucksensor arbeitet sehr schnell:

Abseits der Kamera ist die Leistung des Xiaomi 15 Ultra ebenfalls sehr überzeugend. Das Display weiß mit einer top Darstellung zu gefallen: Es ist sehr hoch aufgelöst, gibt Bewegungen stets flüssig wieder und liefert dank AMOLED perfekte Schwarzwerte. Der Fingerabdrucksensor arbeitet sehr flott, die Tasten lassen sich gut bedienen. Natürlich ist das Xiaomi 15 Ultra kein kleines (161 x 75 x 9,4mm) und leichtes Gerät (226g), im Gegenteil. Der Kamerabuckel ragt zudem weit hervor. Diesen Kompromiss muss man angesichts der erstklassigen Kamera-Ausstattung einfach eingehen.

Wer mit dem großen Gehäuse des 15 Ultra klarkommt, erhält ein erstklassiges Smartphone:

Die Akkulaufzeit konnte Xiaomi beim 15 Ultra im Vergleich zum Vorgängermodell deutlich erhöhen, der Akku lässt sich zudem richtig flott aufladen. Dass sich das Smartphone bei Belastung nicht so schnell wie das Vorgängermodell erwärmt, ist ebenso ein Vorteil. Der SoC (Snapdragon 8 Elite) arbeitet dabei sogar deutlich schneller. Mit 16GB RAM und 512GB oder 1TB Speicher ist man in der Zukunft darüber hinaus sehr gut aufgestellt.

Die dkamera.de Bewertung des Smartphones Xiaomi 15 Ultra:

Autor: dkamera.de Redaktion