04.04.2025 - 09:09

Nikon Z5II und Z 5 im Vergleich

Die sechs wichtigsten Unterschiede der beiden spiegellosen Systemkameras

Nikon hat mit der Z5III eine neue Einsteigerkamera mit Vollformatsensor angekündigt. Die neue DSLM verfügt im Vergleich zum Vorgängermodell sowohl bei Fotos als auch bei Videos über eine deutlich höhere Leistung. In diesem Vergleich gehen wir auf die wichtigsten Unterschiede der beiden spiegellosen Systemkameras ein.

Weitere Informationen zu den Kameras erhalten Sie über folgende Links:
Ankündigung der Nikon Z5II
Datenblatt der Nikon Z5II
Testbericht der Nikon Z 5
Datenblatt der Nikon Z 5

Unterschied 1: Bildsensor, Bildstabilisierung und Bildprozessor
Zur Bildaufnahme nutzt Nikon bei der Z5II einen 24,3 Megapixel auflösenden CMOS-Sensor. Der Vollformatchip setzt sich vom Vorgängermodell durch die rückwärtige Belichtung ab, der ISO-Bereich wurde zudem nach oben erweitert ("nativ" ISO 64.000 statt ISO 51.200 sowie ISO 204.800 statt ISO 102.400 mittels Erweiterungen). Zudem spricht Nikon bei höheren ISO-Stufen von einer besseren Bildqualität. Dafür ist auch der neue Bildprozessor namens Expeed 7 verantwortlich. Ihn nutzt Nikon anstatt des Expeed 6, der bei der Z 5 verwendet wird.

Dank des Expeed-7-Prozessors arbeitet die Nikon Z5II deutlich schneller als die Z5:

Ein größeres Update gibt es auch vom IBIS der Kamera zu vermelden: Während der Sensorstabilisator der Z 5 maximal fünf Blendenstufen kompensieren kann, schafft der Stabilisator der Z5II bis zu 7,5 Blendenwerte. Dieser Wert wird im Zentrum erreicht, an den Bildrändern sind bis zu sechs Blendenstufen möglich. Kommt ein Objektiv mit VR zum Einsatz, erreichen beide Systeme bei der Z5II eine kombinierte Leistung von bis zu 7,5 Blendenwerten im gesamten Aufnahmebereich.

Der Bildstabilisator reduziert bei der Nikon Z5II Verwacklungen effektiver als bei der Z 5:

Unterschied 2: Die Serienbildaufnahme
Die vielfach höhere Rechenleistung des Expeed 7 wirkt sich bei der Z5II natürlich auch auf die Serienbildrate aus. Mit elektronischem Verschluss erreicht die spiegellose Systemkamera bis zu 30 Bilder pro Sekunde („C30“), mit mechanischem Verschluss sind bis zu 14 Bilder pro Sekunde möglich. Die Nikon Z 5 liegt im Vergleich dazu mit 4,5 Bildern pro Sekunde weit zurück. Als Einschränkung gilt es bei der Z5II allerdings zu beachten, dass man oberhalb von 14 Bildern pro Sekunde nur im JPEG-Format fotografieren kann. RAW-Aufnahmen sind mit maximal 14 Bildern pro Sekunde möglich. Keine Abstriche sind bei der Auflösung der Bilder zu machen, auch bei der C30-Option besitzen die Fotos 24,3 Megapixel. Ein weiterer Vorteil für die Z5II: Jede Situation kann man dank der Pre-Release-Capture-Funktion optimal aufnehmen.

Unterschied 3: Der Autofokus
Ein deutliches Upgrade hat Nikon der Z5II auch in puncto Autofokus verpasst. Dieser arbeitet wie beim Vorgängermodell zwar per Phasendetektion und Kontrastmessung, bewegten Motiven soll die Kamera jedoch wesentlich besser folgen können. Dafür sorgen der erweiterte AF-A-Modus, das hinzugefügte 3D-Tracking und ein deutlich feiner aufgelöstes Messfeldraster. Die Motiverkennung der neuen Systemkamera erkennt zudem weit mehr Motive. Bei der Nikon Z5 ist man auf Menschen und Tiere beschränkt, bei der Z5II kommen Fahrzeuge, Motorräder, Fahrräder, Züge und Flugzeuge hinzu. Dies macht das manuelle Verschieben des Fokuspunkts seltener notwendig. Im Vorteil ist die neue Kamera zudem bei wenig Licht: Der Arbeitsbereich der Z 5 beginnt bei einem F2-Objektiv ab -3EV, die Nikon Z 5III kann bei gleicher Öffnung ab -8,5 EV (-10 EV bei F1,2) scharfstellen.

