Teil 1 von 3: Die technischen Daten, die Verarbeitung und die Bedienung des Smartphones
Der Name Leica steht bei Kameras für eine mittlerweile mehr als 100-jährige Kameratradition. Aber auch Smartphone-Nutzer können mit dem Namen etwas anfangen, denn das deutsche Unternehmen bietet seine Optik-Kompetenzen schon länger anderen Unternehmen an. Mit dem Leitz Phone lässt sich zudem – allerdings nur in Japan – ein Smartphone mit Leica-Branding erwerben. Dies ändert sich mit dem Leitzphone powered by Xiaomi, das auch Fotofreunde aus Deutschland, anderen Ländern Europas oder Amerika erstehen können.
Das mitgelieferte Zubehör:
Leica liefert beim Leitzphone powered by Xiaomi eine längere Liste von Zubehör mit. Neben einem klassischen USB-C-Kabel erhalten Käufer eine Schutzhülle, eine passende Abdeckung für das Kameramodul sowie eine Handschlaufe. Ein Netzteil sucht man dagegen vergeblich.
Die technischen Daten:
Das Leitzphone ist wie bereits erwähnt das erste weltweit von Leica erwerbbare Smartphone. Wie schon bei den älteren Leitz Phones arbeitet die Wetzlarer Optikschmiede dabei mit einem größeren Unternehmen zusammen, um das Produkt auf die Beine stellen zu können. Bei den ersten Leitz Phones war dies Sharp, beim neuen Leitzphone ist es Xiaomi. Die Partnerschaft mit dem chinesischen Konzern besteht seit 2022, die Kameras aller höherklassigen Modelle tragen seitdem ein Leica-Branding. Dieses Branding ist natürlich auch beim Leitzphone powered by Xiaomi zu finden. Leica hat bei der Entwicklung des Smartphones aber noch an mehr Stellen mitgewirkt. Das lässt sich sowohl am Gehäuse mit dem verbauten Objektivring als auch an der Software mit einem besonderen Design erkennen.
Als Basis für das Leitzphone wird Xiaomis diesjähriges Flaggschiff 17 Ultra genutzt. Die hier verbaute Technik gehört im Smartphone-Segment zur ersten Liga. Als SoC kommt ein Snapdragon 8 Elite Gen 5 mit acht Kernen (2 x 4,6 GHz und 6 x 3,6 GHz), Adreno-840-GPU und 16GB LPDDR5X-RAM zum Einsatz. Daneben verfügt das Gerät über 1TB Speicher. Das HyperRGB-OLED-Panel misst 6,9 Zoll, löst 2.608 x 1.200 Pixel auf und erlaubt eine Bildwiederholrate von bis zu 120 Hz.
Beim 162,9 x 77,6 x 8,3mm großen und 223g schweren Gehäuse erfolgt die Abdichtung nach IP68-Standard, es gibt Slots für zwei Nano-SIM-Karten und einen USB-C-Port mit 3.2 Standard. Damit lässt sich der 6.000mAh starke Akku des Smartphones mit bis zu 90 Watt aufladen. Drahtlos sind bis zu 50 Watt möglich. Der Datenaustausch erfolgt mittels aller Mobilstandards (inkl. 5G), Wi-Fi 7 und Bluetooth 6.0 sind ebenso mit an Bord. Als Betriebssystem kommt Xiaomis HyperOS 3 zum Einsatz.
Bei den Kameras handelt es sich auf der Rückseite um ein Trio. Alle Objektive ergeben zusammen das Leica Vario-APO-Summilux 14-100mm F1,67-2,9 Asph., als Besonderheit ist ein echtes Zoomobjektiv mit OIS vorhanden. Dieses deckt eine kleinbildäquivalente Brennweite von 75 bis 100mm ab. Die Lichtstärke der Optik liegt bei F2,39 bis F2,96, beim Zoomen wird die Blende also etwas kleiner. Hinter der stabilisierten Teleoptik ist ein 200-Megapixel-Sensor der 1/1,4-Zoll-Klasse (Samsung HPE) für die Bildaufnahme zuständig. Die hohe Auflösung kann man unter anderem für „verlustfreie“ Zoomvorgänge nutzen oder durch das Zusammenlegen von bis zu 16 Pixel von einem geringeren Bildrauschen profitieren.
Bei der Hauptkamera greift Leica auf den sogenannten Light Fusion 1050L-Sensor zurück. Dieser gehört zur 1,0-Zoll-Klasse, löst 50 Megapixel auf und unterstützt die LOFIC HDR-Technologie (Lateral Overflow Integration Capacitor). Letztere Technik erweitert den Dynamikumfang von Aufnahmen. Das Objektiv der Hauptkamera besitzt eine Blende von F1,67 sowie eine Brennweite von 23mm (KB). Natürlich ist auch hier ein Bildstabilisator mit an Bord.
Für Ultraweitwinkelfotos bringt das Leitzphone powered by Xiaomi eine 50 Megapixel auflösende Ultraweitwinkelkamera mit. Der hier verwendete Samsung JN5-Chip misst 1/2,76-Zoll, das Objektiv mit 14mm-KB-Brennweite verfügt über eine Öffnung von F2,2. Sowohl für die Ultraweitwinkel- als auch die Hauptkamera gilt, dass sich vier Pixel zu einem großen Bildpunkt zusammenlegen lassen. 50 Megapixel löst darüber hinaus die Frontkamera auf. Hier kommt ein 1/2,88 Zoll großer Chip zum Einsatz, das 21mm-Objektiv (KB) besitzt eine Blende von F2,2.
