16.05.2025 - 08:09

Panasonic Lumix DC-S1II und Lumix DC-S1 im Vergleich

Die fünf wichtigsten Unterschiede der beiden spiegellosen Systemkameras

Mit der Lumix DC-S1II hat Panasonic das Nachfolgemodell der 2019 angekündigten Lumix S1 vorgestellt. Die neue DSLM besitzt das Gehäuse der erst kürzlich vorgestellten Lumix DC-S1RII und wurde mit einem neu entwickelten "Partially Stacked"-Sensor ausgestattet. Dieser ermöglicht unter anderem deutlich höhere Bildraten bei Fotos und Videos. In diesem Vergleich schauen wir uns beide Kameras genauer an.

Weitere Informationen zu den Kameras erhalten Sie über folgende Links:
Ankündigung der Panasonic Lumix DC-S1II
Datenblatt der Panasonic Lumix DC-S1II
Testbericht der Panasonic Lumix DC-S1
Datenblatt der Panasonic Lumix DC-S1

Unterschied 1: Der Bildwandler
Die Aufnahme-Hardware umfasst bei der Panasonic Lumix DC-S1II nicht nur einen neuen Bildprozessor, sondern auch einen neuen Bildwandler. Dieser besitzt mit 24 Megapixel eine klassenübliche Auflösung und gehört durch seine Abmessungen von rund 36 x 24mm zu den Vollformatsensoren. Vom CMOS-Sensor der Lumix DC-S1 unterscheidet sich der Chip allerdings durch einen abweichenden Aufbau. Konkret handelt es sich um einen „Partially Stacked CMOS“-Sensor mit rückwärtiger Belichtung. Der Chip kann durch einen optimierten Aufbau schneller als herkömmlich gebaute Sensoren ausgelesen werden. Konkrete Daten nennt Panasonic zwar nicht, die deutlich schnellere Serienbildfunktion macht die Unterschiede jedoch sofort klar. Des Weiteren reduziert die kürzere Auslesezeit bei der S1II den Rolling-Shutter-Effekt und macht Einsätze mit dem elektronischen Verschluss weit weniger anfällig für Probleme.

Unterschied 2: Die Serienbildfunktion
Während die Panasonic Lumix DC-S1 mit ihrem herkömmlichen CMOS-Sensor in der Lage ist, bis zu neun Bilder pro Sekunde aufzunehmen, schafft die Panasonic Lumix DC-S1 mit ihrem „Partially Stacked CMOS“-Sensor dramatisch schneller 70 Bilder pro Sekunde. Dabei muss man weder auf die kontinuierliche Fokussierung noch die Nachführung der Belichtung verzichten. Natürlich ist bei den höchsten Bildraten der DC-S1II der elektronische Verschluss zu verwenden, mit mechanischem Verschluss sind nur noch zehn Bilder pro Sekunde möglich. In der Praxis sollte sich der elektronische Verschluss bei der S1II wie erwähnt aber fast ohne Nachteile einsetzen lassen.

Unterschied 3: Der Autofokus
Der schnelle Bildwandler und die höhere Rechenleistung machen sich auch beim Autofokus bemerkbar. Zum einen erreicht die Lumix DC-S1II beim Einsatz des Autofokus wesentlich höhere Bildraten. Mit 70 Bildern pro Sekunde übertrifft die neue DSLM die sechs Bilder pro Sekunde der Lumix DC-S1 (AF-C) um Längen. Während die S1 für die Aufnahme bewegter Motive nur wenig geeignet ist, sieht das bei der S1II daher ganz anders aus. Das liegt auch an den unterschiedlichen Technologien, die für die Fokussierung genutzt werden. Bei der Lumix DC-S1 setzt Panasonic nur auf die Kontrastmessung sowie die Depth-from-Defocus-Technologie (DFD), bei der Lumix DC-S1II ist zusätzlich die Phasenvergleichsmessung mit an Bord. Erhöht wurde darüber hinaus die Messfeldanzahl. Diese fällt mit 779 Messfeldern dreimal so hoch wie bei der S1 (225 Messfelder) aus.

Die Motiverkennung der Lumix DC-S1II unterstützt unter anderem "Urban Sports":

Deutlich besser schneidet die Panasonic Lumix DC-S1II des Weiteren bei der Motiverkennung ab. Durch neue Algorithmen und den Einsatz von künstlicher Intelligenz kann die DSLM nicht nur Menschen und Tiere (= DC-S1) erkennen, sondern auch Fahrzeuge, Motorräder, Fahrräder, Flugzeuge, Züge und Rennwägen. Ganz neu ist zudem die erweiterte Unterstützung von „urbanen Sportarten“ wie Breakdance, Parkour oder BMX-Fahren.