Die Videofunktion der Z5II unterstützt höhere Bildraten und bietet deutlich mehr Features:

Unterschied 4: Die Videofunktion
Die Nikon Z 5 ist keine für die Aufnahme von Videos optimierte Kamera. Anders als höherklassige Modelle kann sie 4K-Aufnahmen beispielsweise nur mit Crop aufzeichnen. Einen Crop gibt es bei der Z5II zwar ebenso, hier ist er allerdings nur bei höheren Bildraten (50 oder 60 Vollbilder pro Sekunde) vorhanden. Bei 24, 25 und 30 Vollbildern pro Sekunde erfolgt die Aufnahme mit der gesamten Sensorbreite und 6K-Oversampling. Darüber hinaus erreicht die Z5II in Full-HD-Auflösung eine doppelt so hohe Bildrate wie die Z 5 (120 statt 60 Vollbilder pro Sekunde) und unterstützt zusätzlich zur H.264-Codierung und 8-Bit-Aufnahme auch Dateien mit H.265-Codierung sowie 10-Bit. Wer bei seinen Videos einen möglichst großen Dynamikumfang benötigt und umfangreiche Nachbearbeitungen vornehmen möchte, kann sich bei der Z5II für das N-Log-Format und die N-RAW-Aufnahme entscheiden.

Das Display der Nikon Z5II ist sowohl dreh- als auch schwenkbar:

Das Display der Nikon Z5 kann man nur nach oben und unten schwenken:

Unterschied 5: Sucher und Display
Weniger gravierende, aber immer noch spürbare Verbesserungen haben der Sucher und das Display erhalten. Beim Sucher handelt es sich weiterhin um ein 0,8-fach vergrößerndes Modell, das darin verwendete OLED-Panel ist mit 3.000 Nits aber dreimal heller als bei der Z 5. Die Auflösung (3,69 Millionen Subpixel) und die Bildwiederholrate (60 Bilder pro Sekunde) sind dagegen identisch.

Beim Display hat sich Nikon für größere Veränderungen entschieden. Statt eines Modells mit 1,04 Millionen Subpixel wird ein Panel mit 2,1 Millionen Subpixel verwendet. Damit schließt die DSLM zu den größeren Z-Modellen auf. Videografen dürfte bei der Z5II zudem die dreh- und schwenkbare Lagerung des Displays erfreuen. Diese macht die Bildkontrolle auch vor der Kamera möglich. Bei der Z5 kann sie wegen der nach oben und unten schwenkbaren Konstruktion nur dahinter vorgenommen werden.

Die Oberseite der Nikon Z5II ...

... im Vergleich zur Oberseite der Nikon Z 5:

Unterschied 6: Das Gehäuse
Das Gehäuse der Z5II hat Nikon größtenteils von der Z 5 übernommen, an mehreren Stellen wurde es jedoch auch leicht überarbeitet. Ein etwas tieferer Griff soll bei der Z5II für ein besseres Handling sorgen, dieser macht die Kamera zwei Millimeter tiefer. Das Gewicht der neuen DSLM bewegt sich mit 700g leicht oberhalb der Z 5 (763g), als Material kommt jedoch die gleiche Magnesiumlegierung zum Einsatz.

Bei der Z5II hat Nikon die Tasten für den Auslöse- und den Wiedergabemodus getauscht:

Bei der Z 5 trifft man noch auf das "alte" Tastenlayout:

Auf der Oberseite hat Nikon bei der Z5II die schon bei anderen Modellen integrierte Picture-Control-Taste verbaut, auf der Rückseite wurden die Taste für den Auslösemodus und die Taste zum Aufrufen des Wiedergabemodus getauscht. Daher entspricht das Tastenlayout den neueren, höherklassigen spiegellosen Systemkameras. Von diesen unterscheidet sich die Z5II unter anderem durch das fehlende Kontrolldisplay auf der Oberseite.

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Autor: dkamera.de Redaktion