Videos lassen sich mit dem Leica Leitzphone powered by Xiaomi in 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Pixel) mit bis zu 30 Vollbildern pro Sekunde und in 4K-Auflösung (3.840 x 2.160 Pixel) mit bis zu 120 Vollbildern pro Sekunde aufnehmen. In Full-HD (1.920 x 1.080 Pixel) sind dank bis zu 1.920 Vollbildern pro Sekunde zudem extreme Zeitlupenaufnahmen möglich.
Handling, Verarbeitung und Bedienung:
Von Leica-Kameras ist man eine äußerst hohe Verarbeitungsqualität gewohnt. Von einem Smartphone des Unternehmens erwartet man diese natürlich ebenso. Das von Leica mitentwickelte Design und die Umsetzung von Xiaomi lassen in dieser Hinsicht nur das Beste erwarten. In der Hand fühlt sich das Leitzphone powered by Xiaomi sehr hochwertig an, das wahrnehmbare Klackern des Bildstabilisators trübt den Eindruck jedoch etwas. Dieses Geräusch ist allerdings völlig normal und lässt sich nicht ganz abstellen. Beim Rahmen, auf dem sehr deutlich „Leica Camera Germany“ zu lesen ist, wird hochwertiges Aluminium verwendet. Hier sorgt eine Rändelung nicht nur für mehr Halt, auch optisch trägt die gewählte Ausführung zum gelungenen Design des Smartphones bei.
Bei der Rückseite kommen Glasfasern zum Einsatz, diese setzen sich durch eine matte Oberfläche vom Rahmen dezent ab. Apropos absetzen: Im Unterschied zum „Serienmodell“ Xiaomi 17 Ultra verfügt das Leica Leitzphone powered by Xiaomi unter anderem über einen Einstellring. Dieser umlagert das Kameramodul und erlaubt das Verändern eines vorher bestimmten Parameters sowie den Schnellstart der Kamera. Neben dem Ring verfügt das Smartphone zudem über eine Powertaste und zwei Einzeltasten, die standardmäßig zum Verändern der Lautstärke genutzt werden. Natürlich erlauben sie aber auch das Auslösen. Einen dedizierten Auslöser hat Leica dagegen leider nicht verbaut. Angesichts der „Foto“-Ausrichtung des Gerätes und der Leica-Historie finden wir dies doch sehr schade. Mit einem dedizierten Auslöser würde das Gerät für noch deutlich mehr Kamera-Feeling sorgen. Der Einstellring macht beim Fotografieren dagegen einen sehr guten Job und erlaubt unter anderem das sehr schnelle Anpassen der Brennweite. In der Praxis kam es durch die geriffelte Oberfläche allerdings auch immer mal wieder vor, dass der Ring unerwünscht gedreht wurde. Ob sich das mit der Zeit durch das angepasste Festhalten des Smartphones verhindern lässt, können wir an dieser Stelle nicht sagen.
Die Abmessungen des Leica Leitzphone powered by Xiaomi bewegen sich mit 162,9 x 77,6 x 8,3mm auf einem üblichen Niveau, das mehr als ein Zentimeter hohe Kameramodul ist bei diesen Daten aber noch nicht dazu gezählt. 223g machen das Smartphone nicht gerade zu einem Leichtgewicht, das Handling empfinden wir durch den griffigen Rahmen jedoch als sehr gut. Dass das Kameramodul für einen erhöhten Schwerpunkt im oberen Bereich sorgt, ist nicht optimal, aber verkraftbar. Wer eine hohe Kameraleistung möchte, muss eben gewisse Kompromisse eingehen. Nutzt man die Hülle des Leica Leitzphone powered by Xiaomi, empfinden wir die Balance als ausgeglichen. Die vom Smartphone unterstützte Schutzklasse ist IP68, Einsätze sind in bis zu sechs Metern Wassertiefe (Süßwasser) und maximal 30 Minuten am Stück möglich.
Beim Display des Leitzphone powered by Xiaomi handelt es sich um 6,9 Zoll messendes Hyper-RGB-OLED mit 2.608 x 1.200 Pixel. Die Auflösung liegt somit doch etwas unterhalb anderer Flaggschiff-Geräte. Praktisch ist das aber nur bei der sehr nahen Betrachtung zu sehen. Sichtbare Pixel stören jedenfalls nicht. Mit einer Helligkeit von bis zu 3.500 Nits macht das Panel auch bei Sonnenschein eine sehr gute Figur, die variable Bildfrequenz von einem bis 120 Hertz ermöglicht sowohl flüssige Wiedergaben als auch den stromsparenden Betrieb.
Natürlich kann das OLED HDR-Inhalte wiedergeben und verfügt über einen integrierten Ultraschall-Fingerabdrucksensor. Dieser entsperrt das Gerät blitzschnell. Durch die völlig glatte Oberfläche des Panels lassen sich Schutzfolien oder Gläser problemlos aufbringen, der kleine und gleichmäßige Rahmen sorgt für ein sehr ansprechendes Design. Durch Xiaomi Shield Glass 3.0 werden zudem Beschädigungen minimiert.
Wer beim Leica Leitzphone powered by Xiaomi die SIM-Karte entnehmen möchte, kann dies über ein Fach auf der Unterseite. Neben zwei Nano-SIM-Karten lassen sich auch zwei eSIMs oder eine gemischte Kombination nutzen. An der Unterseite befinden sich zudem der USB-C-Port und ein Lautsprecher. Der zweite Lautsprecher zum Erzeugen eines Stereotons wurde in der Hörmuschel integriert.
Im zweiten Teil unseres Tests des Leica Leitzphone powered by Xiaomi gehen wir auf die Kameras und die Bildqualität des Smartphones im Detail ein.