Unterschied 4: Die Videoaufnahme
Einen großen Einfluss haben die höhere Rechenleistung des Bildprozessors und der schneller auslesbare Bildwandler auch auf die Videofunktion. Mit 30 Vollbildern pro Sekunde unterstützt die Panasonic Lumix DC-S1II den kompletten Sensor-Readout (Open-Gate), bei 5,9K-Auflösung lassen sich im 16:9-Format bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde erreichen. Daneben erlaubt die DSLM 4K-Videos mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde und Full-HD-Videos mit bis zu 240 Vollbildern pro Sekunde. Die Panasonic Lumix kann mit allen Updates Videos zwar ebenso mit der kompletten Sensorfläche aufzeichnen, dies jedoch nur mit 24 Vollbildern pro Sekunde. Bei 5,9K-Auflösung und dem 16:9-Format sind maximal 30 Vollbilder pro Sekunde möglich, in 4K bestenfalls 60 Vollbilder pro Sekunde. Hier liest die Kamera im Gegensatz zur Lumix DC-S1II allerdings nur einen Bildbereich in der Größe des APS-C-Formats aus. Folglich ergibt sich ein deutlicher Crop. In Full-HD schafft die S1 des Weiteren nur 180 Bilder pro Sekunde. Darüber hinaus unterstützt die neue DSLM die interne RAW-Aufnahme mit bis zu 5,8K-Auflösung und kann Daten zusätzlich auch auf einer SSD abspeichern. Bei der Audio-Aufnahme punktet die S1II zudem mit dem 32-Bit-Float-Recording (dafür wird der DMW-XLR2 benötigt).

Das aktive Kühlsystem der Panasonic Lumix DC-S1II kommt Videografen bei der Aufzeichnungsdauer zugute, dadurch kann man viel länger am Stück ohne das Überhitzen der Kamera filmen. Der Lüfter ist allerdings auch vollständig deaktivierbar, so dass im Fall der Fälle keine Nachteile entstehen.

Die Panasonic Lumix DC-S1II besitzt ein kleineres Gehäuse ...

... als die Panasonic Lumix DC-S1:

Unterschied 5: Gehäuse und Kühlung
Als die Panasonic Lumix DC-S1 zusammen mit ihrem Schwestermodell S1R 2019 vorgestellt wurde, gehörten beide DSLMs zu den größten Kameramodellen am Markt. Den Größenvorteil von spiegellosen Modellen wollte Panasonic damals nicht nutzen. Das hat sich im Nachhinein als Fehler herausgestellt. Diesen hat Panasonic bei den nachfolgenden Modellen korrigiert und alle späteren DSLMs deutlich kompakter gebaut. Das gilt auch für die Lumix DC-S1II. Dadurch fällt sie mit Abmessungen von 13,4 x 10,2 x 9,2cm sichtbar kleiner als die 14,9 x 11,0 x 9,7cm messende S1 aus. Ein kompakteres Gehäuse sorgt natürlich auch für ein geringeres Gewicht. Die S1II bringt mit 800g (S1: 1.016g) rund 20 Prozent weniger auf die Waage. Beim Material und der Robustheit sind trotzdem keine Qualitätsabstriche zu machen. Die S1II besteht wie die S1 aus einer Magnesiumlegierung und ist abgedichtet (Schutz vor Staub und Spritzwasser).

Die Oberseite der Panasonic Lumix DC-S1II:

Die Oberseite der Panasonic Lumix DC-S1:

Abseits der Größe und des Gewichts zeigt die S1II, worauf Panasonic heutzutage mehr Wert legt als früher. Unter anderem ist statt eines reinen Schwenk-LCDs nun ein dreh-, schwenk- und klappbares LCD verbaut. Das macht die Bildkontrolle deutlich flexibler. Darüber hinaus sorgt bei der S1II wie erwähnt ein aktives Kühlsystem für geringere Temperaturen und gibt es zusätzliche LEDs, die über laufende Aufnahmen informieren (Tally Light). Weggelassen hat Panasonic bei der neuen DSLM dagegen das noch bei der S1 vorhandene Kontrolldisplay. Stattdessen finden sich auf der rechten Oberseite der S1II das Programmwählrad sowie ein prominent platzierter Videoauslöser. Auf der Rückseite hat Panasonic die Bedienelemente der S1II nur recht geringfügig überarbeitet. Anders als bei der S1 lassen sich die Tasten nun aber nicht mehr beleuchten.

Auf der Rückseite hat Panasonic die Lumix DC-S1II nur wenig verändert:

Die Lumix DC-S1 verfügt hier unter anderem über beleuchtbare Tasten:

Zu den weiteren Unterschieden der beiden Kameras gehören unter anderem die verbesserte Bildstabilisierung der Lumix DC-S1II (max. 8 EV vs. 7 EV), die bei der neuen DSLM ergänzte Speicherung von Bildern im HEIF-Format sowie der manuell verschließbare Verschluss. Die S1 verfügt anders als die S1II dahingegen über einen Blitzsynchronanschluss.

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Autor: dkamera.de Redaktion