Teil 1 von 3: Die technischen Daten, die Verarbeitung und die Bedienung des Smartphones
Xiaomi gehört schon länger zu den größten Smartphone-Herstellern und spätestens seit der Kooperation mit Leica auch zu den Unternehmen, die bei ihren Geräten den Fokus unter anderem auf die Kamera-Ausstattung legen. Das aktuelle Flaggschiff des Unternehmens ist das 14 Ultra. Dieses bringt nicht nur den besten SoC und ein hochauflösendes AMOLED-Panel mit, sondern auch eine rückseitige Quad-Kamera von Leica. In diesem Testbericht nehmen wir das Xiaomi 14 Ultra unter die Lupe.
Der Lieferumfang:
Während viele Unternehmen bei ihren Smartphones mittlerweile auf ein üppiges Zubehörpaket verzichten, legt Xiaomi seinen Geräten weiterhin alle für den Betrieb benötigten bzw. sinnvollen Zubehörprodukte bei. Dazu gehören im Fall des Xiaomi 14 Ultra ein Netzteil mit 90 Watt Ladegeschwindigkeit, ein USB-A- auf USB-C-Kabel sowie eine Schutzhülle.
Die technischen Daten:
Das Xiaomi 14 Ultra verfügt als Flaggschiff über die aktuell bestmögliche Hardware. Als SoC kommt ein Qualcomm Snapdragon 8 Gen 3 mit acht Kernen (1 x Cortex-X4 mit 3,30 GHz, 3 x Cortex-A720 mit 3,15 GHz, 2 x Cortex-A720 mit 2,96 GHz sowie 2 x Cortex-A520 mit 2,27 GHz) sowie der Adreno 750 GPU zum Einsatz. Der Arbeitsspeicher ist bei der von Xiaomi in Deutschland angebotenen Version stets 16GB (LPDDR5X) groß, der Festspeicher besitzt eine Kapazität von 512GB. An Speicherplatz mangelt es also nicht. Als Display verbaut Xiaomi bei seinem Flaggschiff ein 6,73 Zoll großes AMOLED-Modell mit einer Auflösung von 3.200 x 1.440 Pixel (521ppi). Es unterstützt variable Bildraten von 1Hz bis 120Hz, alle aktuellen HDR-Standards und wird durch das sogenannte „Shield Glass“ geschützt.
Zur Datenübertragung kann man unter anderem 5G, WLAN (802.11a/b/g/n/ac/ax/be), Bluetooth 5.4 und NFC nutzen, der USB-C-Port arbeitet mit dem 3.2 Standard. Der 5.300mAh starke Akku des Smartphones kann mit bis zu 90 Watt kabelgebunden sowie mit bis zu 80 Watt per Wireless-Charging aufgeladen werden. Das 161 x 75 x 9,2mm messende Gehäuse des Xiaomi 14 Ultra bringt 220g auf die Waage, Abdichtungen nach dem IP68-Standard schützen vor Staub und Wasser. Xiaomis HyperOS-Betriebssystem basiert auf Android 14, Updates verspricht Xiaomi für vier (Android) bzw. fünf Jahre (Sicherheitspatches).
Die Kamera-Ausstattung des Xiaomi 14 Ultra umfasst insgesamt fünf Modelle. Eine Kamera befindet sich auf der Vorderseite, vier Kameras liegen auf der Rückseite. Letztere Modelle fasst Xiaomi als Leica Vario-Summilux 12-120mm F1,6-2,5 zusammen. Es handelt sich allerdings nicht um ein „echtes“ Zoomobjektiv, sondern vier Festbrennweiten.
Bei der Hauptkamera des 14 Ultra nutzt Xiaomi einen Bildwandler 1,0-Zoll-Klasse. Es handelt sich um den Sony Lytia LYT-900 mit 50 Megapixel. Jeder Bildpunkt des Stacked-CMOS-Sensors misst standardmäßig 1,6μm, das 4-in-1-Superpixel-Verfahren sorgt – bei reduzierter Auflösung (12,5 Megapixel) – sogar für 3,2μm messende Bildpunkte. Der All-Pixel-Phasen-AF des Sensors ermöglicht unter anderem die Fokussierung auf der gesamten Sensorfläche, durch die „Dual Native ISO Fusion Max“-Technologie soll ein besonders großer Dynamikumfang von 14 Blendenstufen erzielt werden können. Das Objektiv der Hauptkamera zeigt auf Kleinbild umgerechnet den Bildwinkel einer 23mm-Optik, es besteht aus acht Linsen und ist optisch stabilisiert (OIS). Als Besonderheit ist die stufenlose variable Blende (von F1,6 bis F4) zu nennen. Dafür nutzt Xiaomi sechs Blendenlamellen.
Die drei weiteren Kameras auf der Rückseite des Xiaomi 14 Ultra decken unterschiedliche Brennweiten ab, nutzen allerdings alle den identischen Bildwandler: einen Sony IMX858 (1/2,5 Zoll) mit einer Auflösung von 50 Megapixel. Die Ultraweitwinkelkamera gibt Xiaomi mit einer kleinbildäquivalenten Brennweite von 12mm und einer Blende von F1,8 an, das Objektiv besteht aus sieben Linsen und erlaubt Makroaufnahmen ab einem Abstand von fünf Zentimetern. Die erste Telekamera, von Xiaomi als 3,2-fach-Modell bezeichnet, verfügt über eine 75mm-Optik (KB-äquivalent) mit einer Blende von F1,8. Durch die Floating-Focus-Konstruktion des stabilisierten Objektivs mit sechs Linsen sind Makroaufnahmen ab 10cm Motivabstand möglich. Die zweite Telekamera mit 5-fach-Zoom besitzt eine KB-Brennweite von 120mm, eine Blende von F2,5 und natürlich ebenso einen OIS. Auch hier nutzt Xiaomi sechs Linsen, die Naheinstellgrenze liegt bei 30cm.
Videos kann man mit dem Xiaomi 14 Ultra in 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel) mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde, in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde und in Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080 Pixel) mit bis zu 1.920 Vollbildern pro Sekunde aufzeichnen. Dabei ist man nicht auf klassische Aufnahmen-Spezifikationen beschränkt, sondern kann sich auch für 10-Bit-, HDR- oder Log-Aufnahmen entscheiden. Vier Mikrofone sollen zudem eine hohe Tonqualität ermöglichen.
Handling, Verarbeitung und Bedienung:
Das Xiaomi 14 Ultra gehört mit Abmessungen von 161 x 75 x 9,2mm zu den großen Smartphones. Die offizielle Angabe der Tiefe gilt allerdings nicht für alle Stellen des Gehäuses, am „Kamerabuckel“ messen wir rund 15mm. Damit gehört das Xiaomi 14 Ultra zweifellos zu den „dicksten“ Geräten am Markt. Angesichts dieser Dimensionen wirkt sich der Kamerabuckel natürlich auch auf das Handling des Smartphones aus, dieses ist deutlich kopflastig. Mit der beiliegenden Schutzhülle empfinden wir das Handling als besser, jedoch nicht so ausgeglichen wie bei anderen Smartphones. Wer ein kompaktes Gerät sucht, ist beim Xiaomi 14 Ultra zweifellos falsch.
Das Design der Kameraeinheit fällt ansprechend aus, die vergleichsweise mittig platzierten Objektive verhindern das ungewollte Verdecken mit den Fingern. Sehr gut gefällt uns darüber hinaus die Rückseite aus Kunstleder. Diese liegt nicht nur angenehmen in der Hand und fühlt sich hochwertig an, sie sorgt auch für ein sicheres Handling. Der glatte, leicht abgerundete Rahmen aus Aluminium trägt ebenso zum hochwertigen „Feeling“ bei.
Für Abzüge in der B-Note sorgt das starke Klappern der Objektive. Dieses Geräusch ist zwar auch bei anderen Smartphones zu hören, beim Xiaomi 14 Ultra kann man es aber besonders stark wahrnehmen. Sorgen müssen sich Smartphone-Besitzer allerdings nicht machen: Das Geräusch ist auf die Bildstabilisatoren zurückzuführen und „völlig“ normal. Ob einen dieses Geräusch stört oder nicht, muss jeder selbst testen.
Das 6,73 Zoll große, zur Seite hin nur ganz leicht abgerundete Display gehört mit 3.200 x 1.440 Pixel zu den Modellen mit der höchsten Auflösung, dank 521ppi fällt die Darstellung richtig scharf aus. AMOLED-typisch bietet es sehr hohe Kontrastwerte und große Blickwinkel, kann HDR-Videos (HDR10+, Dolby Vision) wiedergeben und unterstützt den DCI-P3-Farbraum.
In der Praxis konnte uns das Panel auch mit einer ansprechenden Helligkeit überzeugen. Durch die variable Bildrate von einem Hertz bis 120 Hertz sind sowohl der stromsparende Betrieb als auch eine sehr flüssige Wiedergabe möglich. Die Frontkamera und den Fingerabdrucksensor hat Xiaomi im Display integriert, letzterer erkennt Eingaben ausreichend schnell und treffsicher. Zu den besten Fingerabdrucksensoren gehört er unserer Meinung nach aber nicht. Das ganz kurze Auflegen des Fingers reicht zum Entsperren nicht aus.
Weitere Bedienelemente finden sich beim Xiaomi 14 Ultra in Form einer Power-Taste sowie der Lautstärkewippe. Beide liegen an der rechten Seite. Die SIM-Karten (2 x Nano-SIM) setzt man beim 14 Ultra über ein Fach auf der Unterseite ein, daneben liegen der USB-C-Port und der zweite Lautsprecher. Der andere Lautsprecher befindet sich wie üblich an der Oberseite.
Die Abdichtungen des Smartphones bewegen sich mit dem IP68-Standard auf dem höchsten Level, Xiaomis Shield Glass soll Kratzer und andere Beschädigungen verhindern.
Im zweiten Teil unseres Tests des Xiaomi 14 Ultra schauen wir uns die Kameras genauer an.